hortyculturist 28.02.2011, 00:04 Uhr 29 20

Ich, eine verheiratete Frau und das Paradies

Wir waren vor langer Zeit mal zusammen. Jetzt ist sie verheiratet. Und versucht, mit mir zu schlafen.

Sie steht an der Tür und verabschiedet sich. Meine Leisten gefallen ihr, dieses V, das von den Bauchmuskeln runter in die Hose führt. Sie streicht darüber, will, dass ich zum Abschied mein Hemd offen lasse. Ich tue ihr den Gefallen.

Nur wenige Minuten zuvor sind wir aufgestanden, schwer atmend, etwas verlegen. Dieser eigenwillige Geruch liegt in der Luft, Körpersäfte, Schweiss - der Duft nach Mensch. Erschöpft und so... lebendig, wie sich der Abspann von diesem unwirklichen Film nun mal anfühlt. Wir sassen nebeneinander auf dem Bett, haben uns angezogen, ich habe ihr den Slip gereicht, der zerknüllt irgendwo hinter dem Bett lag.

Sie ist verheiratet, aber nicht meine Frau. Sie ist Mutter, aber ich nicht der Vater. Sie will Sex und kriegt ihn nicht von ihrem Mann. Wir waren vor einigen Jahren mal zusammen, lang ists her, wir lachen über die Zeit, sahen uns selten seither. "Jetzt bin ich also dein Toyboy", sage ich auf dem Balkon, als sie sich an mich kuschelt und wir - ja, ganz klassisch, - die Zigarette danach geniessen. "Schön", sagt sie und lächelt.

Er habe einfach keine Lust. Nie. Sie habe es aufgegeben, ihn mit schöner Unterwäsche verführen zu wollen, oder sich einfach am Abend im Bett auf ihn zu stürzen, oder seine Hand in ihren Intimbereich zu legen, oder sich winselnd vor ihn auf den Boden zu werfen, oder nackt den Kopfstand zu machen, gleichzeitig eine Arie zu schmettern und mit den Füssen ein Kaninchen zu erlegen, sie hat alles versucht - er will nicht. Nie.

Mittlerweile leben sie nebeneinander her, ohne Sex, die kleine Tochter ist zum Mittelpunkt ihrer Ehe geworden. "Er ist ein toller Vater", sagt sie, als wir am Nachmittag zusammen einen Kaffee trinken, in stiller Übereinkunft, dass dies nur das notwendige Vorgeplänkel ist, bevor wir uns die Kleider vom Leibe reissen werden.

Jetzt habe sie sich entschieden, sich zu holen, was sie brauche. Ein schlechtes Gewissen? Nein, sie liebe ihn schliesslich. Ihre Beziehung würde nicht mehr funktionieren, wenn sie ihre Sexualität unterdrücken müsste. Das habe sie lange genug getan. Ihre daraus resultierenden schlechten Launen seien auch nicht gerade förderlich gewesen.

Sie ist ein Vulkan. Sie wird zu Lava, als ich sie küssend aufs Bett dränge und ihr Oberteil ausziehe und mit einer Hand in ihre Hose gehe. Sie presst ihren Unterleib gegen meinen. Dass ich die verbotene Frucht bin, der Apfel, den Eva eigentlich nicht kosten dürfte, tut ihr übriges. Eva verschlingt den Apfel. Sie will alles. Ich soll ihr geben, was sie sich so lange nicht mehr nehmen durfte. Doch ich mache schlapp, stehe meinen Mann nicht, unwiderruflich, als gehöre er nicht mehr zu meinem Körper. Sie blickt mich fragend von unten an. Ich murmle verlegene Ausflüchte. Dass mir das öfters passiere. Dass ich etwas nervös sei. In Wirklichkeit denke ich an etwas anderes. Von da an brauchen wir nur noch unsere Hände und Münder.

Sie wäscht sich danach, trinkt ein Schluck Wasser und steht schliesslich an der Tür. Meine Leisten gefallen ihr, dieses V, das von den Bauchmuskeln runter in die Hose führt. "Vielleicht wieder mal?", fragt sie. Ich erwidere ihre Frage mit einem Lächeln und küsse sie wortlos. Sie geht. Nach Hause, zu ihrem Mann, der zuhause mit ihrer Tochter auf sie wartet. Er weiss nicht, wo sie war. Vielleicht ahnt er es. Vielleicht fragt er sie.

Oder er fragt mich. Mich, seinen besten Kumpel.

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29 Antworten

Kommentare

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    krasses ende

    gefällt mir!

    28.03.2011, 17:06 von AliceInWonderland
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    Super, super, super!

    Das Ende ist echt so gelungen!
    Top!!

    25.03.2011, 10:37 von Tinelein
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    Schön geschrieben. Ehrlich, als wäre es wirklich so geschehen und es ist gut mal wieder einen Mann zu wort kommen zu hören.

    02.03.2011, 19:44 von Pro_Test
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    Gefällt mir sehr gut... und ja ein absolut unerwartetes Ende.

    02.03.2011, 19:15 von Kruemel06
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    Die Pointe am Schluss ist gelungen.

    Ansonsten: keine Frau ist es wert, den besten Kumpel zu verlieren

    02.03.2011, 17:38 von runner_ch
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    sehr sehr gut geschrieben....

    spring ab bevor es zu spät ist... solche geschichten fressen einen doch nur auf... jedes geschriebene wort konnt ich nachvollziehen...

    01.03.2011, 22:03 von wo_ist_mann_mit_gaul
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    Geht gar nicht! Und sowas will ein Freund sein? Meine Güte, genau deswegen sind wir doch Menschen, weil wir unsere Triebe kontrollieren können. Wobei sie auch keinen Deut besser ist und ihre lahmen Ausreden kann sie sich auch gleich vollends sparen!

    28.02.2011, 20:56 von aniuaniu
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    ähm. und was bitte soll mir diese geschichte nun sagen?

    28.02.2011, 20:17 von Gluecksaktivistin
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      @Gluecksaktivistin Vögeln mit schlechtem Gewissen und der Beruhigung desselben...

      Es gibt einen schönen Song von Erdmöbel: »Ich wünsche mir ein Lied... über garnichts.«

      01.03.2011, 08:33 von sailor
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