The difficulty of letting go.
Die Versuchung, seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu unterdrücken und sich an etwas Klammern, was einen nie wirklich glücklich gemacht hat.
Am Ende kann man Menschen nicht ändern. Und so sehr wir uns einreden, wir werden sie akzeptieren und so sehr wir versuchen, sie für das zu Lieben, was sie sind. Wenn die Differenzen zu groß werden, fällt alles auseinander. Wenn wir schließlich erkennen, dass das was wir brauchen, niemals von dem kommen wird, den wir lieben, wenn wir erkennen, dass wir uns die Zähne ausgebissen haben während wir hungrig nach etwas schnappten, was nie da gewesen ist, wir auf harten Stein bissen, in purer Verzweiflung, mit geschlossenen Augen und Ohren weil wir gar nicht sehen wollen, gar nicht wissen wollen, dass wir niemals glücklich sein werden, mit dem Anderen. Wenn wir das erkennen, dann fühlt sich das Zähne ausschlagen plötzlich seltsam gut an. Im Gegensatz zu dem Wissen, dass man irgendwie ganz alleine ist und der Mensch, den man liebt zwar nicht verschwunden ist, man ihn aber trotzdem irgendwie verloren hat. Im Gegenteil zu der schweren Hilflosigkeit und Traurigkeit, die sich in einem breit macht, wenn man einen Menschen verliert, den man sehr, sehr liebt. Und die Versuchung wieder zurück zum Zähne ausschlagen zu gehen scheint plötzlich seltsam verführerisch. Die Versuchung, seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu unterdrücken und sich an etwas Klammern, was einen nie wirklich glücklich gemacht hat, nicht, weil es nicht wollte, aber weil es nicht konnte. Die Versuchung ist fast zu stark um ihr zu entkommen und ich glaube, deswegen sind so viele Menschen unglücklich. Weil sie angst haben, alleine zu sein. Aber ist alleine sein während man mit der Person die man so sehr liebt zusammen ist, nicht viel schlimmer als wenn man tatsächlich alleine ist? Ist die Leere, die einen erfüllt wenn man neben einem geliebten Menschen sitzt und sich nichts mehr zu Geben hat, oder das, was man zu geben hat, ist nicht das, was der andere braucht, ist dass dann nicht eine viel erdrückendere, viel ätzendere, traurigere Leere als die Leere, wenn einem bewusst wird, dass man sein Glück mit einer Person schon vor langer Zeit verloren hat?
Ist jahrelanges Zähne ausbeißen, bluten und weinen nicht viel schmerzhafter als wenn man Tage-, Wochen-, oder Monatelang traurig ist, aber irgendwie weiß, dass man die Möglichkeit hat, weiter zu gehen, weiter zu machen. Wieder glücklich zu werden. Und der andere auch.
Ist es nicht viel Schlimmer sich in etwas zu verbeißen, zu verkrallen, um am Ende unseres Lebens fest zu stellen, dass die Angst uns dem Leben zu stellen, die Angst weiter zu machen, los zu lassen, uns unser Glück gekostet hat, oder schlimmer, uns selbst? Ist es nicht viel Schöner loszulassen, nach langem verkrampftem Festhalten um zu erkennen, dass wir manchmal den Menschen die wir lieben den Gefallen tun müssen sie loszulassen, uns von ihnen abzuwenden und ihnen die Chance geben, wieder glücklich zu werden? Und uns selbst auch?
Ist es nicht viel schlimmer wenn wir wissen, dass wir eine Person nicht ändern können und wir niemals wirklich glücklich mit ihr sein können, als wenn man endlich aufgibt und sich gezwungenermaßen mit sich selbst beschäftigt. Mit den Dingen, die wir eigentlich brauchen, eigentlich wollen. Und wir dann erkennen: Wir werden okay sein. Nicht jetzt. Aber irgendwann. Ganz sicher.




Kommentare
Das kommt mir so bekannt vor. Ich habe mich jahrelang an so einen Menschen, so eine Beziehung geklammert. Und ja, es war unendlich schwer, zu erkennen, dass es keinen Sinn ergibt, dass er sich nicht ändern wird, dass ich nur unglücklich werden kann. Und ja, es hat unendlich gut getan, den Schritt zu wagen, sich frei zu geben und glücklich zu sein.
28.05.2010, 10:31 von dasLaecheln