Rehmtier 31.10.2013, 15:52 Uhr 10 1

Henry und Catherine

Sie saß dort, in ihrem schicken Kleid und einem Hut, mit einem Buch und vor ihr einem Tee. Sie bestellte immer den roten Tee und tat zwei Stücke Zucke

Es war das dritte Mal schon, dass Henry sie hier in diesem Café sah.

Sie saß dort, in ihrem schicken Kleid und einem Hut, mit einem Buch und vor ihr einem Tee. Sie bestellte immer den roten Tee und tat zwei Stücke Zucker in ihn. 

Sie war sicher nicht aus Portsmounth, dann hätte er sie schon einmal gesehen und das hätte er nicht vergessen.

Ihre dunklen Locken fielen manchmal vor in ihr Sichtfeld, wenn sie konzentriert in ihr Buch schaute. Dann klemmte sie die verlorene Locke geschickt hinters Ohr und widmete sich wieder dem Buch. 

Henry stand auf und ging zu ihr an den Tisch rüber. "Darf ich mich setzten?" Sie lächelte ihn vertraut an. "Henry Mortimer MacAlistair." Er hielt seine Hand so, bereit ihre zu küssen. Sie reichte ihm ihre Hand "Oh, Sie sind Schotte? Man hätte es nicht gehört. Catherine. Schön, Sie kennenzulernen, Henry." Von nun an setzten sie sich öfter zusammen und unterhielten sich. Henry studierte Journalistik mit englischer Literatur an der Universität in Portsmounth. Catherine studierte nicht. Sie sagte ihm, sie lebe, sie habe keine Zeit dabei noch zu studieren. Sie kam wohl aus Nord Britannien. Ihr Akzent klang ein bisschen nach London, zu weich für ein britisches Dorf.

Henry fragte sie ziemlich bald, was sie denn von einem Abendessen halten würde. Cathrin war entzückt und willigte gleich ein. So trafen sie sich Abends in einem Restaurant und unter hielten sich über wahre und weniger wahre Geschichten, denn beide hatten viel zu erzählen.

Das Essen war vorzüglich und der Wein erst. Die zweite Flasche war leer, bevor das Dessert serviert wurde. Sie lachten viel und tranken auch noch eine dritte Flasche.

Die St. Peter´s Avenue, wo sie wohnte, war nicht weit entfernt und so brachte Henry sie Nachhause und sie bat ihn hinein. Cathrine machte ihnen einen Tee. Ihre Wohnung war detaliert und fürsorglich eingerichtet. Alles hatte seinen festen Platz und die Farben passten perfekt zueinander. Sie setzten sich auf ihr Sofa und redeten noch ein wenig, bis er sie küsste. Es war ein langer romantischer Kuss und er war zart und leise. Er zog seinen Polender aus, da sie mit den Hemdenknöpfen schon lang genug beschäftigt sein würde und er war mit der Corsage auch vor neue Herausforderungen gestellt worden. So wurde aus dem gegenseitigen ausziehen ein Wettlauf, wer als Erster den andern komplett entkleidet hat. Cathrine gewann und fesselte ihn zur Strafe mit den Schnüren ihrer Corsarge ans Bett und verliess kichernd den Raum. 

Henry ging davon aus, dass sie etwas holen würde, etwas wie eine Peitsche oder Sahne aber sie kam nicht zurück. Eine CD von Edith Piaf lief in Dauerschleife für den Rest seines Lebens. 

Die Vermieterin der Wohnung fand ihn 6 Wochen später, er wurde in den Southern Uplands, in dem Dorf in dem auch seine Familie lebte und begraben liegt, beigesetzt.

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10 Antworten

Kommentare

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    • 0

      ups


      es sollte heißen "denn beide hatten viel zu erzählen"

      03.11.2013, 11:27 von Rehmtier
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    erinnert mich an eine Story aus dem Buch Trieb von Jochen Rausch

    01.11.2013, 01:09 von SteveStitches
    • 0

      Lesenswert? Also der jochen 

      01.11.2013, 01:15 von Rehmtier
    • 0

      Hast du die Sachen vom Ferdinand (von Schirach) gelesen?

      01.11.2013, 01:17 von SteveStitches
    • 0

      Nein

      01.11.2013, 01:25 von Rehmtier
    • 0

      Thomas Harris?

      01.11.2013, 01:26 von SteveStitches
    • 0

      Nein Pardon 

      01.11.2013, 01:29 von Rehmtier
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      Sehr trockener sachlicher Stil, aber dafür umso intensiver - der Jochen führt hinein in die Innenansicht der Täter - keine Beurteilung, nur Beobachtung. Kein Falsch/Richtig - nur detailversessene Bildhauerei auf hohem Niveau

      01.11.2013, 01:35 von SteveStitches
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