Hugo und der Sex mit dem Monsterkarnickel
Auf vielfachen Wunsch die explizite Veröffentlichung einer erschütternden Geschichte aus meiner lange vergangenen, seeligen Jugend.
Meine Schwester hatte mal ein Kaninchen. So ein schönes kuscheliges und niedliches. Sie hat es von ihrem Freund geschenkt bekommen und er hat sich auch noch den passenden Stecker dazu besorgt. Wenn sie dann zum Rummachen ins Zimmer gegangen sind, haben sie die Kaninchen mit genommen und während sie sich also ihre Finger irgendwo hin steckten, habe die Kaninchen ihnen gezeigt wie es richtig geht.
Keine Ahnung, was da die Absicht war, vielleicht wollten sie sich auch nur was abgucken. Damals gab es noch kein Internet und kein Youporn und keinen GinaWildAnschauungsunterricht.
Naja, ein paar Wochen später war der Freund dann passe und das blöde Karnickel musste draußen im Garten in so einem Häuschen hausen, weil es immerzu gekackt hat, gekackt, gebuddelt und gebissen. Das Vieh hat alles und jeden gebissen, ohne ersichtlichen Grund. Dann musste es also die Lektion lernen: Beißt du die Hand, die dich füttert, landest du im Winter draußen.
Jedenfalls hat es dann vier tote Junge geworfen, was zu einer starken psychischen Entgleisung sowohl bei meiner Schwester als auch bei dem blöden Karnickel führte. Das Karnickel wurde resultierend aus der nicht erfolgreichen Geburt und der psychischen Häme, die meine Schwester daraufhin befiel, mit eiskalt kalkulierter Vernachlässigung bestraft, fror im Winter im Verschlag, hungerte und schiss sich trotzdem bis zum Halse zu, wohl, weil das am Anfang wärmer war.
Im Frühling, als der Schnee von dem Häuschen geschmolzen war, trat das Kaninchen zurück in das Familienbewusstsein, vornehmlich durch den morbiden Gestank, der dem Verschlag entkroch, in dem es hauste. Meine Schwester, inzwischen in die Nervenheilanstalt eingeliefert, war also nicht mehr in der Lage, sich des inzwischen zu einem bösartigen und mit klabusterverbeertem und diarrhöverschmiertem Bürzel bewaffneten Monsterkaninchen mutierten kaum noch als Lebewesen einzustufenden Viechs anzunehmen, und so übernahm meine kleine, infantile Schwester diesen Part.
Sie befand, dass dem fiesen Karnickel ein Freund fehlte, ein Geselle, dem es seine Sorgen und Leiden mitteilen konnte und mit dem es evtl. ein kleine, glückliche Familienzelle in seiner Zelle gründen könnte. Also fragte sie in der Nachbarschaft herum und fand Hugo, den seidenfellenen, gräulichen Minikarnickel mit Schlappöhrchen. Leider waren seine Ohren nicht das einzige, was schlapp an ihm war und so erfüllte sich der gehegte Wunsch nach einer kleinen Hasenfamilie nicht. Dafür fand das Monsterkarnickel gefallen an ihrem neuen Männchen, jedenfalls sahen wir Kinder dem Monster oft zu, wie es Hugo von allen Seiten nahm und mit kräftigen Stößen durch das Gehege beförderte. Dabei spielte die Seite der Begattung weniger eine Rolle und folglich bekam es Hugo auch in Mund, Nase und Ohren besorgt. Geduldig ließ er alles über sich ergehen.
Aus Protest fing auch Hugo an, sich nicht mehr den Hintern zu putzen. Vielleicht dachte er, dass diese Maßnahme das Monsterkarnickel abtörnen würde. Aber nichts fruchtete und wir legten einen Ball in das Gehege, um Hugo zu entlasten, der inzwischen von Bissen und Kratzspuren übersät, nicht mehr so schön flauschig aussah wie am Anfang. Seine Schlappohren waren zerfetzt und seinem Fell fehlten einige Stellen, dafür starrte sein Bürzel von Kot und anderen, fremden Exkrementen.
Das Monsterkarnickel rammelte den ganzen Sommer durch und, weil wir es nicht früher bemerkten, auch zwei Tage lang den toten Hugo. Ich erinnere mich an eine Szene, Hugo war längst errammelt, da saßen meine Eltern beim Literatenzirkel im Wohnzimmer und diskutierten über den neuesten Coelho. Ich musste Getränke servieren und sie sprachen über die apollinische Liebe. Im Hintergrund rammelte das Monsterkaninchen den Ball, dass die Fetzen flogen. Gerade erließ sich Frau Krautzucker-Bongartz in einem Monolog über die Früchte der Liebe, als es einen Schlag tat und Teile des zerfetzten Monsterkarnickels an die Scheibe klatschten.
Was genau passiert war, ließ sich auch durch intensive Forensik unsererseits nicht herausfinden. Anscheinend hatte die Dauerberammlung des Balls die Außenhaut verdünnt und die starke Nachmittagssonne ließ den Druck in ihm weiter steigen. Jedenfalls war er geplatzt und hatte das Rammelmonster bei seiner einzigen Beschäftigung ins Jenseits befördert.
Irgendwie vermisse ich meine niedlichen, kuscheligen Kaninchen."Wichtige Links zu diesem Text"
Orschinool






Kommentare
hurra!
22.02.2012, 22:19 von FrauTinaZum Schmunzeln :) sehr trocken und schwarz gefällt mir
20.10.2011, 17:03 von NemesissUm es mit deinen Worten zu sagen:
17.06.2011, 19:23 von Volari"Belanglosigkeit ist wie Staub, sie sitzt unter, in und über allem."
Unteranderem auch in diesem "Text".
"errammelt" - wunderbares Wort
10.06.2011, 15:43 von ZioDa Du ja so freundlich warst Deinen Mismut über meine Halluzinogenenartikel auf meinem Profil zu äußern, habe ich den großen Fehler gemacht Dich ernst zu nehmen und im Gegensatz zu Dir einen Deiner Artikel zu lesen: Hugo. Nun ist es so, dass ich zufällig mit Kaninchen gearbeitet habe und etwas von Vergesellschaftung und psychischen Krankheiten bei Kaninchen verstehe. Jemanden wie Dir oder Deiner armen Schwester sollte man keine Kaninchen zur Haltung geben. Nachdem ich Deinen Text gelesen habe, vermute ich zu wissen, mit was für einem Menschen ich es zu tun habe. Ich bilde es mir zumindest ein. Und mein Fazit aus unserer kurzen Neonbekanntschaft ist, dass jede weitere Sekunde, die in der meinerseitigen Kenntnis verstreicht von Dir zu wissen, eine vergäudete Sekunde ist. Eigentlich sollte ich wie die Sprinter in Millisekunden, Millionstelsekunden und Milliardstelsekunden zählen. Auf nimmer wiedersehen!
14.05.2011, 21:32 von MarcinLupavor allem lustiger scheiss! daumen hoch
05.05.2011, 18:00 von slowmotionriot@slowmotionriot Super! Draußen tobt das Leben und drinnen redet man von Liebe...
08.05.2011, 19:38 von SheheraHahaha.. das erinnert mich an das Spiel "KillerKarnickel"
27.04.2011, 18:01 von nyx_nyxKennt das jemand? http://tinyurl.com/65f567u
Absoluter Suchtfaktor... ich liebe es! :)
bei coelho habe ich aufgehört zu lesen..
27.04.2011, 17:19 von Kocmonabt(hat der riesendepp jetzt auch deinen account übernommen?)
@Kocmonabt Warum hast du da denn aufgehört? Du warst doch fast durch.
27.04.2011, 20:48 von quatzatIst ja furchtbar!
27.04.2011, 17:04 von MatsumotoMein herzliches Beileid.
Ich lass dir mal ein Klöteneiswaffelsmiley da: <3.
27.04.2011, 16:58 von Bender018