Balian 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 2

Begierde...

Ein kleines aber feines Gedicht über die Begierde und die Lust...

Ich schlug die Augen auf und kannte nur ein Ziel:
dich.
Fiebrig blitzt das Licht durch das grüne Blätterdach,
Fiebrig tanzen die Schatten des Laubs auf meinem
Körper, der nach dir verlangt – hetzend, galoppierend,
bebend durchmesse ich den Wald.
Der Geruch von Lust liegt in der Luft, Spannung
lastet auf jede meiner Sehnen und der feuchte
Boden ist gesättigt von treibender Kraft. Die Tiere
der Wälder brüllen vor Verlangen.
Wo bist du? Ich sah, roch, spürte und schmeckte
dich. Ich bin entflammt, ich rase im Feuer, bin
Feuer und Flamme. In jedem Baum glaube ich,
dich zu erkennen, in jedem Vogel, jedem Bach
und jedem Schattenspiel. Deine kecken Blicke,
dein helles Lachen...
Alles in mir schreit nach dir; die Luft vibriert, die
Erde liegt im Fieber und ein roter Rausch hat jeden
anderen Gedanken erstickt.
Wo bist du, Geliebte? Gestern noch rochen wir
Gras und Haar und Haut. Gestern noch bissen wir
uns die Lippen wund, die Augen nass vor Verlangen.
Ich will dich sehen, will dich erkennen, will mich
auflösen in deinem Schoß.
Alles giert nach Vereinigung, kein anderer Weg,
der offen wäre. Lass unsere Finger ineinander
greifen, die Körper ineinander sinken, verschmelzen
wie flüssiges Metall.
Mein Blut kocht, es hämmert in meinen Venen.
Ich bin ein Hirsch mit sieben Geweihen,
Ich bin die Flut über der Ebene,
Ich bin der Gott
Und du bist die Göttin.
Tausend Blumen werden sich öffnen
Und der Kosmos wird erbeben, wenn wir vereint
zu Boden sinken.

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Kommentare

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  • 0

    ein wunderbarer Text!

    02.11.2011, 10:07 von Blackdarling
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