Cimoc 26.03.2010, 13:52 Uhr 0 1

Der Sinn des Lebens (Auszug II) - Der Sex

Arterhaltung ist der Sinn des Lebens aus Sicht der Natur.

Der Sex

Arterhaltung ist der Sinn des Lebens aus Sicht der Natur. Ich habe ja zur Genüge gezeigt, dass Tiere alles dafür machen. Nun versuchen wir das mal auf den Menschen zu übertragen. Vorab lass mich sagen, dass Sex für den Menschen nicht als Lebensinhalt dienlich ist. Viele versuchen es, müssen dann aber irgendwann auch merken, dass es sich ohne Wohnung und gefüllten Kühlschrank schlecht macht einen Sexpartner zu finden, um besagtes Ziel durchzuführen. Man muss auch bedenken wir sind 6-7 Milliarden Menschen auf der Welt und wenn jetzt alle anfangen sich fortzupflanzen weil es unserer Bestimmung entspricht, dann wird die globale Erderwärmung nicht vom CO²-Ausstoß unserer Wirtschaft verursacht, sondern durch unsere Körperwärme und die Gär- und Faulgase unserer Verdauung reissen das Ozonloch auch noch mal ordentlich auf, so wie ein unerfahrender Arzt bei der Darmspiegelung.
Das ist ja auch gerade der Vorteil daran ein Mensch zu sein. Wir sind so schlau, dass wir nicht nur lernen nicht zweimal auf eine heiße Herdplatte zu fassen, sondern wir erfinden auch Dinge. Deshalb können wir zu Ostern Sex haben und an Weihnachten auf die Bescherung verzichten. Und was wir da nicht alles so erfunden haben: Kondom, Femidom, Diaphragma, Portiokappe, Verhütungsschwamm, Pille, Verhütungsspray, Dreimonatsspritze, Hormonspirale, Vaginaring, Pille für den Mann, Zäpfchen, Kupferkette, Sterilisation und zich natürliche Methoden, wie die Temperatur-Methode, Billings-Methode, Symptothermale Methode, Methode nach Knaus Ogino oder wir lassen die Wahrscheinlichkeiten via Computer berechnen. Das ist doch wie Schwarzwälder Kirschtorte essen ohne Kalorien zählen! Auch müssen wir keine extra Häuser bauen oder eine Leuchte vor uns her tragen, dafür haben wir Alkohol in jeder erdenklichen Variante erfunden. Vorbei sind die Zeiten wo man darauf hoffen musste das der Pferdedarm hält oder wo man die Neun-Monats-Überraschung den Fluss runter spülen musste. Heute geht alles viel einfacher und humaner zu.
Ja eine wunderbare Zeit in der wir hier leben. Wurde man vor 100 Jahren noch aus dem Dorf verbannt, weil man sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlte, hört man heute nur noch „Ach, noch so eine!“ oder „Hui Süßer!“. Wir sind offen, wir sind tolerant. Dabei haben schon Hochkulturen wie die Römer oder Griechen es waren, Homosexualität toleriert und ausgelebt. Gut, die hatten damals ja auch schon Strom im antiken Griechenland, wussten bloß nichts damit anzufangen. So wie eine moderne Karrierefrau mit nem Spargelschäler eben.
Ich glaube, dass es noch nie so leicht war zum Stich zu kommen. Im Internet tummeln sich nur so Leute, die auf einen warten und durch das revolutionäre Vorsaufen gibt es ein Übermaß an potentiellen Kandidaten in den örtlichen Diskotheken. Obwohl man auch sagen muss das sich vieles kompliziert hat, denn in einer Zeit von sportlich graziösen Kampflesben und fein gepeelten Metrosexuellen braucht man heutzutage eine andere Taktik. Früher hat man eine halbe Stunde gebraucht um das Eis zu brechen und seine Schüchternheit abzulegen. Heute aber benötigt man diese Zeitspanne einfach um festzustellen welches Geschlecht man dann nun als Gegenüber hat. Wer da übereifrig handelt und die große blonde Uli klar macht, kann dann in der fortgeschrittenen Nacht eine böse Überraschung erleben. Leider hilft da auch kein genaues Hingucken mehr. Heute muss man fragen! Und fragt man dann „Du sag mal, was biste denn nu? Mann oder Mädel?“, kriegt man solche Antwort wie „Na dann find´s doch raus!“.
Aber wer da offen ist, hat da keine Probleme. Die Erlebniswelt Sex ist heute ein bunter Dschungel aus Sexspielzeug von Umschnalldildos für sie bis zu Dildos die man als Effektkerze niederbrennen lassen kann, über aufregende Rollenspiele bei dem man einander den Tod vorspielt (ging bei einigen Ehepaaren jedoch nach hinten los, da der unerwartete Effekt eines lauten Jubelschreis eingetreten ist), über Partnertausch (Achtung hier kann beim guten Feilschen durchaus ein DVD-Player abfallen), über Sex an allen möglichen Orten, über Gruppensex, Sex mit Tieren, Sex mit Gemüse, Sex mit Plüschtieren, Sex mit dem eigenen Partner ... es ist doch fantastisch was es so alles gibt.
Aber der menschlichen Sinn des Lebens ist Sex dann doch nicht. Wir betreiben zwar ein heiden Aufwand um an ihn ran zu kommen, aber der Sinn des Lebens ist nichts was man immer wieder machen kann und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder ...
Das ist dann das selbe wie mit den Vorsätzen jedes Jahr: „Ich höre auf zu Rauchen!“, „Ich werde mehr Sport machen!“, „Ich werde netter sein!“, „Ich werde sparsamer werden!“, „Ich höre auf mit der Nachbarskatze Fußball zu spielen!“. Wenn man’s immer wieder macht verliert es an Sinn. Natürlich nicht beim Sex, da man hier ja immer mal wieder was neues macht. Das kann man beim Sinn des Lebens ja eben nicht. Da kann man nicht mal eben so switchen, so als wenn auf Sat 1 Werbung kommt und man dann feststellen muss, dass alle anderen 152 Sender auch (just in dem Moment) Werbung machen. Sex ist es nicht, aber die Liebe vielleicht!?

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