Ein typischer One-Night-Stand?
Sex in fremden Betten. Sie fragt sich ob es da ein Muster gibt, das man immer wieder fährt.
Sie ist mal wieder in diesem Club. In dem sie sowieso fast jedes Wochenende ist. Wo sie immer noch bleibt, wenn alle ihre Freunde müde geworden sind und Heim gehen. Gratis Bier vom Barkeeper und am Türsteher vorbei ohne an der Kasse zahlen zu müssen, das sagt doch schon alles. Sie ist viel zu oft dort. Es ist wieder so ein Abend. Schon zu viel Bier. Das nächste Mal trinkt sie wirklich ein bisschen weniger.
Und dann ist da noch dieser Typ. Mit dem Hut. Es ist zwar scheiß-dunkel hier, aber was sie sieht gefällt ihr irgendwie. Mhm, und sie ist ihm jetzt auch aufgefallen. Der Alkohol tut sein übriges. Jetzt steht sie bei ihm. Wechselt 2 oder 3 Worte, vollkommen irrelevant um was es geht. Dann zieht er sie auf die Tanzfläche. Sie wollte eigentlich echt noch reden, er will aber lieber heftig knutschen. Wie ein Teenie. Fast ist es ihr peinlich. Er schmeckt nach Cuba Libre. Wie alt ist der eigentlich? Wahrscheinlich ist er eh zu jung für sie. Jetzt lallt er ihr ins Ohr ob sie Heim gehen wollen. Er verzieht den rechten Mundwinkel zu einem schiefen grinsen, schaut dabei ziemlich geil und unschuldig zugleich, und, ach verdammt, sie ist jetzt scharf auf ihn… Zählt der Türsteher die Männer mit denen sie hier rausgeht? Eine nächtliche Taxifahrt, ein fremder Typ… Sie fragt sich wo das Taxi wohl hinfahren wird. Hoffentlich wird der Heimweg morgen früh nicht zu lang. Schwabing. Gut. Wohnt er hier eigentlich alleine? Egal.
Sie ficken wie die Affen. Laut. Mehrmals. Und sie liefert ihm die ganze Show. Das kleine dreckige Mädchen. Unschuldig schauen, aber im Bett dann abgehen wie eine Pornoqueen auf Speed. Ans Gummi hat mal wieder keiner gedacht. Fuck fuck fuck. Nächstes Mal echt weniger Alkohol. Sie nimmt sich das jetzt ganz fest vor. Scheiße.
Nachts wird sie noch mal wach. Seine wilden braunen Haare kleben ihm auf der Stirn. Sie schmeckt noch sein Sperma im alkoholtrockenen Mund. Erst mal aufs Klo gehen und riskieren den Mitbewohner im Flur zu treffen. Das hasst sie immer so. Als sie zurück kommt merkt sie wie sehr das Zimmer nach Sex riecht. Sie drückt sich an seinen nackten warmen Körper. War‘s das jetzt was sie wollte? Wenigstens in diesem Moment ist sie zufrieden.
In der Früh sieht er immer noch süß aus. Ein bisschen verknautscht, aber ein unfassbar schöner Mann mit den tiefbraunsten Augen die sie je gesehen hat. Das macht ihr schon wieder Angst. Die schönen Männer mag sie gar nicht so. Die sind, wie jeder weiß, charakterschwach. Und außerdem hat man die nie lang für sich alleine.
Er will nochmal ficken. Er grinst sie schief an, und sie merkt wie geil sie bei seinem Anblick und dem Gedanken an die Sexeskapade der Nacht wird. Wie alt ist der eigentlich, dass er so ausdauernd ist? Fragen will sie ihn da jetzt auch nicht mehr. Immerhin, seinen Namen hat sie sich gemerkt. Glaubt sie.



Kommentare
"Erst mal aufs Klo gehen und riskieren den Mitbewohner im Flur zu treffen.
19.12.2012, 13:39 von LichtspielDas hasst sie immer so."
... für hemmungen ists da eh zu spät :-)
"Sie fragt sich ob es da ein Muster gibt, das man immer wieder fährt."
... eigentlich fragt sie sich doch gar nichts. sie ist voll und fickt mit dem nächsten. von dem typus frau ist das nachtleben voll.
19.12.2012, 12:58 von LichtspielUnd von dem Typus Mann auch, also passt das doch.
19.12.2012, 13:10 von FrauKopfpasst das wirklich? kurzfristiger schneller konsum - zugegeben, geschmackssache
19.12.2012, 13:37 von LichtspielIch mag's nicht wenn man so laut sein muss- keine Unterstellung an den Verfasser, ich geb nur ein Statement zum Thema ab, das mir grade im Kopf rumgeht...
03.11.2012, 03:39 von DalekIch kann das einfach nicht ab (mittlerweile). Man wird ja auch älter. Das kommt mir zuweilen so affektiert vor, so unecht.
Als Nachbar kann ich auch nur sagen - "Jetz' mach den Kopp zu! - Sooo gut is niemand..."
Und dann kann man ja auch nicht einschlafen - scheiß Biologie.
Also: Kondome schützen. Und nehmt Rücksicht.
Wer grinst denn noch vor dem 1. Kaffee? Definitiv kein Mensch!
03.11.2012, 00:56 von Blackend
Noch = schon?
03.11.2012, 01:09 von justanotherpictureHm. Stimmt.
03.11.2012, 01:12 von BlackendIsjaschonspät.
03.11.2012, 01:24 von justanotherpictureAnsichtssache. Find's noch recht früh.
03.11.2012, 01:26 von BlackendBrauche erstmal nen Kaffee
03.11.2012, 09:56 von EliasRafaelMeiner is auch grad durch. Mittlerweile ist's dann wohl recht spät.
03.11.2012, 09:57 von Blackendbisschen
03.11.2012, 10:03 von EliasRafaelmag ihn auch
02.11.2012, 23:16 von Kronleuchtermmmmh der Bodyguard der zählt mit wie vielen sie nach Hause geht, böser Gedanke ... mag den Text jedoch sehr ...
31.10.2012, 06:01 von ahimas93danke :)
31.10.2012, 11:32 von frapi_Das Muster, das ich immer wieder fahre, heißt Bus.
29.10.2012, 10:55 von MisterGambitIrgendwie wird mir davon schlecht.
29.10.2012, 10:08 von Taneaman nimmt das dem Verfasser ab, was er da erzählt. das ist schon mal eine Menge.
29.10.2012, 09:39 von derWaschbaerDas ist allerdings wahr und hier reichlich rar.
30.10.2012, 10:16 von FrauKopfAch nur weil etwas wahar ist, ist's nicht gleich besser.
03.11.2012, 03:27 von Dalekmir ist das vollkommen egal, ob dieser Text "wahr" ist oder nur so halb oder gar nicht.
03.11.2012, 06:38 von derWaschbaerWieso ist es dann eine Menge wert, wenn man dem Verfasser Glaubwürdigkeit bescheinigen darf?
03.11.2012, 11:29 von Dalekweil er... ich bin sicher, du kommst von selbst drauf
03.11.2012, 11:34 von derWaschbaerne
03.11.2012, 11:35 von DalekEine klare Antwort wär schon gut und würde mich ruhig stellen. Muss aber nicht sein, wär halt nett.
03.11.2012, 11:37 von Dalekweil ich als Leser nicht das Gefühl habe, verarscht zu werden. zum Beispiel. selbst wenn alles seiner Fantasie entspringt
03.11.2012, 11:42 von derWaschbaerDas ist eben ein Widerspruch für mich - wenn ich den Text nicht als wahr ansehe, dann "nehm ich's dem Autor auch nicht ab". - ich hab ja im Hinterkopf, dass alles nur Blödsinn ist.
03.11.2012, 11:56 von DalekMacht ja aber auch nichts, deswegen auch mein Kommentar, dass Authentizität nicht unbedingt ein Plus an Stil bedeutet.
Ich hab mich nur daran gestört, dass der Autor als glaubwürdig bezeichnet wird, da für mich daraus ein erlebnisbezogener Text folgert.
Ich würd eher sagen der Text ist realistisch, treffsicher, oder so.
Edgar Ellen Poe ist ja an sich glaubwürdig, seine Geschichten formvollendet, aber ich nehm ihm das nicht ab, dass Raben sprechen können.
Ach, ich geh jetzt ins Bett, ich fabuliere immer wenn ich nicht schlafe. Gute Nacht. Und nix für ungut.
Find ich ganz okay, Schreibstil und Inhalt ergänzen sich ganz gut. Es ist natürlich irgendwie Massenware, und wenig originell, aber dennoch nicht ohne Reiz wegen der Leichtigkeit des Flows, da ist nichts Schweres.
28.10.2012, 16:23 von EliasRafael