batida.de.coco 29.01.2007, 21:22 Uhr 1 1

Über Sehnsucht.

Und über die Tatsache, dass sie nicht so schrecklich ist wie jeder denkt.

Die Sehnsucht. Oftmals als herzzerreißendes, teuflisches Wesen betrachtet, dass uns nicht schlafen, nicht konzentrieren lässt und die Welt in einen andere verwandelt, die keine Hoffnung kennt und jegliches Gefühl in tiefsten Schmerz badet. Wie Wasser in unserer Welt, bedecken zum Großteil Tränen diese Welt.
Uns wird übel, wenn die Musik in unsere Ohren dröhnt, unsere Seelen in diese Welt zu tragen scheint. Wenn die Tränen über unsere Wangen rinnen und wir uns unendlich verloren fühlen und immer tiefer fallen.

Doch ist Fallen immer schlecht? Oder ist es nur die Angst vor dem Aufprall, die es unerträglich macht? Sehnsucht, wenn sie als solche vorliegt, wie ich sie beschreibe, ist ein so mächtiges, intensives, durchdringendes Gefühl. Es nimmt all unser Denken und Fühlen ein und besetzt unseren Körper und Geist. Es kommt aus tiefstem Herzen und ist ein so ehrliches Gefühl. Es wickelt uns ein und spielt ein Spiel mit uns. Warum nicht einfach mitspielen? Warum nicht einfach fallen lassen? Oder besser noch: fliegen!

Warum nicht genießen, wie die Gefühle beginnen mit dem Körper zu spielen? Warum die Sehnsucht als ein böses Wesen betrachten, wenn es doch aus dem eigenen Herzen kommt und ein so intensives Gefühl ist? Gefühle sind ehrlich, sie sind echt, und sich in einem Strudel der Sehnsucht zu befinden bedeutet pure Ehrlichkeit und Wahrheit. Und es bedeutet Intensität in jeglicher Hinsicht. Man spürt die Musik intensiver denn je, man spürt ihre Kraft auf Geist und Körper unendlich stärker. Jede Berührung durchdringt das Herz, schenkt Wärme. Die Luft wirkt so erfrischend und rein, wenn man sie während dem Weinen mit tiefen Schluchzern einatmet. Und Schritt für Schritt kehrt die Normalität wieder ein, manchmal schneller, manchmal langsamer. Das Starren in die Leere, das Schweben im eigenen Kopf, das Fliegen mit den Gedanken.

Ein grausames Spiel wird es genannt. Man kann nur verlieren, heißt es. Ist das wirklich wahr? Kann man nicht auch dankbar sein, solche Intensität erleben zu dürfen? Ja, manchmal scheint die Sehnsucht uns zu erledigen, auch mich. Aber warum die Sehnsucht nicht als tiefen, persönlichen Teil betrachten und sich in ein Meer von Gefühlen werfen? Warum sich einsam fühlen, wenn man Besuch hat? Besuch von einer Freundin, die immer treu bleiben wird und dich fühlen lassen kann, wie es stärker fast nicht möglich ist. Eine Freundin, die dir nicht schaden will. Eine Freundin, die dir bloß zeigen möchte, dass du lebst. Eine Freundin, die ehrlicher nicht sein kann. Eine Freundin, die man schätzen sollte.

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