Kämpfen? Was soll das sein?
Schau mich nicht so an - ich versteh es nicht.
Es geht nicht ums "Kämpfen" in meinem Leben. Nicht in dem Leben, das sie auch einem anderen Menschen hätten schenken können.
Klar erlebe ich schöne Momente und ergötze mich an ihnen, es geht mir auch nicht um die Tiefs, die jeder mal hat.
Ich mag das Wort "Kämpfen" nicht. Kann damit nichts verbinden - um mein Leben kämpfen? Was soll das sein?
Ich war nicht gewollt, doch klar, ich werde wohl von ein paar Menschen mehr oder minder geliebt. Es geht auch nicht darum, dass ich diese "typische" Liebe wohl einfach nicht finde - im Moment. Hätte ich sie schon gefunden, wäre es im Großen ein schöner Moment. Ich hätte was zu tun, was Sinn macht. Doch wo besteht der Sinn darin, eine Ausbildung zu machen, um dann irgendwas sinnloses für den größten Teil seines Leben machen zu müssen, nur damit man Geld bekommt, um sich damit durch den Kauf von Nahrung am Leben halten zu können?
Ich würde dem Ganzen selbst nie ein Ende setzen und doch verstehe ich den SInn dahinter nicht. Klar, drehe ich irgendwann durch, wenn ich nichts zu tun habe. Aber soll es das sein?
Und immer wieder taucht ein kleines Problem, ein kleines Tief auf, von dem ich denke: das ist auch gerade das wahre Problem. Doch irgendwann entdecke ich dann wieder, dass es einen viel tieferen Grund hat. Den ich erahnen kann und doch nicht kenne.
Ich dachte immer: nein, nicht ich. So schlecht kann es mir nicht gehen, das kann nicht sein, dass ich vielleicht doch mal professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollte.
Mittlerweile will ich es wohl selbst - doch nur in einem Tief, wenn eines auftaucht, ein kleines.
An den Tagen, an denen in mir selbst die Sonne scheint, denke ich daran gar nicht. Doch sollte ich das tun, die Telefonliste endlich abarbeiten. Es überall probieren. Ich will es jetzt und nicht erst in einem Vierteljahr oder noch später.
Ich bin keines dieser Kinder, die unbedingt die ganze Welt sehen will und muss. Wenn mich jemand begleitet, dann wäre es vielleicht ganz nett. Aber nicht alleine. Ich bin mein ganzes Leben alleine. Klar, dann sollte mir das doch gar nichts ausmachen. Aber es ist vielleicht einfach das, dass es mir was ausmacht alleine zu sein. Weil ich es immer bin und schon immer war.
Und gerade hatte ich vielleicht doch wen gefunden, mit dem ich gerne alles erlebt und gemacht hätte. Doch das war nur meinerseits. Ich glaube, er versteht mich einfach auch gar nicht richtig. Das ist wohl auch nicht einfach. Immerhin verstehe ich mich wohl selbst nicht wirklich. Er ist der Kämpfertyp und ich sehe keinen Grund im kämpfen. Mir würde vielleicht ein wenig "kämpfen" helfen, doch lehren mag er es mir nicht. Ihm hätte es auch niemand gezeigt. Vielleicht sind wir zwei einfach zu gebrechliche Menschen, um mit einem anderen zu leben, der nicht besser dran ist. Doch warst du für mich genau richtig.
Es liegt in meiner Kindheit begraben, ich verstehe nicht, wie mich Freunde vermissen können, wie ich überhaupt von irgendwem vermisst werden kann. Meine Eltern sind meine Eltern. Mehr ist da nicht. Ich habe keine Liebe erfahren - und vielleicht ist das das Problem. Ich kann Liebe geben und tue es gerne und viel. "Ich kann dir nicht die Liebe geben, die du brauchst." Welche Liebe brauche ich denn? Ich muss nicht geliebt werden, habe es nicht erfahren und wüsste damit auch gar nichts anzufangen. Ich würde mich wohl auch nicht ausgenutzt fühlen, ich bin es einfach nicht anders gewohnt. Es sagt niemand zu mir, dass er mich liebt, aber so sehr macht mir das gar nichts aus, ich wüsste wohl vielleicht viel mehr gar nicht damit umzugehen oder müsste ich es überhaupt? Ich hätte es gehört - ok - aber mehr? Ich weiß es nicht.
Das einzig tragische ist, dass ich so Menschen verliere, mit denen ich doch gerne zusammen bin, mit denen ich dann doch mal schöne Momente erleben kann. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, ob ich Liebe empfinde. Vielleicht denke ich nur, es müsse Liebe sein.
Wenn draußen die Sonne scheint - so wie jetzt - interessiert es mich meist wenig. Es ist mir egal. Ich liege trotzdem gerne im Dunklen in meinem Bett. Ich kann tagelang daheim sein, nicht rausgehen, niemanden sehen. Reden kann ich besser, wenn ich schreibe, es sei denn es packt mich. Ich weiß nicht, ob ich mit professioneller persönlich von Auge zu Auge reden könnte. Ich muss es versuchen, ich weiß, es führt kein Weg daran vorbei. Sollte nicht.





Kommentare
"Ich kann tagelang daheim sein, nicht rausgehen, niemanden sehen."
30.03.2010, 01:28 von BackyiardIch finde, dass das manchmal eine Befreiung ist. Dein Text ist sehr aufrichtig geschrieben. Irgendwie so ehrlich und persönlich, dass man nichts dazu schreiben kann/möchte, aber doch irgendwie etwas sagen will...
Ich finde ihn gut.
@Backyiard Ja, ehrlich und persönlich trifft es wohl richtig.
31.03.2010, 14:04 von ilikeloudcoloursHey! Das kenne ich irgendwo her.
18.03.2010, 14:08 von Steifschulzhttp://www.neon.de/kat/278002.html