Weicheis stärkste Stunde
Über die Geburt in einem Geburtshaus.
Eigentlich... ja eigentlich bin ich total wehleidig. So wehleidig, dass ich damals, als ich vor der Wahl stand, meine Weisheitszähne entweder auf zwei Mal verteilt, jeweils mit örtlicher Betäubung, oder aber auf einmal unter Vollnarkose zu entfernen sofort letztere Variante wählte. Mir war einfach klar: Ich werde sonst ohnmächtig dabei. Denn ich wurde schon fast ohnmächtig, als ich mir einmal ein Ohrloch stechen ließ. Vor gut einem Jahr war ich dann plötzlich schwanger. Jeder Mensch weiß: Am Ende einer Schwangerschaft steht die Geburt und die bedeutet Schmerzen!
Alleine wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, doch eine gute Bekannte riet mir zu einer Geburt im Geburtshaus. Beim Info-Abend erzählte die dortige Hebamme, dass auf PDA (Spritze in den Rücken, die unter der Geburt den unteren Bereich betäubt) und sonstige Schmerzmittel verzichtet werden müsste, da dies nur Anästhesisten verabreichen dürften, Hebammen aber nicht. Dann führte sie uns im Geburtshaus herum und zeigte ein Geburtszimmer. Da es diesmal nicht alleine um mich ging, sondern auch um mein noch ungeborenes Kind, entschied ich mich zum ersten Mal für Schmerzen und gegen Betäubung. Doch: Würde ich es durchstehen?
Im Geburtsvorbereitungskurs, sieben Monate später, waren sieben Paare. Sieben dicke Bäuche. Vier davon wollten im Krankenhaus gebären, drei im Geburtshaus. Wir lernten, dass eine PDA durchaus eine legitime Variante ist, die Schmerzen zu ertragen. Aber dass auch neueste Studien zeigten, dass unter einer PDA geborene Kinder später oft unter Ängsten litten, allein gelassen zu werden. Ein Zufall? Fakt ist, dass Mütter unter einer PDA ihre Kinder nicht mehr spüren können, der Kontakt ist weg – und das in so einer Ausnahmesituation für beide. Nein, das wollte ich nicht. Dennoch machte ich mir weiterhin Sorgen, ob ich Weichei wirklich so stark war, eine Geburt ohne Betäubung auszuhalten.
Am 16. März war der vorhergesagte Geburtstermin und tatsächlich: Um 20.00 Uhr platzte die Blase und prompt setzten die Geburtswehen ein. Die waren wirklich heftig, schlimmer, als gedacht. Aber was hatte ich denn bloß erwartet? Mein Mann war mir eine große Hilfe. Wie gelernt unterstützte er mich dabei, die Geburtswehen zu veratmen: „Aaaaaaahhhhhhhh“ und „Ooooooohhhhhhhh“, tönten wir. So saßen wir singend auf dem Sofa im Wohnzimmer. Dazwischen war es immer wieder ruhig. Doch plötzlich dauerten die Pausen nur noch ein bis zwei Minuten. Gegen 0.00 Uhr wurde ich leicht panisch. Die Wehen waren doch viel zu oft. Ob der Muttermund vielleicht schon ganz weit auf war? Wir riefen unsere Hebamme an. Nach einer halben Stunde kam sie. Der Muttermund war noch nicht weit genug offen. Doch um die Wehen ein bisschen zu mildern, schickte sie mich in die Badewanne. Mit ihrer ruhigen Art hatte sie mich wieder auf den Boden geholt.
3.15 Uhr kam das Taxi. Ich war in der Übergangsphase. „Manche Frauen schimpfen wie ein Rohrspatz“, stand dazu in meinem schlauen Buch über Geburten. Eine sehr unangenehme Phase, wie ich wusste: Denn man möchte pressen, darf aber noch nicht! Ich erinnerte mich an die Worte einer Freundin: „Wenn du glaubst, du willst sterben, dann ist es nicht mehr lang.“ – dieses Gefühl hatte ich – total! Und ich wollte sterben! Im Geburtshaus angekommen, wurde ich in den sogenannten Vierfüßlerstand dirigiert. Ich gehorchte. Die Wehen kamen immer noch so häufig. Es war sehr unangenehm. Die Hebamme ließ schon einmal das Wasser in der großen Badewanne ein. Irgendwann später, ich kniete in der Wanne und hielt die Hände meines Mannes, war ich mit der Geduld am Ende: „Wie lang muss ich denn noch?“ fragte ich schwer geplagt, wimmernd, nein: entkräftet. „Noch drei Wehen!“ feuerte mich die Hebamme an. „Fünf Uhr sieben ist er da!“ Und sie hatte verdammt Recht. Neun Minuten nach fünf Uhr platschte mein Sohn ins Wasser. Besser gesagt: glitt. Er tauchte unter mir durch und ich nahm ihn in meinen Arm. Die Gefühle in diesem Moment sind schwer zu beschreiben. Zum einen, weil sich über die Erinnerungen rund um die Geburt ein schmeichelnder Schleier gelegt hat, zum anderen, weil ich so etwas noch nie gefühlt habe und jegliche Vergleiche daher unmöglich sind.
Die Nabelschnur wurde von meinem Mann durchgeschnitten. Daraufhin legte er sich mit nacktem Oberkörper und dem Baby darauf ins Bett. „Bonding“ heißt diese erste wichtige gemeinsame Phase. Die beiden Hebammen und die Krankenschwestern ließen uns mit dem Neugeborenen allein, über eine Stunde. Wiegen, messen und untersuchen – das geht auch alles später noch. Erst einmal müssen Eltern und Kind sich ein wenig beschnuppern. Im Nachhinein empfinde ich die Geburt als eines der krassesten und wertvollsten Erlebnisse in meinem bisherigen Leben. Es gibt mir enorm viel Selbstvertrauen zu wissen, dass ich es alles ohne medizinische Mittel ganz alleine geschafft habe, dass ich meinem Sohn eine sanfte Geburt ermöglicht habe, ohne Zerren und Stress. Er hat nicht geschrieen, einfach geatmet. Einfach geschlafen. Szenen, wie in den meisten Filmen, in denen Babys schreien und ihr Gesicht richtig verzerren, blieben aus (die kamen erst im späteren Verlauf seines Lebens, aber das ist eine andere Geschichte).
Acht Wochen später gab es ein Baby-Treffen mit allen Eltern aus dem Geburtsvorbereitungskurs. Sechs Babys und Anhang. Die Geburtsgeschichten machten die Runde. Von den vier Krankenhausgeburten war keine einzige so, wie man sich das wünscht: Zwei Kaiserschnitte, einmal Saugglocke und bei einer Geburt waren gerade einmal zwei Hebammen für sechs Geburten zuständig. Die beiden anwesenden Geburtshaus-Geburten liefen als einzige super. Meine sogar im Wasser. Bessere Werbung hätte es nicht für das Geburtshaus geben können. Das ist nun natürlich meine ganz persönliche Statistik, doch auch die offizielle sagt: Im Krankenhaus werden in der Regel häufiger medizinische Eingriffe nötig als zu Hause oder in Geburtshäusern. Zufall? Ich glaube, es hat auch mit der Herangehensweise an eine Geburt zu tun: Sie als natürlichen Vorgang zu sehen, nicht als Krankheit. An die Kräfte der Natur zu glauben. Nicht in erster Linie an das zu denken, was schief gehen kann und somit einer self-fulfilling prophecy den Weg zu bahnen. Dazu gehört auch, die Schmerzen als Helfer anzusehen, die einem „mitteilen“, was zu tun ist.
Ja, ich bin ein wenig stolz auf mich, denn ich habe es durchgezogen. Ohne Schmerzmittel, ohne schulmedizinischen Hokuspokus. Diesen Mut aufzubringen hat sich voll gelohnt: Mein Baby hat die Welt nicht schreiend und mit einem schmerzverzerrtem Gesicht betreten. Doch es bleibt noch eines zu sagen: Jede werdende Mama muss sich für die Geburt den Ort aussuchen, an dem sie sich am sichersten und wohlsten fühlt. Das mag für mich das Geburtshaus sein und ich bin, wie man lesen kann, begeistert von diesen Einrichtungen und skeptisch gegenüber Krankenhäusern. Doch es ist absolut legitim, lieber auf die Medizin und auf eine Betäubung zur Unterstützung eines der wichtigsten Momente im Leben zurückzugreifen.



Kommentare
Die Hebammenzunft propagiert ja zunehmend Hausgeburten und Geburtshaus ... von wegen alles natürlicher Prozess und so, Krankehaus ist ja auch total kalt und steril ... ein Hoch auf Vorurteile und halbgares Blabla.
29.02.2008, 15:40 von DerDudeDie Zeiten vom gekachelten Kreissaal und dem sofortigen Abschieben des Kindes auf eine Säuglingstation gehören schon länger der Vergangenheit an und gerade wenn dann doch mal eine schwere Komplikation eintritt - sei es für die Mutter (z.B. Uterusatonie) - sei es für das Kind sieht es im Geburtshaus oder gar in den eigenen 4 Wänden plötzlich ganz ganz düster aus ...
Genialer Artikel! ^_^
02.11.2007, 15:04 von nebomoreoblakaHabe auch gerade (4 Wochen) eine Entbindung im Geburtshaus hinter mir. Es war wunder, wunderschön!! Ich habe zwar nur diese eine Geburt erlebt, trotzdem glaube ich, dass es nirgendwo anders entspannter, ruhiger und freier (in Bezug auf eigene Entscheidungen) zugehen kann.
Übrigens hat mich meine Hebamme, als sie etwas ungewöhnliches getastet hatte, innerhalb von 7 minunten in mein Wunschkrankenhaus gebracht (von wo ich wieder mit zurück ins Geburtshaus durfte, nachdem andere Untersuchungen nichts ergaben..XD)
Ich denke, in Geburtshäusern kann genausowenig oder viel schief gehen wie in Krankenhäusern, für den Notfall ist immer gesorgt. Außerdem stehen Geburtshäuser viel stärker unter Kontrolle, bei Krankenhausfehlern regt sich aber keiner auf. Das, was die Krankenhäuser dagegen gewohnheitsmäßig aus eigentlich normalen Geburten machen, finde ich eher schade. Wer sich in Krankenhäusern aufgehobener fühlt, soll dorthingehen, aber ein Recht auf eine natürliche Geburt (ist doch keine Krankheit!) sollte jeder haben (an all die, die Geburtshäuser für ach so unverantwortlich halten)..
bis jetzt einer der schönsten artikel die ich gelesen habe :)
26.10.2007, 16:25 von takeurmedsalles gute für dein baby :D
Kleiner Zusatz für die Nicht-Mediziner unter uns werdenden Vätern von einem, der bereits Vater ist: als Mann die Nabelschnur durchzutrennen, ist gerade für die Weicheier unter uns (wie mich) nicht unbedingt ein vergnügen. Lieber vorher mit den Ärzten klären, ob man das wirklich will. Man erspart sich dann Diskussionen in Momenten, wo man wirklich nicht diskutieren will.
09.10.2007, 19:50 von Tim123@Tim123 Ich freue mich, dass du dein Baby auf diese schöne Art und Weise zur Welt bringen konntest :-).
13.10.2007, 12:40 von ViperTwingoMein Sohn kam drei Wochen zu früh und noch viel früher wurde mir gesagt, dass er etwas zu leicht sein wird (ständige Untersuchungen und Lungenaufbauspritzen waren unerlässlich) und als er dann kam, mit 2290g musste das im Krankenhaus passieren. Ich wählte die PDA und ich muss sagen, dass war für mich auch gut so, denn ich war ständig vorm umkippen und musste mich dauernd übergeben.
Wie mein Kleiner jetzt aussieht, kannst du in meinem Profil schauen :-).
Es mag aber was dran sein, dass PDA-Kinder das Gefühl bwz. Angst davor haben alleingelassen zu werden, Adrian ruft immer zuerst nach mir und wenn ich auch nur den Raum verlasse geht es sofort "Maamaaa?".
Für dich will ich noch sagen: Du hast das ganz ganz toll gemacht!!! :-)
@ViperTwingo @ ViperTwingo: Ich würde eher annehmen, dass die zu frühe Geburt einen größeren Einfluss hatte als die PDA, das ist schließlich ein viel gravierenderes Erlebnis für so ein Würmchen.
24.10.2007, 02:10 von Asphaltblume@Kind_der_Freiheit: Ein schöner Bericht! Und wenn alles glattgeht, ist eine Geburt im Geburtshaus bestimmt toll, und ich kann mir gut vorstellen, dass sie entspannter ist als im Krankenhaus. Aber wenn irgendwas nicht so ganz stimmt, geht man eben ins KH, weil die auf alles vorbereitet sind.
Könnte es sein, dass die schwierigeren Geburten deiner Kurskolleginnen die Geburt im Krankenhaus bedingt haben und nicht so sehr umgekehrt?
Schön geschriebener Text.
09.10.2007, 19:41 von Tim123Das ist Thema "KH für die Geburt oder nicht", wird wirklich herrlich emotional geführt und hat schon fast esoterische Züge.
Ich muß da leider auch ein wenig Benzin dazu ins Feuer kippen:
Was für eine dekadente Gesellschaft in der wir leben, wo man mit die besten Krankenhäuser und medizinische Versorgung fast kostenlos für seine Geburt erhalten kann, sich aber gerade hochgebildete Menschen aus emotionalen Gründen dafür entscheiden, lieber keine Fachärzte, keine Fachausstattung und keine Notfallmedizin direkt vor Ort zu haben.
Warum neigen gerade hochgebildeten Menschen, die keinen Staubsauger ohne "Test"-Urteil kaufen, keine Geldanlage ohne wochenlanges Studium der Anlageprospekte zu tätigen und selbst ihr Leitungswasser zum Bleitest schicken, beim Thema Medezin dazu, sich auf Geschichten vom hören-sagen-zu-verlassen? Fachärzte ablehnen und Hebammen oder gar Heilpraktiker vorziehen?
Ich werd´s nie verstehen. Muss ich aber auch nicht. Das kann und soll zum Glück jeder für sich selbst entscheiden.
Dir wünsche ich alles Gute mit dem Baby.
Kinder rocken !
liebe Leser,
17.09.2007, 11:10 von Kind_der_Freiheiterstmal Danke für die vielen Kommentare. Schön, dass über so ein eigentlich - naja, fast "ekliges" Thema, so viel diskutiert wird ;)
natürlich hatte ich in gewisser Weise einfach den "Idealzustand": problemlose Schwangerschaft, keine erkennbaren Risiken usw... wäre dem nicht so gewesen, ich wäre ins Krankenhaus gefahren. Aber für mich sind Krankenhäuser Orte, an denen man ist, wenn etwas nicht in Ordnung ist, da bei mir alles in Ordnung war, wollte ich da nicht hin. Es ist aber auf jeden Fall besser, in Fällen von Angst oder Unsicherheit die Sicherheit, die ein KH bieten kann, in Anspruch zu nehmen, denn Angst und Unsicherheit sind extrem schlechte Begleiter bei einer Geburt! Auch möchte ich, dass alle Frauen, die im Krankenhaus geboren haben, sich durch diesen Bericht nicht angegriffen fühlen, so ist das nämlich wirklich nicht gemeint! Tatsächlich werden auch die Krankenhäuser immer "besser" in Sachen Geburt und man kann vieles vorab klären, so dass eine Geburt genauso schön werden kann, wie meine im Geburtshaus.
Nun aber zum Vorwurf, ich hätte das Leben meines Kindes aufs Spiel gesetzt (bzw. eine Behinderung riskiert): Lieber Kommentator, das ist eine Frechheit! Natürlich befindet sich ganz in der Nähe des Geburtshauses ein Krankenhaus wo im Falle einer Komplikation schnell hinverlegt werden kann. Und die Hebammen zögern da nicht lange, machen das lieber einmal zu schnell, als zu spät. Statistisch gesehen gibt es ein Restrisiko - klar. Aber das ist mitnichten größer, als das im Krankenhaus. Siehe obiger Bericht einer Leserin: war ganz alleine bei der Geburt ihrer Tochter. Oder was, wenn zwei Hebammen sich um 6 Geburten kümmern? Mittlerweile finde ich solche Kommentare nur noch dreist und völlig daneben. Aber zum Beispiel hat meine Mutter auch solche Bemerkungen gemacht und das hat mich tierisch verletzt. Als ob man mal eben leichtfertig mit Leben seines Kindes spielen würde! Leute, wenn ihr so an das Leben rangeht, dann müsst ihr später eure Kinder auch in watte packen und dafür sorgen, dass sie niemals in irgend einer Weise am Straßenverkehr teilnehmen! Natürlich kann manchmal alles so dumm laufen, so dumm kann man gar nicht denken! Aber das passiert überall - auch in Krankenhäusern!
Hallo Leute die ihr meckert, dass Geburtshaus soooo unverantwortklich ist: Da arbeiten ausgebildete Hebammen und die arbeiten auch meist mit Frauenärzten oder Kliniken zusammen, für den Fall der Fälle. Schreit lieber erst los wenn der letzte Schrei aus Amerika hierher kommt, die Hausgeburt ohne Begleitung, nur Frau und evtl Mann. Die Geburt ist ja die Umkehr vom Sex und da sollten auch nur die Eltern dabei sein. Mmmmh.
16.09.2007, 20:25 von SisterofEvil@SisterofEvil Es geht doch nicht um Unverantwortlichkeit, sondern darum, dass es in Kliniken auch so etwas wie Zeit für´s Bonding usw. gibt. Und das wird den Kliniken in diesem Artikel abgesprochen. Oder siehst ( liest ) du das anders??
17.09.2007, 10:02 von SuppenJessiWir wissen doch alle, dass ausgebildete Hebammen im Geburtshaus beschäftigt sind und das die Atmosphäre wunderbar und in den meisten Fällen auch entspannender ist als in einer Klinik. Das ändert aber nichts daran, dass jede Frau stolz sein kann ein Kind geboren zu haben. Egal wo und egal wie. Oder nicht???
@SuppenJessi Ich bezog mich auf
30.09.2007, 18:56 von SisterofEvil"Sorry, ich kann darüber in gewisser Weise nur den Kopf schütteln. Natürliche Geburt, ja. Aber bitte im Krankenhaus!" und
"Ich hatte die Nabelschnur um den Hals. Das ist nicht gerade ungefährlich. Im Krankenhaus ist doch einfach viel schneller Hilfe da."
Wer wie wo sein Kind bekommt ist mir persönlich total latz. Aber diese Kommentare klingen danach, dass eine Geburt im Geburtshaus unverantwortlich und gefährlich sei. Was nun einfach mal nicht stimmt. Wenn die Kommentatoren da schon Probleme sehen, bin ich mal gespannt, was die sagen, wenn die "unassisted homebirth" Welle nach D schwappt. Da sind dann nämlich keine Hebammen oder Ärzte dabei, geschweige auf Abruf bereit.
Auf die Frage nach Zeit für Kind und Eltern bin ich mit meinem Kommentar in keiner Weise eingegangen und, noch mal, wer sich für was entscheidet ist mir egal.
Eigentlich war ich mit der Klinik ganz zufrieden, in der ich entbunden habe. Ich habe sie mir vorher angesehen, mit den Ärzten und Hebammen gesprochen und meine Vorstellungen geklärt. So wurde mir das Baby nach der Geburt auf den Bauch gelegt und der Vater konnte selbst die Nabelschnur durchtrennen, als wir das beide wollten. Nachdem ich meine Tochter gestillt habe, sind wir dann nach Hause. Im Geburtshaus gibt es sicher noch mehr Möglichkeiten, aber wenn sich eine Frau unsicher fühlt, und doch in einer Klink gebären möchte, kann sie auch vorher schon eine Menge tun, damit es so verläuft, wie sie es sich wünscht. Allerdings hatte ich auch Glück mit der "Dominanz" der Hebammen. Man kann zwar zu nichts gezwungen werden, aber wenn der Arzt z.B. sagt, ein Dammschnitt ist notwendig, sonst hat man später Probleme, macht man es doch mit, weil man es nicht beurteilen kann. So ist es sicher auch bei anderen Entscheidungen. Die nächste Geburt wäre bei mir wahrscheinlich eine Hausgeburt gewesen, ist aber leider nicht dazu gekommen.
14.09.2007, 20:49 von Freydisschön, dass es bei Dir so ein tolles Erlebnis war. Ich hätte auch gerne im Geburtshaus entbunden, durfte aber nicht (Präeklampsie). So wie unsere Geburt verlief wären meine Tochter und ich im Geburtshaus auch gestorben. Ich werde wohl also auch beim nächsten Kind wieder ins Krankenhaus gehen. So romantisch eine Geburtshausgeburt sein mag, so sehr sind es aber diese andere Erlebnisse, die einen gelegentlich zweifeln lassen. Trotzdem toll, dass es bei Euch so gut geklappt hat.
14.09.2007, 19:11 von bunsoSorry, ich kann darüber in gewisser Weise nur den Kopf schütteln. Natürliche Geburt, ja. Aber bitte im Krankenhaus! Niemand zwingt dort zu Dammschnitt, PDA, Kaiserschnitt. Ich habe gerade wieder eine Horrorgeschichte von Bekannten gehört, deren Kind möglicherweise schwerstbehindert ist, weil es ohne Sauerstoffversorgung war und im Geburtshaus kein Arzt zugegen war.
14.09.2007, 18:43 von KoreemaSchön, dass bei dir alles glatt gegangen ist, aber ich halte das in gewisser Weise für verantwortlungslos und für eine Illusion von schöner, heiler Welt....