Meine Ungeduld
Ja ja, ich weiß, aber trotzdem, wollen wir jetzt nun zu dir oder zu mir?
Machen wir uns nichts vor, wenn ich abends weggehe, dann deshalb, um eine Frau abzuschleppen. Wer das anders sieht, braucht nicht weiterlesen. Das Abschleppen gelingt nicht immer, darum mache ich keinen Hehl, doch manchmal gelingt es schon. Mein größtes Manko dabei ist meine Ungeduld.
Wenn ich eine Frau sehe, die mir gefällt, würde ich am liebsten auf sie zugehen, sie an mich heranziehen, ihr einen Zungenkuss aufdrücken, sie an die Hand nehmen, sie fragen wo sie wohnt, dorthin fahren und einfach nur mit ihr vögeln. Mach ich natürlich nicht, da gibt es ja immer noch dieses Hindernis, diese Hürde, die Frau selbst.
Sie muss erst umworben werden, umgarnt, sie will
gefragt werden, wie sie heißt, was sie macht, was sie mal machen will, welche
Bücher sie liest, welche Musik sie hört, was ihre Hobbys sind. Sie will über
ein Thema reden, das sie interessiert, sie will über mich reden, sie will das
Gefühl haben, mich zu erobern, und dass ich sie begeistere, von mir, von jetzt,
sie will einfach nur das Gefühl haben, dass sie in diesem Augenblick in meinen
Augen die schönste Frau der Welt ist, sie will sich begehrt fühlen, sie will
dass dies ein höchst individueller Augenblick ist.
Ist es aber nicht, der Augenblick ist auswechselbar. Der Dialog ist auswechselbar, die Frau ist auswechselbar. Klar ist sie schön, sonst hätte ich sie ja nicht angesprochen - das ist doch Kompliment genug. Im Grunde ist jedoch alles nur eine Kontingenz, wäre sie an dem Abend nicht da gewesen, hätte ich eine andere angesprochen. Ehrlich gesagt, langweilt mich das Umgarnen das immer gleich aussieht und zunehmend wächst meine Ungeduld. Manchmal kommt es sogar vor, dass ich mitten in einem gut laufenden Gespräch einfach aufstehe und gehe, warum? Weil ich zu ungeduldig werde, weil ich weiß, dass ich mir noch zwei Stunden lang ihr nerviges Stimmchen anhören müsste um dann die eine Frage zu stellen, die ich auch jetzt schon stellen könnte: Zu mir oder zu dir?
Mittlerweile stoppe ich in Gedanken sogar die
Zeit, bis ich sie stelle. Vier Minuten, mein Rekord, hat natürlich nicht
geklappt. Na ja, es ist eine mathematische Gleichung: Drei Minuten suchen,
ansprechen, sechs Minuten bis zur Frage, Korb bekommen oder nicht, weiterziehen
oder Ernte einfahren. Runde zehn Minuten, das bedeutet fünf Frauen pro Stunde,
inklusive Pausen- und Barzeiten, das heißt an einem Abend in einem gut
gefüllten Club etwa zwanzig Frauen - zwanzig Möglichkeiten, realistisch betrachtet.
Und wer glaubt, dass Quantität nicht zum Ergebnis führt, der irrt. Irgendeine findet sich fast immer. Doch meine Ungeduld wächst von Mal zu Mal und ich weiß nicht, woran es liegt. Während ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich, ob es vielleicht meine Einstellung ist?
Natürlich ist es meine Einstellung, ist meine Ungeduld ein Resultat meiner Suche, du kannst nur finden, wonach du suchst, und ich suche eben Sex.
Doch nein, das stimmt nicht. Ich suche keine auswechselbaren Gespräche, dessen bin ich mir bewusst. Ich glaube nicht so recht daran, im Grunde suche ich doch auch nichts anderes als jeder andere, ich suche eine Frau, die mich umhaut, eine, die mich begeistern kann, eine, bei der ich im Gespräch vergesse, was ich am Ende fragen wollte, doch bisher hab ich sie nicht gefunden – am Ende kommt die Frage, kommt eine Reaktion, kommt Sex oder auch nicht, doch was nicht kommt, ist dieser Whoa-Effekt. Vielleicht liegt es am Ende doch an mir, vielleicht ist es meine Ungeduld.
Tags: ONS, hirnverbrannte Spielereien, Stifler, Ungeduld







Kommentare
Uh uh uh...keine Ahnung, ob das schon jemand in den bisherigen 56 Kommentaren angemerkt hat (es ist schon zu spät am Abend, um sie alle zu lesen), aber ich glaube, Du stehst Dir selbst im Weg. Oder anders: Du leidest wohl an der ordinären, nicht zu befriedigenden Sehnsucht nach dem gaaanz Großen und Besonderen und Wunderbaren - nach dem Zauber der wahren Disneyliebe. Nicht dass ich meine, Du möchtest von Vögelchen angezogen werden und mit der Liebsten Duette im Stadtpark singen. Aber der "Whoa"- Effekt...also...den gibt's zwar. Aber was verspricht er? Je effektvoller das "Whoa" desto größer zuweilen die Enttäuschung darüber, wenn die (durch den "Whoa"-Effekt ausgelösten) Erwartungen nicht erfüllt werden. Und wenn es "Whoa" im Kopf macht, wirst Du erst recht mit dieser Frau schlafen wollen. Am liebsten sofort, oder? Auf der anderen Seite das totale Gegenteil: Deine tatsächlichen Erwartungen, Berechnung, Deine Ungeduld. Ungeduld? Ich würde es eher Abgestumpftheit nennen. Zu Deiner Beruhigung: das geht jedem Menschen so. Und wer etwas anderes behauptet, der ist nicht ehrlich mit sich oder in einer erfüllenden Beziehung. (Letzteres ist wünschenswert.) Es ist schade, dass wir immer nach etwas Besserem suchen müssen. Nie zufrieden sein, immer den Makel suchend und dem Gegenüber keine Chance lassend, den "Whoa"-Effekt langsam in uns hochsteigen zu lassen. Ich bin ja davon überzeugt, dass sich entwickelnde "Whoas" eine längere Halbwertszeit haben... Also ruhig mal sich selbst überraschen, sich nicht zu ernst nehmen und ohne Druck, eine Frau mit nach Hause nehmen zu müssen, mit Frauen sprechen. Als Frau findet man es ja mal ganz angenehm, einfach angesprochen zu werden, ohne sich gleich innerlich für oder gegen jemanden entscheiden zu müssen (geht Männern wohl auch so...hab ich gehört). Wir Frauen geben uns dann evtl auch entspannter und lösen bisweilen den "Whoa"-Effekt aus, ohne es drauf angelegt zu haben - oder dass Du damit gerechnet hättest.
17.03.2013, 22:45 von janaundUiuiui, also ich kommentiere meine Texte nur bedingt, oder rechtfertige mich dafür. Ich glaube aber, dass du ihn schon ganz gut analysiert und getroffen hast, weshalb das Folgende nur noch Anmerkungen sind.
18.03.2013, 17:44 von chrisbowIch möchte gleich darauf hinweisen (was man eventuell aus den Tags hätte entnehmen können), dass dieser Text nicht autobiographisch ist. Eher eine Karrikatur, also eine überzeichnete Darstellung einer Lebensweise (soweit ich das noch richtig in Erinnerung habe). Das heißt, im Zentrum steht die Ungeduld, eine schnelllebige Zeit in der Intimbeziehungen zu Katalogware reduziert werden (Flirtportale, Speeddating etc.) und sich eben keine Zeit mehr genommen wird, den Partner eigentlich kennen zu lernen. Es wird also die Reduktion der "Intimbeziehung" auf eine pragmatische Zweckbestimmung angeprangert - und dies gerade im letzten Abschnitt durch die Disneyliebe (schönes Wort, muss ich mir merken, und ich glaube, du sprichst da auf 500 Days of Summer an, oder?) also auf die Disneyliebe abgehoben und damit die Spannung zwischen Schnell, schnell und Ich will das beste, konterkarrikiert. Das heißt, je mehr Widerstand sich beim Lesen dieses Textes im Leser regt, desto besser.
Ich hätte auch einen Typen beschreiben können, der sich immer Fertigessen kocht, weil er keine Lust hat, ewig in der Küche zu stehen, aber das wäre zuweilen nicht so effekthascherisch gewesen. Zudem habe ich den Text mit einem Augenzwinkern geschrieben, das heißt, ich habe selbst gut gelacht, als ich an die Stelle kam, da er hochrechnet, wie viel Zeit er in ein Gespräch investiert.
Eigentlich ist die Figur dieses Textes, wie ich erfahren habe, ein
Ebenbild des Barny Stinson aus How I met Your Mother, da ich die Serie
aber zu dem Zeitpunkt nocht so gut kannte, fehlt hier der intertextuelle Bezug. Zumindest, soweit ich es beurteilen kann, wird gerade seine Figur langläufig als die wohl interessanteste in der Serie beschrieben (Ich hatte damals Stifler aus American Pie im Ohr), und das finde ich doch schon irgendwie merkwürdig. Aber das nur am Rande.
Wie dem auch sei, ich danke dir fürs Zeitnehmen, Lesen und Kommentieren und hoffe, dass du jetzt zumindest nicht den Eindruck von mir gewonnen hast, dass ich so und zwar nur so bin.
genau - der letzte absatz ist der springende punkt!!! liebe ist eben nicht austauschbar. und liebe kommt nicht von beliebig. doch an diesen punkt muss man erstmal kommen. nicht so einfach das leben...
20.09.2012, 11:23 von FrauWilhelmDie Problematik ist in der Tat vielschichtiger als die Kommentare - irgendwie scheinen viele den letzten Absatz zu überlesen.
16.07.2012, 13:27 von LudwigMartinGerade Suchen und Wollen sind doch hier nicht dasselbe und genau das ist das Problem. Und zwar das des Protagonisten (der auch eine Frau sein könnte) und nicht aller Männer, die im Club Frauen aufreißen.
Im Gegensatz zu Bordell oder Sexkontakten kann er sich die Illusion erhalten, mehr zu finden. Und wenn nicht - die kleine Freude mitzunehmen, wobei eine kleine Freude auch nur einen kleinen Preis haben sollte, versteht sich.
Je mehr mißverstehende Kommentare hier purzeln, umso mehr gefällt mir der Text. ;-)
Wenn er tatsächlich eine Frau sucht die ihn umhaut, dann stellt er doch, bevor er mit ihr in die Kiste springt fest, ob es eine solche ist oder nicht.
16.07.2012, 19:51 von Igel75Nene..ich bleib dabei, er weiß gar nicht WAS er sucht.
Ich kann hier lediglich das von mir so verstandene Dilemma dieser Person erklären. Seine Strategie zu verteidigen, fühle ich mich hingegen außerstande.
17.07.2012, 16:38 von LudwigMartinHättest Du es getan, wären wir mit Knüppeln auf Dich losgegangen ;0)
17.07.2012, 19:31 von Igel75Der Protagonist weiß ja leider gar nicht was er will.
16.07.2012, 12:48 von Igel75Will er eine Frau oder einen Fick?
Wenn er sich das mal klar macht sollte es doch keine Probleme mehr geben.
Er hört ihr zu, ohne wirklich Interesse daran zu haben. Er will mit ihr in die Kiste aber kommt nicht ans Ziel.
So what, da kann er lieber ins Bordell gehen und sich danach mal fragen ob er denn wirklich eine Frau kennenlernen will, oder ob ihm das nicht auch einfach reicht.
Mich nervt einmal mehr diese "Alles auf alle Gemünze" der Kommentatoren und auch des Autors, ach und es gibt diverse Internetseiten, die explizit für Leute konzipiert sind, die das oben genannte suchen und wollen.
16.07.2012, 11:49 von FrauKopfFunktioniert ganz sicher besser.
Also der Unterschied zwichen Netzkommunikation und Kommunikation 1.0 wäre wohl einen eigenen Text wert...hm...gute Idee...soviel vielleicht als Ansatz, nicht jeder glaubt, dass Facebook und co ein adäquater Ersatz gegenüber der Face-To-Face-Kommunikation ist: Dem würde ich mich - und ich glaube auch der Protagonist - anschließen.
17.07.2012, 10:05 von chrisbowZum "Alles auf alle" fällt mir ein Satz ein, den Goethe einmal gesagt habe, dass er das Allgemeine so speziell mache, dass es sich jeder wieder allgemein machen könne. Ich verfahre da anders, bin ja auch kein Goethe, ich neige dazu das Spezielle zu verallgemeinern, so dass jeder sich etwas Spezielles daraus ziehen kann.
Manch anderer schreibt vielleicht ohne solche Überlegungen - vielleicht sogar bewusst gegen solche Überlegungen, manch einer schreibt vielleicht, weil er sich selbst darstellen will oder einfach nur um seine Gefühle auszudrücken. Solche Menschen, oder Menschen, die auch nur solche Texte lesen wollen, werden es wahrlich schwer mit meinen Texten haben.
Wenn Mann nur das Eine sucht, ist doch seine Art und Weise vor zu gehen nur gerechtfertigt.
16.07.2012, 10:57 von SkywaveBtw... Frauen haben vielleicht nicht diesen Gedankengang wie der Mann im Text, doch gehen diese doch manchmal genau so plump vor und werfen sich ran, so dass das Ziel ihrer Unternehmung beim ersten Augenkontakt und den ersten Gesprächsfetzen eindeutig klar ist.
Wobei der direkte Weg ala "Mein Auto steht nur 5 Minuten von hier... " auch von Frau benutzt wird.
Ganz ernst nehm ich den Text trotzdem nicht und konnte ab und zu nur schmunzeln ;).
Da hilft nur EINES: Kauf dir eine Gummipuppe mit 3 Löchern und hol dir einen runter. Die Gummipuppe hält ihr Maul. Geil, was?
16.07.2012, 09:30 von Jackie_GreyGut, dass ich das noch las und nun weiß, dass es keiner ernstgemeinten Kommentare bedarf ;-)
16.07.2012, 07:24 von Mrs.McH
Ah ah ah...da würdest du jetzt aber meine schriftstellerischen Fähigkeiten verkennen...denn hinter dem Schocking Moment, hinter dem Lacher gibt es durchaus eine Facette, die ich diskussionswürdig empfinde....mehrere sogar...zieht man die Überspitzungen ab, bleibt da noch sehr viel übrtig...jetzt ärgere ich mich, dass ich voreilig solch ein Interpretationsmuster gegeben habe...
16.07.2012, 07:44 von chrisbowTja... Lustig, wie Du hin- und her wackelst :)
16.07.2012, 07:45 von Mrs.McH"Tja" ist ein dämliches Wort, ich streiche es und ersetze es durch ein... ach, durch nix! ;-)
16.07.2012, 07:47 von Mrs.McHAlkohol...war heute Nacht nicht so überlegt dabei...und momentan is es noch Restalkohol....deshalb auch diese desolate Rechtschreibung/Grammatik....so ein Mist, ich würd gern meine eigenen Kommentare löschen, wie den hier ;)
16.07.2012, 07:50 von chrisbowNön ö, steh da mal schön zu, wie sich das gehört.
16.07.2012, 07:52 von Mrs.McHNa erzähl doch mal, wo genau finde ich DIE Facette?
Zum einen heißt der Text nicht "gehen wir zu dir oder zu mir" sondern "meine Ungeduld" - zudem kommt, dass diese Figur den Frauen ja suggeriert, dass diese höchst individuell sind, er versucht bei ihnen den "Whoa-Effekt" zu erzeugen, den er selbst sucht. Dies in Kombination ist die Tiefenstruktur und Anlass des Textes, dass die Menschen immer größeres wollen, dabei aber immer weniger leisten, ich hätte auch von Handys schreiben können, für die man nicht mehr bezahlen will, oder sonst irgendein gesellschaftliches Phänomen, das dieses ich will immer das beste haben, aber nix dafür tun beschreibt...aber das wäre nicht so amysant gewesen ;) Inspiriert wurde ich von einem Film, den ich mal gesehen hab, leider weiß ich nicht mehr wie der heißt, war aus den 80er Jahren, in dem es genau darum ging...in dem Film sitzt die Figur gelangweilt an der Bar, analysiert die Frau neben sich, es entwickelt sich ein Gespräch in dem er sie wie Sherlock Holmes zergliedert und zuletzt sagt, sie hätte nen psychischen Knacks...Abbruch der Flirtgeschichte...zudem kommt noch die Oversexed-Debatte und als Lehrgedicht würde ich mal sagen, täte es manchen Frauen ganz gut, ihre Skepsis beizubehalten, damit sie nicht wieder an solche Typen geraten...klar will ich auch Sex in der ersten Nacht, keine Frage, aber in der zweiten ist er meist besser ;)
16.07.2012, 11:53 von chrisbowaber wie gesagt, ich sollte aufhören meinen Text zu kommentieren, bisher hab ich das immer gemacht und fand es spannender, die Entwicklung zu sehen, war halt eine alkoholgeschwängerte Idee - meist nicht so gut - und nun bin ich drin gefangen...
16.07.2012, 11:55 von chrisbowNee, also ich bin da jetzt raus... Finde es albern, etwas zu schreiben, es dann aber plötzlich nicht so gemeint zu haben und ups, aber dann doch ein bißchen. Egal wie, es war offensichtlich nicht zu erkennen, was gemeint war oder eben auch nicht. Es klingt autobiographisch, ist es aber nicht (völlig in Ordnung, so zu tun, es geht hier ja schließlich ums Schreiben), aber ein wenig steckt dann doch vom Autoren drin... Häh? Ich stelle fest, dass Du Dich mit diesem Thema beschäftigst, aber noch nicht die endgültige Antwort für Dich gefunden hast? Tendenziell - siehe letzter Absatz - bist Du genau wie viele andere, einfach auf der Suche nach Deinem (Lebens-)Glück, oder?
16.07.2012, 20:11 von Mrs.McHIch persönlich, ja klar suche ich nach meinem Glück in Form von Frau und Familie, aber ich verwehre mich, und deshalb auch die Tags, dass man die Figur mit mir in Verbindung bringt, es ist ein Konglomerat vieler verchiedener Ideen, Zitationen und mehr - das, was ein Text immer ist, natürlich steckt da auch Biographie drin, aber was da nun genau autobiographisch ist, werd ich jetzt mal offen lassen...
16.07.2012, 21:33 von chrisbow... ich finde die Ambivalenz der Figur spannend, und ich glaube, gerade das macht ihn irgendwie menschlich....
...übrigens ist "einziger Witz" auch ein Filmzitat....ein einziger Witz auf Kosten der gesamten Menschheit..
Der Begriff soziopathisch passt wirklich nicht dazu, aber ich kann nachvollziehen in welche Richtung Deine Gedanken gehen @Hildegunde.
17.07.2012, 06:19 von Mrs.McH@chrisbow... Du hast aber jetzt nicht erwartet, dass andere das Filmzitat als solches erkennen? Jedenfalls ist es interessant zu sehen, wie Du Dich nun wieder rausnimmst und das große Tuch des Geheimnisses ausbreitest :) Ich glaube Texte in der Ich-Form sind für viele Leser einfach zu verlockend und verleiten zu Interpretationen, nimm mir das bitte nicht übel ;-) Ich lerne daraus, dass man das nicht tun sollte, wenn man zu generellen Diskussionen anregen möchte, weil man zu sehr damit beschäftigt sein wird, Dinge von sich zu weisen anstatt sich sachlich auszutauschen. Also lass das mit dem Alk in Zukunft :)
mir ging alternativ und spontan manipulatives Arschloch durch den Sinn... aber ich finde Arschloch wäre jetzt übertrieben :) Sind wir also am Ende doch wieder bei der Empathie angelangt?
17.07.2012, 10:19 von Mrs.McHVielleicht sollte man die vorherigen Texte zu Rate ziehen, zufällig auch in der Ich-Form geschrieben :)
17.07.2012, 10:24 von Mrs.McHCU...
Man man man, da muss ich wohl doch noch mal intervenieren. Nur weil ein Text in der "Ich-Form" geschrieben ist, muss man das Ich nicht gleich mit dem Autoren gleichsetzen, ganz im Gegenteil, in meinen Augen darf man das sogar nicht.
17.07.2012, 10:52 von chrisbowIch hoffe, dass sich diese Meinung nicht weiter hält. Ebensowenig ist der Pessimist, der Kaktus-Typ, der Faster, der Junge, der Kritiker und welche Ich-Figuren sonst noch, niemals die gleichen.
"Ich" ist ein Pronomen - ein Fürwort, das in meinen Texten für ein spezielles Ich steht - nicht für jedes. Sonst wäre dein Ich das gleiche wie das von Hilde oder all der anderen hier. Zudem müsste ich mich fragen, inwiefern deine Texte autobiographischer Natur sind...ich verweise auf den "Armseliges Würstchen"-Text.. klar schreibe ich über Dinge, die mich interessieren, doch nicht jeder Text, den ich schreibe, kommt hier bei Neon an, ich schreibe ebenso über das Gitarrespielen, über Filme, über Bücher, mein letzter ging zu James Joyce "Ulysses", ich schreibe über Essen, ich frage mich, warum Menschen geil auf Autos sind, ich frage mich, inwiefern ich ein Wittgensteinchen bin, ein Luhmännchen - was Husserl mit Nous und Noema meint und ob es ihm um die Realismusdebatte geht.
Aber wie gesagt, nicht alles kommt bei Neon an, vielleicht ein Zehntel, grob geschätzt, hier kommt eigentlich nur das an, was auch in meinen Augen noch nicht geklärt ist, vor allem aber sind dies experimentelle Texte, Spielereien, wenn man so will, bei denen es mir nicht darum geht, meine Gefühle zu äußern, nur insofern, als dass ich ein Gefühl - hier die Ungeduld - zur Disposition stelle, warum hat eigentlich noch keiner gesagt, na ja, das mit der Ungeduld, das kenne ich, geht mir genauso? Weil man dann glaubt, dass derjenige sich mit dem Charakter identifiziert? Doch Ungeduld ist nur ein Element - sie ist das autobiographiche, das sich in jeder Lebenslage zeigt, bis hinein in die Liebeskommunikation. Sie ist eine mitbestimmende Eigenschaft und in diesem Text ging es mir genau darum, hätte ich etwa einen Text zum Thema "Kontrollzwang" geschrieben, auf das gleiche Thema, wäre ein ganz anderer Text entstanden. Das heißt nicht, dass ich unter Kontrollzwang leide, lediglich, dass mir zu diesem Charakterzug ganz andere Ideen kommen...
PS: Gut, die Frage nach derm Empathie ist ein Punkt, ein Novum in meinem Gedankengang, inwiefern Empathie und Ungeduld zusammenspielen....das habe ich wohl bei der Textproduktion beiseite gelassen...obwohl ich glaube, dass dies am Thema vorbei geführt hätte...wär also ein anderer Text, die Empathie als solches musste ich beiseite lassen um die Ungeduld herauszuschälen....
17.07.2012, 12:04 von chrisbowHallo? Huhu? Was habe ich denn oben geschrieben zu der Ich-Sache?
17.07.2012, 13:22 von Mrs.McHIst mir, nachdem ich meine Nachricht abgeschickt habe, auch aufgefallen, Notiz an mich, noch mal überprüfen, ob die Antwort zu der Frage passt ;)
17.07.2012, 13:30 von chrisbowhihi :)Du bist lustig und bringst mich zum Lachen :) Sex?
17.07.2012, 13:33 von Mrs.McH*lacht* Du bist ja leicht zu haben, weißt doch gar nicht wie ich aussehe? Ich könnte doch ein schmieriger, übergewichtiger Mittfünfziger in blaubrauner Rippschlüpfer sein, oder eine Frau, die versucht durch den Geschlechterrollentausch noch mehr Distanz zwischen sich und ihre Texte zu bringen? Aber gut, ich bin dabei...so oder so...
17.07.2012, 13:38 von chrisbowAber ICH bin doch schon ein schmieriger, übergewichtiger Mittfünfziger in blaubraunen Rippschlüpfer... Und wenn Du 'ne Frau bist... wunderbar! Zu mir oder zu Dir?
17.07.2012, 13:40 von Mrs.McHJetzt habe ich mir mein "Armseliges Würstchen" nochmal durchgelesen und
17.07.2012, 13:43 von Mrs.McHfinde ehrlich gesagt, dass es mir ganz gut gelungen ist, in der Ich-Form
zu schreiben und dennoch rüberzubringen, dass es persifliert ist. Ich hatte bis auf eine Reaktion des netten Rodox, der mich als Nutte bezeichnete..., auch keinen Bedarf, etwas von mir zu weisen oder zu erklären. Aber warum ausgerechnet das Armselige Würstchen? Irgendwie verfolgt mich dieser Arschficktext...
Ich weiß nicht, hatte ja erst einen anderen Text von dir gelesen und da wurde dann darauf verwiesen..mit dem Hinweis, dass du nach dem "Würstchen"-Text, solch einen anderen schreiben musstest...ich weiß ja nicht, vielleicht ist gerade das das Problem, für mich ist die Figur eine Karikatur - ich mein 20 Frauen an einem Abend? Das ist ja schon Fließbandarbeit. Aufstehen mitten im Gespräch? Das hat doch schon fast vom englischen Humor a la Monty Python. Also als ich den Text geschrieben habe, habe ich mehrfach lachen müssen...ich lach schon wieder, wenn ich ihn nur überfliege....
17.07.2012, 14:06 von chrisbowalles andere, die Sache mit dem Nackigmachen klären wir lieber in einem Separee, nicht, dass die anderen armseligen Kerle sich beim Lesen ihre Bratwurst verbrennen...
Vielleicht traut man es Dir einfach eher zu? Oder man unterstellt aus Bosheit, dass es autobiographisch ist? Ich habe hier schon ganz andere Sachen erlebt... Vielleicht ist auch einfach der letzte Absatz, der das vorherige wieder relativiert. Also der Text ist jetzt nicht "unlustig", ich musste auch schmunzeln. Aber lassen wir das, Du hattest und hast Spaß :)
17.07.2012, 14:14 von Mrs.McH...ein Kontingent, bitteschön. Kann es nicht leiden, wenn Leute Fremdwörter nur halb kennen und sie dann frei nach Schnauze pseudointellektuell in ihre Texte fließen lassen, damit sie abgehobener klingen.
16.07.2012, 02:52 von tiefverstecktSonst ist dein Text gut... geschrieben. Stimme dem letzten Satz übrigens voll und ganz zu, schön, dass du zu dieser logischen schlüssigen Erkenntnis gekommen bist. Streiche nur das
vielleicht, dann hast du's ganz.Dein Tag ONS klingt wie eine Krankheit. Statt One-Night-Stand (vielleicht) One-Night-Syndrom?
Diagnose: Vögelgrippe. Oder nicht so?
also "die Kontingenz" im Sinne der "Möglichkeit" wird meines Erachtens nach immer noch weiblich geschrieben und ist an der Stelle demnach richtig verwendet, ich meinte nicht "das Kontingent" ...ist nen Unterschied...
16.07.2012, 03:03 von chrisbow„Kontingent ist etwas, was weder notwendig ist noch unmöglich ist; was
also so, wie es ist (war, sein wird), sein kann, aber auch anders
möglich ist. Der Begriff bezeichnet mithin Gegebenes (zu Erfahrenes,
Erwartetes, Gedachtes, Phantasiertes) im Hinblick auf mögliches
Anderssein; er bezeichnet Gegenstände im Horizont möglicher
Abwandlungen.“(Luhmann - Soziale Systeme: S.152)
Dann entschuldige ich mich hiermit, wenn du wirklich die Kontingenz meintest. Finde das Wort im Text trotzdem deplatziert, weil es nicht zur sonst eher schlicht gehaltenen Sprache passt, meiner Meinung nach. Simple Sprache, simple Triebe - oder nicht so?
16.07.2012, 03:11 von tiefverstecktja, vielleicht...aber es passt zu einem "psychologisch" versierten Charakter, deshalb dachte ich, nehm ich es rein...außerdem, na ja, ist es immer ein Anlass für schlichte Leser mal ein neues Wort zu lernen ;)
16.07.2012, 03:15 von chrisbowInhaltlich gebe ich deinem Kommentar natürlich recht, für mich ist der Text ein einziger Witz...aber vielleicht nur für mich...
Das stimmt auch wiederum ;) Wenn du das so siehst, könntest du dann aber auch gleich konsequent einen Text mit lauter unmöglichen Fremdwörtern spicken - damit der schlichte Leser mal ein paar neue Wörter lernt. ;)
16.07.2012, 03:27 von tiefverstecktAch, ja, habe ich gerade gesehen, den Kommentarthread von dir und LillyIdol! Dann nehme ich mein Angepflaume zurück, bin sowieso gerade ein wenig grantig, tut mir Leid, wenn du das abbekommen hast.
Eher eine Karikatur als wirklich ernstzunehmend, sagst du, ja.. Darauf muss ich erstmal kommen. Von Karikaturen bin ich eigentlich eher maßloses Karikieren, Übertreiben gewohnt, deine Karikatur scheint so real... und dabei eben auch lächerlich. Vielleicht ist die Realität zu lächerlich für mich geworden, als dass ich den augenscheinlich irrealen Witz noch erkennen könnte - vor allem mit meinen schlechten Augen...
*lscht*
16.07.2012, 03:32 von chrisbowna ja, ganz ehrlich 20 Frauen am Abend, ich mein, da braucht man schon ein dickel Fell, die Zeit stoppen? Ich finde, dass all das nicht wirklich ernst zu nehmen ist, ein Hinweis steckt übrigens in den Tags, vor allem "Stifler" der ja auch nur eine Karikatur ist...aber eine Karikatur meint ja doch, dass der Kern der Sache manchmal gar nicht so fehl geht...und wenn ich abends weggehe, sehe ich häufig Typen, denen das Weiß aus den augen quillt..denen ist der Text gewidmet...
lscht=lacht
16.07.2012, 03:33 von chrisbowStimmt wohl, aber manche Autoren bedienen sich ja auch der Hyperbel, um - wie dein lyrisches Ich es vielleicht getan hätte - deutlich zu machen, was für "harte Hunde" sie sind, um es wie EliasRafael auszudrücken.
16.07.2012, 03:42 von tiefverstecktIst "hirnverbrannte Spielereien" auch ein Hinweis? Hatte mich nämlich erst über die widersprüchlichen Tags "Stifler" und "hirnverbrannte Spielereien" gewundert, letzteren aber als Minderwertigkeitskomplexselbstkritik abgetan und... na ja, Stifler kenne ich gar nicht. Was ist das denn?
Natürlich meint eine Karikatur, dass der Kern der Sache nicht so fehlgeht! Habe deinen Text trotzdem für autobiografisch gehalten, tut mir ja auch leid, dass ich dir solche Gedanken unterstellt habe.
@tiefversteckt
16.07.2012, 11:52 von LudwigMartinDu denkst eindeutig zu viel. ;-)
Für mich war der Text auf jeden Fall nicht biografisch, ob Karikatur oder nicht. Das liegt aber vielleicht auch daran, daß ich hier Dutzende ähnliche Texte schon gelesen hab, z.B. vom Gambit.
Was er aber ist, ist authentisch. Vor allem mit der Wendung am Ende.
Auch ein harter Hund bleibt ein Köter
16.07.2012, 01:24 von EliasRafael