Steifschulz 01.07.2009, 00:50 Uhr 35 19

Zwischenunmensch

Einen schönen Tag wünsch' ich denen, die an dieser Stelle schon aussteigen, mir würde es ähnlich gehen.

Das Steckbriefmäßige hast Du ja schon hinter Dir, aber jetzt kommt's dicke, denn es geht daran mein „Ich“ zu erkunden. Einen schönen Tag wünsch' ich denen, die an dieser Stelle schon aussteigen möchten, mir würde es ähnlich gehen. So ist es doch sehr wahrscheinlich, dass man sich nie an mich erinnern wird, denn je weiter die Zeit voranschreitet, desto bedeutungsloser wird man selbst für andere [Ich hasse es immer wieder aufs Neue das zu erfahren].
„I wouldn't remember me either“ – heisst es in einem meiner Lieblingsfilme. Und trotzdem kann ich ja ein paar Worte verlieren, ungeachtet dessen, dass sie sich wirklich verlieren werden, in den Weiten [oder Engen] deines Hirns.
So viel ich weiß, gibt es Menschen, die sich diese Worte hier gar mehr als einmal durchlesen, was hoffentlich nicht mit der begrenzten Kapazität des eben genannten Hirns liegt. Nun, zu dem, was ich zu erzählen habe, nein, zu dem was ich erzählen werde [was dem Ganzen aber nicht den Charakter einer Erzählung verpassen soll.]:
Vor einer Weile schrieb ich hier, dass ich etwas vermissen würde, sogar einiges, nämlich das unbeschwerte Atmen. Eine Selbstverständlichkeit, die unter Umständen wohl auch als Glück angesehen werden muss. Denn nichts ist mehr wirklich selbstverständlich, wenn man erst einmal nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Wie es dazu kommen kann? Das kann sich jeder, der nicht gleich beim zweiten Satz die Seite geschlossen hat, denken. Oder erahnen, um nicht zu viel zu verlangen.
Dieses Glück von dem ich eben sprach, einfach Glück, egal wie man es erlebt, gibt es scheinbar immer nur in kleinen Portionen.
Zurück zum Atmen. Es war einmal, vor gar nicht allzu langer Zeit, da machte mir das Leben besonders arg zu schaffen. Doch, zu meinem eigenen ungläubigen Erstaunen sollte sich das für eine kurze Weile ändern. Ich hab's genossen. Diese „besseren" Wochen sind vorbei, sie brachten auch ihre Probleme mit sich, aber im Vergleich zu meinem „Bad in der Wanne des Selbstmitleids“ [Zitat Ende, ein Vergleich, den ich gar nicht lustig finde!], waren es zu verniedlichende Nichtigkeiten, Problemchen also. Ich weiß also es geht auch anders. Oder ich bilde es mir ein. Da ja an allem zu zweifeln ist [und diesen Satz hat mir jemand eingeprügelt, der eh immer Recht hat – meine Deutschlehrerin], machte ich mir hinterher aber umso mehr Gedanken, naja, jedenfalls nicht weniger. Gedanken, wie es denn sein konnte, dass es im Leben tatsächlich aufwärts geht und ob daran nicht etwas faul sei. Aber mir wurde nahe gelegt nicht alles in Frage zu stellen. Dem sei so.
Mittlerweile fällt es mir wieder schwerer ständig frei zu atmen,
ohne diesen Druck, der sich durchaus durch den ganzen Körper ziehen kann, beziehungsweise auf ihn drücken kann.
Und dieser Druck ist meines Erachtens nur die Einheit, oder um poetischer zu reden, der Spiegel einer Sehnsucht. Die Sehnsucht nach dem vielleicht einzig Schönen am Leben [wobei es sich hier eher um eine Spekulation handelt, als um Faktenwissen]. In unerreichbarer Ferne hält es sich verborgen. Doch, Dinge die verborgen liegen, kann man ja finden. Das lässt mich hoffen und somit leben. Die Hoffnung auf eine Zukunft, in der man sich nicht mehr erdrücken lässt, von all den Lasten, die Last der Einsamkeit wäre hier anzuführen.
Ja, ich fühle mich einsam, manchmal und manchmal auch öfter. Doch bin ich es auch? „Einsam ist nur derjenige, der es auch sein will“ – habe ich gelesen. Naja, gewagt, gewagt. Sicher hat Einsamkeit auch sein Gutes, aber das trifft auch nur begrenzt zu. Es fällt mir schwer über Einsamkeit zu schreiben, da es immer jämmerlich jammernd klingt. Und schließlich leben wir in einer gender role society. Gibt es überhaupt eine die das nicht ist? Wegstecken muss man also alles, bis einen auch mal eine „Springflut“ überrascht, was zwar selten vorkommt, dafür erinnert man sich aber umso länger dran.
Meine letzte hatte ich, ja, das Datum kann ich jetzt nicht sagen, aber ich weiß noch in welchem Zusammenhang und danach noch mal eine kleine, die aber aus anderem Grund, ja, genau ich weiß es noch. Aber tut ja nix zur Sache. Die nehmen einem wenigstens eine Menge Schmerz ab, die „Springfluten“, für den Moment jedenfalls.

Ich habe das Gefühl emotional zu sterben und das trägt sich immer weiter fort, das Voranschreiten ist beängstigend und ich hoffe, dass mich in wenig geraumer Zeit etwas davon abhält. Das Herz verliert langsam immer mehr Blut, es tropft vor sich hin, bis irgendwann nicht einmal mehr zum Krepieren ausreicht, leer ist, und sowieso keine Liebe geben kann, selbst wenn es wüsste wohin damit. Aber das weiß es ja auch nicht. „I have so much love to give, but I don't know where to put it“ – heisst es in einem Film.
Nicht zu selten frage ich mich, was ich hier soll, besser, was ich jemals hier sollte! Diese Frage ist ja ähnlich schlimm, wenn nicht gar extremer, wenn man in sich ohne Antwort fragen muss, was man denn vollbracht hat, und wenn man etwas vollbracht hat, wie wichtig es denn war oder ist. Hat man sich in Herzen pflanzen können? Wie traurig, wenn es nicht so ist. Hat man die Menschen erreichen können, bei denen, mit denen, man sein möchte? Nein. Vielleicht teilweise ja.
Wenn man sich diese Fragen abermals und immer wieder nicht beantworten kann oder die Antworten extrem unbefriedigend sind, so fällt man ich ein Loch, beziehungsweise rutscht tiefer, da man eh drin steckt. Ich kann einfach nicht mehr und möchte alles hinter mir lassen – so fühle ich mich manchmal und in letzter Zeit wieder öfter.
Ja, solche Gedanken quälen mich. Die üblichen Probleme eines Pubertierenden, sagt man. Aber so manch jungen Menschen hat man schon unterschätzt. Wen kümmert's?! Man macht im Leben viel falsch, und trotzdem ich ein wenig an Vorherbestimmung und Schicksal [einige Dinge sind ja höchst seltsam] glaube, wird man für jeden seiner Fehler verantwortlich gemacht und mache ich jeden für seine Fehler verantwortlich.
So spielt einem das Leben mitunter ein böses Spiel. Denn das ganze Leben selbst kann zu einem großen Fehler werden, wenn man nicht früh genug aufpasst. Einer meiner vielen [!!] Fehler ist, zu glauben die eigenen Erwartungen seien gering und können so nicht enttäuscht werden. Weit gefehlt. Denn sie sind unerreichbar hoch. Unerreichbar – ist natürlich pessimistisch, aber alles andere wäre nicht ich.
In meinem Pessimismus stecken auch eine Menge von Erwartungen und Hoffnungen, die man in sich birgt und sie nicht ausspricht. Ich wäre glücklich, würden sie einmal nicht enttäuscht, ich meine die „ganz hohen“ Erwartungen.
Dabei sagte doch schon Konfuzius: „Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.“ Recht hatte er, und doch unmöglich für jemanden wie mich, der an seinen Sehnsüchten stirbt. Die Sehnsucht nicht allein zu sterben ist dominierend. Emotionaler Selbstmord.

„Halt mich nur ein bißchen, bis ich schlafen kann.“

So ist man wenigstens noch auf der Suche, auf der Suche nach Besserung, nach Mehrsamkeit. War ich fündig? Es war anders, als ich es mir vorstellte, nein, eigentlich war es schon so, es war genau wie ich es mir vorstellte und ich glaube fast nicht, dass es je wieder so sein wird, im Grunde weiss ich nichts. Es hatte sich gut angefühlt.

Hoffnung und gleichzeitig Hoffnungslosigkeit gibt mir das Vergangene. Ich denke mir immer wieder, dass man nur abstumpfen müsste [ich arbeite daran], um dieses Leben relativ schmerzlos leben zu können. Das geht eine Weile, aber nicht für ewig, und am Ende ist es schlimmer als zuvor, weil man wieder etwas verloren hat, nämlich Menschen, was mehr weh tut als alles andere. Man hat sie verloren, weil sich kaum jemand hineinversetzen kann, in die Lage eines „Steppenwolfes“. Wer Spaß am Leben hat, sowieso nicht. [Was nicht heißt, dass ich nie Spaß hätte].
Also ist es ein Verbrechen das Leben schön zu finden? Nein, es ist die einzige Möglichkeit es zu ertragen. Dieses Fremdsein, Dasein unter vielen Menschen, Sterben an der Einsamkeit.
Apathisches Träumen von dem Ersehnten lässt einen schwachsinnig erscheinen. Automatisch wird man anders. Grenzt sich selbst aus [„This is an outsider's life...“], dadurch, dass man auf der Suche ist. Auf der Suche nach dem mysteriösestem was das Leben bereithält (oder aber verwehrt).
Ein Wort, dass seiner Bedeutung gar nicht gerecht werden kann und deshalb brauche ich es auch gar nicht aussprechen.
Unendlich glücklich kann sie einen machen, oder aber Schmerz hervorrufen. Je nachdem wie man zu ihr steht und ob man von ihr zehren kann, oder ob sie einen verzehrt. „Fressen und gefressen werden“ – Lieben und geliebt werden. Von Zeit zu Zeit frisst die Liebe [oder dergleichen] mich auf. Ich hoffe sie ist bald satt.
Somit erleidet ein jeder, einschließlich mir, seine Qualen, der eine kann man mit Schmerz besser umgehen als ein anderer.

Es gibt ja solche, die lassen sich vom Allmächtigen helfen. Bitteschön. Ich glaube nicht an Gott, wer soll das sein? Ist es nicht abwegig an jemanden zu glauben, dessen Entscheidungen man erst durch peinliches Suchen eigener Sünden rechtfertigen kann? Ein Gott kann höchstens die Vorstellung von einer uns leitenden Kraft sein. Denn ich glaube eine solche gibt es. Wem ist es noch nicht passiert, dass man etwas träumt, das zunächst keinen Sinn ergibt, sich aber schon am nächsten Tag erklärt, da es einfach eintritt oder ein geträumtes Problem gelöst wird. Träume sind eine seltsame, unbegreifliche, prophezeiende Erscheinung. Ich bin einer der letzten von denen, die sie erklären können, und doch lassen gerade sie mich am natürlichen Verlauf des Lebens zweifeln.
Eine andere Art von Träumen: Tagträume, sie können so grausam schön sein. Denn in solchen geschieht schließlich alles nach eigenem Verlangen, die Perfektion des Seins. Auch wenn ein solches Entfliehen in die Unwirklichkeit oft belächelt wird, es gilt trotzdem: „Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zu kämpfen.“
Diese Worte wurden mir zugeschickt. Oh, was hatte ich mir in Bezug auf diesen Menschen zusammen geträumt, ausgerechnet von diesem kamen diese Worte und oh, was träume ich mir immer noch zusammen! Diese Illusionen zeigen einem auf, wofür es sich lohnt das Leben zu ertragen. Nämlich für die im Traum gesteckten Ziele. Ob man diese jemals erreicht oder ob man sie noch will, wenn man sie dann erreicht hat [eine sehr entscheidende Frage – ich wundere mich selbst, dass diese zur Diskussion steht], ist zwar Ursache des Leidens, aber für's Träumen zunächst nebensächlich. Sie lassen zumindest eine Hoffnung zu.
Das Leben zeigt einem früher oder später viele der Grausamkeiten auf, die es für einen bereit hält. Schlimm ist es, wird man in schon in frühen Jahren „gestraft“. Wenn Menschen, die noch weit von entfernt sind von etwaigen 20 Lebensjahren, schon keine Lust oder aber Kraft haben, um zu leben, dann ist dies ein auffälliger Schrei nach Veränderung von vielen Dingen. Ein Schrei, den man in einer isolierten Zelle schreien muss, in die man zuvor gesteckt wurde, isoliert von allem, das Abhilfe schaffen könnte. Diese Schreie bleiben unerhört. Von Hoffnungslosigkeit geplagt, hat man die Wahl zwischen dem isolierten Dasein, in das man sich selbst unfreiwillig bringen ließ, oder der symbolischen Klinge, die einem in die Hände fällt.

Die Klinge als Symbol für den Ausweg. Habe schon oft über ihn nachgedacht, es kommt vor, dass ich diesen Gedanken verdrängen kann, für Tage oder gar Wochen. Ich kann sie jederzeit ansetzen und warte auf den zur Kurzschlussreaktion nötigen Anlass. Doch ein Steppenwolf kann ja nicht sterben, vondahergehend wird die Klinge in nicht erreichbarer Ferne unbenutzt bleiben.
Jedoch geht es auch anders. Immer wieder muss ich davon hören, wie befreiend es ist, das Blut die Arme herunterfliessen zu sehen. Man gewöhnt sich tatsächlich daran und stumpft ab. Nicht aber, wenn man selbiges von Menschen hört, die einem sehr nahe stehen. Man ist einer unerträglichen Hilflosigkeit ausgesetzt. Suizidopfer sind schon lange vor ihrem Tod gestorben, nun liegt mir daran die Toten zu wecken, um ihnen wieder Leben einzuhauchen, bevor dies auch biologisch unmöglich ist. Aber, dass mir daran liegt, heißt nicht, dass ich es kann. Beinahe unmöglich, besonders für einen Sterbenden. Somit kann ich nur von Traurigkeit erfüllt werden.

Mir steht nun wirklich kaum jemand nahe, aber wenn ich wieder erfahre, dass eben jene wenigen die Klingen immer wieder und wieder ansetzen [oder seien es Medikamente], dann kommt in mir alles gleichzeitig hoch: Trauer, Angst, Hilflosigkeit, Wut und ein Gefühl der Einsamkeit, denn genau dann, bin ich den Menschen, die mir doch eigentlich nahe stehen, sehr fern. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass ich an kaum noch was glaube und wenn man mich fragte, was diese wenigen Dinge noch wären, dann wüsste ich es nicht zu sagen. Ich lebe vor mich hin, für mich, hoffe, tief, ganz tief im Inneren, auch für wenige andere leben zu können, gestehe es mir nicht ein und lass mich von einer harten Hülle umgeben.
Oft sieht man mich und glaubt meine Laune einschätzen zu können, beinahe genauso oft liegt man daneben. Oberflächlichkeit und Desinteresse sind nur zwei Signalwörter, aber auch meine Masken, natürlich. Wenn ich nachdenklich bin, heißt es nicht, dass es mir schlecht geht, denn ich könnte ja auch träumen, wenn ich versuche witzig zu sein, heißt es nicht, dass es mir blendend geht.
Schwer durchschaubare Welt, schwer durchschaubare Menschen, sie sind die Interessantesten und sie sind die, die mich, und sicher nicht nur mich, mir fällt kein Wort ein..."Wichtige Links zu diesem Text"
Dreadful Shadows - Futility

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35 Antworten

Kommentare

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    Ich habe keine Ahnung. Aber da ich glaube, Ahnung zu haben, glaube ich, da gerade was von einem sehr intelligenten, sensiblen, hinterfragenden (wer hinterfragt heute noch?), Menschen gelesen zu haben. Und was ich jetzt eigentlich gerade denke ist, dass es schön wär, es gäbe mehr von der Sorte. (Oder auch nicht und wir wären alle dumm und passiv-glücklich?!) Ah ja und ein Satz lässt mich nicht mehr los: "Suizidopfer sind schon lange vor ihrem Tod gestorben, nun liegt es an mir die Toten zu wecken..". Natürlich ist mir klar, wieso dieser Satz an mir nagt, aber ich frage mich auch, ob er wirklich wahr ist? Und ob es sowas wie Wahrheit überhaupt gibt? Und wenn ja, sind wir dann nicht alle ein bisschen Tod? Wen muss man schon nicht wecken?

    26.04.2011, 00:45 von Jamila_Vanilla
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      Wenn du nur wüsstest. Chrchrchr!

      03.11.2011, 13:44 von Steifschulz
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      Wenn ich was wüsste??

      08.11.2011, 18:07 von Jamila_Vanilla
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      "da gerade was von einem sehr intelligenten, sensiblen, hinterfragenden (wer hinterfragt heute noch?), Menschen gelesen zu haben."


      Deine Aussage korrespondiert nicht mit dem Bild, das ich von mir habe. Also zumindest nicht das mit der Intelligenz. Intelligente Menschen gehen nicht 14 Jahre zur Schule und setzen ihre geistigen Voraussetzungen nicht so ein wie ich das tue.

      09.11.2011, 08:15 von Steifschulz
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      Also erstens glaube ich dir nicht ganz, dass du dich wirklich nicht für Intelligent hältst.. 


      Zweitens sehe ich unter Intelligenz vielleicht was anderes als du...

      18.11.2011, 20:53 von Jamila_Vanilla
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    "Mit Glauben allein kann man sehr wenig tun, aber ohne ihn gar nichts." (Samuel Butler)

    11.03.2011, 19:05 von Faraduna
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      @Faraduna Und? Hilf mir mal. Ich bin vollkommen Matsch im Kopf.

      11.03.2011, 19:06 von Steifschulz
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      @Steifschulz das war nur auf den part bezogen wo du über "glauben" bzw gott geschrieben hast.

      11.03.2011, 20:07 von Faraduna
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    ..im traum gefangen halten. zurecht, denn das entsetzen wäre groß.

    mag den text sehr.

    23.02.2010, 17:38 von TNT
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    ..im traum gefangen halten. zurecht, denn das entsetzen wäre groß.

    mag den text sehr.

    23.02.2010, 17:38 von TNT
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    oh und ich dachte eine ganze Weile , das sei aus der Perspektive eines Pubertierenden geschrieben, die ganzen American Beauty, Hermann Hesse und Herbert Grönemeyer Einschübe

    19.02.2010, 19:00 von rolfradolfski
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      @rolfradolfski wieso müssen alle texte immer wieder so pseudoliteraturkritikermässig auf einflüsse durchsucht und entsprechend der eigenen kümmerbildung lieblos an allgemeinplätzen verortet werden. wieso kann ein text nicht einfach seine eigene qualität haben? wieso kann eine diskussion eines textes nicht dessen erkenntnisse fortführen? habt ihr horste etwa keine eigene qualität, und keine eigenen erkentnisse? oder laut hesse keinen eigenen lebensfluß? das ist zum koten und kotzen. ihr labert wie die dümmsten möchtegernlehrer.

      19.02.2010, 19:07 von pariboy
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      @pariboy naja aber du musst doch zugeben, dass sich das schon ziemlich weltschmerz tagbucheintrag mäßig liest. ich finde das sehr sympatisch, was er schreibt, aber mir fehlt der rote faden

      19.02.2010, 19:23 von rolfradolfski
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      @rolfradolfski ne, es ist ein hybrid zwischen dem sound eines persönlichen tagebucheintrag, der farbe eines klagegedicht und die denkweise einer kleinen, aber gut geführten philosophischen, recht freien erörterung. insofern faden, also dramaturgie wäre ein korsett und fehl am platz. das interessante an der erörterung ist ja, dass das ergebnis nicht schon vorher feststeht, das das ziel der beschrittene weg ist. dieses manko haben viele andere texte, das sie eine definite moral/pointe aufblähen,ohne interesse am eigentlich literarischen, dem prozeß/diskurs. stattdessen wird nur mit belanglosigkeit der leerraum gefüllt. in guten texten ist kein satz umsonst, selbst wenn man sich scheinbar tausendfach wiederholt. das ist dann aber eben annäherung, entwicklung, literatur. dieses rezeptartige beschreiben als aneinanderreihung von ergebnissen, straff geordnet nach moral/hierarchie, ist keine literatur, das ist bürokratie.

      19.02.2010, 19:35 von pariboy
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      @pariboy und das findest du jetzt nicht aufgebläht?

      19.02.2010, 19:39 von rolfradolfski
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Am Anfang hab ich mir ein paar klare Worte gewünscht, am Ende wollt ich kaum noch hinsehen...
    traurig...

    13.07.2009, 23:01 von Kayah
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      @Kayah Ach komm ey, euer Mitleid ist nicht echt und verstehen geht auch echt anders!

      09.09.2009, 13:36 von frl_smilla
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    Ohhh,

    armes kleines Steifschulz...

    06.07.2009, 16:30 von Matsumoto
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      @Matsumoto Ich finde nicht, dass es so selbstmitleidig klingt.

      09.09.2009, 13:30 von Steifschulz
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      @Steifschulz Das war doch nur ein Kopfstreichel-Kommentar. Hätte ich ein Rezept für die Erfüllung deiner Sehnsüchte, hätte ich dir das schon geschrieben.

      "Suizidopfer sind schon lange vor ihrem Tod gestorben",
      das sollte man etwas differenzierter sehen...

      09.09.2009, 17:35 von Matsumoto
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"Gedanken, wie es denn sein konnte, dass es im Leben tatsächlich aufwärts geht und ob daran nicht etwas faul sei. Aber mir wurde nahe gelegt nicht alles in Frage zu stellen. Dem sei so. "

    >> Welcher Penner hat dir gesagt, du sollst nicht alles in Frage stellen? Sollen wir jetzt unsere Seele dafür verkaufen, uns mit geistigem stupiden Stillstand für das Glück zu prostituieren?


    Leben mit Hoffnung? Halte ich für gefährlich. Lässt das Wesentliche aus den Augen, aus dem Sinn verschwinden.


    "Wenn man sich diese Fragen abermals und immer wieder nicht beantworten kann oder die Antworten extrem unbefriedigend sind, so fällt man ich ein Loch, beziehungsweise rutscht tiefer, da man eh drin steckt. Ich kann einfach nicht mehr und möchte alles hinter mir lassen – so fühle ich mich manchmal und in letzter Zeit wieder öfter."

    >> Ich kann es nicht oft genug betonen. Brech mal die Hoffnung, die Sehnsucht und all das Wunsch-Gedöns weg. Was bleibt übrig? Hier und Jetzt. Lerne, das zu genießen, gestalte es dir wie du möchtest und lass dir nicht vorwerfen, ein Egoist zu sein. Wir versagen alle an dem Punkt, an dem wir anfangen zu fordern.

    06.07.2009, 15:08 von frl_smilla
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      @frl_smilla hoffnung und sehnsucht weglassen ist so ziemlich das ende aller freiheit.es sind vllt.nicht die heroischsten werte, aber sich eingestehen, dass es sich damit besser lebt als in dieser krümeligen und degenerativen "es gibt nur hier und jetzt - find dich ab" (darauf bezieht sich ja der text m.e., die angst in der zwischenstufe zum pragmatischen semi-unmenschen gefangen zu bleiben) null-ästhetik ist hingegen ziemlich stark. gegen den widerstand der aufklärung/ratinierung, für die explosion der zukunft, für die fragmentarischen halbwelten in abwegigen momenten, für ihre zauberhafte reinterpretation durch den lauf der zeit hindurch. das leben sollte ein offener trip bleiben, und keine ordnungsgamäße pflichterfüllung.

      11.02.2010, 22:34 von pariboy
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      @pariboy Der Kommentar ist ein Dreivierteljahr alt.

      Ich würde den heute durchaus anders formulieren.


      Jaaa, Smilla, und wie?
      Weiß nicht genau.
      Und ich hab auch keine Lust zu, darüber nachzudenken.

      19.02.2010, 19:18 von frl_smilla
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