Lisa-Hannah 27.09.2009, 10:22 Uhr 1 2

Prüfungsangst

Sara kam von der Schule , schloss die Tür auf, ging hinein und drückte sie feste zu.

Sara kam von der Schule , schloss die Tür auf, ging hinein und drückte sie feste zu. Sie dachte schon an den kommenden Morgen, ihr wurde schlecht bei diesem Gedanken, sie verdrängte ihn. Ging langsam die Stufen zu ihrem Zimmer hoch, schmiss sich auf ihr Bett, starrte die Wand vor sich an. Viele Postkarten, Flyer und Polaroidfotos, die sie perfekt fand. Sara drückte sich mit den Händen vom Bett und holte ihr Mathebuch raus. Sie rechnete und legte das Buch nach kurzer zeit wieder weg.
Sie ging ins Bad, zog sich aus, stellte sich unter die Dusche und drehte den Hahn auf . Sara ließ das kalte Wasser über ihre kurzen Haare laufen. In ihrem Kopf kreisten die Gedanken um diese eine Formel. Sie würde früh ins Bett gehen, um ausgeschlafen zu sein, dachte sie sich.
Sara mümmelte sich in ihre dicke Daunenbettdecke ein, schaltete das Licht aus und schlief.
Der Vogelgesang weckte sie, ihr war schlecht. “Nicht aufstehen, einfach liegen bleiben”, war der erste Gedanke. Sara strampelte die dicke Daunenbettdecke weg, die wie ein schweres Tier auf ihr lag. Alles was Sie tat, tat sie in einer gewissen Ruhe. Sie beeilte sich nicht, vielleicht würde sie ja den Bus verpassen.
Schmierte sich Brote, obwohl sie die in der Schule nicht essen würde, das wusste sie.
Sara zog sich die Schuhe an, in ihrem Bauch kribbelte es, aber es war kein angenehmes Gefühl. Sie war aufgeregt, ging schnell aus der Tür, zog sie leise zu, damit ihre Eltern nicht aufwachten.
Sara setzte einen Fuß vor den Anderen, immer schneller, sie rannte fast. Kramte ihr Ticket aus der Tasche, kam an der Haltestelle an und stieg direkt ein. Suchte sich einen Platz, legte ihre Tasche auf ihren Schoß und holte ihre Formelsammlung raus. Sara ging alles durch, sagte sie innerlich auf. Der Bus wurde voller, lauter.
Sie konzentrierte sich auf die Formeln, schloss die Augen, war nicht mehr im Bus, hörte nichts mehr, außer ihrer inneren Stimme, die die Formeln aufsagte.
“Siegel”
Sara stand ruckartig auf, packte ihre Formelsammlung in die Tasche und drängelte sich bis zur Tür durch, stieg aus. Ihr war übel, ihre Hände waren feucht. Sie schaute auf ihre Uhr, zehn Minuten bis zum Stundenanfang.
Sara wollte nicht zu ihrer Klasse, die würden sie nur noch nervöser machen.
Sie beschloss direkt zum Klassenraum zu gehen, trottete die Treppen hinauf, mit jeder Stufe zog sich ihr Magen noch mehr zusammen. Stützte sich am Geländer ab, gleichzeitig hatte sie das Gefühl, sie würde abrutschen. Ihre Hände waren so nass. Um so näher sie dem Klassenraum kam, um so schneller schlug ihr Herz, Sara hatte das Gefühl ihr Herz wäre lauter als der Schulgong.
Die Anderen trudelten allmählich ein.
Der Mathelehrer kam, unter dem linken Arm ein Stapel Kopien. “Morgen” Seine Grübchen zogen sich immer höher zu den Wangenknochen, sein Mund wurde schmaler und seine Augen verwandelten sich in kleine Schlitze, dieses Grinsen gefiel ihr nicht. Sara konnte sich nicht mehr bewegen, wie eingefroren stand sie da. Der Lehrer suchte sich einen Weg durch die Menge, beugte sich zum Türschloss und schloss auf.

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Kommentare

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  • 0

    Sehr gut!
    Fühle mich wie sara beim lesen und erinnere mich an tage, stunden, minuten vor mathearbeiten. grrrrr

    29.09.2009, 22:46 von Laylalila
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