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Schön blöd

Wahre SCHÖNHEIT kommt von innen? Stimmt nicht. Menschen beurteilen einander nach streng äußerlichen Kriterien, sagt Evolutionsbiologe Karl Grammer.

Herr Grammer, es ist wissenschaftlich erwiesen: Schöne Babys bekommen mehr Liebe, attraktive Kriminelle geringere Haftstrafen und die hübscheste Blondine den besten Lohn. Sind wir Menschen wirklich so korrupt?
Ja, sicher. Wie wir andere wahrnehmen und behandeln, hängt hauptsächlich von der Attraktivität des Gegenübers ab.

Und jene, die von der Bedeutung der inneren Werte fabulieren, sind schamlose Lügner?
Absolut. Heute weiß man: Bei der Beurteilung von Schönheit geht es nicht um innere Werte, und wenn, dann gehört das Gutsein gewiss nicht dazu. Aus evolutionsbiologischer Sicht kommt es nur auf das Aussehen an, weil hübsche und wohlgestaltete Individuen über die besten genetischen Voraussetzungen verfügen, um sich fortzupflanzen. Aus neuen Untersuchungen geht hervor, dass Schönheit und körperliche Fitness korrelieren. Die Wechselbeziehung ist nicht sehr stark, aber sie ist da.

Kann nur wahre Schönheit die Welt retten, wie Platon behauptete?
Sicher nicht. Was in uns verankert ist, ist nicht der Inhalt der Schönheit, sondern es ist eine Konstruktionsanleitung, weshalb und wie wir Schönheit wahrnehmen. Stünde diese Beurteilung nicht in Zusammenhang mit Sex und Fortpflanzung, würden wir vielleicht auch eine Mülltonne für unfassbar attraktiv halten.

In den sechziger und siebziger Jahren war es verpönt, Menschen nach ihrem Äußeren zu beurteilen. Wieso ist diese Zurückhaltung inzwischen komplett verschwunden?
Die Attraktivitätsforschung kam dreißig Jahre lang zum Erliegen, weil sie ab den 60er Jahren als ethisch verwerflich beurteilt und zum Tabu erklärt wurde. Erst als sich die Evolutionsbiologen des Themas Anfang der 90er Jahre annahmen, wurde es rehabilitiert, und die Forschung kam wieder in Gang.

Zu Beginn der Attraktivitätsforschung ging man davon aus, dass das Schönheitsempfinden von der Zeit und der Kultur abhängt und dass Schönheit größtenteils subjektiv sei.
Diese Erkenntnisse gelten heute als falsch. In der Zwischenzeit weiß man, dass sich die Schönheit – Lippenhöhe, Wangenknochen, Nasenlänge, Untergesichtsgröße und Symmetrie – millimetergenau in Winkeln, Abständen und Größenverhältnissen messen lässt. Das Gleiche gilt für Hüfte, Brust, Taille und Beinlänge. Der Betrachter urteilt universell durchaus konform. Das Gebiet der mathematischen Vermessung gilt heute aber als praktisch komplett erforscht. Neu weiß man, dass die Attraktivität ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Merkmalen darstellt: Bewegungsabläufe, Mimik, Körperduft, auch Hauttextur und Haarqualität spielen eine Rolle.Das Hirn nimmt die verschiedenen Merkmale in Millisekunden auf, verarbeitet diese Informationen zu einem Gesamtbild und beurteilt es sofort.Eine beeindruckende Leistung, die neurobiologisch noch nicht entschlüsselt werden konnte.

Kann das perfekte Wesen auch sprechen?
Ja sicher, und es verfügt über eine angenehme Stimme. Es hat außerdem eine reine Haut, glänzende Haare, duftet wunderbar und wippt mit den Hüften. Es ist natürlich weiblich, und es ist jung, was mit dem Reproduktionsstatus zu tun hat.

Neurobiologische Untersuchungen behaupten: Wenn ein Mann eine halbwegs attraktive Frau erblickt, werden die gleichen Hirnregionen aktiviert, wie wenn er unbändigen Hunger verspürt.
Wird eine Frau gesichtet, läuft beim Mann – ähnlich wie bei einer Waschmaschine – das immer gleiche Programm ab. Unsere Feldstudien in Japan und Deutschland ergaben, dass Männer generell alle Frauen interessant finden, und ihre Chancen stufen sie durchwegs als besser ein, als sie in Wirklichkeit sind. Anschließend versuchen sie, die schönsten Frauen zu beeindrucken. Egal, ob das gelingt oder nicht: Männer glauben, sie seien die Jäger, in Wirklichkeit bestimmt jede Frau zu hundert Prozent selbst, ob und von wem sie sich erlegen lassen will.

Man könnte meinen, der Mensch habe sich seit der Steinzeit nicht weiterentwickelt…
Wir müssen uns bewusst sein, dass Menschen historische Dokumente sind. Wir haben eine Geschichte durchgemacht, die ein paar Millionen Jahre alt ist, und in dieser Zeit haben wir im Umgang mit der sozialen Umwelt gewisse Präferenzen erworben, die immer noch da sind. Aber die Evolution hört nie auf. Wir wählen auch heute unterschied liche Partner und reproduzieren uns unterschiedlich. So sammelt sich im Genom die In formation an, die die Konstruktionsanleitung »Mensch« enthält.

Deshalb sind Hässliche nicht ausgestorben?
Ohne Hässlichkeit würde der ganze Handel um Angebot und Nachfrage – also um die Schönheit der Frauen und den Status der Männer – zusammenbrechen. Schönheit ist aber auch Zufall. Heute weiß man auch, dass das Gehirn sehr viel stärker auf Unschönheit reagiert als auf Schönheit und dass dabei jene Regionen aktiv werden, die sonst für Ekel stehen. Das Hirn macht bei der Wahrnehmung der Schönheit also eine Negativdefinition.

Trotzdem gibt es Menschen, die Schönheitsfehler besonders sexy finden. Sind die pervers?
Kleine Fehler haben und trotzdem schön sein, das ist möglich: Man spricht dann allerdings von einem Handicap. Kleine Markierungen und Abweichungen machen die Einzigartigkeit des Menschen aus und können positive Auswirkungen haben, weil man sich an diese Menschen besser erinnert, was die Attraktivität und die Chancen im Wettbewerb steigert. An der optischen
Seltenheit hängt sich das ganze System schließlich auf. Trotzdem gilt generell: Durchschnitt ist gleich schön.

Wieso stehen Frauen unter einem größeren Schönheitszwang als Männer?
Die Männer wählen die Frauen letztendlich aufgrund der Attraktivität aus. Das ist einfach im System drin, das bringt auch die Emanzipation nicht weg.

Gleichzeitig behaupten Sie: »Unsere scheinbar von Männern dominierte Gesellschaft ist in Wirklichkeit ein Produkt der weiblichen Fortpflanzungsstrategie.«
Das biologische Wettrüsten beginnt bereits im Kindergarten, wie unsere Untersuchungen er gaben. Jene Knaben, die einen Streit gewannen, wurden durch eine erhöhte Ausschüttung des körpereigenen Hormons Testosteron belohnt. Der Kick führte dazu, dass die Jungen am nächsten Tag wieder einen Konflikt suchten, bei dem sie als Sieger vom Platz gingen. Besiegen, sich hervortun: Beides trägt bei den Männern später zum Status bei, und der ist für die Wahl der Frauen nun mal ausschlaggebend.

Ihre Untersuchungen zeigen, dass Frauen bei der Partnerwahl mehr Wert auf Ruhm, Geld und Ansehen legen als auf die Attraktivität, die Intelligenz oder sonstige positive Persönlichkeitsmerkmale. Hat die Emanzipation daran etwas verändert?
Überhaupt nicht. Wenn ein Markt existiert, kommen Marktgesetze zum Tragen. Die Schönheit folgt auch einem hierarchischen Prinzip. Beide Seiten verkaufen sich nur sehr selten unter ihrem Wert, und die hässlichen Entlein reagieren zu Recht misstrauisch, wenn ihnen ein Beau schöne Augen macht.

Wieso?
Die weniger Attraktiven fragen sich, was habe ich zu bieten? Nichts. Also muss hinter dem Interesse eine böse Absicht stecken.

Vielleicht verfügen diese Frauen über Status?
Das ist für Männer nicht sonderlich attraktiv.

Aber immer mehr ältere Frauen haben heute einen jungen Lover?
Das ist eine so neue Entwicklung, dass sie für uns nicht relevant ist.

Welches Frauengesicht wird heute als besonders hübsch empfunden?
Ein Merkmal ist ein kleines, kindlich wirkendes Untergesicht, das auf einen hohen Östrogenwert in der Pubertät und damit auf Fruchtbarkeit schließen lässt. Aus den gleichen Gründen werden volle Lippen und kleine Nasen als schön beurteilt. Als am attraktivsten werden jene Frauen wahrgenommen, die entweder über einen Anteil an Kindlichkeit verfügen oder über Schönheitsmerkmale der reifen Frau, wie etwa hohe Wangenknochen.

Und wie sieht das attraktive männliche Gesicht aus?
Bei den Männern führt ein geringer Testosteronwert in der Pubertät zu einem wenig markanten Untergesicht, das wird als unattraktiv wahrgenommen. Frauen nehmen Männer innerhalb ihres Zyklus allerdings unterschiedlich wahr. Zum Zeitpunkt des Eisprungs finden sie supermännliche Typen toll, den Rest des Monats bevorzugen sie eher die androgynen Softies. Diese versuchen ihren Mangel an Attraktivität durch ein höheres Investment auszugleichen.


Ohne Hässlichkeit würde der Markt der Schönheit zusammenbrechen.


Welche Auswirkungen hat Schönheit auf den Charakter?
Auf jeden Fall sind die Schönen extrovertierter und selbstsicherer als andere, sie haben das bessere Selbstbild. Nebst den Vorteilen, die schöne Leute in fast jeder Lebenssituation genießen, gibt es auch etwas ältere Theorien, die besagen, dass sie weniger häufig Problemen ausgesetzt sind. Daraus lassen sich Persönlichkeitsstrukturen ableiten. Jemand, der immer akzeptiert war, verfügt über andere charakterliche Dispositionen als jemand, der nie akzeptiert wurde.

Je schöner ein Mensch, desto sympathischer, liebenswürdiger und kompetenter wird er von den Betrachtern beurteilt. Ist das so?
Nein, aber das ist egal. Die Schönen erreichen ihre Ziele auch so. Es wird ihnen vieles einfach gemacht, und darum müssen sie keine Alternativstrategien entwickeln, um etwas zu erreichen. Auf einen bewussten Umgang mit dem sozialen Umfeld können sie ebenfalls verzichten, wie man heute weiß.

Kann Schönheit auch ein Handicap sein? Schöne Frauen sind mit Neid konfrontiert. Leisten sie Außergewöhnliches, wird das gleich auf das tolle Aussehen zurückgeführt.
Mag sein. Meiner Meinung nach sind das Luxusprobleme, und bezeichnenderweise existiert kein wissenschaftliches Material dazu.

Wer ist attraktiver, Paris Hilton oder Cindy Crawford?
Beide sind schön. Für wen auch immer. Die von den Medien gemachten Idole sind nicht unbedingt diejenigen, die im wissenschaftlichen Sinn als schön gelten, trotzdem beeinflussen sie das Ideal natürlich. Wenn man von den schönsten Filmschauspielerinnen ausgeht, muss man natürlich sagen, dass sie in den zwanziger Jahren anders aussahen, aber vor allem auch anders gestylt waren als in den 90er Jahren.

Wie kamen Sie dazu, die Attraktivität von Farrah Fawcett und Daisy Duck zu untersuchen?
Es zeigte sich, dass jene Männer, die sich ein paar Folgen von »Drei Engel für Charlie« ansehen mussten, nachher höhere Ansprüche an die Attraktivität einer Frau hatten als jene, die den Comic vorgeführt bekamen.

Das erstaunt jetzt wenig.
So konnten wir nachweisen, dass der Einfluss auf unsere Attraktivitätswahrnehmung via Kino, Fernsehen und andere Medien da ist.

Andere Untersuchungen zeigen, dass gemischtethnische Frauen heute besonders begehrt sind und den klassischen Beautys wie Claudia Schiffer oder Julia Roberts den Rang ablaufen. Wie erklären Sie das?
Je unterschiedlicher oder eben exotischer ein Partner ist, desto größer die genetische Variabilität und die Chance, gesunden und auch schönen Nachwuchs zu zeugen.

Ist damit die These widerlegt, wonach es eine archaische Abwehrreaktion gegen Zuwanderer gibt?
Das ist die Frage. Es ist eine Tatsache, dass wir Fremdenfurcht entwickeln, aber das Gehirn kann offenbar auch ganz andere Wege einschlagen, wenn man es lässt, und das ist gut so. Die Evolutionstheorie sagt nicht, dass wir eine reine Rasse züchten sollen, sondern genau das Gegenteil davon.

Dank MTV und Internet sind wir jetzt auf dem richtigen Weg?
Sie tragen zumindest dazu bei.

Diktieren diese dank ihrer globalen Verbreitung den oft beklagten Schönheits- und Jugendkult?
Die entsprechenden Modeerscheinungen werden dadurch schnelllebiger, aber neu ist der Schönheitskult nicht: Kopfverformungen oder Naturvölker, die sich den Hals mit aufeinandergelegten Silberringen verlängern, kennen wir seit langem. In Europa tranken die Damen im 19. Jahrhundert Essig, damit sich der Magen zu sammenkrampfte und man das Korsett an der Taille besonders eng schnüren konnte.

Aber Anorexie und Bulimie existierten bisher zu keinem Zeitpunkt in keiner Kultur?
Das heute geltende allgemeine Schlankheitsbild ist eine Zeiterscheinung der Wohlstandsgesellschaft. Man kann immer ein Merkmal nehmen und dieses bis in das Extrem ausreizen. In anderen Kulturen gelten, abhängig von der ökonomischen Situation, andere Ideale.

Kann man die Magersucht als Fortpflanzungsverweigerung bezeichnen?
Ein ausgemergelter Körper strahlt natürlich keine sexuelle Energie aus, und der weibliche Zyklus gerät bei starkem Untergewicht durcheinander. Meiner Meinung nach sind das aber Folgeerscheinungen und nicht die Ursprünge dieser Krankheit.

Ihr Institut wird regelmäßig von Schönheitschirurgen kontaktiert, die anfragen, ob Sie Vorlagen des idealen Gesichts konstruieren könnten, auch desjenigen von Teenagern: Aus welchen Gründen tun Sie das nicht?
Wir arbeiten wissenschaftlich und lehnen es ab, in dieser Art und Weise Einfluss auszuüben. Außer wenn solche Eingriffe medizinisch angebracht sind.

Hat sich der Schönheitszwang verstärkt, seit wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Attraktivität Vorteile bringt?
Das wird niemand bestreiten. Es gibt ein Problem in der modernen Massengesellschaft, die diesem Verhalten zuträglich ist. Wir treffen heute auf sehr viel mehr Menschen als noch vor zwanzig, dreißig Jahren, als wir uns in Vereinen und im Beruf mit den immer gleichen Personen umgaben. Die erste Einschätzung erfolgt zwangsläufig über das äußere Erscheinungsbild, ergo spielt das Äußere heute eine sehr viel größere Rolle. So kommt der Schönheitswahn zustande: nicht weil die Medien ein paar Models zu Ikonen machen.

Schönheitsoperationen, Botoxspritzen, Fettabsaugen – wir leben im Zeitalter der Produzierbarkeit von Schönheit. Verändert das die Funktion von Attraktivität?
Wenn diese Dienstleistungen allen offenstünden, dann könnte man tatsächlich annehmen, dass die Schönheit ihr Signal für die Fortpflanzung verliert. Dies ist allerdings nicht abzusehen, viel eher ist es so, dass die Schönheit verstärkt ein Statussymbol darstellen wird, wenn sich eine Minderheit für ein paar hunderttausend Euro zurechtoperieren kann.

Müssen Frauen schön sein, haben Männer Leistung zu erbringen. Der amerikanische Psychologe Geoffrey Miller behauptet gar, männliche Kulturleistungen – wie Dichten, Schreiben, Musizieren – seien nichts anderes als Abfallprodukte des Balzverhaltens.
Man muss sich nur umsehen: Rockmusiker, Fußballspieler, Künstler sind hoch im Kurs, besonders bei jenen Frauen, die es selbst zu Geld und gesellschaftlichem Status gebracht haben. Wenn eine Frau Karriere macht, will sie zumindest einen Mann, der ihr ein wenig Unterhaltung bietet. Grundsätzlich gilt aber: Erfolgreiche Frauen wollen in der Regel keine Männer, die weniger verdienen als sie selbst.


Sexualität ist enstanden, um den Kampf gegen Parasiten
zu bestehen.



Sind Frauen, die anders funktionieren, abnormal?
Vermutlich ein bisschen.

Ist es auch eine Kulturleistung, wenn Männer Rennautos steuern?
Männlicher Wettbewerb dreht sich immer um Frauen und Status. Auch bei diesem Beispiel winkt am Ziel eine Blondine, die dem Helden erst noch eine sprudelnde Flasche Champagner überreicht.

Droht mit den Spermienbanken das Ende der männlichen Kreativität?
Wenn alle Frauen auf Samenspenden zurückgreifen würden, dann sähe ich tatsächlich schwarz. Dann wäre der Mann ein Auslaufmodell.

Wird die Reproduktionsmedizin die Funktion der Attraktivität grundlegend verändern?
Das ist noch nicht erforscht. Man weiß heute, dass die Sexualität entstanden ist, um im Kampf gegen Parasiten zu bestehen; Sexualität schafft Variabilität. Die Reproduktionsmedizin schließt diese hohe Variabilität aus.

Was ist mit der Embryonenselektion?
Dazu gebe ich keine Prognose ab. Man wird sehen, ob sie die gleichen Aufgaben übernehmen kann wie die Natur.

Die Durchschnittsehe wird in Zukunft 5 bis 7 Jahre dauern. Kennt Attraktivität so etwas wie eine natürliche Lebensdauer?
Menschen sind immer auf der Suche nach besserem Sex. Nach sechs Jahren ist die Aufzucht der Kinder theoretisch so weit gediehen, dass es keine Rolle spielt, wenn ein Elternteil wegfällt.

Sind Frauen untreuer als Männer?
Beide fahren einen Doppelstandard. Sicher ist, dass sich die Frauen im Verlauf der Evolution zu besonders raffinierten Täuscherinnen und Lügnerinnen entwickelt haben, wobei ihr Verhalten zyklusabhängig ist, wie entsprechende Studien zeigen. Zum Zeitpunkt der Ovulation gehen sie mit Alphamännern ins Bett, weil diese aber auch Gewalt und Machtspiele ins Haus bringen, heiraten sie einen weniger attraktiven, aber fürsorglichen Mann, der – zumindest theoretisch – Langfristigkeit bei der Aufzucht der Kinder verspricht.

Heißt das, die Alphamänner dieser Welt sind die Väter, und ihre Kinder werden von Softies aufgezogen?
So wäre es – wenn die Frauen damit durchkämen.

In Europa soll jedes zehnte Kind ein Kuckuckskind sein.
Das halte ich für übertrieben. Dazu gibt es sehr viele unterschiedliche Zahlen, und es ist auch extrem schichtabhängig.

Männer sind auch keine Unschuldslämmer?
Nein, und sie können ihre Bestimmung sogar an der Länge ihrer Finger erkennen. Männer, deren Ringfinger länger ist als der Zeigefinger, verfügen über einen hohen Testosteronwert und leben promiskuitiver als die anderen.

Wenn Beziehungen auf einer Kosten-Nutzen-Rechnung und auf Lug und Trug basieren, was ist denn dann die Liebe?
Nichts anderes als ein Zusammenspiel zwischen Hormonen und Neurotransmittern. Die Liebe ist natürlich auch ein Mittel zum Zweck – die Liebe ist eine Möglichkeit, um die Partnerschaft zu stabilisieren. Letztendlich braucht es sie, weil wir diesen Kick benötigen, um die folgenschwere Entscheidung zu fällen, Kinder aufzuziehen. So etwas kann man natürlich nicht endlos aufrechterhalten.

Das klingt schon ziemlich ernüchternd: Wir sind letztendlich unfähig herauszufinden, wer der perfekte Partner oder die perfekte Partnerin
für uns ist?

Das ist die Frage. Evolutionsbiologisch gesehen, ist eine monogame Beziehung, die ewig hält, sowieso nicht sinnvoll.

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