lisellotte 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 6

Mit dir einschlafen

Wir werden betrunken in mein WG-Zimmer stolpern. Warmen Weißwein auf meiner Fensterbank, mit Blick über die Hauptstraße, trinken.

Unsere verschwitzten Körper lösen sich voneinander. Still liegen wir nebeneinander. Mein Herz pocht so stark dass es in meinen Ohren dröhnt. Dein Atem ist ein paar Zentimeter von mir entfernt, so laut um ihn einzufangen. Da liegen wir nun schweigend und lassen den vergangenen Moment auf uns wirken.

Du brichst mit der Situation und kramst nach der Wasserflasche auf dem Nachtisch „Durst?“. Ich nicke. „Magst du noch eine rauchen?“, frage ich. Die Zigaretten glühen verlassen in der Luft. Könnte man sie als Synonym für zwei einsame Herzen beschreiben, die zusammen einfach besser aussehen oder wäre das vermessen? Du grinst mich an und ich weiß, dass du wieder kommen wirst. Und das ich dich reinlassen werde. Nicht in mein Herz, aber in mein Bett.

Wir werden betrunken in mein WG-Zimmer stolpern. Warmen Weißwein auf meiner Fensterbank, mit Blick über die Hauptstraße, trinken und uns fragen, wohin diese ganzen Menschen so früh am Morgen wohl wollen. In diesen Momenten höre ich dir sehr gerne zu. Du kannst sehr geschwollen psychologisch reden. Irgendwann küsst du mich und wir klettern in mein Bett. Begierig ziehen wir uns die Kleider aus und vögeln. Letztens hast du mir dabei ganz liebevoll auf meine Schulter und meinen Hals geküsst. Aber wo hört schon der Unterschied zwischen lieben und ficken auf?

Und dann kommt da der Moment, in dem du grinsend nach der Zigarette neben mir liegst und ich weiß, dass du wieder kommen wirst.

Ich drehe mich auf die Seite. Du kuschelst dich an mich und legst deinen Arm über meinen Körper. Dann fühle ich mich kurz zu Hause. Zu Hause angekommen, um mit dir einzuschlafen.

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