quatzat 30.11.-0001, 00:00 Uhr 26 29

Hugo und der Sex mit dem Monsterkarnickel

Auf vielfachen Wunsch die explizite Veröffentlichung einer erschütternden Geschichte aus meiner lange vergangenen, seeligen Jugend.

Meine Schwester hatte mal ein Kaninchen. So ein schönes kuscheliges und niedliches. Sie hat es von ihrem Freund geschenkt bekommen und er hat sich auch noch den passenden Stecker dazu besorgt. Wenn sie dann zum Rummachen ins Zimmer gegangen sind, haben sie die Kaninchen mit genommen und während sie sich also ihre Finger irgendwo hin steckten, haben die Kaninchen ihnen gezeigt wie es richtig geht.

Keine Ahnung, was da die Absicht war, vielleicht wollten sie sich auch nur was abgucken. Damals gab es noch kein Internet und kein Youporn und keinen GinaWildAnschauungsunterricht.

Naja, ein paar Wochen später war der Freund dann passe und das blöde Karnickel musste draußen im Garten in so einem Häuschen hausen, weil es immerzu gekackt hat, gekackt, gebuddelt und gebissen. Das Vieh hat alles und jeden gebissen, ohne ersichtlichen Grund. Dann musste es also die Lektion lernen: Beißt du die Hand, die dich füttert, landest du im Winter draußen.

Jedenfalls hat es dann vier tote Junge geworfen, was zu einer starken psychischen Entgleisung sowohl bei meiner Schwester als auch bei dem blöden Karnickel führte. Das Karnickel wurde resultierend aus der nicht erfolgreichen Geburt und der psychischen Häme, die meine Schwester daraufhin befiel, mit eiskalt kalkulierter Vernachlässigung bestraft, fror im Winter im Verschlag, hungerte und schiss sich trotzdem bis zum Halse zu, wohl, weil das am Anfang wärmer war.

Im Frühling, als der Schnee von dem Häuschen geschmolzen war, trat das Kaninchen zurück in das Familienbewusstsein, vornehmlich durch den morbiden Gestank, der dem Verschlag entkroch, in dem es hauste. Meine Schwester, inzwischen in die Nervenheilanstalt eingeliefert, war also nicht mehr in der Lage, sich des inzwischen zu einem bösartigen und mit klabusterverbeertem und diarrhöverschmiertem Bürzel bewaffneten Monsterkaninchen mutierten kaum noch als Lebewesen einzustufenden Viechs anzunehmen, und so übernahm meine kleine, infantile Schwester diesen Part.

Sie befand, dass dem fiesen Karnickel ein Freund fehlte, ein Geselle, dem es seine Sorgen und Leiden mitteilen konnte und mit dem es evtl. ein kleine, glückliche Familienzelle in seiner Zelle gründen könnte. Also fragte sie in der Nachbarschaft herum und fand Hugo, den seidenfellenen, gräulichen Minikarnickel mit Schlappöhrchen. Leider waren seine Ohren nicht das einzige, was schlapp an ihm war und so erfüllte sich der gehegte Wunsch nach einer kleinen Hasenfamilie nicht. Dafür fand das Monsterkarnickel gefallen an ihrem neuen Männchen, jedenfalls sahen wir Kinder dem Monster oft zu, wie es Hugo von allen Seiten nahm und mit kräftigen Stößen durch das Gehege beförderte. Dabei spielte die Seite der Begattung weniger eine Rolle und folglich bekam es Hugo auch in Mund, Nase und Ohren besorgt. Geduldig ließ er alles über sich ergehen.

Aus Protest fing auch Hugo an, sich nicht mehr den Hintern zu putzen. Vielleicht dachte er, dass diese Maßnahme das Monsterkarnickel abtörnen würde. Aber nichts fruchtete und wir legten einen Ball in das Gehege, um Hugo zu entlasten, der inzwischen von Bissen und Kratzspuren übersät, nicht mehr so schön flauschig aussah wie am Anfang. Seine Schlappohren waren zerfetzt und seinem Fell fehlten einige Stellen, dafür starrte sein Bürzel von Kot und anderen, fremden Exkrementen.

Das Monsterkarnickel rammelte den ganzen Sommer durch und, weil wir es nicht früher bemerkten, auch zwei Tage lang den toten Hugo. Ich erinnere mich an eine Szene, Hugo war längst errammelt, da saßen meine Eltern beim Literatenzirkel im Wohnzimmer und diskutierten über den neuesten Coelho. Ich musste Getränke servieren und sie sprachen über die apollinische Liebe. Im Hintergrund rammelte das Monsterkaninchen den Ball, dass die Fetzen flogen. Gerade erließ sich Frau Krautzucker-Bongartz in einem Monolog über die Früchte der Liebe, als es einen Schlag tat und Teile des zerfetzten Monsterkarnickels an die Scheibe klatschten.

Was genau passiert war, ließ sich auch durch intensive Forensik unsererseits nicht herausfinden. Anscheinend hatte die Dauerberammlung des Balls die Außenhaut verdünnt und die starke Nachmittagssonne ließ den Druck in ihm weiter steigen. Jedenfalls war er geplatzt und hatte das Rammelmonster bei seiner einzigen Beschäftigung ins Jenseits befördert.

Irgendwie vermisse ich meine niedlichen, kuscheligen Kaninchen.

Vertonung

Orschinool


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26 Antworten

Kommentare

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      Miffy ist ein untotes Kaninchen?

      14.05.2013, 20:42 von quatzat
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      Folge Hintern?

      14.05.2013, 20:48 von quatzat
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      ^^  

      25.09.2012, 16:20 von quatzat
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    "klabusterverbeertem" Herzlich gelacht!

    25.09.2012, 15:14 von Jingeling89
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    Ich wollte gerade nochmal empfehlen, aber ich hab ja schon.

    So sind Kaninchen ...

    25.09.2012, 15:11 von B.tina
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    Ich musste Getränke servieren und sie sprachen über die apollinische Liebe. Im Hintergrund rammelte das Monsterkaninchen den Ball, dass die Fetzen flogen.

    Ich habe sehr laut gelacht.

    25.09.2012, 14:48 von Jungle_Julia
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    Nicht der Hugo, von dem ich sprach. Aber da ich eine Tochter habe, die ihr Zwegkanninchen abgöttisch liebte und ich über sieben Jahe den Scheiß entsorgen durfte, eine gelungene Geschichte. 

    26.07.2012, 17:51 von jetsam
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    hurra!

    22.02.2012, 22:19 von FrauTina
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    Zum Schmunzeln :) sehr trocken und schwarz gefällt mir

    20.10.2011, 17:03 von Nemesiss
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    Um es mit deinen Worten zu sagen:
    "Belanglosigkeit ist wie Staub, sie sitzt unter, in und über allem."
    Unteranderem auch in diesem "Text".

    17.06.2011, 19:23 von Volari
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