zurück bleibt die stille
ein leben, das nicht sein sollte.
zurück bleibt die stille
und mit ihr das schrille piepen in meinem ohr. hinter meinen augen brennt es. jetzt verschwimmt der blick.
ich schaue dich an, warte auf ein zucken des lids, eine bewegung der hand. doch das wird nicht passieren.
zu ende dein leben, das viel zu früh begann. viel zu früh endete.
ich schalte den monitor aus, ziehe mit zittrigen fingern die elektroden von deiner brust, baue das beatmungsgerät ab. ich wasche dich. zärtlich und mit warmen waschlappen. wähle ein schönes mützchen, einen strampler für dich aus. lege dir das kuscheltier in den arm, das deine mama und dein papa mitgebracht haben.
wir machen einen fußabdruck, damit sie eine erinnerung an dich haben. einen abdruck deines kleinen, perfekten fußes.
eingewickelt in dein deckchen siehst du friedlich aus. so friedlich man nur sein kann, wenn man unter morphin einschläft, weil man fürs leben zu früh gekommen ist. vier tage hast du gekämpft, wir mit dir. und verloren.
ich stupse dein näschen an. du bist so ein schönes kind. der tod ist mir wieder einmal zu viel begegnet. was soll ich dir noch sagen?
'gute heimreise, kleine seele.' wünscht meine kollegin. zu viel. ich muss hier raus.
zurück bleibt das gefühl, dich allein zu lassen, dich beschützen zu müssen.
und die stille.






Kommentare
Ich kenne mich da nicht aus aber ich gehe mal davon aus, dass es so selten nicht ist dass ein Frühchen stirbt. Das ist so eine Sache, ein Umstand an den man so gut wie kaum denkt. Obwohl es ein Gedanke wert ist weil einem bestimmte Dinge dadurch wieder klar werden. Auch wenn es ein äußerst bedrückender und trauriger Gedanke ist. Toll geschrieben und auch von mir größten Respekt für dich und deine Arbeit.
14.02.2012, 01:37 von Felix-Oscardanke.
Stimmt. Aber den Mut in diesem Moment zu sprechen, den muss man haben. Der Gedanke etwas sagen zu wollen aber nicht zu wissen was schührt die Angst. Zum Glück gibt es Menschen wie dich. Das soll jetzt kein "Geschleime" sein, sondern ist ernst gemeint. Wenn sich allein Patienten mit- sagen wir mal- weniger gewichtigen oder weniger emotional behafteten Problemen verloren fühlen, wie muss es dann erst in diesem Fall den Eltern gehen. Ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen.
14.02.2012, 01:56 von Felix-OscarSehr traurig. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es den Eltern gehen mag. WIe sie das alles ertragen und damit weiterleben.
05.09.2011, 21:40 von HuelsStattKrefeldDu hast das sehr gefühlvoll geschrieben und ich wünsche dir viel Kraft für die Zukunft.
das berührt einen zu tiefst
25.08.2011, 23:13 von theCandymanEine leise Träne von mir.
14.03.2011, 18:44 von DeanLebimski@DeanLebimski sckluck, oh gott, also mir kommen hier auch grade die tränen
25.08.2011, 22:48 von Gluecksaktivistinpuhhh
traurig...
10.01.2011, 20:17 von topfbluemchenund Respekt für dich & deine Kollegen.
.. ein leiser, stiller text ..
28.10.2010, 10:10 von ilofischrecklich und unendlich traurig
Meinen größten Respekt, dass du solche Situationen meisterst...
27.10.2010, 21:54 von XeNia79Trauriger Text!....sehr zart beschrieben.
Sehr gefühlvoller Text. Traurig.
27.10.2010, 21:10 von Jackie_Grey