14tagefasten 17.03.2010, 18:04 Uhr 3 1

Selbstversuch: 14 Tage ohne Nahrung

Gesunde Menschen können nach medizinischer Meinung ohne weiteres 30 Tage überleben, wenn genügend Wasser vorhanden ist.

Doch wieso halten wir es nicht einmal wenige Stunden aus bis wir wieder an das nächste dicke Hauptgericht denken? McDonalds wartet an fast jeder Ecke, im Sommer Eis, im Winter Kuchen, hier und da Schokolade, viel Fleisch. Wir leben in einer Konsumwelt, einer Welt in der wir emotionale Defizite durch Konsum jeglicher Art ausgleichen. Bei den einen ist es Essen, bei den anderen Shoppen und wer kein Geld ausgibt, der betreibt exzessiv Sport oder konsumiert regelmäßig Alkohol und andere Drogen um den emotionalen Hunger zu stillen.

Doch ist es nicht wie bei Zigaretten? Ist es nicht der erste Zug im Leben, mit dem die Kette der Ereignisse ihren Lauf nimmt? Ist es nicht der erste Bissen, nachdem wir merken, dass wir uns immer noch nicht so fühlen, wie wir es wollen? Ist es es nicht die erste gekaufte Sache, nach der wir merken, dass wir unser Ziel immer noch nicht erreicht haben? Immer weiter und weiter auf der Suche nach etwas, was wir niemals finden können. Es ist der falsche Weg, es ist der Weg des Konsums, die Sache im Inneren, die wir im Äußeren suchen. Wie eine explodierende Atombombe breitet sich unsere Energie, unsere Aufmerksamkeit in die äußere materielle Welt aus. Wir sehen nur noch den Konsumwert von Dingen, den berechneten Gefühlszuwachs, wenn wir dies und das essen oder kaufen. Es geht um Genuss, doch Genuss bedeutet nicht Glück.

Tausende von Seiten Theorie lerne ich jedes Semester im Psychologiestudium, Bücher wie die Bibel wirken dagegen wie kleine Taschenbücher. Die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten nennt sie sich. Doch was ist mit ihr passiert? Sie ist krank geworden, sie hat das Erleben verloren. Forscher, die abstrakten Theorien hinterherjagen, jeden Bezug zum wirklichen Erleben und dem Streben nach Glück verloren haben, sich in Details verfangen, die genauso belanglos sind wie das Talkshowprogramm am Nachmittag. Theorien über das Erleben und Fühlen, die im abstrakten Denken ersonnen werden, anstatt sich selber dem Erleben zu stellen und die Wahrheit des Lebens selber zu fühlen. Sie fühlen nichts mehr, weil sie in ihren eigenen Gedankenstrukturen gefangen sind.

Ich trete einen Schritt zurück, betrachte das Spiel von weiter Ferne. Wie von einem Berg aus betrachte ich das wilde Treiben der Menschen. Hektik, Stress, Konsum, traurige und triste Gesichter auf der einen Seite, aufgesetzte Freude auf der anderen.

Wahres Glück ist allgegenwärtig, doch wir haben es verdeckt und mit jedem Schritt, mit allen Zielen im Leben, mit denen wir uns erhoffen dem Glück näher zu kommen, stellen wir hinterher fest, dass es uns wieder einmal entwischt ist, während wir ihm wie ein Detektiv hinterher gejagt haben.

In den nächsten 14 Tagen werde ich mich auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen des nahrungslosen Lebens begeben, für 2 Wochen alle Lebensaufgaben und alles Essen hinter mir lassen und die Welt und ihre Bewohner so wahrnehmen wie sie wirklich sind: Faszinierend. Ich werde die Freiheit genießen, mir keine Gedanken mehr über Einkäufe und Kochen machen zu müssen. Mit einem meditativen Lebensgefühl werde ich mich für Feinheiten des Lebens öffnen, für welche unserer hektischen Gesellschaft leider kaum noch Zeit und Aufmerksamkeit bleibt. Wahres Glück kostet nichts, nur den absoluten Willen für immer glücklich zu werden....Glückseligkeit."Wichtige Links zu diesem Text"
Zum Blog

1

Diesen Text mochten auch

3 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    nadann viel erfolg

    aber dafür, dass man vom fasten als der möglichkeit der inneren einkehr spricht, bist du sehr "laut".
    was erhoffst du dir von der rumgetwitter?

    btw. ich hab das mehr als einmal gemacht. ist problemlos machbar.
    aber verarschen lassen musste dich nicht.. der ging an die so erwachsene sunchan.

    17.03.2010, 22:40 von RedSonja
    • 0

      @RedSonja ach erwachsen ist die? ich dachte immer, die sei altklug. gut, dass wir das geklärt haben.


      zum thema. ich find das sehr spannend, ich wusste das bislang nicht, dass das 30 tage funktionieren kann und bin gespannt, wie genervt und kurz vorm ausrasten du nach 8 tagen bist :)

      ich hab mal 2 monate eine 1000 kalorien-diät
      gemacht an deren ende meine mutter gesagt hat, dass sie nicht mehr mit mir telefoniert, bis ich wieder ganz beisammen bin.

      18.03.2010, 03:19 von MisterGambit
    • 0

      @MisterGambit Ich bin auch schon gespannt :)

      18.03.2010, 03:30 von 14tagefasten
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich bin auch gespannt.
    Nach ein paar Tagen ist es ziemlich leicht nichts mehr zu essen, weil das Hungergefühl verschwindet, ging mir zumindest immer so. Aber 2 Wochen sind schon echt hart, besonders weil man halt überall praktisch dazu verführt wird, was zu essen.
    Bin mal gespannt, wie deine Erlebnisse so sind.

    17.03.2010, 22:26 von Nafi
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Da bin ich ja mal gespannt.
    Verschohne uns doch aber bitte allerliebst mit den Geschmacksunterschieden des Leitungswassers in Fremdhaushalten die man nach 4 Tagen Nahrungsentzug wahrnimmt.
    Ansonsten sollen die eintretenden Glückgefühle ab der 2. Woche ja LSD-Tripp-ähnlich sein. Ich glaube aber, das nennt man Entzugserscheinungen.
    Viel Glück soweit!

    17.03.2010, 18:59 von sun-chan87
    • Kommentar schreiben

Das Magazin

Die nächste Ausgabe:
14. Mai 2012

NEON-Apps für iOS und Android

Neueste Artikel-Kommentare