CatchyGreen 07.02.2013, 16:12 Uhr 29 1

Der Freund meines Ex-Fickfreundes.

Habe dich schon oft getroffen. Immer mal wieder. Oft gesehen. Wir gehen in die gleichen Clubs, zu den gleichen Parties. Wir kannten uns trotzdem nicht

An einem weiteren Abend haben sich durch eine weitere gemeinsame Freundin unsere Wege wieder gekreuzt. Natürlich kennt jeder jeden. Die Großstadt ist ein bekacktes Dorf. Anonymität existiert nicht. Sie ist nur ein Schein. Wir wurden uns zum gefühlt hundertsten Male vorgestellt. Beide spielen wir das Spiel wieder mit. Warum diesmal überraschend anders agieren. Unnötig. Dass ich einen deiner besten Freunde die letzten Jahre auch tatsächliche hundert male gefickt habe wird einfach nicht thematisiert. Warum auch, ist irrelevant für unser nicht vorhandenes Verhältnis. Er wohnt längst nicht mehr in dieser Großstadt. Fortgezogen in das nächste Großstadtabenteuer. Auf neuer Suche nach Anonymität.

Dass ihr allerdings denselben Wortschatz besitzt und sich eure Ausdrucksweise so verdammt ähnelt lässt sich nicht leugnen. Ihr kennt euch gut. Wir nicht. Das ist ok. Mehr will ich auch nicht. Wir verstehen uns gut. Die komplette Gruppe ist heute angenehm und gut gelaunt. Es gibt Gründe zu feiern. Deswegen tun wir das auch. Wir finden den ganzen Abend reichlich Themen die es zu besprechen gibt. Dass du irgendwann einfach neben mir sitzt tut auch nichts zur Sache dich immer noch als Freund meines Ex-Fickfreundes zu sehen.

 Ich rauche einfach weiter und gönne mir das nächste Bier. Der Tequila wirkt. Wir ziehen weiter in den Club. Es ist ein Wochentag. Der Laden ist leer. Uns egal. Wir tanzen und trinken und strotzen vor Energie um 4 Uhr morgens. Plötzlich hauen alle ab. Weg. Der Freund meines Ex-Fickfreundes und ich allein. Es wirkt quasi wie von dir geplant. Ist es auch. Du schlägst schließlich vor noch einen Film zu gucken. Der Satz so clever formuliert wie die Doktorarbeiten der Politiker veranlasst zum kurzen Nachdenken. Entscheide mich trotzdem dafür. Das ist ok.

Beschließe doch dich, immer noch nur der Freund meines Ex-Fickfreundes, mitzunehmen. Pseudointeressiert gucken wir sogar einen Film. Vielleicht soll das in solchen Situation die selten vorhandene Glaubwürdigkeit der Menschen bezeugen wenn sie nach dem Filme gucken fragen. Oder es soll einen Einstieg für schüchterne Menschen bieten. Wie schüchtern muss man allerdings sein bei halbwegs Fremden in frühen Morgenstunden nach einem Clubbesuch zum ‚Filme gucken‘ mitzukommen. Beschließe den Gedankengang zu verwerfen und die These des Hintergrunds des Filme Guckens unbeantwortet zu lassen. Dürfen sich andere gerne näher mit beschäftigen.

Wir machen stattdessen rum. Warum auch nicht. Dein Lieblingsfilm war Scheiße. Da kann ich mir weitaus bessere Beschäftigungen vorstellen als vorzuspielen dass einen Film halbwegs akzeptabel sei. Gehen wir lieber ins Bett.

Du bist ihm wirklich verdammt ähnlich. Nicht vom Erscheinungsbild. Nein, das bei weitem nicht. Da kannst du nicht mithalten. Du bist kleiner und nicht so trainiert, auch wenn er sich nie sportlich betätigt. Aber du bist ihm ähnlich. Es überrascht mich. Ihr habt sogar die gleichen Vorlieben. Der gute Fick steht auch im Vordergrund, aber er fordert mehr. Das ist ok. So will ich das. Aber er ist einfach besser als du. Er kann es besser. Will es mehr. Bietet mehr. Du bist nicht er. Es ist mir egal.

Genieß es, denn du wirst es nicht wieder kriegen. Beschlossene Sache sobald wir uns nach dem Sex in den Armen liegen und philosophieren. Selbst das kann er besser. Wir schlafen ein.

Wir wachen auf und für mich ist es vorbei. Ich warte höflich bis du dich aufraffen kannst verkatert deine Klamotten anzuziehen. Du küsst mich nochmal. Ich küsse zurück. Du schmeckst nach Alkohol und  Kippen. Wie ich. Wie er. Das lange Warten bis der Kerl verschwindet geht jedes Mal von neuem los. Du bist nun nicht mehr der Freund meines Ex-Fickfreundes. Du bist jetzt selber nur noch ein Fick meinerseits gewesen.

Du gehst und ich bin froh. Meine Nummer hast du trotzdem. Das ist ok. Ich weiß nicht ob du schreibst. Denke auch nicht drüber nach. Juckt mich nicht. Ich bin gefühlskalt. Bin es geworden. Abgestumpft durch das Leben und die Liebe. Am allermeisten aber durch ihn. Das ist ok. Ich kann damit umgehen. Ich mag es sogar lieber so. Du bist weg und ich endlich wieder allein. Du bist schließlich nicht er. Das ist ok.

 


Tags: Großstadt
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29 Antworten

Kommentare

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  • 0

    die aussagen, es sei okay und du bist durch das alles so abgeklärt geworden, kommen nicht sehr glaubwürdig rüber.
    schließe mich da LudwigMartin an..
    Wiederholungen töten die authentizität. schade.

    09.02.2013, 22:09 von iwontleave
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  • 2

    Rauchen, Saufen, Ficken...mach einfach. Schreib nicht darüber

    08.02.2013, 11:32 von Bulbine_Blablabla
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  • 3

    Spätestens seit Grönemeyers "Mensch" weiß man, daß "Es ist ok" nicht heißt, daß es okay ist.

    Wer's nicht weiß, dem bringen die Wiederholungen aber auch nicht weiter.

    08.02.2013, 11:16 von LudwigMartin
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    Wo waren die denn jetzt? Haben seinen Lieblingsfilm bei ihr geschaut?

    Wahrscheinlich hat der Ex-Ficki seinem Kumpel erzählt, wie man sie rumkriegt und was man so mit ihr treiben kann.

    Im allgemeinen eher langweiliger Text.

    08.02.2013, 09:09 von Tanea
    • 0

      Die gesamte Filme-gucken-Stelle ist sowieso zu lang, da wirklich jeder weiß das FIlm gucken das offizielle Synonym für Sex haben ist. Nix mit Glaubwürdigkeit oder Schüchternheit(das nun gar nicht!). Das sie dann - oh Wunder, Sex haben! ist jetzt auch nicht so die Knaller-Wendung.
      Fickediedummdidafickexsex.

      08.02.2013, 09:36 von halbkindmf
    • 0

      Ich gucke wirklich lieber Filme.

      08.02.2013, 09:50 von EliasRafael
    • 0

      "ist jetzt auch nicht so die Knaller-Wendung.
      Fickediedummdidafickexsex."

      In der Tat konnte man es schon zwischen den beiden Zeilen der Überschrift lesen. ;-)

      Im Übrigen erzähl ich jetzt keinem mehr, mit wem ich schon alles Filme geguckt hab...

      08.02.2013, 11:27 von LudwigMartin
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  • 3

    Ich hab hunderte Male mit der rechten Hand an mir rumgespielt. Dann kam das Internet und ich musste die Hand wechseln, um mit rechts die Maus bedienen zu können.

    08.02.2013, 08:57 von RAZim
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    • 0

      och, es war mal was anderes. so wie ein freund vom ex-fick-freund auch abwechslung bringt. auch wenn er nie den ex-fick-freund toppen kann...

      08.02.2013, 09:05 von RAZim
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    • 0

      ficken an sich find ich ja super. aber solche texte eben nicht.

      08.02.2013, 09:10 von RAZim
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      Tief in ihr drin...

      08.02.2013, 09:48 von Tanea
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    Kommasetzung öfter mal falsch, irritiert.
    Du magst es lieber so, ok.
    Du kannst damit umgehen, ok.

    Klingt alles nach ner großen Lüge; nicht ok.

    Und was ER sagt.

    08.02.2013, 08:47 von halbkindmf
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  • 0

    Leider nix neues hier, hatte bei der Überschrift irgendwie mehr erwartet

    07.02.2013, 16:50 von EliasRafael
    • 0

      Wa?

      ___
      neon: "Bitte Kommentar eingeben. Kommentar muss mind. 4 Zeichen lang sein."

      08.02.2013, 11:29 von LudwigMartin
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      Ich hatte da Ironie fehlgedeutet, und auf sowas wie
      "meine beiden Ex-Fickfreunde sind heute Feinde und ficken sich gegenseitig" gehofft

      08.02.2013, 11:31 von EliasRafael
    • 2

      Geil. Am besten Du schreibst den Text nochmal neu! :-)

      08.02.2013, 12:05 von LudwigMartin
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