Schritt Drei: Please Mr. Postman!
Bewerben von mir schon als unzumutbare Tatsache abgetan, scheint mir jetzt das kleinere Übel an der ganzen Sache zum begehrten Studienplatz zu sein.
Das Schlimmste ist das Warten. Warten was kommen mag, wo die Wege hinführen werden und immer wieder hoffen, dass es doch bitte mal alles so läuft wie man sich das wünscht und das auch geplant hat. Das genau die Uni als erstes zurückschreibt zu der man doch unbedingt möchte.
Der nette Postbeamte scheint zum entscheidenden Übermittler degradiert. Er bringt die Nachrichten die man haben will oder eben auch nicht.
Aber viele Tage bringt er gar keine Nachricht und die innere Unruhe tobt weiter. Man hängt weiter in der Luft und weiß nicht was mit einem passieren wird, wo man bald wohnen und leben soll.
Meine Gedanken driften dann gerne ab und ich überlege ob vielleicht mein alter Bekannter das Schicksal mitmischen wird, ganz abgesehen von Tatsachen wie Notendurchschnitt und Wartezeit hat der nämlich auch immer was zu melden und mischt sich gerne mal in meinem Leben ein.
Gibt’s das alles wirklich? Wie wäre das zum Beispiel, wenn der Postboote einen Brief verliert? Wenn es eben mal dazu kommt, dass ganz unauffällig mal ein Brief seinen Weg aus der Tasche ins frisch gegossene Rosenbeet findet. Und wenn gerade dieser Brief von der Uni kommt an die man immer wollte. Man verpasst durch einen dummen Zufall die Einschreibungsfristen. Zieht letztendlich in eine ganz andere Stadt, lernt ganz andere Leute kennen. Verpasst vielleicht die Liebe seines Lebens die im Hörsaal hätte neben einem sitzen können. Aber vielleicht ist auch alles ganz anders. Und durch einen Zufall wird alles viel besser. Man hat viel bessere Professoren, lebt vielleicht in einer Stadt die doch wie Arsch auf Eimer zu einem passt, obwohl das doch Anfangs ganz unmöglich schien. Irgendwie schlängelt man sich immer durchs Leben.
Wenn man über manche Situationen nachdenkt, über manche vielleicht noch so kleine Entscheidung die man in der Vergangenheit mal getroffen hat, bemerkt man vielleicht ihre unglaublichen Auswirkungen auf das Heute.
Hätte ich damals über die schlechte Verkehrsverbindung hinweggesehen und wäre auf die Schule im Nachbarkaff gegangen, hätte ich nie meinen besten Freund kennengelernt, der alles über mich weiß. Hätte nie diese eine ganz besondere Englischlehrerin gehabt die mir unglaublich viele Werte vermittelt hat, die mich im Leben und im Umgang mit meinen Mitmenschen so geprägt haben. Ich frage mich immer wie mein Leben hätte so oft schon so anders verlaufen können, auch ohne mein Zutun. Aber gerade das sollte man glaube ich nicht tun. Es ist zwar manchmal schwer Dankbar zu sein für das was man hat, statt traurig zu sein, für das was man vielleicht nicht hat.
Insgeheim hoffe ich, dass der Postboote nun alle bis auf einen Brief verliert und mir das Schicksal oder der Zufall oder was auch immer es ist, die Entscheidung abnimmt, welche Uni es denn sein soll. Wobei das wäre dann doch zu einfach.




Kommentare
Hallo muddin!!! Ich habe mir über das gleiche Thema auch schon Gedanken gemacht!!! Was wäre wenn!! Aber wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär mein Vater Millionär!! Ich finde dieser Spruch ist wahr und passt dazu!! Wenn der Postboote diesen Brief nicht verliert, dann hast du entweder Glück oder Pech!!! Aber ich glaube, wenn man sich darüber Gedanken macht, wird man mit diesem Thema nie fertig!! Ich kann das gleiche auch von meinem Leben sagen... was wär, wenn ich auf die andere Schule neben an gegangen wär!! Ich hätte jetzt nicht meine beste Freundin, die von mir alles weiß, mir der ich den größten Scheiß machen kann, den ich nicht so schnell sonst gemacht hätte oder was weiß ich!!! Mein Leben wäre komplett anders bis jetzt verlaufen!! Eine kleine Entscheidung kann das ganze Leben ändern!! Ich finde diesen Gedanken auch sehr interessant!!!
06.08.2010, 12:43 von M-a-u-s-iAber jetzt noch eine Frage an dich!! Was würdest du gerne Studieren??