Hoffa 30.11.-0001, 00:00 Uhr 3 0

Vomo ergo sum – Ich erbreche, also bin ich

Es gibt nur ein Ziel: Alles aufessen! Jana stopft erst Chips in sich hinein, dann Schokolade, dann Plätzchen. Dann kniet sie sich vor die Kloschüssel.

In der Öffentlichkeit werden Essstörungen wie Bulimie und Anorexie häufig als Ausdruck eines übertriebenen Schönheitswahns verstanden. Die vielschichtigen Hintergründe und Ursachen des anormalen Essverhaltens fallen dabei oft unter den Tisch. Um zu zeigen, was zu viel oder zu wenig essen mit dem eigenen Selbstbild zu tun, erzählt Jana, die eigentlich nicht Jana heißt, ihre Geschichte.

Johannes erzählt immer noch. Er spricht seit einer gefühlten Ewigkeit von seinem Geschichtsstudium in Bamberg, von seiner Freundin, seinem letzten Trip nach Ecuador und davon, dass er später mal beim SPIEGEL arbeiten will. Während Jana ihrem Seminarkollegen aufmerksam ins Gesicht schaut, zwischendurch bestätigend nickt und so was sagt wie »Echt?«, »Und dann?«, »Das ist ja interessant!«, ist sie mit ihren Gedanken im Raum nebenan: Dort liegen zur freien Verfügung Schokoladentafeln, Tüten voll Chips und Salzstangen, Gummibärchen und Plätzchen. Während Johannes von seinem Galapagos-Tauchkurs erzählt, rechnet Jana im Kopf die Kalorien zusammen, die sie heute zu sich genommen hat. Die vernichtende Erkenntnis: Zu viele! Die Konsequenz: Dann können es ja noch mehr werden. Sie stellt sich vor, wie wunderschön das wäre, jetzt einfach aufzustehen, Schokolade, Chips, Salzstangen und Plätzchen einzupacken und auf ihrem Hotelzimmer zu verschwinden. Plötzlich wird sie unruhig. Sie hat Hunger. Nach einem reichhaltigen Abendessen inklusive Nachtisch hat sie einen so unglaublichen Hunger, dass sie sich auf einmal sagen hört: »Du, sei mir nicht böse. Aber ich bin total müde. Erzähl mir das doch bitte morgen weiter.« Jana steht auf. Der Raum nebenan ist leer, so dass niemand sieht, wie tonnenweise Süßigkeiten in ihrem Rucksack verschwinden. Dann eilt sie auf ihr Zimmer. Es gibt nur ein Ziel: Alles aufessen. Alles. Jana stopft erst Chips in sich hinein, dann Schokolade, dann Plätzchen, dann Salzstangen. Zwischendurch spült sie die Klumpen mit Wasser hinunter. Dann kniet sie sich vor die Kloschüssel. Es dauert lange, sehr lange, bis sie all die bösen Kalorien aus sich herausgekotzt hat. Irgendwann ist der Spuk vorbei. Doch anstatt sich über ihren Siegeszug zu freuen, ist da diese unglaubliche Leere. Jana ist einsam, fühlt sich schlecht, hässlich, dumm, schwach. Und um sich von all den schweren Gedanken abzulenken, würde sie am liebsten gleich »weiterfressen«. Schließlich ist jetzt eh schon alles egal…

Der Abend, an dem die heute 25 Jahre alte Sozialwissenschaftlerin auf ihrem Hotelzimmer über der Kloschüssel hing, ist mittlerweile drei Jahre her. Dazwischen lagen Monate extrem harter Arbeit, viele Therapiesitzungen und ein dreimonatiger Klinikaufenthalt. Janas Bulimie ist eine von etwa 600.000, die das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) derzeit in Deutschland zählt. Daneben leiden über 100.000 Menschen, insbesondere Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, an Magersucht, im Fachjargon Anorexie. 15 Prozent der Betroffenen sterben sogar daran. Untersuchungen der Universität Ulm zufolge, sind etwa 0,5 bis ein Prozent der weiblichen Bevölkerung in Deutschland zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr magersüchtig. Bulimie haben drei bis vier Prozent aller Frauen in dem Alter, an Esssucht (Binge-Eating-Disorder) leiden sogar sechs Prozent. Der Anteil männlicher Betroffener nimmt stetig zu. »Dass, was allen Essstörungen zugrunde liegt, ist das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit«, sagt Dr. med. Lisa Pecho, ärztliche Leiterin von ANAD e.V. Therapeutische Wohngruppen. Weitere Verallgemeinerungen seien schwierig, sagt sie, da es sich bei Essstörungen um ein »mutifaktorielles Phänomen« handle, bei dem persönliche Faktoren ebenso wie Umwelt- und genetische Faktoren eine Rolle spielen können. »Wir definieren uns heute nicht mehr so sehr über die Größe des BMW, sondern vielmehr über das Perfektsein«, gibt Lisa Pecho zu bedenken.

Die Öffentlichkeit prägt ein sehr einseitiges Bild: Wer wenig isst, versucht sich als Germany's Next Topmodel. Doch die Realität ist um ein Vielfaches komplexer. Jana stand mit dem Essen auf Kriegsfuß seit ihrem 14. Lebensjahr. Und nicht etwa, weil sie als Starlet durch die Welt stöckeln wollte. Viel größer war der Wunsch, nirgendwo anzuecken, es immer allen recht zu machen, überall beliebt und damit nicht einsam zu sein. Jana wollte Anerkennung und dafür kämpfte sie, kostete es was es wolle – auch ihre Gesundheit. Wenn sie es mal wieder geschafft hatte, so sehr abzunehmen, dass sich alle um sie sorgten und sie häufig Kommentare à la »Mensch, du bist ja so dünn« hörte, stellte sich ein kurzer Augenblick der Zufriedenheit ein. Im Großen und Ganzen hatte sie ihre Außenwirkung perfektioniert: Sie studierte erfolgreich, machte ein Praktikum nach dem anderen, engagierte sich sozial, hatte viele Freunde. Wer Erfolg hat, ist beliebt. Nach dieser Formel verfolgte Jana stur und automatisiert ihren Weg. Sie funktionierte mehr, als dass sie ihr Leben lebte. Doch immer wieder kam dieser verdammte Hunger – der Hunger nach noch mehr Anerkennung. Jana war abhängig von permanenter Bestätigung, weil sie sich selbst keine geben konnte. Ihr größter Feind war der Alltag. Normalität, Durchschnitt, Entschleunigung – das alles waren Giftspritzen für ihr Dasein. Im täglichen Einerlei ging sie unter. Wenn da niemand war, der sie für ihre Leistungen bewunderte, der ihr gegenüber ein anerkennendes »Wow« äußerte, dann war da plötzlich diese Panik. Dieses Gefühl zu ertrinken, im Strudel der Unbedeut-samkeit. Auf einmal fühlte sich Jana einsam und leer. Dann gab es zwei Möglichkeiten: Die nächste Null-Diät oder als Ultima Ratio der Kühlschrank. Die Wut darüber, dass sie es oft nicht schaffte, ihrem Bild gerecht zu werden, dass sie unzulänglich war, wendete Jana gegen sich selbst. Sie entzog ihrem Körper das Essen, um sich ihre vollkommene Selbstkontrolle zu beweisen (»Wollen doch mal sehen, wer hier stärker ist!«). Übermannte sie der Hunger doch, aß sie einfach so viel, dass sie danach alles wieder erbrechen konnte. In diesen Momenten der Hemmungslosigkeit fühlte sich Jana lebendig. Wenn alles weh tat, der Bauch, der Hals, der Kopf – dann hatte sie das Gefühl, dass sie da war. Die übrige Zeit war ihr Körper eine merkwürdig leere Hülle.

Diät – Leere – Essen – Kotzen – Leere – Diät. Dies ist ein Teufelskreis, aus dem Betroffene meist nur mit Hilfe von Experten ausbrechen können. Dafür muss die Sucht aber beim Namen genannt und nicht als adoleszente Caprice abgetan werden. Kolumnen, wie die der Schweizer Redakteurin Michèle Roten im SZ-Magazin Nummer 11/2010, tragen nicht unbedingt dazu bei, die Fassadenmauern einzureißen, um das volle Ausmaß der Problematik hinter der Essstörung zu erkennen. Nach dem Strickmuster »Meine Muter ist…« im Sinne von »Meine Mutter macht aus, dass…« schreibt Roten in einer Ode an ihre Mutter: »Meine Mutter ist, dass sie mich von pubertären anorektischen Anwandlungen heilte mit dem Satz: >Ich kann nicht mehr<.« Soll heißen: Mutter Rotten benötigte nur vier kleine Worten, um ihre Tochter wieder zum Essen zu bewegen. Respekt.

Dass Essstörungen eine Funktion haben und nicht nur Ausdruck von Schönheitswahn und dem Wunsch nach einem schlanken Körper sind, wird in den Medien wenig thematisiert. Sie sind nicht nur Spinnereien kleiner Mädchen, die davon träumen für Gucci oder Prada über den Laufsteg zu stolzieren. Die Sucht nach Magerkeit, nach zügellosem Essen, nach Essen und Erbrechen verhindert vor allem eins, nämlich, sich mit sich selbst, seinen Gefühlen und den dahinter liegenden Problemen und Ängsten auseinanderzusetzen. »Bulimie ist eine Sucht. Und es gab Tage während meiner Zeit in der Klinik, da habe ich gezittert, weil ich meinen >Stoff< nicht bekommen habe«, beschreibt Jana den Entzug von Ess-Brech-Anfällen. Sie vergleicht die Funktion ihrer Essstörung gerne mit einer dichten Nebeldecke. »Der Nebel hat jahrelang die Sicht auf meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse verdeckt.« Es sei mehr darum gegangen, das zu erfüllen, was andere von ihr erwartet haben, dem Bild zu entsprechen, das andere von ihr hatten. Die Idee, sich einmal selbst die Fragen zu stellen »Wer bin ich eigentlich?«, »Was macht mir Spaß?«, »Was möchte ich mit meinem Leben anfangen?«, sei ihr nie in den Sinn gekommen. Jetzt, wo sie die Sucht im Griff hat, sieht sich die junge Frau mit vielen reparaturbedürftigen Baustellen konfrontiert: Komplizierte Familienverhältnisse, schwierige Freundschaften, permanente Selbstüberforderung. Alles Dinge, die zuvor mithilfe der Ess-Brech-Anfälle verdrängt worden waren, um sich nicht der unbequemen Realität stellen zu müssen. »Es gibt enorm vieles aufzuarbeiten«, sagt Jana. »Das ist anstrengend, aber eine Grundvoraussetzung, um eine gesunde Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen und vor allem glücklich werden zu können.«

So, wie Jana lernen musste, was eine »normale« Portion ist, wurde sie darin geschult, die Signale ihres Körpers zu deuten: »Wann bin ich satt?«, »Wann habe ich Hunger?«, »Worauf habe ich Hunger?«. Am schwierigsten sei es, das schlechte Gewissen zu ignorieren, wenn sie einen Schokoriegel gegessen habe oder ein Stück Kuchen mit Schlagsahne, erzählt die junge Frau. Nachdem die kulinarische Gefühlswelt erschlossen war, konnte Jana sich daran machen, ihre Emotionen im Alltag zu deuten. »Wann bin ich sauer – nicht auf mich sondern auf andere?«, »Wann habe ich einfach keine Lust, eine Hausarbeit für einen Kommilitonen Korrektur zu lesen?«, »Wann bin ich traurig, weil mich eine Freundin versetzt hat?«. Zu verstehen, dass ein klares »Nein« nicht das Ende einer Freundschaft bedeutet, sei ein sehr langwieriger Prozess. Lisa Pecho sieht in der Essstörung einen »dysfunktionalen Lösungs-ansatz. Weil ich überfordert bin, vorhandene Konflikte zu lösen, versuche ich diese durch meinen perfekten Körper auszugleichen. Und solange ich mich mit Essen beschäftige, lenke ich mich von meinen eigentlichen Problemen ab«, beschreibt die Therapeutin Janas Denkweise. Mittlerweile ist Jana seit zwei Jahren »clean«, sie braucht die Ess-Brech-Anfälle nicht mehr. »Auch wenn es viel schwieriger ist, sich mit einem Problem auseinanderzusetzen, statt es in die Kloschüssel zu kotzen und zu ignorieren«, gibt sie zu bedenken. Mit dieser erfolgreichen Bilanz zählt Jana zu einer Minderheit. Studien Ulmer Forschern zufolge können zwei Drittel aller BulimikerInnen nicht geheilt werden. Die Droge »Nahrung« birgt besonderes Gefahrenpotential. Während Alkoholiker und Heroinabhängige auf ihren Stoff verzichten müssen, um zu leben, kann eine Bulimikerin nicht aufhören zu essen. Sie wird jeden Tag aufs Neue auf die Probe gestellt.

Dass problematisches Essverhalten oft in Verbindung mit einem geringen Selbstwertgefühl steht, lässt sich auch im Internet nachlesen. Um sich gegenseitig beim Abnehmen zu motivieren oder sich Tipps zum effektiveren Erbrechen zu geben, gibt es inzwischen Online-Plattformen, auf denen sich die Betroffenen austauschen: Eine dieser Plattformen ist weightless-butterfly.chapso.de. Hier suchen die Mädels und Jungs nach »Twins«. »Ich suche jemanden, ungefähr so alt wie ich und auch grad erst so am Anfang, mit dem ich mich austauschen kann, über Probleme in der Familie reden kann, der mir hilft, ausreden zu finden, warum man nicht essen will, der einfach für mich da ist«, schreibt »Tibby« (20). Sophie, 18 Jahre alt und 52 Kilo leicht formuliert ihre Wünsche ähnlich: »Ich suche Unterstützung und Halt, eben dass er immer für mich da ist, wenn ich mal wieder fast ersticke vor Angst und Scham über mich selber oder einfach nicht weiter weiß. Und natürlich auch gegenseitige Motivation, es geht ja bekanntlich immer noch ein bisschen mehr, nech.« Dass hier die Problematik nicht auf den Laufstegen dieser Welt sondern ganz woanders zu suchen ist, untermauern Selbstbeschreibungen der Foreneinträge: »Ich bin ziemlich langweilig, beschäftige mich fast nur mit mir und meinen >Macken<«. Oder: »Ich hasse mich in meinem Körper so wie er im Moment ist.« »Diese Plattformen sind hochproblematisch«, sagt Lisa Pecho. »Auf der Suche nach Identität sind gerade Jugendliche sehr anfällig für diese Art der Gruppendynamik.«

Das Herunterspielen der Medien hat direkte Konsequenzen für die Betroffenen. Wenn sogar Mütter sagen: »Dass ihr jungen Mädels euch heutzutage immer an diesen Magermodels messen müsst«, wird das Gefühl der Betroffenen, mit sich und ihren Problemen alleine zu sein, noch verstärkt. Essstörungen haben viel mit Heimlichkeiten zu tun: Heimlich das Essen im Mülleimer verschwinden lassen, heimlich essen, heimlich erbrechen, heimlich Abführmittel nehmen. Abmagern oder sich Erbrechen sind dabei Ausdruck von stillen Hilferufen, Ausdruck des Selbsthasses, Ausdruck des schlichten Wunsches nach Orientierung. Es muss heute vielmehr darum gehen, das Tabu des Stillschweigens über problematisches Essverhalten zu brechen, statt es als vermeintlichen Schönheitswahn abzutun. Das »Sich-mit-sich-selbst-auseinandersetzen« gehört in unseren westlichen Gesellschaftskreisen nicht gerade zu den leichtesten Übungen. Wer nicht von Hause aus mit einem unerschütterlichen Selbst-Bewusstsein und einer riesengroßen Portion Eigenliebe (im positiven Sinne) ausgestattet ist, wird Schwierigkeiten haben, das Spiel des Lebens gesund zu bestreiten. Die Regel lautet: Wer nichts leistet, ist nichts wert. Und wer nicht früh gelernt hat, dass Authentizität im Leben mindestens so viel zählt wie der Aufstieg auf der Karriereleiter, wird dies auf konkurrenzgeprägten Hochschulen und ellenbogenmentalitätsverseuchten Arbeitsmärkten kaum nachholen können.

»Wenn du noch keine starke Persönlichkeit bist, wenn du an die Uni kommst, wirst du Schwierigkeiten haben, dort eine zu werden«, sagt Jana heute nachdenklich. Die Lektion, die sie durch die Essstörung gelernt hat, betet sie sich regelmäßig fast mantraartig vor: »Wir fordern stets und ständig Anerkennung, Lob und Aufmerksamkeit von Vorgesetzten, Kollegen, Freunden, der Familie. Wir sind abhängig von der Gunst der anderen. Dafür verleugnen und verbiegen wir uns. Bleibt die Anerkennung trotz all der Anstrengung aus, gehen wir zugrunde. Der einzige gesunde Ausweg aus dieser Misere ist, zu lernen, sich selbst mit all seinen Macken anzunehmen und sich auch genauso nach außen zu präsentieren.« Jana ist unendlich dankbar für die zweite Chance, die sie durch die Therapie bekommen hat. Sie will nun endlich die Hauptrolle in ihrem Leben übernehmen und nicht mehr länger anderen die Regieführung überlassen.

3 Antworten

Kommentare

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    Besten Dank für eure Kommentare. Es ist mit Sicherheit nervtötend auf eine Störung angesprochen zu werden, die man gar nicht hat. Stimmt. Aber da würde ich dir zustimmen, Trimyristin, es ist vor allem gut, dass das Thema in der Gesellschaft ankommt. Wünschenswert wäre es jetzt noch, wenn solche Kommentare nicht Vorwurf sondern entshaftes Interesse bekunden würden.

    14.04.2010, 13:03 von Hoffa
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      @Hoffa äh, das scheint wohl ein Missverständnis zu sein, das war in keinster Weise ein Vorwurf an irgendwen!
      Und ich habe Interesse an dem Thema, sonst hätte ich nach dem ersten Absatz nicht weitergelesen.
      Ich habe leider selber in meiner Familie Fälle von (angeblich geheilter) Bulimie erleben müssen. Und kann dir daher nur zustimmen, dass die Ursachen und Motive sehr breit gefächert sind.
      Ich wiederhole mich und sage, es sickert langsam in der großen Masse durch, die "Heroin-Chic-Size-Zero" Mode ist vorbei und das war ein erster Schritt. Die eingängigen Modezeitschriften reagieren und die Models haben zumindest wieder 1cm Muskeln über den Knochen.
      Ansonsten muss ich leider sagen, dass Bulimie und Magersucht psychische Erkrankungen sind und die zählen bekanntlich zu den schwer therapierbaren. Suchterkrankungen sind nur mithilfe der Betroffenen selbst zu behandeln. Ich hoffe wirklich, dass man irgendwann mehr tun kann...

      14.04.2010, 17:25 von Trimyristin
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      @Trimyristin Schade, die Diskussion scheint zu Ende zu sein...

      21.04.2010, 15:45 von Trimyristin
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    also mir gefällt deine geschichte sehr gut. ich denke nämlich auch, dass essstörungen weit mehr sind als schönheitswahn bzw. der traum vom "magermodel". vielen, die an einer essstörung leiden, geht es ja schließlich nicht darum, ständig in den spiegel zu schauen und eines tages sagen zu können: "so, jetzt sehe ich endlich gut aus" - es geht um die angst, 24/7 funktionieren zu müssen und dabei immer gut drauf zu sein.

    andererseits nervt es mich aber auch, dass man heutzutage nicht mehr einfach schlank sein kann, ohne ständig gefragt zu werden, ob man ein essproblem hat. ich bin schon immer ziemlich schlank gewesen, das habe ich von meinen eltern geerbt. wenn ich dann mal zum arzt muss, dort einen bogen mit meiner größe und meinem gewicht ausfüllen soll und der arzt mich schon beim reinkommen ganz stumpf fragt, ob ich eine esssörung habe, ohne mich überhaupt mal richtig anzuschauen, regt mich das einfach nur auf.
    aber so ist unsere gesellschaft heutzutage: bist du dünn, bist du essgestört und bist du dick, bist du einfach nur eine faule sau ohne jegliche disziplin.

    14.04.2010, 12:29 von julez.
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      @julez. Das ist mir auch schon passiert.
      Musste wegen einer hartnäckigen Banscheibensache letzten Sommer einen Ärtzemarathon durchlaufen und jeder, inclusive der Schwestern meinte sich vergewissern zu müssen, dass ich keine Essstörung hätte. Das war anstrengend.
      Aber ich finde es trotzdem gut, denn es zeigt, dass das Thema in der Gesellschaft angekommen ist und die Ärzte nicht mehr die Augen davor verschliessen!
      Und das ist doch positiv, oder?

      14.04.2010, 12:57 von Trimyristin
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      @Trimyristin ja, da hast du auf jeden fall recht! doch ich denke, dass gerade ein arzt es besser wissen und schon etwas genauer hinsehen sollte, bevor er so eine these aufstellt.
      und wenn jemand wirklich eine essstörung hat und so plump danach gefragt wird, wird derjenige wohl nicht einfach "ja, hab ich wohl" sagen...

      14.04.2010, 13:04 von julez.
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      @Surecamp Hallo. Danke für die Hinweise. Ich habe bislang noch nichts von Nicht-gerne-gesehenen-Neon-Themen gehört. Wenn dir der Text zu lang ist, dann lies ihn doch einfach nicht. Und über Menschenbulimie würde ich auch gerne mal etwas lesen... Wo geht das?

      12.04.2010, 12:12 von Hoffa
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