Vom Glauben abfallen
Und nun sitze ich hier schon wieder, Gott.
jetzt sitze ich hier schon wieder, Gott
und ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wie weitermachen geht
wie aufwachen geht
wie einschlafen geht
kummer und gram säumen meine träume
und ich weiß
ich kann nichts an der trauer der welt ändern
ich sehe zu, wie sie in tränen versinkt
mit leeren händen stehe ich ihr gegenüber, leer und haltlos
vollkommen verzweifelt über so viel schmerz
Gott, wo bist du nur
bist du da
hälst du mich
kann ich dich spüren
aber wieso dieser schmerz
menschenschmerz
wieso dieses leid
dieses dunkel
wo ist licht
ich sehe es nirgends
wird das menschenleben je von leid befreit
vielleicht in einem anderen leben
doch das ist so weit und fern
jetzt ist verlassenheit und selbstentfremdung
in der schale meiner selbst ist es winter geworden
erfrieren
im frost
verloren
gott,
hast du mich verlassen?
Abgefallen, hingefallen
aus dem Glauben, meinem Glauben.
Hinfallen
Aufstehen
Aber wie?




Kommentare
Ist das harte Ironie? schräger Sarkasmus? übler Zynismus? oder muss ich mich um dich Sorgen machen?
30.12.2012, 20:12 von SteveStitchesin worte fassen ist ein anfang.
30.12.2012, 19:30 von zehnmomenteWenn du Gott vertraust bist du nicht traurig.
30.12.2012, 18:10 von Loo(weil du ja an Gott glaubst, Hoffnung und so..)
Das schöne ist: egal, wie schlecht es uns hier geht, solange wir uns an die moralischen Gebote Gottes halten, erwartet uns das Paradies.
also hör auf rum zu jammern
die moralischen Gebote Gottes
fang mit den 10 geboten an
30.12.2012, 18:48 von LooWarum frag ich überhaupt?
30.12.2012, 18:51 von Pixie_Destructo„...die Menschen gehen aus dem gleichen Grund in die Kirche, aus dem
30.12.2012, 18:58 von forstsie in die Kneipe gehen: um sich selbst zu verdummen, um ihre Nöte zu
vergessen, um sich für ein paar Minuten ganz zu vergessen, um frei und
glücklich zu sein“ (Michael Bakunin)
weil dir mein Kommentar aufstößt
30.12.2012, 18:58 von LooEs gibt auch kein Paradies.
31.12.2012, 14:20 von sailorIch glaube nicht an Gott. Schon gar nicht an einen liebenden. Wie grausam wäre das denn, sich das alles einfach nur anzuschauen?
Den einzigen Gott den ich mir vorstellen kann, is entweder ein pantheistischer („Alles zusammen genommen ergibt Gott“) oder ein pandeistischer („Alles wurde aus Gott hergestellt, aber der is jetzt aufgebraucht.“). So mit Interaktion is da aber bei beiden nix.
30.12.2012, 15:04 von forst»Beten sie manchmal?«
30.12.2012, 15:14 von sailor»Ich führe keine Selbstgespräche.«
Helmut Schmidt
hätten wir mal nicht von dem Apfel genascht...
30.12.2012, 18:03 von LooParadies gibt's, wenn wir brav und Tod sind.
Paradies ist im übrigen langweilig, deswegen isst ja dochimmer irgendwer diesen Apfel.
Loo, Du meinst das ernst, oder? Finde ich faszinierend. Wie kommst Du darauf, dass es das Paradies gibt? Mit einer solchen Überzeugung?
Ich bin kein streng gläubiger Esel, aber jemand der etwas gegen atheistische Besserwisser hat.
31.12.2012, 09:47 von LooIch bin christlich erzogen und froh darüber. Die moralischen Werte die wir in der bibel finden sind die, die von den meisten Neunmalklugen von der Religion unabhängig gemacht werden. Dann wird so getan als wären tugenden wie nächstenliebe und "du sollst nicht töten" dem Menschen angeboren. (Man könnte auch sagen "gottgegeben", bedeutet das das selbe??) Aber sind sie das? Oder sind die verschiedenen Religionen nicht das worin sich dies ganze manifestiert?
Womit wir bei dem Apfel wären. Man darf die BIbel meist nicht wörtlich nehmen. Wenn wir im Genesis vom Apfel lesen müssen wir uns diefrage stellen: Haben wir Menschen im allgemeinen das Paradis verdient? Und sind wir es meistens nicht selber, die uns das Leben gegenseitig schwer machen?
Da ärgere ich mich über Kommentare wie deinen, die von einem Grausamen Gott reden, wo der doch nie starft, obwohl wir Menschen selbst so grausam sind.
Und was bringt uns Gott? mindestens HOffnung. Warst du schon einmal in einer situation, in der du wirklich todesangst hattest, um dich oder jemand anderen? In solchen Momenten kann ich jedem nur wünschen sich Gott nicht ganz verschlossen zu haben. Es gibt nichts beruhigenderes als eine Höhere Macht, die man anflehen kann, oder ein Paradies, dessen existenz so etwas wie die letzte Hoffnung darstellt. Die größten Atheisten fangen in solchen Momenten zu beeten an >(meist mit "gott, wenn es dich gibt,.." aber ist ja egal).
Religion kann dir immer hoffnung und ein gutes Gefühl in swchwerer Stunde geben.
Und noch etwas zum Nachdenken: Wir menschen denken und fühlen in relationen, wir brauchen leid um Glück zu registrieren, was ist dann das Paradies? Nach dem Tod bleiben keine Gefühle mehr wir verschmimmen in einem gleichgültigkeits-Nirvana, ist das dann dem Paradies so fern?
Das Religiösität eine Funktion hat, stelle ich keine Sekunde in Frage.
31.12.2012, 10:57 von sailorDiese Funktion ist aber in der Tat für meine Begriffe unabhängig davon, ob's nu einen Gott gibt oder nicht. Funktioniert bei den Buddhisten ja auch ganz prima...
Nächstenliebe ist (wenn's gut läuft) allerhöchstwahrscheinlich angeboren, hat nämlich auch eine Funktion... Alles, was es gibt, hat irgendeine Funktion. Sonst gäb's es nicht...
"ob's nu einen Gott gibt oder nicht."
31.12.2012, 11:22 von Loosowieso schwer fassbar, denn: "Du sollst dir kein Bildnis machen",
sprich sich Gott als eine Figur im Himmel mit Bart vorzustellen funktioniert nicht.
Aber wenn wir der Genisis glauben, dann hat Gott uns nach seinem Abbild geschaffen, was man so interpretieren darf, dass wir tatsächlich moralische Werte, und das potential zur (moralischen) Vollkommenheit in uns tragen.
Wenn ich also sage ich glaube an Gott meine ich damit erstmal nur dass ich an das Gute im Menschen glaube.
Allen angeborenen Seiten und Talente müssen in der Erziehung freigelegt, gefördert und gepflegt werden.
Oh Gott...
31.12.2012, 11:29 von forstJa. Bis auf das 'nach seinem Abbild erschaffen' möchte ich dem zustimmen.
31.12.2012, 11:38 von sailorMan kann aber auch ganz ohne 'Schöpfungsreflxionen' ein 'guter Mensch' sein. Es braucht keinen Gott (mehr) für Freiheit, Gleicheit, Brüderlichkeit und so...
stimmt, solange du das "(mehr)" durch ein "im Moment" ersetzt. Es gibt auch andere tolle Sachen die in dieser Richtung dasselbe leisten.
31.12.2012, 11:50 von LooIch hab ja auch nichts gegen Atheisten. Nur was ich nicht haben kann sind solche die der Meinung sind Religion ist was für Vollidioten, schädlich (von wegen freier Geistesentwicklung und so) und man müsse alle von ihrem Glauben abbringen.
Religion kann etwas wunderbares und wichtiges für manche Menschen sein und dann kommt einer daher und muss ihm erzählen wie dumm das ist.
und selbst für die nicht ganz so belichteten, und damit leicht manipulierbaren: ich unterstütze gerne die traditionellen Kirchen, denn die sind die beste anlaufstelle für solche, da sind sie mir am liebsten.
Was sagt dein Gott denn dazu, wie man mit diesen Atheisten umzugehen hat?
31.12.2012, 11:59 von forstJeder will irgendwas glauben. Das hat ja dann auch irgendwann was mit 'Überzeugungen' zu tun.
31.12.2012, 11:59 von sailorUnd das ist in der Tat nix ungesundes. Gläubige Menschen kommen besser durch Krisen und sind tendenziell zufriedener (was du ja schon andeutetest...)
Problematisch wirds für mich immer, wenn 'Glaube' oder 'Religiösität' mit Machtansprüchen kombiniert wird.
"Was sagt dein Gott denn dazu, wie man mit diesen Atheisten umzugehen hat?"
31.12.2012, 12:36 von Loouff bin kein beflissener Bibel-Kenner (nur eben das, was im Religionuntericht drankam), aber ich glaube die Message war doch irgendwie, von wegen du darfst auch ers im sterben (am Kreuz) deinen Glaube finden und kommst Trotzdem innen Himmel.. erinnere mich da so düster an was..
Insofern alles paletti, solange du n lieber Mensch bist.
Ich persönlich finde dich sehr christlich, wenn du dich an unsere moralischen Idealvorstellungen hältst, egal woher du sie jetzt nimmst.
das heißt in meinen Augen bist du eventuell ein sehr Gottesgläubiger Mensch, lieber forst und auch du lieber sailor, und euch steht, soweit ich euch kenne das Paradies offen :P
nehmt bitte nicht alles so ernst, was ich sage, ich geh auch nur einmal im Jahr (an Weihnachten) in die Kirche, und vergesse das ganze dann wieder für ein Jahr. ausser jemand erinnert mich mit einem Gedicht an das ganze ;)
Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.
31.12.2012, 14:24 von sailorInsofern brauchts auch keine 'Kirche'.
Warum sollte ich dich nicht ernst nehmen? Du bist ja immerhin derjenige, der hier salbungsvoll von der Güte Gottes, zehn Gboten und dem offenstehenden Paradies redest.
Kann ich das mit dem Paradies schriftlich haben? Falls einer fragt am Ende.
31.12.2012, 14:38 von forstIch lasse jedem seinen Glauben. Ich persoenlich glaube an Werte und Moral in uns Menschen, ohne Gott als Erinnerung an diese.
31.12.2012, 15:32 von miss_melUnd ein guter Mesch moechte ich sein, auch ohne zu glauben, dass ich dafuer in den Himmel komme.
Die Bedeutung, die Religion fuer manche Menschen hat, respektiere ich, so lange sie mich damit in Ruhe lassen.
Ich handhabe es da eher so, dass ich nicht auf alles Antworten brauche.
Kleine Anekdote zum Himmel nach dem Tod: Ein Arbeitskollege meiner Oma konnte den Gedanken nicht ertragen, dass sie nicht in den Himmel kommen wuerde, als Juedin. Also sagte er, er wuerde fleissig fuer sie beten, damit sie da doch reinkommt, da sie doch so ein guter Mensch sei (da waren sie beide Bewaehrungshelfer). Meine Oma lachte immer nur und sagte, die Muehe koenne er sich sparen, sie glaube ja eh nicht dran. Ihm machte das aber wohl sehr zu schaffen.
Wie kommt man nur mitten in der Nacht auf solche Gedanken? Ich glaube nicht an diesen Gott, so wie er in diesem dicken Buch beschrieben wird. Aber an diesen langhaarigen durchgeknallten Typen, der so wunderbare Geschichten erzählen konnte. Auch an diesen alten Mann, der auf einen Berg stieg und versuchte Werte in Stein zu meißeln. Aber vielleicht liegt die Wahrheit darin, dass der Mensch lediglich aus dem Negativen lernt etwas Positives zu sehen.
30.12.2012, 14:42 von jetsamSei dein eigener Gott.
30.12.2012, 14:33 von forstEs gibt keinen Gott.
30.12.2012, 14:18 von sailorGar nicht mein Fall.
30.12.2012, 13:35 von Pixie_DestructoEin sehr trauriger, verzweifelter Text, der mich hilflos macht.
"und ich
weiß ich kann
nichts an der trauer der welt ändern - ich sehe
zu, wie sie in tränen versinkt."
So geht es mir, wenn ich Nachrichten schaue und das Elend auf der Welt täglich zu sehen bekomme. Da fühlen wir uns wohl alle irgendwie hilflos und letztendlich stumpfen wir ab. Oder besser gesagt, wir müssen lernen "abzustumpfen", um nicht zu verzweifeln. Aber das macht uns alle cooler u. härter gegenüber dem Leid anderer Menschen.
30.12.2012, 13:15 von Jackie_Grey