Feste
Wenn Du nach Weihnachten kommst.
Als Du klingelst, stehe ich unter der Dusche. Da ich Dich auf keinen Fall verpassen möchte, drehe ich das prasselnde Wasser ab, wickle mir hastig ein Badehandtuch um und öffne die Tür. Du überreichst mir ein Weihnachtspäckchen. Drei Tage nach Heiligabend ... Etwas spät, wie ich finde, aber das bin ich gewohnt von Dir und so nehme ich es an, gucke verschmitzt hoch, registriere, dass wir unterm Mistelzweig stehen, was mich veranlasst, erst meine Hemmungen und dann das Badehandtuch fallen zu lassen. Ich werfe das Geschenk scheppernd zur Seite, ziehe Dich an mich ran und in die Wohnung rein – damit die olle Frau Winter von gegenüber nichts zu tratschen hat – während ich beginne, Dich forsch zu küssen.
Du wirkst überrascht, sträubst Dich, dabei kennen wir uns doch schon so lange ... Ach, Du willst Spielchen? Kannst Du haben. Ich öffne Deine Jacke, Du versuchst, mich daran zu hindern, beteuerst, dass ich reizend sei, Du aber keine Zeit hast, was mein Verlangen nur steigert. Schließlich beschließe ich, dass Du Deine Jacke anlassen kannst und öffne Deine Hose. Du willst es doch auch. Ich hole Deinen Schwanz raus und fange an, ihn zu wichsen. Du atmest schwer, fragst, was ich da mache. Ich antworte: „Ich mache ihn hart, Mann.“ Du verdrehst die Augen, ich mache weiter.
Als Dein Penis endlich halbwegs erigiert ist, hocke ich mich vor Dich und fange an, Dir einen zu blasen. Als ich Deinen Ständer gerade besonders tief in meinem Rachen spüre, taumelst Du, willst Dich passenderweise am Garderobenständer festhalten. Leider misslingt Dir der Ausfallschritt nach hinten, da Deine Hose runtergerutscht ist und sich auf Wadenhöhe befindet. Du kippst mit dem Garderobenständer um. Ich schwanke ebenfalls, mein Mund ist leer, ich würge kurz und bin ein bisschen erleichtert, weil ich ziemlichen Brechreiz hatte.
Ich schwinge mich auf Dich und reite Dich ins Wohnzimmer. Du hast keine Chance Dich zu wehren, denn ich überwiege Dich mit mindestens 50 kg. Du rutscht auf dem Persianermantel meiner kürzlich verstorbenen Oma übers Parkett. Kurz vor dem Weihnachtsbaum halten wir an. Geschickt drehe ich mich auf Dir und reite rittlings weiter. Mir wird schmerzlich bewusst, dass wir keine gemeinsame Zukunft haben, aber darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Du versuchst, Dich zu befreien, willst mich hochheben, faselst was vom „Wagen steht im Halteverbot“. Ich presse mich an Dich, schiebe Dich weiter in Richtung Tanne. Keine Nordmann ... Eine pieksige Fichte. Ich knie auf allen Vieren vor Dir, mein voluminöser Hintern versperrt Dir den Weg, was Dich zwingt mich hart von hinten zu nageln um langsam dem Nadelbaum zu entkommen. Meine fleischigen Knie quietschen über den Fußboden, brennen, werden wund. Als wir die Bannmeile des Baums überwunden haben, entziehst Du Dich mir und spritzt beim Aufstehen unkoordiniert ins Bücherregal, zum Beispiel auf den Brockhaus. Hat’s Dir also doch gefallen.
Etwas außer Puste fragst Du mich nach meinem Namen, ich hauche: „Nadine Hartmann ...“ Du hältst mir Dein Ding vor die Nase und bittest mich, zu unterschreiben. Ich erfülle Dir den Wunsch und dann stolperst Du von dannen.
Tags: Brechreiz, Persianermantel





Kommentare
Ob der nochmal wieder kommt. ;)
28.03.2012, 21:56 von Danny0511Schicht ist Schicht ...
28.03.2012, 21:56 von B.tinawar der postbote verheiratet ;) ?
22.01.2012, 19:38 von wir_sommer_wieseDu Moralapostel :D
achso. ;)
22.01.2012, 19:51 von wir_sommer_wiesemacht nix.
er schien ja auch NICHT WIRKLICh etwas dagegen zu haben.
Naja, das spräche für verheiratet sein.
22.01.2012, 19:52 von B.tinaseitensprünge (können) beleben die ehe ;)
22.01.2012, 19:54 von wir_sommer_wieseVor allem so spontane.
22.01.2012, 19:56 von B.tina:D und wahrscheinlich ist es noch nicht mal jemand aufgefallen.
22.01.2012, 19:59 von wir_sommer_wieseoh mann, wie genial.
Da ist man mal ne längere Weile nicht hier und schon laufen in deiner Bude die wildesten Sachen :-)
13.01.2012, 19:10 von SonglineIch bin nicht Nadine Hartmann.
17.01.2012, 16:10 von B.tinaDann bin ich ja beruhigt ;-)
21.01.2012, 21:02 von SonglineIch habs voraus gesehen. Trotzdem ziemlich gut. Lustig einfach. Lustig geschrieben :)
05.01.2012, 11:53 von Lila_MonkeyOh...damit hätte ich jetzt gar nicht gerechnet.
05.01.2012, 11:35 von DanerDas näxte Mal schick ich mainen Kollechen!
04.01.2012, 11:23 von quatzatGute Sache! ^^
04.01.2012, 10:40 von Chiral.. postbotenträume?!
01.01.2012, 14:07 von ilofiTräume sind Schäume. Neeee, war nur so ne Idee. Ich möchte das nicht wirklich.
01.01.2012, 14:28 von B.tina.. puh, da bin ich aber froh ;))
01.01.2012, 14:30 von ilofiKeine Sorge.
01.01.2012, 14:31 von B.tinaIch kenne gute Texte von b.tina.
31.12.2011, 16:03 von TilmannKleyeAber das hier ist doch sinnloser, als die Textanteile in Pornoheften, die ich nur vom Hörensagen kenne, versteht sich.
Du kennt Texte von mir?
31.12.2011, 16:06 von B.tinaNun, ich habe sie nicht auswendig gelernt - aber ich habe wohl ein paar gelesen - und sie waren klug, lustig und gut formuliert.
31.12.2011, 16:08 von TilmannKleyeDanke. Ich kann die auch nicht auswendig ... Und: ich habe noch nie einen Porno gesehen, geschweige denn gelesen. Kann man die überhaupt lesen? Er so: stöhn. Sie so: jaaah.
Die Niet-Hosen von Postbeamten begehren.
31.12.2011, 16:24 von TilmannKleyeIch bin doch gar nicht Nadine Hartmann ...
Das hieße der Sinnlosigkeit Sinn verleihen. Das haben auch schon Nietzsche und Sartre versucht, wenn ich mich nicht irre.
31.12.2011, 16:51 von TilmannKleyeDass Du literarisch textest, ist mir klar. Auch wenn auf neon mehr Autobiographen und Schulessayisten verkehren - und natürlich gibt es noch das lesenswerte Drittel.
Und ja, es ist ärgerlich, etwas tagelang auszuarbeiten und dann gefällt es noch nicht mal jedem!!!
Was hätte denn da Helge Schneider im Jahre 1994 machen sollen? Aber positive Kritik habe ich - wie jeder Mensch - persönlich auch lieber.
Ach, der Text ging ganz flott. Halbe Stunde und der war online.
Guten Rutsch Dir
31.12.2011, 16:56 von TilmannKleyeBrüller!
31.12.2011, 14:03 von Malsehen