des sentiments 30.11.-0001, 00:00 Uhr 153 29

Mein Spiel

Spiele ich mit dir, damit du nicht mit mir spielst?

Was war der Grund, daß ich bei dir wieder spielsüchtig wurde? Ich kann deine Arroganz nicht leiden. Ich finde dich nicht hässlich aber auch nicht besonders schön. Du entsprichst nicht meinem gängigem Männerbild. Ich hatte bis jetzt optisch immer sehr schöne Männer, man hätte sie wahrscheinlich alle in eine Reihe stellen können, von weitem betrachtet hätte man nicht viele Unterschiede erkannt. Du passtest nicht in diese Reihe. Du hattest von Anfang an ein viel zu übersteigertes Selbstbewußtsein, in meinen Augen.


Aber war es vielleicht das? Hat mich das gereizt, zu bleiben und mehr zu erfahren, über den Menschen der mir gegenüber sitzt, herauszufinden wo dieses „Überhebliche“ herkommt? Ist was dran, daß du behauptest du könntest jede haben? Oder reizte mich nur das Spiel, daß da begann zwischen uns? Ein bunter und reger Austausch von Blicken und Sätzen, die mich anspornten, dir deine Selbstverliebtheit auszutreiben. Du machst alle Frauen schwach? Nie im Leben, du Gockel, nicht jede, nicht alle, vor allem nicht mich! Mich knackst du nicht, denn ich such mir die Männer aus. Ich entscheide wen ich an mich ran lasse und wer keine Chance hat. Ich bin nicht eine von diesen Frauen, die bei der ersten Welle von Komplimenten und Schmeicheleien weich wie Butter wird und leichtgläubig sich auf etwas einlässt, welches doch nur zu dem „Einem“ führt, und hinterher doch nur zerbrochene Herzen Chaos und Schmerzen hinterlässt. Nein ich konnte widerstehen. Und ich begann dieses Spiel zu genießen, mir gefiel wie du mich ansahst, die Momente als unsere Blicke sich sekundenlang trafen und eigentlich die gleiche Sprache sprachen. Die Arroganz die aus deinen Worten blitzte, das „Du willst es doch eigentlich auch“ was unterschwellig mit klang. Ich bemerkte einen leichten Anflug von Unsicherheit in mir aufkeimen. Nein, so nicht mein Freund, nicht mit mir, ich bin niemanden ausgeliefert, niemals! Vielleicht waren es aber auch die Dinge die du mir erzähltest, die Aufrichtigkeit deiner Worte, die Geschichte deiner Vergangenheit, die Art wie du es ausdrücken konntest, die Gefühle die dich so leiden ließen in deinem Leben, die uns beide so sehr verbanden, dass ich mich dir zugehörig fühlte. Ich biss mir kurz auf meine Lippen, lehnte mich zurück, spielte mit einer Haarsträhne, und bemerkte deine Gier. Ich spürte eine angenehme Hitze von meinem Unterleib nach oben steigen, während du mich mit deinen Augen auszogst und mein Blick verriet dir, dass du mich anmachst. Du sprichst davon, wie gerne du mich jetzt küssen willst, und ich befeuchte meine Lippen mit einem Lächeln, dass dir sagen soll, ich will es auch, aber nicht hier und nicht jetzt, und nicht heute, ich will dass du mich noch ein wenig begehrst, dein Kopfkino noch ein wenig weiter laufen lässt, bis zu dem Moment, wo dein Verlangen nach einer ersten Berührung zwischen uns, dich fast um den Verstand bringt, und ich will dass du es mir zeigst, wie sehr du mich willst.


Ich stehe auf, schau dich an, gebe dir einen Kuss auf die Wange und sage dir, danke für diesen netten Abend, lass uns schreiben oder telefonieren die Tage und gehe. Als ich zu Hause bin, öffne ich meinen Laptop und schaue in mein Postfach.

Mit mir nicht. Ich bin anders als die, die du bekommen hast, ich beherrsche dieses Spiel zwischen Anziehung, und Ablehnung, Nähe und Abhängigkeit. Und doch wollte ich jemanden nie so sehr wie dich gerade ein paar Stunden zuvor. Grinsend und siegessicher öffne ich deine Nachricht. Spiel gewonnen.    

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153 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Letzter Satz: Also er hat das Spiel gewonnen? ;)

    31.12.2011, 01:31 von TilmannKleye
    • 0

      Nein sie hat.

      31.12.2011, 01:40 von des sentiments
    • 1

      Na, das will ich auch gehofft haben! (Der Schlingel!)

      31.12.2011, 01:48 von TilmannKleye
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  • 1

    guter text!! wie recht du doch hast! und welch welle diese spiele in uns auslösen können!

    13.11.2011, 17:59 von golightly27
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  • 2

    Diese Welt besteht nunmal aus Macht und dem Kampf zwischen unserem Verstand und unseren Gefühlen, aber im Endeffekt richtet sich jeder Kampf den wir führen auch gegen uns. Trotzdem: hier gibt es nichts zu verbessern. Ich verstehe nur zu gut, wie Verlangen und Leidenschaft einen stärker am Leben halten können, als eine dieser einschläfernden Vorzeige-Beziehungen.

    25.10.2011, 20:32 von MMEewigkeit
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  • 0

    Ich merke so beim Lesen: Ich bin nicht spielkompatibel.

    19.10.2011, 10:17 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      so was nennt man dann auch "Spielverderber"

      19.10.2011, 12:28 von des sentiments
    • 1

      In meinen Augen auch "Dramenvermeider".

      Oder in einer etwas längeren Version:
      "Mensch der Körperliche Nähe zu bestimmten anderen Menschen mag und denen das auch direkt Mitteilt."

      Alternativ:
      "Typ der gern die ganze Scheiße überspringt."

      19.10.2011, 12:35 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      zur misslungenen groß- und kleinschreibung, sowie misslungenen kommasetzung aus gegebenem anlass:
      ich kanns nicht

      19.10.2011, 12:36 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      "denen das auch direkt mitteilt" Wie muss ich mir das vorstellen?? Ficken Baby???

      19.10.2011, 12:53 von des sentiments
    • 0

      Mh nein. So mutig bin ich leider nicht. Aber wenn man sich etwas kennengelernt hat und Sympathie da ist, dann gebe ich in diesem Prozess zu verstehen das ich das Mädel toll finde. Das ist sieht immer unterschiedlich aus. Manchmal geht das auch ohne viel Worte durch Kuscheln und Massagen. Nähe halt.

      Punkt ist, wenn mir jemand "mixed signals" sendet, dann versuche ich das so direkt wie es geht aufzuklären. Meistens durch ein Geständnis wie es mir so geht, und wenn das bei ihr dann nicht so aussieht dann ist das auch okay und wenigstens geklärt.

      Wie du siehst kommt meine Welt auch nicht ganz ohne Rumgeeier aus. Aber ich versuche es eben zu vermeiden und nicht zu inszenieren.

      19.10.2011, 13:00 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Verdammt, das hast du ja alles super authentisch geschrieben... und im Grunde sollte das die übliche Vorgehensweise sein...und die erwachsenste, aber "Himmel Arsch und Zwirn" lasst, doch der Protagonistin "ihr Spiel" sie steht eben bei diesem einen selbstverliebten Mann drauf. Vielleicht ist es ein Schutzmechanismus, vielleicht ist sie zu offen und ehrlich gewesen in Ihrer Vergangenheit und hat wahnsinnige Angst vor Verletzungen und Ablehnungen. Oder vielleicht ist sie auch einfach nicht ganz sauber in der Birne, oder hat zuviele kindliche Anteile in sich. Wie auch immer... wie sie sehn sehn sie nix... ha ha! Falls du in Wirklichkeit Ole heißt, Daumen hoch für den Namen, so heißt mein Sohnemann nämlich auch.

      19.10.2011, 13:40 von des sentiments
    • 2

      An sich möchte ich dir, oder deiner Protagonistin, dieses Spiel gerne lassen. Whatever rocks your boat.

      In meinem Fall "betrifft" mich die Diskussion eigentlich nur deshalb, weil ich als Spielverderber schon ein paar mal auf Damen gestoßen bin, die das Spielen/Drama bevorzugt haben.

      Ein Beispiel:
      Ein Mädchen hatte das Gefühl ich gebe ihr nicht genügend Aufmerksamkeit in Quanität und Qualität. Ihre Art damit umzugehen ist mir letztendlich zu sagen, sie wolle mich nicht mehr sehen und auch nicht das ich anrufe oder irgendwie Kontakt aufnehme.
      Gewünschter Effekt war, dass ich dadurch in "Zugzwang" gerate und meine Hingabe unter Beweis stellen muss.
      Erreichter Effekt war, dass ich ihr gesagt habe dass ich das sehr bedauere, mich gerne wieder melden würde wenn sie es erlaubt, bis dahin aber ihren Wunsch natürlich absolut respektiere.

      Mir sind solche spiele unangenehm. Vielleicht auch weil ich schlecht darin bin sie zu spielen. Aber im wesentlichen weil sie eine Methode sind Gefühle verschlossen zu halten um Macht über den Partner zu erlangen. Es ist mehr ein Gegeneinander als Miteinander. Bei dem Spiel kann so ein Weichei wie ich nicht gewinnen, weil ich gerne mitteile wie es mir geht und wie ich mich fühle und vor allem gerne jemanden habe, dem ich mein innerstes auch anvertrauen kann, ohne Angst haben zu müssen dass es gegen mich verwendet wird.

      19.10.2011, 14:08 von WieSieSehnSehnSieNix
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  • 1

    Werd' erwachsen Mäuschen

    18.10.2011, 12:38 von Justaff
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  • 0

    Muss es am Ende immer um Gewinnen oder Verlieren gehen?

    16.10.2011, 02:21 von what_if
    • 0

      jaaaaaaa

      17.10.2011, 17:23 von des sentiments
    • 1

      ja! :D

      20.10.2011, 17:49 von Nemesiss
    • 0

      Was ist es, das ihr gewinnt?

      21.10.2011, 20:53 von what_if
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  • 0

    Hm, interessanter Text, musste mich nicht abmühen ihn durchzulesen aber ehrlich nicht mein Ding. Spiele spielen, mit Menschen... oha und dann noch denken man hätte etwas gewonnen mit dem was man getan hat. Ich hoffe ganz arg, dass das nur ein Fantasietext ist...

    15.10.2011, 20:52 von Finish.
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