KleinesHasenkind 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 1

Eine Nummer unter Bonzen

Das rote Cocktailkleid, die schwarzen Pumps, den kaltgestellten Champagner.

Der letzte Samstag im Monat gehört der Wohltätigkeitsorganisation, in der meine ganze Familie seit mehreren Jahrzehnten Mitglied ist.

Heute ist der letzte Samstag des Monats. Das Abendprogramm besteht aus dem dezenten Make-up der bestellten Visagistin und französischem Champagner.
Das Taxi hupt um kurz vor 19 Uhr.

In dem Saal, in dem sich Ärzte, Anwälte, Architekten, Ingenieure, Bänker, Firmeninhaber und Erben zusammenfinden, berieselt eine Jazzband die Bonzen.

Küsschen links,Küsschen rechts.
Lob für den geliehenen Schmuck der Damen,
Anerkennung für den geschäftlichen Erfolg der Herren.

Das vierte Champagnerglas, das nächste Lachshäppchen.

Die Glastüren werden aufgeschwungen. Sie tritt ein: lange braune Beine, weißes Kleid, strahlende Augen.
Gänsehaut zieht sich über meinen gesamten Körper. Keine Chance zu entkommen.

Küsschen links, Küsschen rechts.
Ihre Hand auf meinem Hintern.
Herzstillstand.
Lob für mein Kleid.
Verschwörerisch zwinkert sie mir zu.
Geht zum Buffet, Champagner auf Ex.

Ich brauche frische Luft, trete auf dieTerrasse. Dieses Mal überkommt mich die Gänsehaut, weil ich friere.

Jemand tretet hinter mich. Wieder die Hand auf dem Hintern.
Ihre Stimme. Ich kann in ihrer Stimme ihr Schmunzeln hören.
"Na?"
Mich überkommt eine Spur von Wut.
Sie spielt mit mir, verdammt!
Mein Kloß im Hals verhindert jegliche Antwort, aber was soll ich schon auf so eine Frage antworten?!

Ich kann ihr Schmunzeln hören, auch wenn sie hinter mir steht. Nervosität.
"In 15 Minuten. Zweites Stockwerk, Nummer 204."

Ihre Absätze tribbeln auf Stein und verstummen auf dem Parkett.

Sie will es wieder tun!
Freude oder Wut?
Egal.

Das weiße Rauschen in meinen Ohren, als ich die Treppe nach oben gehe.
Ich kann mein Herz in der Brust schlagen hören.

Zimmer 204.
Durchatmen, Kopf ausschalten, Klopfen.
Ein Azügliches "Ja", ertönt.
Noch besteht die Chance abzuhauen.
Nein!
Sie will Sex, ich will Sex.

Sie trohnt mit überschlagenen Beinen auf dem Bett. Grinst amüsiert. Reicht mir das nächste Champagnerglas und klopft neben sich aufs Bett.

Nein, jetzt spiele ich mit ihr! Stelle mich an Fenster. Ignoriere sie.
Erschrecke als sie sich an dem Reißverschluss meines Kleides zu schaffen macht, lasse mir nichts anmerken.
Weiter ignorieren.
Küsst meinen Hals, lässt das Kleid den Körper herunter, öffnet meine Frisur.
Mein Herzschlag übertreibt maßlos. So toll ist sie auch nicht, versuche ich mir einzureden.
Und bekomme den Gegenbeweis sofort geliefert.
Dreht mich zu sich. Nimmt mein Gesicht in ihre Hände. Kommt näher, ich schließe meinen Augen, erwarte ihre Lippen auf meinen. Doch sie spielt
wieder mit mir, grinst.
Verdammt, sie weiß wie sie mich heiß macht.
Meine Hand schiebt ihren Hinterkopf auf meine Lippen, kanns nicht mehr aushalten.
Sie schiebt mich Richtung Bett, schuckt mich darauf.
Hier herrscht textilfreie Zone!

Ihr Körper ist göttlich. Ich bin ihr verfallen.
Ihre Finger, ihr Mund, ihre Zunge- überall!
Während sie ihre Finger in mir kreisen lässt, schaut sie mir in die Augen. Wieder dieses Schmunzeln, verdammt.
Sie treibt es immer weiter und tiefer und schneller. Winde mich unter ihren fließenden Bewegungen.
Sie weiß was sie tun muss, um mich in Ekstase zu bringen.
Streicht sich die verklebten Haare aus dem Gesicht. Göhnt mir eine Pause.

Jetzt sind meine Finger, meine Zunge, alles in ihr. Habe sie überwältigt.
Nichts ist toller als einen zuckenen Frauenkörper unter sich!
Wir kommen gleichzeitig. Krümmen unsere Körper, schreien, stöhnen. Kommen wieder.


Sind verschwitzt, alles klebt. Auch ihre Beine zwischen meinen.

Stehen auf, machen uns frisch, ziehen uns an, verlassen das Zimmer.
Kurz bevor wir wieder bei den Anderen sind, ist ihre Hand wieder auf meinem Hintern, ein Kuss.

Bis zum nächsten letzten Samstag im Monat.

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