kerstin_kullmann 02.08.2006, 12:00 Uhr 20 2
NEON täglich

Public Einsamkeit

Ich bin schwer fürs alleine sein. Aber muss es in aller Öffentlichkeit stattfinden?

Wer das Gequatsche satt hat, hat einige Möglichkeiten. Zu Hause bleiben zum Beispiel.

Doch viele Menschen wählen den öffentlichen Raum.
Hier ein paar Beispiele:

Die Transit-Einsamkeit: Fette Sonnenbrille, weiße Kabel ins Ohr, immer schön geradeaus gucken. Nobody can get in your way. Bis der Downer kommt:
Supermarktkasse. Freunde auf der Straße. Stürzende Omas. Nur die Starken lassen den Ipod drin.

Die Café-Loneliness: Was denkt man, wenn man alleine da sitzt? Man denkt über die anderen Leute nach. Man denkt, was die anderen Leute gerade über einen denken. Man fragt sich, warum die Speisekarte aussieht, wie sie aussieht. Man überlegt, ob man sich die Zeitung holen sollte. Man verbietet sich, aufs eigene Handy zu gucken. Man hat irgendwann die Schnauze voll, zahlt und geht.

Ich muss zum Alleine sein alleine sein.

Und ihr? Bevorzugt ihr Straßen, Plätze, Parks oder eurer Bett?

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20 Antworten

Kommentare

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    der artikel kommt mir eigentlich gerade recht, denn heute geh ich zum ersten mal alleine auf ein konzert. meine lieblingsband ist in der stadt und meine freunde haben entweder keine lust mitzugehen oder sind im urlaub. also blieb mir nichts anderes übrig, obwohl ich mich alles andere als wohlgefühlt hab bei dem gedanken: karte gekauft. und jetzt sind es nur noch wenige stunden bis zum konzert.

    ansonsten hab ich eigentlich kein problem damit, allein in der öffentlichkeit zu sein. warum auch?

    20.08.2006, 16:18 von _crash
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    Ich kan nauch unter Menschen allein sein. Dazu brauche ich weder Sonnebrille, noch I-Pod. ich denke auch nicht darüber nach, was andere denken. Ich denke einfach für mich.

    19.08.2006, 21:42 von sabbelwasser
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    Also abgesehen davon, daß mein Bett was Tolles ist...

    bin ich total gern in der Öffentlichkeit. Lediglich ne Geldfrage. Leute beobachten oder sich wie im Film vorkommen, dich selbst inszenieren quasi - wieso nicht?

    Man tut das, was man tun will - und das (wegen der hundert Augen) bewußter und intensiver.

    Na gut. Pennen muß in der Öffentlichkeit nicht unbedingt sein... ;-)

    19.08.2006, 00:19 von LudwigMartin
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    Beruflich allein in einer fremden Stadt ... da juckt es einen wenig, wie die Speisekarte aussieht, jemand weiße Ohrstüpsel trägt (oder schwarze). Eher ein wenig Genuß (=essen) ohne über arbeit zu reden (=wenn Kollegen dabei wären).

    public einsamkeit

    15.08.2006, 22:46 von rainshine
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    "Ich muss zum Alleine sein alleine sein."

    Manchmal. Auch: die Transit-Einsamkeit. Aber ich lass den iPod nicht drinnen. Und bin trotzdem stark.

    *J

    03.08.2006, 11:17 von Yinn
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    Ich setzte mich in kein Kaffee und Musik hören ist für mich kein Zeichen von Einsamkeit. Aber Spazierengehen enmpfinde ich 1000 mal besser als allein im Zimmer rumhocken, einfach mal an die frische Luft gehen und nachdenken.

    03.08.2006, 09:27 von Cioccolata
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    Ich mag es vor der Uni auf der Stiege zu sitzen, ein paar Blätter auf den Knien (damit ich beschäftigt aussehe) zu haben und zu beobachten, was die anderen tun. Also Leute beobachten. Geht auf dem Bahnhof noch besser. Nur, dass die meisten da da gleiche tun - warten, abfahren oder ankommen.

    Ansonsten hab ich Bewunderung für Leute, die allein zB auf ein Konzert gehen können. Ist aber eher so ein Selbstbewusstseinding.

    02.08.2006, 21:58 von pseudointellektuell
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