init-admin 13.02.2008, 13:52 Uhr 0 0

Nackte Zahlen

Pornografische YouTube-Nachahmer im Internet haben großen Zulauf. Vor allem die Seite YouPorn rollt den Markt auf.

Wer wirklich hinter der Seite steckt, ist unklar. Fest steht nur: Seit es sie gibt, befinden sich die DVD-Umsätze im freien Fall: Der Pornobranche passiert gerade das Gleiche wie Hollywood – nur schlimmer.

Es war ein geheimnisvoller Besucher, den Steve Hirsch, Gründer der weltgrößten Pornofirma Vivid Entertainment, an jenem Freitag im Mai er wartete. Stephen Paul Jones verspätete sich. Als er schließlich in dem komplett weiß gehaltenen Empfangsbereich der Vivid-Büros eintraf, entschuldigte sich der in der Pornowelt bis lang völ lig unbekannte Mann. Sein Privatjet sei kaputt und er gezwungen gewesen, einen normalen Flug zu buchen. Hirsch fand die Ent - schuldigung etwas schmierig. Aber er wollte Jones unbedingt treffen, also ging er nicht weiter darauf ein und stellte ihn zwei seiner Vivid- Kollegen vor. Als die vier Männer im Konferenzraum Platz genommen hatten, kam Jones sofort auf den Punkt: Er wollte, dass Vivid ihm seine Webseite abkaufte – youporn.com. Wie der Name schon nahelegt, kann man bei YouPorn eine praktisch unbegrenzte Menge an Hardcorepornografie sowohl hochladen als auch ansehen. Die Clips reichen dabei von körnigen Amateuraufnahmen bis zu perfekt ausgeleuchteten Profifilmen – genau wie auf YouTube, der Website, die YouPorn imitiert. Eine andere Parallele: Beide Seiten haben deutlich mehr Besucher als Einnahmen. Im Mai 2007, nur neun Monate nach der Gründung zog die Seite über 15 Millionen Besucher pro Monat an, berichtete Jones den Vivid-Managern und erwähnte monatliche Zuwachs raten von 37,5 Prozent. Heute ist YouPorn die größte Pornoseite der Welt. Laut Alexa, einer Firma, die die Besucherzahlen von Internetseiten misst, ist YouPorn beliebter als cnn.com, flickr. com oder aol.com.

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