Mere Exposure... oder warum ertrag ich mich eigentlich?
Ich nerv mich. Dieses Spiegelbild nervt mich. Aber irgendwie geht es doch jeden Tag auf's neue klar. Aber wie viel Klarheit steckt darin?
Die Attraktivität eines Stimulus steigt
mit wiederholter Wahrnehmung.
Das ist der Effekt, der dafür sorgt,
dass ich etwas mag, je öfter ich es sehe.
Der Effekt, der dafür sorgt, dass das
Lied immer besser wird, je öfter es in meinen Ohren dröhnt.
Außer
den Ketchup-Song. Der bleibt schrecklich.
Und einfach alles von Xavier Naidoo und
den Jonas Brothers.
Aber ansonsten alles.
Der Film, der beim 8ten Mal besser
wird. Ein Klassiker.
Alles, was so naja ist. Und irgendwann
dann doch dazu gehört und Alltag wird.
Bloß nichts neues. Nur das Vertraute,
das ich kenne.
Mere Exposure sorgt für
Ähnlichkeits-Anziehung.
Ich mag, das, was ist, wie ich. Das,
was ich schon kenne. Den ich schon kenne.
Als Kind mochte ich mich nicht. Ich
konnte mich nicht an mich gewöhnen. Keine Zeit.
Zu viel Veränderung. Jede Woche ein
anderes Gesicht. Alles wächst und wird länger.
Irgendwann dicker.
Mere Exposure.
Jetzt bin ich seit Jahren ich. Ich hab
mich an mich gewöhnt.
Mere Exposure ist der einzige Grund,
warum ich mich nicht hasse.
Weil ich mich an mich gewöhnt habe.
Die Attraktivität eines Stimulus
steigt mit wiederholter Wahrnehmung.
Ansonsten würde ich merken, dass ich
nicht der bin, der ich jemals sein wollte.
Ich, heißt etwas, was ich niemals
gemocht hätte, wäre ich nicht jeden Tag damit konfrontiert.
Ich gewöhne mich an mich, indem ich
mich abfinde.
Und vor dem Spiegel wieder. Wer bin ich?“
Tags: Gewohnheit, Selbsterkenntnis, abfindung







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