Crinni 03.01.2013, 00:36 Uhr 3 2

Schweig still, rosafarbendes Egoistenschwein!

Da werden Schmetterlinge zu Hackfleisch, woraufhin es mir nach einem saftigen Hackepeterbrötchen mit dick Zwiebeln gelüstet.

23:06, Totenstille. Zumindest, wenn ich mich drauf konzentriere. Weil ich es will. Ich genieße die Ruhe, solange ich es kann. So lange kann ich nicht. Ich bemerke: Stille. Ich denke: Stille! Ich fühle: Ruhe. Ich bemerke, ich fühle. Ich denke, ich bemerke. Ich denke, dass ich bemerke, dass ich fühle oder vielmehr bemerke ich, dass ich denke, dass ich fühle. Und demnach bemerke ich, dass ich bemerke. Und das ist verdammt lästig. Mir fällt auf, dass mein Hirn da oben 'ne Show abzieht und das gefällt mir gar nicht. Es ist, als würde ich in unmittelbarer Nähe eines uralten Pärchens in der Straßenbahn sitzen, welches öffentlich, lauthals und ungeniert über sein tabuloses Liebesleben diskutiert. Mittags um halb 12. Wo alle Welt arbeitet, isst, während der Arbeit isst oder nicht bei der Arbeit ist und trotzdem nicht in der Bahn. Es ist rundherum leise, nur die sexuell Aktiven posaunen Intimitäten raus wie ich die Luft im stillen Kämmerlein oder des Nachts in Großraumdiskotheken, wo mich eh kein Schwein furzen hört. Man kann einfach nicht anders, als hinhören, ob man will oder nicht. Und so ist es mit dem rosafarbenden Egoistischenschwein alias Hirn, das sich den ganzen Tag nur mit sich selbst beschäftigt, indem es sogar Gedachtes hinterfragt und zerflückt. Ich höre hin. Ich will nicht, tu's aber, kann nicht anders. Da werden Wortfetzen zu Konfetti, Gedankengänge rückwärts gelaufen und Schmetterlinge zu Hackfleisch, woraufhin es mir nach einem saftigen Hackepeterbrötchen mit dick Zwiebeln gelüstet und manch einer froh sein kann, dass ich heute nicht um die Häuser ziehe. Nein, ich bleibe im "stillen" Kämmerlein. Die Anführungszeichen finde ich im Übrigen an dieser Stelle unheimlich scheiße. Und ehe ich weiterschreibe, läuft Hirn parallel Gedankenmarathon, bei dem ein Mörder Heckmeck um nichts veranstaltet wird. Aber darum geht es. Geschätzte 90% von dem, was Hornochsenhirn da oben zusammenschustert, kannst du in die Biotonne verbarrikadieren, in der Hoffnung, dass irgendwann Gras drüber wächst. Meistens ist von all dem einfach nichts der Rede Wert. Nichts. Apropos. Ich höre nichts, ist langsam auch spät. 23:30, Totenstille. Zumindest, wenn ich mich drauf konzentriere. Weil ich es will. Ich genieße die Ruhe, solange ich es kann. So lange kann ich nicht. Ich bemerke: Stille. Ich denke: Stille! Ich fühle: Ruhe. Ich bemerke, ich fühle. Ich denke, ich bemerke. Ich denke, dass ich bemerke, dass ich fühle oder vielmehr bemerke ich, dass ich denke, dass ich fühle. Und demnach bemerke ich, dass ich bemerke. Und das ist verdammt lästig.


Tags: Schade dass ich 3 Minuten meines Lebens mit dem Lesen dieses überflüssigen Artikels verschwendet habe.
2

Diesen Text mochten auch

3 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Überflüssige "Tags". Es sei denn sie wären in überflüssige Anführungszeichen gepresst worden. Aber so? Den Text dagegen finde ich bemerkens-wert.

    03.01.2013, 18:52 von Mrs.McH
    • Kommentar schreiben
  • 0

    kann auch oft nicht einschlafen - unsereins ist zu inteliegent.

    03.01.2013, 11:06 von Loo
    • 0

      Ob das des Pudels Kern ist, sei dahingestellt :D

      03.01.2013, 14:00 von Crinni
    • Kommentar schreiben
  • Durchs Wochenende mit … Lars

    Und, wie war dein Wochenende so? Jede Woche fotografiert ein NEON-Redakteur sein Wochenende mit dem Handy. Diesmal: Text-Praktikant Lars Weisbrod.

  • Hobo-Reise: Zur großen Freiheit

    Wer auf Güterzügen durch Amerika reist, lernt Menschen und Landschaften kennen, die sonst verborgen bleiben. Ein Artikel aus der aktuellen Ausgabe.

  • Fabelhafte Fundstücke

    Glück ist eben doch käuflich – die folgenden 10 Fundstücke, die die Moderedaktion für euch aufgespürt hat, sind der beste Beweis.

Neu: NEON für dein iPad!

Neueste Artikel-Kommentare