americancookie 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 0

Schlechte Zeiten, gute Zeiten

Du, mein alter Freund.

Es gibt Zeiten, in denen ich das Gefühl habe, Du hättest niemals existiert.

Von Zeit zu Zeit spüre ich Deine Anwesenheit.

Ganz unterschwellig, still, und doch in einer leisen Erwartung verharrend.

Den Atmen anhaltend, zum Absprung bereit.

Wie mit Fingern zaghaft greifend, wieder zurück geschnellt.

Ich fühle Deinen Lufthauch in meinem Nacken, bedrohlich und dunkel und mich dennoch sanft lockend.

Da sind auch Tage, an denen überrollst Du mich.

Ziehst mich nach unten, in bodenlose, schreiende Leere. Erbarmungslos treibst Du mich in Deine Arme, hälst mich fest, lässt mir keinen Atem, gibst mir keinen Raum.

Lässt mich zurück, nackt, klein, gehemmt, allein.

Löst mich auf, löst Dich auf.

Manchmal heiße ich Dich willkommen, wie einen alten Freund, von dem man nicht allzu oft etwas hört, der aber trotzdem immer präsent ist. Ich begrüße Dich, gebe Dich wieder frei.

Dann verschwindest Du, lautlos, gleitest hinter die nächsten Ecke, verharrst bewegungslos, wartest.

Still lächelnd, wohlwissend, lauernd.

                                                                                               

Du, mein alter Freund... meine Depression.


Tags: Gefühle, Angst, Weitermachen
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Kommentare

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    Zwei Geister - ein Gedanke...

    04.07.2016, 23:14 von Trifolium
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