MorgenWieder 24.01.2013, 22:23 Uhr 1 9

So und doch ganz anders

Laut, lustig, farbenfroh sagen alle. Klein, blutend, hungrig weiß keiner. Depression welch hässliches Wort.

Das Glück zum Greifen nah. Doch Greifen fällt ihr heute schwer. Eine Armlänge entfernt. Doch die Arme sind zu schwer. Tonnen auf den Schultern, die keiner sieht. Je mehr muss, desto weniger kann. 

Stets das offene Ohr, obwohl sie so sehr eines bräuchte. Die, die hemmungslos liebt und so viele Hemmungen erhält. Wieder und wieder.

Lächelnd aufgewacht, die Welt im Traum vergessen, von Sturmböen zurück ins Bett gezwungen. Sie lacht am lautesten, scheint am zufriedensten, in sich ruhend. Sie wird gesehen, fällt auf. Laut, lustig, farbenfroh sagen alle. Klein, blutend, hungrig weiß keiner. Depression welch hässliches Wort.

Nie genug Decken über dem Kopf, allein in der Dunkelheit und nichts anderes wollen als verweilen. Atmen. Existieren. Alles erfordert Kraft, zu viel Kraft. Selbst den Tränen fehlt der Antrieb.

Eine Hand die die ihre umschließt. Zwei Arme die den Körper umschlingen. Ohne Sex, ohne Worte, ohne Schönheit. Nur da sein. Wärme geben. Energie leihen. Du kriegst sie zurück, wenn sie einmal aufgetankt ist. Wenn sie noch aufzutanken ist. Manchmal wäre es so leicht sich der Dunkelheit hinzugeben. Niemand da, Stille, keine Sorgen. Immer und immer Sorgen.

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1 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Triffts sehr gut.

    Ich bin ja immer dafür, die Unwissenden wissend zu machen.

    25.01.2013, 10:24 von FrauKopf
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  • Wie siehst du das, Stefan Bachmann?

    Jeden Mittwoch interviewen wir NEON-Fotografen oder Illustratoren. Auf unsere 10 Fragen dürfen sie uns nur mit Bildern antworten.

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    Millionen Syrer sind auf der Flucht. Doch was passiert mit denen, die blieben? In Aleppo versuchen ehemalige Kämpfer zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

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