morgen
Auf dem Tisch stehen noch die Gläser
Als die Tür ins Schloss fällt, starrt Susanne
sekundenlang auf die Klinke, bevor sie ans Fenster eilt, um ihm
nachzusehen. Ein paar Schritte nur, dann ist er um die Ecke verschwunden
und sie weiß, dieses Bild wird sich in ihre Erinnerung eingraben wie
die Bilder all derer, die vor ihm gegangen sind.
Auf dem Tisch stehen noch die Gläser, eines der Teelichter ist
erloschen, sie nimmt den Geruch ihrer Körper wahr und begreift es nicht.
Das Warum fesselt ihre Gedanken wie er sie vor nicht einmal einer
Stunde. Lustvoll hatte sie es sich gefallen lassen, auch dass er ihre
Augen verband und ihre Sinne ganz auf seine Berührungen fokussierte.
Vorbei.
Susanne spült die Gläser durch und stellt sie zurück in den Schrank.
„Morgen“, hofft sie, „morgen treffe ich einen, dem ich mehr bin als …“
Und sie schaltet den Fernseher ein, um sich Bilder eines Lebens anzusehen, das nicht ihres ist.
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Kommentare
Der Text berührt mich, obwohl ich ihn persönlich zu "platt" finde...
03.06.2012, 04:03 von JadeJadeDer letzte Satz ist wunderbar! :)
"platt" ist nicht sehr konstruktiv. Was genau stört dich? Form oder Inhalt?
03.06.2012, 09:58 von SonglineIch freue mich, dass dich der Text denoch berührt.
mit "platt" meine ist zu "offensichtlich".
03.06.2012, 21:36 von JadeJadeIch glaube, so Texte habe ich schon zu oft gelesen, somit also der Inhalt... ich kann es dir leider nicht besser erklären.
Das ist eine gute Erklärung, danke. Wenn es mir gelang, dich zu berühren, obwohl du den Inhalt schon tausendmal gelesen hast, dann ist es zumindest gut genug geschrieben, dass es sich abhebt.
03.06.2012, 21:43 von Songline