keinkopfhase 30.11.-0001, 00:00 Uhr 31 6

Geistig Fickbehindert

Er packt mich, hebt mich hoch, wirft mich aufs Bett. Seine Küsse bringen mich um den Verstand.

„Ich schaue keine Pornos.“ Lüge ich, während ich mich an mein drittes Bier klammere. „Pornos sind doch was für Menschen, die total unbefriedigt sind.“ Er schaut mich mit gerunzelter Stirn an. Seine strahlend blauen Augen verengen sich. „Ach weißt du, ich schaue gerne den ein oder anderen Clip, das inspiriert mich, bringt mir neue Ideen. Bisher hat sich noch keine Frau darüber beschwert.“ Erzählt er mir mit seiner rauchigen Stimme. Etwas in mir krampft sich zusammen. Oh Gott, wo bin ich da nur rein geraten… Ich nehme einen großen Schluck. „Weißt du, dass sich niemand beschwert, könnte daran liegen, dass die wenigsten Frauen sich trauen, den Mann zu kritisieren.“ Sein Mund verzieht sich zu einem Lächeln. „Bist du da anders? Ich bin immer offen für Kritik.“ Meine Hände spielen nervös mit dem Etikett der Bierflasche. „Ach ja? Vielleicht solltest du das der nächsten Frau, mit der du schläfst, erzählen.“ Er beugt sich zu mir rüber, legt seine Hand auf meine Schulter. Sie ist groß und warm. „Würdest du mit mir schlafen und mich kritisieren? Ich würde sehr gerne von dir lernen.“ Flüstert er mir zu. Ich versinke in seinen Augen. Spüre seinen Atem im Gesicht. Er riecht nach Aftershave, Alkohol und Zigaretten und trotzdem extrem gut. Anziehend. Ich rette mich in lautes Lachen. „Ach komm, du bist betrunken. Lass uns tanzen gehen, ja?“  Versuche ich bewusst locker zu sagen. Er streicht mit seiner Hand durch sein wildes Haar. „Lieber würde ich mit dir noch ein wenig plaudern.“ Meint er. Trotzdem nehme ich seinen Arm und ziehe ihn auf die Tanzfläche. Er geht widerstandslos mit. Ich beginne mich zur Musik zu bewegen. Auf der Tanzfläche bin ich sicher. Nun kann er mich nicht mehr mit seinen blöden Fragen und Andeutungen aus dem Konzept bringen. Verdammt, er tanzt gut. Er fasst mich an den Hüften, beginnt, mich zu führen.  Ich kann nicht anders, muss meine Arme um seinen Hals legen. Diese Augen, ich…

Ich reisse ihm sein Hemd vom Körper, betrachte seine breite Brust und seinen kleinen  Bauch. Nicht perfekt. Aber…  Er packt mich, hebt mich hoch, wirft mich aufs Bett. Seine Küsse bringen mich um den Verstand. Zu langsam entkleidet er mich. Nackt liege ich vor ihm, atme schwer. Er betrachtet mich. „Du bist so wunderschön.“ Behauptet er.

Diesen Satz hat schon mal jemand zu mir gesagt. Ich verkrampfe mich. Kalter Schweiß bricht mir aus. Schreien, ich will schreien. Wo ist Mama? Mama? Eine Hand auf meinem Gesicht. „Still jetzt, wenn dich jemand hört, bring ich deine Mama um!“ Flüstert er, während er mir meinen Rock und meinen Schlüpfer  vom Leib reist. Er beginnt wie wild, meine Scheide zu reiben. „Du bist so schön, du bist so wunderschön!“ Stöhnt er. Als er in mich eindringt, bleibe ich still. Trotz der Schmerzen. Denn noch weniger könnt ich es ertragen, wenn meine Mutter tot wäre. Später wird er mich dazu zwingen, die Aufnahmen von unserem Geschlechtsakt an zu sehen. Damit ich erkenne, was er mir Gutes  tut… Doch so lange kann ich noch meine Augen schließen.  

Ich reiße sie auf. Er steht vor mir, schaut mich schockiert an. Mir wird bewusst, dass ich zusammen gekauert in der Ecke hocke. Dass ich es schon wieder getan habe. Diese scheiß Erinnerungen… Ich stehe auf, zieh mich an, suche meine Jacke, meine Tasche. Er hält mich nicht auf. Bevor ich aus der Tür raus gehe, fange ich seinen Blick auf. „Verzeihung, fast hätte ich deine Kritik vergessen. Du bist gut. Aber du solltest das Reden lassen.“  


Tags: Trigger, Missbrauch
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31 Antworten

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    Hart.

    04.01.2013, 03:39 von Plutarch
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      Wie wärs damit, nicht jedem schreiber das literarische Ich unterjubeln zu wollen?

      Und Psychatrie ist nicht die logische Konsequenz.

      19.12.2012, 11:56 von FrauKopf
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      Psychologe ist was anderes als ne Psychatrie und wenn du jedem Schreiber unterstellen willst, dass alles, was er schreibt ihn betrifft, muss ich an deinem Geisteszustand zweifeln.

      19.12.2012, 12:02 von FrauKopf
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      Ach herrje, ernsthaft?
      Jetzt kommste mir mit klischeeblödem Kleinschwanzgelaber?

      Passt schon, ich schreib von einem Drachenmädchen, dass degenerierte. virtuelle Persönlichkeiten fickt und frisst, dann muss ich das sein.

      mir ist durchaus bewusst, dass man ein Teil seiner Erfahrungen und Persönlichkeit in die Texte einbringt, dennoch ist nicht jeder beschriebene Protagonist mit dem Ich zu vergleichen.
      Bitte, danke.

      "Peripher tangiert"
      Mein kleiner Bruder freut sich auch immer dran, dass er mal nen paar tolle Worte gelernt hat.

      19.12.2012, 12:10 von FrauKopf
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      UND: ein Psychologe und eine Einweisung in eine Psychatrie...ich bitte dich, das sind Welten.

      19.12.2012, 12:11 von FrauKopf
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      @ Lichtspiel: Muss ich jetzt Angst haben, dass ich ne Anklage wegen Mordes bekomme? Schließlich verschicke ich goldene Leichen in der Gegend rum.
      Ich freu mich über jede Kritik, positiv sowie negativ. Aber mit deiner Meinung kann ich nichts anfangen. Wenn du meinen Text Scheiße findest, ist das in Ordnung.  Dein Ratschlag mit der Psychatrie und deine Bitte, andern mit meinen Macken nicht den Sex zu versauen ist aber einfach nur bescheuert.

      19.12.2012, 22:57 von keinkopfhase
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    Hart.

    18.12.2012, 19:24 von marco_frohberger
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    der Titel ist etwas makaber, aber passend. wahnsinnig gut geschrieben!

    16.12.2012, 23:09 von _goldwert
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    Der Titel ist echt grottig.

    15.12.2012, 13:00 von cosmokatze
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    Buha. Ich dacht mir so "yay, langweiliges fast-fick-Geschichtchen weil der Typ keinen hochkriegt, oder die Ursel an ihre Verflossenen denkt"


    Und denn sowas!


    Naja, der Titel is halt klassisch NEON-Publikumsmagnet. Die Thematik an sich finde ich grauenvoll (weil ich einfach nicht verstehen kann, warum es sexuellen Missbrauch gibt). Über die Umsetzung lässt sich kabbeln - Ich mag sie wegen des Schockmoments.

    14.12.2012, 09:06 von Jingeling89
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      Ich les allein wegen des Titels schon zum dritten Mal

      14.12.2012, 09:43 von EliasRafael
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