Ficken!!!
Tja, man kommt nie, wenn man zu viel nachdenkt...
Ich stehe in ihrer Einraumwohnung, da sie mir bisher noch keinen Platz zum Sitzen angeboten hat. Meine Augen schweifen umher. Auf dem einzigen Stuhl liegt etwas Blutiges. Ein zweiter Blick verrät mir, dass es wohl nur ein benutzter Tampon ist. Die Bude ist klein und unaufgeräumt, wie man es kennt von dieser speziellen Sorte nicht mehr ganz junger, unglücklicher Szeneschlampe, die man spätabends in einer Bar aufgabelt, vor Beginn der Sperrstunde. Meistens wohnen sie glücklicherweise allein, und man muss sie nicht mit zu sich nehmen. Was sowieso nicht unproblematisch wäre. Trotz ihres stark alkoholisierten Zustands blickt sie kurz misstrauisch rüber, als könne sie meine Gedanken lesen. Ich halte die Luft an. Es riecht hier nach Abenteuer. Und mehr.
Der Kühlschrank steht in ihrer Küchenecke. Das finde ich normal. Es ist praktisch, die meisten Menschen haben ihn wohl dort aufgestellt. An der Tür kleben Fotos von Männern, mit Totenköpfen und Hakenkreuzen beschmiert. Also haben ihr schon einige Kerle das Herz gebrochen, und sie wird sich aus Trotz gegen die Welt gleich billig hergeben. Sex ist immer noch die beste Therapie gegen Liebeskummer. Ich schaue noch mal auf den Tampon. Er scheint bereits ein paar Tage alt zu sein. Es wäre mir unangenehm, wenn sie noch blutet. Meine in die unteren Tiefen der Körperhygiene abschweifenden Gedanken passen nicht wirklich zu dem, was ich in den nächsten zehn Minuten erwarte. Ich will es eigentlich schmutzig, so dreckig, wie ihr Bettlaken wahrscheinlich ist. Jemand hatte mir einmal erklärt, dass solche Frauen dir zeigen wollen, dass du als Mann nicht mal wert bist, das Bett frisch zu beziehen. So käme man auch schneller ins Gespräch. Dirty Talk.
Ich brauche Alkohol, viel Alkohol, sonst zittern meine Hände. Und ich hatte ihn. Ich befand mich schließlich schon viele Stunden lang in dieser Bar, als sie mich am Kicker angesprochen hat. Schöne Hände hätte ich. Und bestimmt einen knallharten Strafstoß. Ihr Lächeln war müde. So wie ich. Darum verzichte ich darauf, im versifften Kühlschrank nachzuschauen, ob noch Bier da ist. Es wäre wohl ohnehin Alt. Unverbraucht ist hier gar nichts. Mit einer knappen Handbewegung verziehe ich mich auf die Toilette. Ein schwaches Licht flackert über dem abgehängten Spiegelschrank. Im Halbdunkel kann ich nur vage Umrisse erkennen. Es stinkt immer noch nach Abenteuer. Sagrotan gegen die Silberfische. Ich präpariere eine Line Speed auf dem schmierigen Klodeckel, der danach etwas weißer glänzt. Mein Herz beginnt zu rasen. Die Wirkung des Amphetamins setzt erstaunlich schnell ein. Dafür braucht man weder zu mähen noch zu säen.
Als ich wiederkomme, sitzt sie bereits ohne Bluse auf dem Bett. Sie schaut mir intensiv in die Augen, ich etwas tiefer. Mir werden die Knie weich und mein Herz schlägt noch härter. Ihre Brüste sehen echt gut aus, ein Wonderbra. Sie wird ihn hoffentlich anbehalten, er ist das einzig Wunderbare an diesem Abend. Sie flüstert mir etwas zu. Mein Herz pocht inzwischen so laut, dass ich nicht verstehen kann, ob es sinnvolle Sätze sind. Es ist auch egal. Ihre Stimme hört sich verführerisch an, oder sind es die Lippen, die sich bei jedem O und U zu einem Blasmund formen. Ich greife mir zum ersten Mal in den Schritt, bevor ich den zweiten mache. Eine leichte Feuchte ist zu spüren. Vor lauter Erregung habe ich mich etwas eingenässt. Ich halte es kaum noch aus und kehre nochmals zurück ins WC, um die Blase zu leeren. Ich will endlich Sex! Allein das Wort Blase bringt mich um den Verstand.
Wieder auf ihrem Bett bricht sie die angespannte Atmosphäre. Sie packt mich und küsst mich. Aber es ist nicht nur Küssen. Sie knutscht anders, als ich es gewohnt bin. Es fühlt sich an, als wolle sie mir jeglichen Restanstand, den ich noch besitze, aus dem Gesicht lecken. Wie eine räudige Hündin. Einer von diesen Pudeln, deren Dreistigkeit so stark ausgeprägt ist, wie die Verzweiflung im Gesicht ihrer meist schon betagten Frauchen. Wir haben nur noch Augen für uns beide. Wir schauen uns beim Küssen an, ihre Zunge schlabbert über meine Nasenspitze. Ich find's geil. Oh Gott. Ich will dieser Bitch zwischen die Lippen gleiten. Ich will sie spüren, will sie besitzen!
Sie zieht mich noch näher an sich ran. Ich verspüre eine Hitze. Mir ist alles egal, auch die seltsamen Flecken auf dem Bettlaken. Ich fühle mich trotzdem toll, begehrenswert und verdammt sexy. Lege den verführerischsten Blick auf, den ich habe. Leider hat sie die Augen inzwischen geschlossen. Ich sage nichts. Aber wir brauchen nicht mehr zu reden, wissen beide, was wir wollen. Sie dreht mich auf einmal ruckartig um, schmeißt mich auf's Bett und steht auf. Dann zieht sie mir die Hose runter. Ich merke, wie ich mich zurückhalten muss, um mich nicht direkt zu entleeren. Das törnt mich noch mehr an. Auch mein Slip macht den Abflug, er landet auf dem Garderobenständer. Dort hängen bereits einige andere. Furchtbar erregt schaue ich ihr zu, wie sie sich jetzt obenrum ganz frei macht. Ihre unförmigen Hängebrüste kommen zum Vorschein. Ich schließe meine Augen und träume von Eva Herzigová, was erst mal funktioniert. Sie fängt an, mich mit dem Mund zu verwöhnen. Erst sachte und dann immer schneller. Blasenrasen.
Ich halte es nicht mehr aus! Ich bin so geil wie noch nie in meinem Leben. Der Geruch von Eros und Thanatos scheint unter mir emporzusteigen. Ich will in ihrem Mund kommen, meinen Samen mit ihrer Spucke vereinigen, doch leider öffne ich meine Augen. Der Fleck, den ich direkt neben mir erkenne, ist eingetrocknetes Blut. Aber vielleicht gar nicht ihres. Und sie ist nicht Eva. Sie wird es niemals sein, denke ich. Auch nicht Adriana. Die Hautlappen an ihrem Oberkörper sehen auf einmal aus wie schlecht gestochene Tattoos. Meine halbsteife, vom Pep ohnehin gehemmte Erektion verabschiedet sich ganz. Ich will nicht schlecht stechen, oder abgestochen werden. Nein, niemals. Ich stoße sie weg zur Strafe. Einmeter. Springe hoch. Zum Garderobenständer, wo ich mir irgendeinen der Slips greife und überstreife. Obwohl er stinkt. Ich will nur schnell raus.
Ich fühle
mich nicht sicher bei ihr.
Sie liegt mit enttäuschtem Blick auf dem Bett und fragt mich, was los sei. Ich
sage ihr, dass ihre Vergangenheit zu viele dunkle Flecken besäße. Und dass ich
sowas nicht könne.
Ich ziehe meine
Hose an.
Beseitige alle Spuren der wilden Nacht.
Wir verabreden uns kein weiteres Mal und ich gehe nach Hause.
Zu meiner Mama.
Tags: Dunkle Flecken, Wonderbra





Kommentare
Ich stelle fest, ich muss mehr "Sex"-Artikel lesen.
03.04.2012, 21:56 von Mrs.McHhm. ich bin mir nicht sicher. aber irgendwie. frauenfeindlich, irgendwo- irgendwie auch ziemlich trocken- nicht schlecht aber irgendwie auch nicht echt...
14.02.2012, 01:50 von Blumenbeet;)
Soweit ich mich entsinnen kann, handelt es sich bei diesem Text um eine Parodie auf einen ziemlich bekloppten Text zum gleichen Thema. die Userin hat den "Original"-Text mittlerweile gelöscht. Ich denke, ihr wurden die Kommentare zu viel und zu hämisch.
14.02.2012, 09:09 von Sterling4everDarum KANN dieser Text überhaupt nicht echt/frauenfreundlich usw. rüberkommen. Eine Parodie lebt von der Überspitzung. Aber ich muss auch sagen, das Original klang ja schon nach Parodie ;)
Worum ging es im Originaltext nochmal genau? Ich weiß nicht mehr, welcher das war...
14.02.2012, 11:15 von NeverGrowUpAch das Original schrieb so eine Tussi, die mit einem Typen nach Hause ist, der tätowiert war, sie dann geleckt, und noch genommen hat. Irgendwie kam sie sich vor wie eine räudige Hündin, das weiß ich noch, und am Ende ging sie heim zum Freund. Der klang zwar bereits nach Parodie, war aber wohl echter als der Text hier. Fremdschäm galore. Warum löschen die nur immer so schnell.
14.02.2012, 11:40 von EliasRafaelMama wird dich verstehen.
14.02.2012, 01:12 von AmiraHmmm, bei dem Thema hätte ich mehr metaphorischen Dreck in der Schreibe erwartet, so nehme ich dem Autor das Thema leider nicht ab. Viel zu sauber. Viel zu sehr von außen geschrieben, das lässt mich als Leser auch außen vor, zieht mich nicht rein. Ich empfinde weder Ekel noch Scham noch Geilheit beim Lesen - wenigstens eines der drei hätte ich mit aber bei dem Thema gewünscht.
13.02.2012, 12:41 von SasaliDas was du dir wünschst alles gibt's bereits im Karneval genug. Aber viel zu sauber mag stimmen...
13.02.2012, 13:11 von EliasRafaelBetätige mich nie am Karneval - ist nicht meine Art von Humor oder Vergnügen, auch nicht als "Schaulustiger" - darum weiß ich jetzt nicht genau, was du meinst.
13.02.2012, 13:13 von SasaliVielleicht sollte das alles vermieden werden, ob nun bewusst oder unbewusst, grad weil die Karnevalsmaschine derzeit auf Hochtouren läuft. Regional unterschiedlich ausgeprägt. Im Text ist ja auch von Altbier die Rede.
13.02.2012, 13:26 von EliasRafaelToller Text! Ein bisschen fies fand ich die Sache mit dem benutzten Tampon. Ich sollte mir echt angewöhnen meine Cornflakes nicht zeitgleich mit neuen Neontexten zu konsumieren, mir wurde ja schon leicht schlecht.
13.02.2012, 08:24 von zuckrAber schöner text, fies, ehrlich, versaut.
Danke!
ich habe mich köstlich amüsiert!
12.02.2012, 23:01 von Gluecksaktivistindas beste ist die sache mit diesen zig slips auf dem garderobenständer- herrlich
ich habe echt tränen gelacht. wahrscheinlich habe ich ein zu bildhafte fantasie. aber dieses ganze szenario und die sache mit der blase und überhaupt. das ist ein trash movie!
12.02.2012, 23:12 von Gluecksaktivistinhuch, vezeihung an die rechtschreib-polizei, nein ich bin keine legasthenikerin, ich sehe, dass da ein *e* fehlt!
12.02.2012, 23:13 von GluecksaktivistinHaha. Die Zolipei, äh die Polizei sah das fehlende *e* gar nicht. Aber Trash Movie trifft's. Hatte die ganze Zeit die Mundwinkel oben :)
12.02.2012, 23:17 von Jackie_Greyich sag doch! :D
12.02.2012, 23:21 von GluecksaktivistinIch fühle
mich nicht sicher bei ihr.
hahaha
hahaha
12.02.2012, 23:30 von Gluecksaktivistinjacky hör auf!
mein nachbar denkt ich spinne!
:-)) Nein - das soll er aber nicht. Ich höre sofort auf und werde auch bald die Augen schließen, sobald ich in meinem Körbchen liege.
Good Night - sleep well in your Bettgestell.
12.02.2012, 23:33 von Jackie_Greycu later alligator :)
12.02.2012, 23:34 von GluecksaktivistinNa, dann trümt mal süß, ihr beiden Grazien :D
12.02.2012, 23:58 von Who-am-IOh weh, die Rechtschreibung lässt nach. träumt.
13.02.2012, 00:01 von Who-am-Irocky horror picture show ;)
13.02.2012, 00:03 von GluecksaktivistinHervorragendes Entertainment, Who-am-I. Thanks a lot!!
13.02.2012, 00:03 von Jackie_Grey"Mein Herz beginnt zu rasen. Die Wirkung des Amphetamins setzt erstaunlich schnell ein. Dafür braucht man weder zu mähen noch zu säen."
Musst du sogar :D
12.02.2012, 23:59 von Who-am-IIch find's amüsant :D
13.02.2012, 13:00 von NeverGrowUpAllein das Wort Blase bringt mich um den
12.02.2012, 17:32 von Jackie_GreyVerstand.
Geht mir auch so, allerdings aus anderen Gründen: Zystitis ;)
Blasenschwäche ist ne üble Sache. Da geht der Verstand schon mal blasen äh flöten.
12.02.2012, 19:40 von Who-am-Ihttp://www.neon.de/artikel/fuehlen/sex/ficken/838619
Nette Parodie und genauso schlecht wie die anderen Nullnummern.
12.02.2012, 16:25 von FrauKopfPasst der 08-15 "Bitch" gut in den Kram, denke ich.
Stark und ehrlich!