Glen 04.01.2009, 18:08 Uhr 6 2

Vergangene Nacht

Es war ein strahlender Herbstfreitag in einer kleinen Stadt. Die Einwohner gingen ihren morgendlichen Gewohnheiten nach.

Als er morgens aufwachte schaute er als erstes zum Fenster hinaus.
Der Rauch und das aufglühende Feuer der gestrigen Nacht waren mit dem beginnenden Morgen verschwunden.
Er zog sich rasch etwas über und trat aus dem Haus.
Auf der Straße erblickte er immer noch Trümmer und aus stillen, vernebelten Ruinen und Wracks rauchte es vereinzelt auf.
Im Prinzip war es an diesem Morgen friedlich und still, doch in seinem Kopf dröhnte es. Das Dröhnen war unbeschreiblich, es ließ ihn wieder schreckhaft an die vergangene Nacht erinnern. Vergangene Nacht lag er schweißgebadete in seinem Bett. In seinem Kopf dröhnte und krachte es, nackte Angst packte ihn.
Verzweifelt blickte er sich nun um sich herum, und zu seiner Erleichterung stellte er fest, dass sich wohl auch die anderen Menschen aus den Häusern trauten. Sie schienen plötzlich von überall her zu kommen, es schien fast, als wäre es wie immer.
Verdutzt schaute er ihnen nach. Die Menschen wirkten wie immer, ja, sie schienen die Nacht vollkommen vergessen zu haben!
Er schritt schneller voran und blickte hektisch um sich. Die Leute lachten! Sie schienen ausgeglichen. Dort ging ein junger Mann in der Richtung der Bäckerei, eine Frau überquerte mit ihren zwei kleinen Mädchen die Straße, und dort ging ein älteres Ehepaar seelenruhig mit ihrem Hund spazieren.
Immer fassungsloser wurde sein Blick. Es war ungluablich für ihn. Sah und fühlte er etwa nur die Schäden? Sahen denn die Leute die Trümmer nicht und deren Auswirkungen?
Den Lärm, das Rauschen und die entsetzlichen Schreie?
Allmählich verringert er seinen Schritt. Es war fast so, als würde er ruhiger werden. Er schien plötzlich vollkommen in Ordnung. Er dachte sich, dass er wohl der einzige sei, der diese grässliche Nacht mit einem gesunden Verstand überlebt hat.
Und er fing wieder an seinen Schritt zu beschleunigen…

Es war ein strahlender Herbstfreitag in einer kleinen Stadt. Ein rauer Wind ging durch die Straßen.
Die Einwohner gingen ihren morgendlichen Gewohnheiten nach. Gerade schellte es vom Kirchturm, da durchschnitt ein lauter Schuss die Luft.

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6 Antworten

Kommentare

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    Mahjongg dimensions online so view the play mahjongg dimensions site that is a real game site.

    19.03.2018, 17:26 von marshal23
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    Ich versteh es auch nicht... Und weil ich nicht weiß, ob ich es überhaupt verstehen KANN bin ich zu faul darüber nachzudenken >__<

    Weil ich jetzt keine Lust hab weiterzulesen (ich glaube, ich geh ins Bett) ist das ein Sammelkommentar für die drei Artikel die ich jetzt von dir gelesen habe, den mit dem Hund, J, und diesen hier.

    Ich mag deinen Schreibstil. Erstens ist es nicht nur geplänkel, wie so viele Artikel hier (inklusive meinem) und zweitens schaffst du es Gefühle zu transportieren, die auch ankommen. Nicht so sehr bei dem Hund, weil der Text sehr sachlich war. Da hatte ich das Gefühl, dass die Traurigkeit hinter dieser Sachlichkeit ganz versteckt ist und sich langsam herauskristallisieren würde, wenn man genauer liest, aber bei dem Text über J. war ich kurz vor dem Tränen in den Augen haben. (Das passiert mir schnell, aber nicht grundlos)

    17.09.2009, 20:52 von Zoltanina
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    Ich kann dir die Emotion, die ich gerade empfinde nicht erklären, weil ich sie mir selbst nicht erklären kann. Sowas habe ich- das kann ich dir versichern- noch nie zuvor erlebt.
    Kurz vor dem letzten Satz stoppte ich, da ich die anderen Comments gelesen hatte. Den letzten Satz zu lesen; kam mir vor wie eine Ewigkeit. Ich habe Tränen in den Augen.
    Krass.

    24.06.2009, 23:16 von LemonStar
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    Ich verstehe ih nicht, aber gut geschrieben, ich hab Gänsehaut!!

    11.05.2009, 16:21 von Dina-Lisa
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    Vielen Dank für den Hinweis, Glen.

    Wenn ich diese Person darstellen müsste, wäre ich selbst gefährdet.

    05.01.2009, 00:26 von YokoTsuno
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    Reichskristallnacht?
    Alien-Invasion?
    Anarchie nach Atomschlag?

    Gib einen Hinweis, was in Deinem Hirn vorgeht?
    Gruß Yoko.

    Werde wohl davon träumen. Bin anfällig hierfür.

    05.01.2009, 00:16 von YokoTsuno
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