quatzat 20.08.2009, 13:13 Uhr 10 5

Libido

Jeder macht Fehler

Ich sah ihn damals in der Mittagssonne unter grünen Laubbäumen auf der Wiese vor dem See liegen. Er lag auf dem Bauch und schlief, schien den Trubel im Strandbad um ihn herum nicht zu bemerken. Kinder schrien und rannten zwischen den Badetüchern und Strohmatten hin und her, auf denen sich die Erwachsenen aalten. Jung, dünn, faltig, fleckig, dick, haarig, alt, straff, glänzend, porig und schwitzend hoben und senkten sich ihre Leiber unter dem Diktat der Respiration. Ich ließ mich neben ihm nieder und betrachtete ihn. Ruhig hob und senkte sich sein makelloser, braun gebrannter Rücken. Er schien das Gewirr um ihn herum einzuatmen und befriedet wieder aus seinen Lungen zu entlassen. Liebevoll strich ich ihm durch das strohige Haar.

Ich sah mich um und suchte nach einem Anfang, einem guten Einstieg, drehte seinen Kopf in die Richtung, legte seinen Arm unauffällig über das Gesicht und öffnete vorsichtig seine Augen. Seinen Blick ließ ich nicht los, bewegte ihn vorsichtig über das Gras; lugte ihn in alle Richtungen und ließ ihn sich sicher fühlen. Um ihn dann ganz langsam von oben über den Fußrücken streichen zu lassen. Braune Zehen, die leicht abgespreizt die helle, unverbrannte Haut zwischen ihnen freigaben wie kleine Schwimmhäute. Die Härchen setzten sich weiß ab und sträubten sich alle in eine Richtung. Weiter zwang ich den Blick die braunen Beine entlang über Schienbeine und Knie. Ließ ihn die dunkle, dicke Haut über den Kniescheiben betrachten und das ganz feine Geäder kurz vor dem Ansatz des violetten Badeanzugs. Der Junge atmete angestrengt, während ich ihn betrachtete. Angespannt war er, unschuldig erregt. Es rang mir ein Lächeln ab und ich trieb seine Augen über den flachen Bauch des Mädchens zu den sich abzeichnenden Brüsten.

Der Junge zuckte und entzog sich meiner Kontrolle, schlüpfte schnell in die Embryonalstellung, während das Mädchen aufstand und verschwand. Ich war fürs erste zufrieden. In den folgenden Tagen lehrte ich den Jungen die richtige Beobachtungstechniken, entfachte seine Lust, auch wenn das ein wenig schwierig war, denn er schien innerlich aus feuchtem Moos zu bestehen. Ich trieb ihn hinter die Baracke der Frauentoiletten und ließ ihn durch Astlöcher reife Frauen auf dem Scheißhaus beobachten. Die Ameisen zerbissen seine Füße und die Angst vor dem Entdecktwerden zerfraß sein Herz, doch er tat, wie ich befahl und rieb sich zwischen den Beinen.

Ich hieß ihm, dem Mädchen zu folgen und er lief kilometerweit hinter ihr durch das Dorf, nur um herauszufinden, wo sie wohnte. Sah sein Zittern, als er sie das erste Mal nackt sehen konnte, auf dem Dach der Frauenumkleide liegend, mit der linken Hand eine Ziegel anhebend, mit der anderen sich am Giebel festhaltend. Nur ganz selten entwischte er mir und ich fand ihn am Strand auf dem kleinen Mauervorsprung sitzen. Die Füße in den Kieseln vergraben sah er sehnsüchtig über den See zu den Bergen. Seit diesem Sommer blieb ich bei ihm.

Sah ihn wachsen und gedeihen. Er gefiel mir gut und ich zwang ihn zur Masturbation. Nachts kam ich in sein Bett, nahm seine Hände und begann an ihm zu reiben. Ich pflanzte ihm Gedanken ein. Am Anfang reichte die einfache Vorstellung von Brüsten und unkontrollierte Bewegungen im Bereich seines Schwanzes und er ejakulierte vollkommen selbständig. Interessiert verfolgte ich sein Erleben der Trennung von Körper und Geist. Sein Erstaunen und seine Widerempfindung. Doch ich musste mit Besorgnis feststellen, dass er immer Wege suchte, sich mir zu entziehen. Ich konnte nicht feststellen, dass er Gefallen an meiner Lehre fand. Oft saß er vor dem Fenster und sah hinaus. In seinem Kopf konnte ich die Berge sehen. Er war unerreichbar. Zur Strafe ließ ich ihn später masturbieren, bis er blutend und sich ekelnd im Bett lag.

Zu unserem Glück mit den Frauen musste ich ihn zwingen. Bei seinem ersten Fick schob ich ihn mit beiden Armen auf sie. Er wehrte sich mit allen Kräften. Mit meinem Knie in seinem Rücken drückte ich ihn immer wieder zwischen ihre Beine. Er wollte nicht, weinte, ich schob und drückte, schlug ihn windelweich, bis er fickte und tat was ich von ihm wollte. Fickte die Frau, die sich unter ihm wand und keuchte, in seinem Kopf nichts als Berge. Wochen vergingen so, Kavaliersschmerzen zerrieben seine Nervenenden, bis ich auf die Idee kam, ihm während des Aktes den Hals zu zu drücken. Mit hochrotem Kopf und gebrochenen, herausgequollenen Augen kam er letztendlich und sank dann erschöpft zusammen.

Heute bin ich alt und schwach. Wir haben uns einen zu langen Kampf geleistet, der kleine Junge und ich. Mein Zuhause ist ein altes, staubiges Bett, das nur noch selten besucht wird und die Berge hängen eingerahmt darüber. Manchmal schreckt er hoch, wenn er einen kleinen Jungen durch den Flur laufen sieht. Dann blickt er zu mir herüber und es macht mich traurig, was ich in seinem Herzen lesen muss.

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10 Antworten

Kommentare

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  • 2

    Lohnt sich immer mal wieder nach den alten Texten zu schauen.

    24.11.2012, 22:06 von Tanea
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    Wow nicht schlecht. Gute Idee. Ich bin sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hab gedacht, er würde homosexuell. Normalerweise farg ich ja nicht, was ein Text sagen soll, aber hier würde es mich interessieren, ob das so weit geht.
    Danke.

    20.08.2009, 16:45 von Glaswelt2
    • 0

      @Glaswelt2 Ich denke, er wär lieber homosexuell, aber die Libido lies ihn nicht.

      Außerdem wär er gern Bergsteiger geworden.

      20.08.2009, 17:12 von Tanea
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  • 1

    na lecker...widerlich

    20.08.2009, 16:40 von marco_frohberger
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      @[Benutzer gelöscht] ..... aaaaaaaaand


      we're done with the icecream.....

      :(

      20.08.2009, 16:27 von frl_smilla
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  • 0

    Find die Idee interessant und die Umsetzung ungewöhnlich.

    20.08.2009, 14:21 von Tanea
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    passt.
    ich gebe dem bärchen vor mir recht, dass nach hinten etwas die luft rausgeht.

    dass es einen beim spannen zerreißt, kann ich mir vorstellen - aber beim bouncen eher nicht...

    20.08.2009, 14:03 von Kocmonabt
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