Sultanine 30.12.2012, 03:41 Uhr 32 2

Vom Glauben abfallen

Und nun sitze ich hier schon wieder, Gott.

jetzt sitze ich hier schon wieder, Gott

und ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wie weitermachen geht

wie aufwachen geht

wie einschlafen geht


kummer und gram säumen meine träume

und ich weiß

ich kann nichts an der trauer der welt ändern

ich sehe zu, wie sie in tränen versinkt

mit leeren händen stehe ich ihr gegenüber, leer und haltlos

vollkommen verzweifelt über so viel schmerz


Gott, wo bist du nur

bist du da

hälst du mich

kann ich dich spüren


aber wieso dieser schmerz

menschenschmerz

wieso dieses leid

dieses dunkel

wo ist licht

ich sehe es nirgends


wird das menschenleben je von leid befreit

vielleicht in einem anderen leben

doch das ist so weit und fern

jetzt ist verlassenheit und selbstentfremdung

in der schale meiner selbst ist es winter geworden

erfrieren

im frost

verloren



gott,

hast du mich verlassen?


Abgefallen, hingefallen

aus dem Glauben, meinem Glauben.

Hinfallen

Aufstehen


Aber wie?



2

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32 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Ist das harte Ironie? schräger Sarkasmus? übler Zynismus? oder muss ich mich um dich Sorgen machen?

    30.12.2012, 20:12 von SteveStitches
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    gott,

    hast du mich verlassen?


    War er denn mal da?

    30.12.2012, 18:17 von seiduselbst
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  • 1

    Wenn du Gott vertraust bist du nicht traurig.
    (weil du ja an Gott glaubst, Hoffnung und so..)

    Das schöne ist: egal, wie schlecht es uns hier geht, solange wir uns an die moralischen Gebote Gottes halten, erwartet uns das Paradies.

    also hör auf rum zu jammern

    30.12.2012, 18:10 von Loo
    • 0

      die moralischen Gebote Gottes


      Die da wären?

      30.12.2012, 18:46 von Pixie_Destructo
    • 0

      fang mit den 10 geboten an

      30.12.2012, 18:48 von Loo
    • 1

      Warum frag ich überhaupt?

      30.12.2012, 18:51 von Pixie_Destructo
    • 1

      „...die Menschen gehen aus dem gleichen Grund in die Kirche, aus dem
      sie in die Kneipe gehen: um sich selbst zu verdummen, um ihre Nöte zu
      vergessen, um sich für ein paar Minuten ganz zu vergessen, um frei und
      glücklich zu sein“
      (Michael Bakunin)

      30.12.2012, 18:58 von forst
    • 0

      weil dir mein Kommentar aufstößt

      30.12.2012, 18:58 von Loo
    • 0

      Es gibt auch kein Paradies.

      31.12.2012, 14:20 von sailor
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  • 0

    Ich glaube nicht an Gott. Schon gar nicht an einen liebenden. Wie grausam wäre das denn, sich das alles einfach nur anzuschauen?


    30.12.2012, 14:48 von miss_mel
    • 0

      Den einzigen Gott den ich mir vorstellen kann, is entweder ein pantheistischer („Alles zusammen genommen ergibt Gott“) oder ein pandeistischer („Alles wurde aus Gott hergestellt, aber der is jetzt aufgebraucht.“). So mit Interaktion is da aber bei beiden nix.

      30.12.2012, 15:04 von forst
    • 3

      »Beten sie manchmal?«
      »Ich führe keine Selbstgespräche.«

      Helmut Schmidt

      30.12.2012, 15:14 von sailor
    • 0

      hätten wir mal nicht von dem Apfel genascht...
      Paradies gibt's, wenn wir brav und Tod sind.
      Paradies ist im übrigen langweilig, deswegen isst ja dochimmer irgendwer diesen Apfel.

      30.12.2012, 18:03 von Loo
    • 1

      Loo, Du meinst das ernst, oder? Finde ich faszinierend. Wie kommst Du darauf, dass es das Paradies gibt? Mit einer solchen Überzeugung? 


      Und wer ist "wir", die vom Apfel gebissen haben? Waren "wir" auch zusammen im Krieg?

      31.12.2012, 05:17 von miss_mel
    • 1

      Ich bin kein streng gläubiger Esel, aber jemand der etwas gegen atheistische Besserwisser hat.
      Ich bin christlich erzogen und froh darüber. Die moralischen Werte die wir in der bibel finden sind die, die von den meisten Neunmalklugen von der Religion unabhängig gemacht werden. Dann wird so getan als wären tugenden wie nächstenliebe und "du sollst nicht töten" dem Menschen angeboren. (Man könnte auch sagen "gottgegeben", bedeutet das das selbe??) Aber sind sie das? Oder sind die verschiedenen Religionen nicht das worin sich dies ganze manifestiert?
      Womit wir bei dem Apfel wären. Man darf die BIbel meist nicht wörtlich nehmen. Wenn wir im Genesis vom Apfel lesen müssen wir uns diefrage stellen: Haben wir Menschen im allgemeinen das Paradis verdient? Und sind wir es meistens nicht selber, die uns das Leben gegenseitig schwer machen?

      Da ärgere ich mich über Kommentare wie deinen, die von einem Grausamen Gott reden, wo der doch nie starft, obwohl wir Menschen selbst so grausam sind.

      Und was bringt uns Gott? mindestens HOffnung. Warst du schon einmal in einer situation, in der du wirklich todesangst hattest, um dich oder jemand anderen? In solchen Momenten kann ich jedem nur wünschen sich Gott nicht ganz verschlossen zu haben. Es gibt nichts beruhigenderes als eine Höhere Macht, die man anflehen kann, oder ein Paradies, dessen existenz so etwas wie die letzte Hoffnung darstellt. Die größten Atheisten fangen in solchen Momenten zu beeten an >(meist mit "gott, wenn es dich gibt,.." aber ist ja egal).
      Religion kann dir immer hoffnung und ein gutes Gefühl in swchwerer Stunde geben.

      Und noch etwas zum Nachdenken: Wir menschen denken und fühlen in relationen, wir brauchen leid um Glück zu registrieren, was ist dann das Paradies? Nach dem Tod bleiben keine Gefühle mehr wir verschmimmen in einem gleichgültigkeits-Nirvana, ist das dann dem Paradies so fern?

      31.12.2012, 09:47 von Loo
    • 0

      Das Religiösität eine Funktion hat, stelle ich keine Sekunde in Frage.

      Diese Funktion ist aber in der Tat für meine Begriffe unabhängig davon, ob's nu einen Gott gibt oder nicht. Funktioniert bei den Buddhisten ja auch ganz prima...

      Nächstenliebe ist (wenn's gut läuft) allerhöchstwahrscheinlich angeboren, hat nämlich auch eine Funktion... Alles, was es gibt, hat irgendeine Funktion. Sonst gäb's es nicht...

      31.12.2012, 10:57 von sailor
    • 1

      "ob's nu einen Gott gibt oder nicht."
      sowieso schwer fassbar, denn: "Du sollst dir kein Bildnis machen",
      sprich sich Gott als eine Figur im Himmel mit Bart vorzustellen funktioniert nicht.
      Aber wenn wir der Genisis glauben, dann hat Gott uns nach seinem Abbild geschaffen, was man so interpretieren darf, dass wir tatsächlich moralische Werte, und das potential zur (moralischen) Vollkommenheit in uns tragen.
      Wenn ich also sage ich glaube an Gott meine ich damit erstmal nur dass ich an das Gute im Menschen glaube.

      Allen angeborenen Seiten und Talente müssen in der Erziehung freigelegt, gefördert und gepflegt werden.

      31.12.2012, 11:22 von Loo
    • 1

      Oh Gott...

      31.12.2012, 11:29 von forst
    • 0

      Ja. Bis auf das 'nach seinem Abbild erschaffen' möchte ich dem zustimmen.

      Man kann aber auch ganz ohne 'Schöpfungsreflxionen' ein 'guter Mensch' sein. Es braucht keinen Gott (mehr) für Freiheit, Gleicheit, Brüderlichkeit und so...

      31.12.2012, 11:38 von sailor
    • 0

      stimmt, solange du das "(mehr)" durch ein "im Moment" ersetzt. Es gibt auch andere tolle Sachen die in dieser Richtung dasselbe leisten.
      Ich hab ja auch nichts gegen Atheisten. Nur was ich nicht haben kann sind solche die der Meinung sind Religion ist was für Vollidioten, schädlich (von wegen freier Geistesentwicklung und so) und man müsse alle von ihrem Glauben abbringen.

      Religion kann etwas wunderbares und wichtiges für manche Menschen sein und dann kommt einer daher und muss ihm erzählen wie dumm das ist.

      und selbst für die nicht ganz so belichteten, und damit leicht manipulierbaren: ich unterstütze gerne die traditionellen Kirchen, denn die sind die beste anlaufstelle für solche, da sind sie mir am liebsten.

      31.12.2012, 11:50 von Loo
    • 0

      Was sagt dein Gott denn dazu, wie man mit diesen Atheisten umzugehen hat?

      31.12.2012, 11:59 von forst
    • 0

      Jeder will irgendwas glauben. Das hat ja dann auch irgendwann was mit 'Überzeugungen' zu tun.

      Und das ist in der Tat nix ungesundes. Gläubige Menschen kommen besser durch Krisen und sind tendenziell zufriedener (was du ja schon andeutetest...)

      Problematisch wirds für mich immer, wenn 'Glaube' oder 'Religiösität' mit Machtansprüchen kombiniert wird.

      31.12.2012, 11:59 von sailor
    • 0

      "Was sagt dein Gott denn dazu, wie man mit diesen Atheisten umzugehen hat?"

      uff bin kein beflissener Bibel-Kenner (nur eben das, was im Religionuntericht drankam), aber ich glaube die Message war doch irgendwie, von wegen du darfst auch ers im sterben (am Kreuz) deinen Glaube finden und kommst Trotzdem innen Himmel.. erinnere mich da so düster an was..

      Insofern alles paletti, solange du n lieber Mensch bist.

      Ich persönlich finde dich sehr christlich, wenn du dich an unsere moralischen Idealvorstellungen hältst, egal woher du sie jetzt nimmst.
      das heißt in meinen Augen bist du eventuell ein sehr Gottesgläubiger Mensch, lieber forst und auch du lieber sailor, und euch steht, soweit ich euch kenne das Paradies offen :P

      nehmt bitte nicht alles so ernst, was ich sage, ich geh auch nur einmal im Jahr (an Weihnachten) in die Kirche, und vergesse das ganze dann wieder für ein Jahr. ausser jemand erinnert mich mit einem Gedicht an das ganze ;)

      31.12.2012, 12:36 von Loo
    • 1

      Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.

      Insofern brauchts auch keine 'Kirche'.

      Warum sollte ich dich nicht ernst nehmen? Du bist ja immerhin derjenige, der hier salbungsvoll von der Güte Gottes, zehn Gboten und dem offenstehenden Paradies redest.

      31.12.2012, 14:24 von sailor
    • 0

      Kann ich das mit dem Paradies schriftlich haben? Falls einer fragt am Ende.

      31.12.2012, 14:38 von forst
    • 1

      Ich lasse jedem seinen Glauben. Ich persoenlich glaube an Werte und Moral in uns Menschen, ohne Gott als Erinnerung an diese.

      Und ein guter Mesch moechte ich sein, auch ohne zu glauben, dass ich dafuer in den Himmel komme.

      Die Bedeutung, die Religion fuer manche Menschen hat, respektiere ich, so lange sie mich damit in Ruhe lassen.

      Ich handhabe es da eher so, dass ich nicht auf alles Antworten brauche.

      Kleine Anekdote zum Himmel nach dem Tod: Ein Arbeitskollege meiner Oma konnte den Gedanken nicht ertragen, dass sie nicht in den Himmel kommen wuerde, als Juedin. Also sagte er, er wuerde fleissig fuer sie beten, damit sie da doch reinkommt, da sie doch so ein guter Mensch sei (da waren sie beide Bewaehrungshelfer). Meine Oma lachte immer nur und sagte, die Muehe koenne er sich sparen, sie glaube ja eh nicht dran. Ihm machte das aber wohl sehr zu schaffen.



      31.12.2012, 15:32 von miss_mel
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  • 0

    Wie kommt man nur mitten in der Nacht auf solche Gedanken? Ich glaube nicht an diesen Gott, so wie er in diesem dicken Buch beschrieben wird. Aber an diesen langhaarigen durchgeknallten Typen, der so wunderbare Geschichten erzählen konnte. Auch an diesen alten Mann, der auf einen Berg stieg und versuchte Werte in Stein zu meißeln. Aber vielleicht liegt die Wahrheit darin, dass der Mensch lediglich aus dem Negativen lernt etwas Positives zu sehen.

    30.12.2012, 14:42 von jetsam
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  • 0

    Sei dein eigener Gott.

    30.12.2012, 14:33 von forst
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  • 1

    Es gibt keinen Gott.

    30.12.2012, 14:18 von sailor
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  • 0

    Gar nicht mein Fall.

    30.12.2012, 13:35 von Pixie_Destructo
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  • 3

    Ein sehr trauriger, verzweifelter Text, der mich hilflos macht.

    "und ich
    weiß ich kann
    nichts an der trauer der welt ändern - ich sehe
    zu, wie sie in tränen versinkt."

    So geht es mir, wenn ich Nachrichten schaue und das Elend auf der Welt täglich zu sehen bekomme. Da fühlen wir uns wohl alle irgendwie hilflos und letztendlich stumpfen wir ab. Oder besser gesagt, wir müssen lernen "abzustumpfen", um nicht zu verzweifeln. Aber das macht uns alle cooler u. härter gegenüber dem Leid anderer Menschen.

    30.12.2012, 13:15 von Jackie_Grey
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    diesmal u.a. mit einer Aktion gegen den Krieg, Opas, die die Tanzfläche erobern und rosa Mädchenträumen.

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