NieOhne 13.04.2018, 13:21 Uhr 18 4

Eigenart

Was so alles möglich ist ...

Andreas  lässt von mir ab. Sanft schiebe ich ihn weg. Heute will ich nicht vögeln, nicht hier. Ich mag das nicht. Ich brauche dabei kein Publikum.

Andreas und ich flirten schon den ganzen Abend: immer mal wieder trafen sich unsere Blicke, und unsere Augen wanderten über den Körper des anderen.

Jetzt kommt er zu mir, streicht mit der linken Hand über meinen Arm während er mit mir spricht. Ein bisschen Smalltalk und schon knutschen wir. Ich lege den Kopf schief, lächle und berühre kurz seinen Arm, dann kommt er näher und küsst mich.

Er drückt mich zurück Richtung Hocker, ich öffne ein Stück meine Beine , Andreas presst seinen Unterleib gegen meinen, ich kann seinen Schwanz spüren. Ich mag das, dieses Vorgeplänkel vor dem eigentlichen Mainact. Das Küssen mag ich, die Spannung mag ich, und am liebsten ist es mir, wenn sich das lange hinzieht. Wenn man nicht weiß was passieren wird.

Andreas ist deutlich jünger als ich, auf jeden Fall so um die 25 schätze ich. Und süß ist er auch. Wie ein Hundewelpe steht er mitten im Partyvolk. Unbeholfen wirkt er. Aber dennoch süß. Er ist heute allein gekommen, er kennt den Veranstalter. Und dessen Freundin hat ihn rumgeführt, bis er schließlich bei mir gelandet ist. Andreas hat, obwohl jung, total verstanden wie das hier läuft. Kompetent ist er, er weiß wann er an die Frau ran treten kann, er kann lesen wenn sie will, wenn sie ihn lässt. Das mag ich an ihm. Das können nicht alle Männer.

Meinen Liebsten, der mich heute begleitet, habe ich aus den Augen verloren. Wir kennen uns gut, treffen uns oft, begehren, lieben und mögen uns. Wir sind ein Paar und doch wieder nicht. Wir haben unsere eigenen Leben, treffen einander, um Zeit zu teilen und gemeinsam Partys zu durchstreifen. Wir genießen jede Sekunde miteinander. Mit ihm bin ich heute hier. Er ist heute meine Basis. Und jetzt ist er weg, er kennt hier viele Leute. Sicher ist er mit Anastasia los. Wahrscheinlich haben sie Spaß und vögeln, rauchen oder tanzen, ich gehe später einmal nach ihm sehen.

Ja, da bin ich völlig ruhig. Der Gedanke an ihn und sie macht mich heiß. Ich gluckse vor Vergnügen, heute wird ein guter Abend, da bin ich mir sicher.

Und Andreas tut sein übriges. Andreas Hände fahren an meinen Brüsten entlang unter mein Kleid, doch ich bremse ihn.

So ist das:

Heiß und fast nackt stehe ich in der Hitze der Nacht, aber vögeln unter Leuten ist nicht mein Ding. So leid es mir tut.

Andreas Art sich zu nehmen was er will ist goldrichtig. Er ist gerade heraus, daher nicht plump und schmierig, er hat Takt und Gefühl für die Frau. Aber es bleibt nur beim Knutschen. Andreas ist toll und hat verstanden. Und so verabschiedet er sich, Küsschen hier, Küsschen da, war nett, Danke, schönen Abend noch.

Genau.

Und dann sehe ich sie tanzen.

Der Beat hämmert durch die verwinkelten Räume, es ist heiß und stickig. Ganz hinten auf der leeren Tanzfläche wirbeln zwei Körper durch die Nacht.

Er kommt ihr ganz dicht, ihre Gesichter sind sich zugewandt.  Er hält  sie mit einem Arm über ihre Schultern umklammert - mit der anderen fasst er ihre Taille. Sie hängt förmlich in seinem Griff ohne an Spannung nachzulassen. Sie reckte ihren Hals nach oben und schließt die Augen. Ihr pechschwarzes Haar wirbelt im Takt der Musik. Klatschnass sind ihre Körper. Der Schweiß fließt und ich bin mir sicher das nicht nur er. Sie in Netz und er in Leder gekleidet geben sie ein hübsches Bild ab.

Beide bemerkten mich nicht. Sollen sie auch nicht. Denn ich genieße ihren Anblick. Da steche ich wohl raus aus der Konvention mit meiner Einstellung.

Das mag an dieser Eigenart von mir liegen.  Stark ist sie ausgeprägt. Hypersensibilität heißt das Zauberwort. Dazu gehört unter Anderem, das man auf hochgradig feinste emotionale Schwingungen Anderer reagiert. Das führt dazu, dass man intensiv mitfühlen kann wie die anderen Personen empfinden, und dass man diese Gefühle in sich abbilden kann. Man zeichnet eine Landkarte andere Menschen die man erlebt. Ganz automatisch. Das geht unmittelbar. Ohne Zeitverzögerung spiegelt sich in mir dasselbe Gefühl derjenigen, die ich da gerade beobachte. Es geht so weit, das mich die Gefühle anderer in Zustände versetzen können, die ekstatischen Ausmaßes sind. Das Ergebnis davon ist zum Beispiel, dass ich mich gut fühle, wenn es meinem Liebsten gut geht.

Und das geht es ihm. Offensichtlich.

Er und Anastasia schauen einander mit Freude und Lust an. Sie sind sehr vertraut miteinander. Das kann ich erkennen. Innig schaut das aus, wie sie so da durch die Nacht wirbeln. Wie er sie hält, wie sie seine Bewegungen erwidert. Diese zierliche Frau wirkt in seinen Armen zerbrechlich wie Porzellan. Ihre Hände fassen nach ihm. Synchron und aufeinander abgestimmt bewegen sich diese zwei Körper im Takt der Musik.

Und - so scheint es  mir - im Takt ihrer eigenen Geschichte. Denn die haben sie. Eine Geschichte vor meiner Zeit.

Beide waren auf den Partys unterwegs, teilten Bett, Zigarettenschachteln und Sekt. Er bot ihr Einhalt wenn sie mal zu sehr über die Strenge schlug, oder passte auf dass sich die Männer beim vögeln mit ihr brav der Reihe nach anstellten.

Müde kippte  danach ihr Kopf auf seine Schulter und sie gingen ins Hotel. Für das alles braucht man Vertrauen zueinander. Anastasia kann das. Und er sowieso. Zwei oder drei gleichzeitig Begehren, lieben, befreundet sein. Egal wie man es nennen mag. Das verbindet die seltenen Exemplare Menschen die so gepolt sind. Na ja, man könnte es auch so sagen: Die diese Eigenart teilen. Und diese beiden gehören dazu.

Die beiden verloren sich irgendwann, zu unterschiedlich waren ihre Leben, sie alleinerziehend mit viel Stress im Job, da werden Prioritäten anders gesetzt. Aber heute trafen sie sich zufällig wieder, und nun lassen sie es krachen.

Für die beiden bin ich gerade nicht da. Der Moment gehört nur den beiden.

Ich stehe hinten, nehme meinen Sekt und beobachte. Jetzt genieße ich diesen Anblick der beiden Feierwütigen. Diese Lebendigkeit, Freude und Lebenslust der beiden macht mich glücklich. Dass meine Begleitung sich kurzerhand Anastasia gepackt hat und mit ihr Richtung Tanzfläche auf ist, stört mich nicht im Geringsten. Diese Eigenart bringt, so störend und behindernd sie im Alltag sein kann, auch nützliches mit sich. Ich bin Dank ihr vollkommen eifersuchtsfrei.

Im Gegenteil sogar. Ich fühle mich den beiden grad sehr nah. Ich kann ihre Lust und ihre Wärme spüren. Sie überträgt sich förmlich auf mich, durchflutet meinen Körper mit Hitze und mir läuft das Wasser die Beine entlang in meine Hohen Schuhe. Mich macht es an, was ich da beobachte zwischen den beiden.

Da jetzt, der Beat wechselt, kurz gehen sie auseinander. Sie haben mich immer noch nicht bemerkt. Ihr klebt ein Papierstreifen am Schuh, er zeigt drauf, während er sich eine Zigarette anzündet. Sie ist ganz glänzend und lacht ihm ins Gesicht, schaut runter und stützt sich mit einer Hand bei ihm ab, während sie ihr Bein hebt und den Streifen versucht zu fassen. Es funktioniert aber nicht, sie bekommt ihn nicht zu fassen. Er beobachtet ihr Tun ohne sich zu bewegen. „Lass mich mal!“, sehe ich seine Lippen die Worte formen, er bedeutet ihr seine Zigarette zu halten dann beugt er sich runter fasst mit einer Hand ihr Fußgelenk, sie stützt sich derweil an der Theke ab, mit der anderen entfernt er dieses lästige Stück Papier. Da, jetzt ist es ab. Beide lachen herzlich und sie stellt sich wieder in seinen Arm.

Die Zigarette der beiden ist geraucht, die Pause vorbei und so, denke ich mir, leiste ich den beiden mal Gesellschaft. Wer jetzt denkt das ein Zickenkrieg ausbricht, hat falsch geschätzt, im Gegenteil. Anastasia und ich, wir kennen uns. Über ihn. Und das ist wie eine Art Absprache, ohne ausgesprochen zu sein. Wir respektieren einander, kennen die Verbindung der jeweils anderen zu ihm, und so geht das völlig in Ordnung, dass wir nun beide in seinem Arm stehen. Denn was ihn glücklich macht, freut auch mich, wie sollte ich mich da gekränkt fühlen? Mich freut und erregt das so sehr, das er dort diese Frau kennt mit der ihn so viel verbindet. Er küsst sie auf den Mund, fährt ihr mit der Hand über ihr Dekolleté und streichelt ihren Nippel, während er den Griff um mich nicht lockert. Ich ziehe an seiner Zigarette, während sie mir, den Arm hinter seinem Rücken, im Haar rumspielt.

Es ist hier so normal, das es dem einen Partner Freude bereitet, wenn es dem anderen Partner gut geht. Daher sollte man hier gelernt haben seine Eifersucht spätestens an der Garderobe abzugeben.

Mir persönlich bereitet das nicht nur Freude, wenn mein Liebster mit einer anderen, mich persönlich macht das sogar richtig scharf. Denn was ihn scharf macht, macht mich auch scharf, ganz schön praktisch. So habe auch ich etwas von seinen lustvollen Stelldichein, wer meint das Lust und Liebe nicht teilbar seien oder begrenzt werden müssen, irrt gewaltig. Und das dabei immer einer leidet ist auch eine Fehlannahme. Hier leidet keiner. Und weil das so ist und ich offenbar nicht die Einzige bin der es so geht, knutschen wir drei noch ein bisschen, und dann tanzen wir und dann küssen wir wieder, und wahrscheinlich nehmen wir Anastasia mit ins Hotel. Scharf ist sie für uns beide gleichermaßen. Genau wie wir für sie. Schön ist sie, diese Eigenart. Und schön, wenn man gleich zwei Menschen davon mit ins Bett nehmen darf. Empathie sei Dank.


4

Diesen Text mochten auch

18 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 1

    sex als ware oder ficken im kapitalismus. paule kaufmann für arme auf weiblich.

    25.04.2018, 17:53 von green_tea
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Probieren geht über studieren - kann funktionieren, oder nicht. Als Langzeitmodell wahrscheinlich wenig massenkompatibel.

    21.04.2018, 10:58 von Hattori-Hanzo
    • 0

      Entsprechende Sozialkompetenzen als Voraussetzung dafür sibd eben kein Massenphänomen bzw. nicht das was gleichmäßig und genügend verteilt ist, von daher stimme ich zu. 

      21.04.2018, 11:35 von NieOhne
    • 0

      Das hat nichts mit Sozialkompetenz zu tun. Sondern mit der Sichtweise auf "Beziehung". Da gibts kein richtig oder falsch. Sondern nur für beide passend!


      Wenn sich zwei finden, die in der Hinsicht ähnlich ticken: Kann sehr spannend und bereichernd sein, so meine Erfahrung. 

      Ich würde das aber nie als allgemeine Empfehlung sehen. Denn die Sollbruchstellen in der Beziehung werden da automatisch mitgeliefert. Und es soll ja Menschen geben, die bevorzugen ein festes statt ein rissiges Fundament. 

      21.04.2018, 12:18 von Hattori-Hanzo
    • 0

      Probieren geht über studieren - kann funktionieren, oder nicht. Als Langzeitmodell wahrscheinlich wenig massenkompatibel. (Hattori)


      Was ist schon an einem Langzeitmodell kurzweilig ?  Nichts ist fuer die Ewigkeit. Es auszuprobieren und geniessen, wenn moeglich, ist vollkommen ausreichend.
      Jedenfalls ist es prima, wenn Frauen darueber  berichten, nicht nur der Kaufmann :-)

      21.04.2018, 14:35 von Dr_Lapsus
    • Kommentar schreiben
  • 8

    Liest sich wie ein Paul_Kaufmann in weiblich. Und das ist leider kein Kompliment.

    16.04.2018, 21:49 von Matsumoto
    • 4

      Psst! Stör uns nicht, wir ficken gerade. 

      17.04.2018, 01:03 von NieOhne
    • 0

      Generation Porno halt, Matsu. Wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn ich ab 12. Zugriff auf Youporn und Co. gehabt hätte? Würde ich wohl nicht im Kloster leben jetzt...

      17.04.2018, 08:39 von chiral
    • 6

      So schön kann der Sex aber nicht sein, wenn man da zwischen drin bei Neon liest.
      Selbst in einer 'Zwischenpause', hätte ich persönlich, anderes im Sinn aber jeder so, wie er mag.

      17.04.2018, 15:29 von Fin_Fang_Foom
    • 3

      Jo,

      vielleicht solltet ihr euch mehr darauf fokussieren als aufs Schreiben.

      17.04.2018, 16:19 von Matsumoto
    • 7

      @ciral 

      Nee, Generation Egokrebs. 

      „Die Mutter der Ausschweifung is nicht die Freude, sondern die Freudlosigkeit.“ (Nietzsche) 

      nach nem Monat Neonfrei, mal grad gern wieder etwas ausführliches dazu:

      Um Porno geht’s da nur an der Oberfläche. Sex is da nur ein Substitut von vielen. Wie sich prinzipiell alles zur Elendsmedizin fürs Nichtgenügen, fürs frühe Trauma „ungeliebt“, für schwachen Selbstwert degenerieren lässt, das das angepasste Ego mit besonderen Leistungen wett zu machen, zu trösten versucht. 
        
      Neben bestimmten genetischen Dispositionen immer das gleiche Ursachenpaket:
      Geprügelte, missbrauchte oder emotional hart vernachlässigte Kinder, oder alles zusammen, die ihr geringes Selbst, eben Minderwertigkeit mit Gier, Macht (und Missbrauch und Sadismus) und vor allem Süchten aller Art zu stopfen versuchen. wie grundsätzlich alles Droge sein kann - Lücken und Lasten, die bestenfalls zu Kreativität und Kunst schlechterdings zu Laster werden. (Kenn ich selbst. Bis auf Fluppen und guten Rotwein nichts mehr, was nicht leicht zu entbehren wäre)

      oder wie C.G. Jung  sagt: „Wer nicht durch die Hölle seiner Leidenschaften gegangen is, hat sie auch nie überwunden.“

      In dieser narzisstischen Kultur aus ursprünglich gesunder Anerkennung besonders hochgewuchert: Gefallsucht.
      die sich prostituiert für den nächsten Druck um manchmal jeden noch so elenden Preis. Insbesondere, wo Menschen und ihren Schwächen (bspw. Ängste, Defizite, emotionale oder wirtschaftliche Abhängigkeiten) dafür missbraucht werden. Und der Restverstand steht gelähmt daneben, schaut hilflos zu und rationalisiert den Schlamassel anschließend artig.

      Macht den Test: wer genügt sich auch allein mal ne ganze Zeit, kann emotional frei aus innerem Reichtum leben, statt ständig abhängig nur durch den anderer? Jeder kennt diese Exemplare, die von Beziehung zu Beziehung hangeln, aber wehe sie sind mal wirklich auf sich selbst geworfen, Wehe MalOHNE, da fällt der Heißluftballon böse zusammen. Warum bloß ? 

      Und wer lässt sich mit ein paar Krümeln abspeisen, statt zu sagen "Nöö! dafür bin ich mir zu schade",  abspeisen mit ein wenig Geficke am Rand als verkonsumierte Ware Mensch, wo der extreme Hunger nach wenigstens etwas "Zuneigung" als gar keine, mancher Menschen Würde in die Knie zwingt. Sie sich selbst übergehen, sich opfern.  Oft weils sie gewohnt sind, seit früh auf. Und dieser Missbrauch, in Fortsetzung -  ist das wirklich widerliche dabei!
      Partner in Funktionen fragmentiert und benutzt, besonders auch Bestandspartner im Hintergrund, welche der Problematik in Co-Abhängigkeit, natürlich unter dem Siegel "Liebe", noch Vorschub leisten.
         
      Wo normale Anerkennung und Sympathie von Bekanntschaften meilenweit nicht reicht, muss es dann sexualisiert, wenigstens flüchtig grandios sein an „Selbstwertbescheinigung“ - in sexueller Gefallsucht - besonders in Verbindung mit Promiskuität. Das Daumenlutschen der Selbstleeren, verlorene große Kinder auf ruheloser Suche nach Mamas Titte.

      „Je größer der Dachschaden, desto feuchter der Keller.“ 

      Das bei Betroffenen in den Kern tätowierte Nichtgenügen, nicht wirklich geliebt, nicht genug sein wird ohne einen Arsch voll Arbeit Therapie programmtreu reinszeniert als Erwachsene. Ist das Selbst zu wenig, ist es jeder Spiegel ebenso!

      Keine Beziehung is je genug, kein Exzess, Kein Nähren und Füttern bis zur Selbstaufgabe, kein Ficken bis der Wurm abfällt, nichts löscht den Brand im selbstverzerrenden Feuer. Je wütender das innere Kind nach „bitte bitte endlich Angenommensein“ schreit im Erwachsen, vergeblich nachholen will was im Fundament fehlt, desto egoistischer und rücksichtsloser mit der Brechstange die Forderung nach: „Bestätigung, Bestätigung, Bestätigung.“ Bodenlos. Maßlos wie Metastasen. 
      Egokrebs. 

      Ohne, dass das Fass ohne Boden damit jemals zu füllen wäre. Ohne von außen dauerndes „ja ja sicher - du bist toll“ bricht da halt alles zusammen auf n Häufchen Elend - auf das eigentliche Wesen das weggesperrte, hinter dem Ego-Anstrich, was unbedingt betäubt und bekämpft werden muss: die eigene innere Wahrheit.

      Die Wahrheit ohne Ablenkung mit den üblichen Ersatzstoffen, in Menschen, Drogen und Süchten. 
      Das nackte Sein und Selbst, jenseits aller Krücken erleben. 
      Für die, welche nur in Angst oder komplett verdrängt gar nicht erst daran denken, rein fühlen können, der absolute Supergau des Ego, den es um jeden Preis zu vermeiden gilt.

      Früher an die elterliche Doktrin gnadenlos angepasst, heute an die Forderungen der aktuellen „Drogendealer“, die Angenommensein, Ficki-Ficki, Ruhm, Macht, Geld, Substanzen und sonstwelche verlangten Belohnungen versprechen. .. 

      „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.“
       
      Nicht nur bei der Autorin exemplarisch - Sieht man  immer wieder überall in der Welt in welcher Weise manche so besessen vom Beifall und Begehren anderer sind, Prostitution der Gefallsucht, wie sie das Fähnchen immer nach dem aktuellen Wind hängen ( idealisiert wird, aufs Podest gestellt, wer das Ego grad füttert, gehasst und verleumdet wird, wer nach dem wirklichen Selbst fragt) 
      und sobald der Stoff dem Junkie fehlt: Krise im Quadrat, Leere, Absturz, das Prothesen-Ich fällt auseinander, der Mangel zeigt das Monster.

      Die Frage hinter all dem ist im Grunde auch ganz einfach: 
      Wer weder ganz loslassen, noch vollkommen im Anderen ankommen, sich leben und genießen kann,  Wer andauernd mit jemandem zusammen sein muss, aber mit niemandem ganz und gar befriedigend, ohne wenn und aber, wie ist der mit sich selbst zusammen ?

      eben.

      Wo da große Kinder wieder Kinder bekommen und die dem rasant wuchernden Egokrebs hilflos ausgeliefert werden, um den Kreis voll Scheiße fortzusetzen, da gehts nicht nur um das private -solche gesellschaftlichen Probleme gehen alle an.

      "Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es ist nur deine, wenn sie so bleibt."



      Ps.
      Diese Wertschätzung in Aufmerksamkeit zur Thematik Egokrebs und Gefallsucht war gratis, aber gewiss nicht umsonst.  : )

      17.04.2018, 22:32 von schauby
    • 4

      ;) Schauby, wir sind uns doch sehr, sehr ähnlich...

      Großartig. Ich sehe es ähnlich, wenn auch nicht ganz so "grim-Dark" wir Du... außerdem denke ich immer darüber nach, wie man etwas verbessern kann... bei Dir klingt es mit schon fast zu abgeschlossen, zu festgelegt... aber Du weisst ja, dass alles immer im Fluß ist undso...

      18.04.2018, 09:25 von chiral
    • 4

      Ich heul gleich.. ♥ aber nur wegen den Vogelbabys ;)

      18.04.2018, 12:23 von Tora
    • 1

      Mich fasziniert der  Erklaernarzissmus  von Schnauby sehr, weil Mann mit einem Blick  sofort weiss, worum es  gehen koennte.




       



      21.04.2018, 14:27 von Dr_Lapsus
    • Kommentar schreiben
  • 1

    Angenehm feinfühlig und unaufdringlich erotisch... Der Text hat das, was vielen hier fehlt. Danke dafür!

    15.04.2018, 23:39 von KaffeJunge
    • 1

      Danke dir sehr! 

      18.04.2018, 17:40 von NieOhne
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Herzlichen Dank!
      Kann es tasächlich :)

      15.04.2018, 19:53 von NieOhne

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare