Songline 02.06.2012, 11:00 Uhr 4 4

morgen

Auf dem Tisch stehen noch die Gläser

Als die Tür ins Schloss fällt, starrt Susanne sekundenlang auf die Klinke, bevor sie ans Fenster eilt, um ihm nachzusehen. Ein paar Schritte nur, dann ist er um die Ecke verschwunden und sie weiß, dieses Bild wird sich in ihre Erinnerung eingraben wie die Bilder all derer, die vor ihm gegangen sind.

Auf dem Tisch stehen noch die Gläser, eines der Teelichter ist erloschen, sie nimmt den Geruch ihrer Körper wahr und begreift es nicht. Das Warum fesselt ihre Gedanken wie er sie vor nicht einmal einer Stunde. Lustvoll hatte sie es sich gefallen lassen, auch dass er ihre Augen verband und ihre Sinne ganz auf seine Berührungen fokussierte.

Vorbei.

Susanne spült die Gläser durch und stellt sie zurück in den Schrank. „Morgen“, hofft sie, „morgen treffe ich einen, dem ich mehr bin als …“

Und sie schaltet den Fernseher ein, um sich Bilder eines Lebens anzusehen, das nicht ihres ist.


Tags: ONS
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4 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Der Text berührt mich, obwohl ich ihn persönlich zu "platt" finde...
    Der letzte Satz ist wunderbar! :)

    03.06.2012, 04:03 von JadeJade
    • 0

      "platt" ist nicht sehr konstruktiv. Was genau stört dich? Form oder Inhalt?
      Ich freue mich, dass dich der Text denoch berührt.

      03.06.2012, 09:58 von Songline
    • 0

      mit "platt" meine ist zu "offensichtlich".
      Ich glaube, so Texte habe ich schon zu oft gelesen, somit also der Inhalt... ich kann es dir leider nicht besser erklären.


      03.06.2012, 21:36 von JadeJade
    • 0

      Das ist eine gute Erklärung, danke. Wenn es mir gelang, dich zu berühren, obwohl du den Inhalt schon tausendmal gelesen hast, dann ist es zumindest gut genug geschrieben, dass es sich abhebt.


      03.06.2012, 21:43 von Songline
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