Unkontrolliert...
Die Schreie klangen in seinen Ohren, er hörte sie klar und deutlich. Erneut schien ihn die Erregung zu überkommen...
"...was willst du damit sagen?" Tuuuut. Tuuut. Tuuut. "Hallo?....hallo?!"
Er schaute auf das Display. Aufgelegt. Ein zweiter Blick, um sich zu versichern. Ja, tatsächlich.
Sie hatten ihn alle gewarnt. Hatten es ihm so oft gesagt, wie es enden würde. Doch er wollte es nicht wahr haben. Dachte diesmal würde es anders laufen. Dachte es wäre etwas besonderes.
Nein, war es nicht!
Er hasste sich selbst. Wieder einmal hatte er es geschafft. Er verabscheute sich. Es war nicht ihre Schuld. Nein. Er hatte es vermasselt. Wie immer. Sein ganzes Leben lang.
Das Handy hielt er fest umklammert in seiner Hand. Zitterte. Er wählte ihre Nummer. Konnte sie in und auswendig, gerade so als wäre sie in seinem Gedächtnis eingebrannt. Sie hob nicht ab. Damit hatte er gerechnet.
Ihm wurde schlecht und er hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen.
Ihr weiches Haar. Er fühlte es zwischen seinen Fingern, wie er langsam zupackte. Diese wunderschönen großen Augen, wie sie sich langsam mit Tränen füllten. Erregung durchströmte seinen Körper. Mit aller Kraft versuchte er die Gedanken zu verdrängen. Aus seinem Kopf zu verbannen. Leute gingen an ihm vorbei. Rempelten ihn an. Doch das war ihm egal. So wie alles andere auch. Was zählte war sie, sie allein. Es hatte so wunderbar begonnen. Man lernte einander zufällig kennen, traf sich ein paar Mal. Nichts außergewöhnliches, aber irgendwie doch besonders. Es funkte. Er verliebte sich in sie - sie sich in ihn. Das glaubte er.
Er liebte ihre lustige und besonders offene Art. Machte er sich dadurch vielleicht falsche Hoffnungen? Vielleicht.
Sie sagte ihm immer wieder, dass er einer der liebevollsten Männer sei, denen sie je begegnet ist. Natürlich war er lieb - er würde ihr niemals bewusst wehtun wollen. Er wollte sie beschützen. Vor Allem und Jedem.
Um sein gutes Aussehen wusste er. Natürlich war ihm bestens bewusst, wie er auf Frauen wirkte. Wie sie seinen Körper bewunderten. Ja, das wusste er sogar sehr gut.
Sex - den konnte er problemlos haben, wann immer er wollte.
Dass sich die Frauen danach nie wieder meldeten, darüber war er sich schmerzlicherweise im Klaren. Es lag an ihm. Allein an ihm. Wie in einem Fotoalbum hatte er sie alle vor sich. Konnte die mit Bildern gefüllten Seiten in seinem Kopf durchgehen. Wieder und wieder. Die unzählig vielen Frauen, die er mit Humor und Charme von sich überzeugen konnte.
Mit jedem neuen Versuch nahm er sich vor, es besser zu machen. Er scheiterte.
War es erstmal soweit, hatte er sich nicht mehr unter Kontrolle. Es überkam ihn wie eine Sintflut. Wieder und wieder. Die Schreie klangen in seinen Ohren, er hörte sie klar und deutlich. Seine Hand ballte sich zur Faust. Er spürte den Druck in seiner Hose. Spürte erneut, wie die Erregung ihn zu überkommen schien. Der nackte weiche Hals, der so schutzlos vor ihm lag. Der Kopf im Genick. Die Haare mit festem Griff in seiner Hand. Tränen, die über die roten Wangen perlten. Er wollte es nicht, doch die Lust war es, die ihn dazu trieb. Die schmerzerfüllte Haltung, als er langsam ihre Kehle zudrückte. Wehrlos waren sie. Alle. Blutergüsse an den gefesselten Handgelenken. Anfangs ließen sie sich freiwillig auf das Spiel ein. Ahnungslos. Unwissend.
Sein Atem wurde schneller. Er stand immer noch mitten auf der Straße. Leute begannen sich nach ihm umzudrehen. Es war ihm egal.
Er dachte diesmal würde alles anders laufen. Hoffte es so sehr. Er hatte es im Gefühl. Sie war anders, als die anderen. Ja, er hatte sogar den Eindruck, dass sie es ein bisschen genoss. Er spürte es förmlich noch, wie sie sich unter ihm gewunden hatte. Jeden seiner kraftvollen Handgriffe aushielt. Ja sogar mochte?
Nein, es war hoffnungslos. Ende. Ein seltsames Gefühl durchdrang seine Hose. Andauernd. Pulsierend. Erst konnte er es nicht zuordnen, dann war plötzlich alles klar. Er sah die Straße vor sich. Die etlichen Menschen, die an ihm vorbeieilten. Hörte die Geräusche, die ihn umgaben.
Ein griff in die Hosentasche: sein Handy vibrierte. Der Blick auf das Display:
Sie war es, die ihn anrief.
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Tags: brutal, Gewalt, Erwartung






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