ophelia- 26.06.2011, 23:15 Uhr 2 1

Jeder kämpft in diesem Leben, also dreh dich um und höre ihm zu.

Was Selbstmörder mit Wörtern zu tun haben.

Worte sind Waffen. Sie können so stark sein wie Schwerter und sich tief in dein Gedächtnis rein schneiden. Die Wunder verheilt vielleicht eines Tages aber es wird immer eine Narbe bleiben. Worte sind schnell, Worte kann man nicht zurücknehmen. Wenn sie raus sind dann gibt es kein entrinnen mehr vor der Reaktion des anderen. Worte sind weise zu gebrauchen, man muss mit ihnen umgehen können und sie richtig deuten können.
Und egal, egal wie verletzlich Worte machen können. Sie können auch Leben retten.

Vielleicht wollte ich deshalb immer Psychologe werden. Als Kind dachte ich immer, wenn man mit jemand redet und daran glaubt das sowas wie die 'Liebe' existiert, dann wird er mit dem schlechten aufhören und gut sein. Jetzt bin ich älter. Ich weiß dass viele Menschen nicht mehr zu retten sind, vielleicht verbesserbar, aber die Narben die sie schon haben werden nicht verblassen. Ein Terrorist hört nicht mit seinen Taten auf nur weil du es ihm sagst.
Ein Selbstmörder vielleicht schon eher. Vielleicht bleibt er stehen, schaut dir in die Augen und du gibst ihm das Gefühl das er existiert, dass jemand für ihn da ist. Das Gefühl das er seit langem nicht mehr hatte. Die Menschen wundern sich wenn jemand sich umbringt. Sie regen sich auf weil ihr Zug eine Verspätung hatte wegen einem 'verfickten Selbstmörder'. Mit dieser Arroganz die sie haben, wen wundert es dann das es so einen Vorfall gab? Jemand hat sich umgebracht, ein Mensch hat sein Leben hinter sich gelassen, Menschen die ihn geliebt haben, seine Wohnung, sein Guthaben... und die Menschen regen sich nur darüber auf das sie zu spät an irgendwelche Einrichtungen kommen bei welcher sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen um sich sinnlose Sachen kaufen zu können? Keiner fragt sich 'Warum hat er sich umgebracht?'. Keiner bleibt eine Minute schweigen sitzen um entsetzt darüber nachzudenken das da soeben ein MENSCH gestorben ist. Keiner bleibt stehen und versucht sich in seine Situation einzufühlen. Der Tag geht ganz normal weiter, so als wäre nichts passiert. Außer den 30 Minuten Verspätung.
Die Familie wird sich wundern warum es so weit gekommen ist. Sich aber zu fragen WARUM es so weit gekommen ist, ist jetzt zu spät. Jeder lebt so tief versunken in seiner eigenen Welt das er nicht merkt was in dem anderen los ist. Keiner bringt sich in einer Zeitspanne von 3 Tagen selber um. Es muss schon länger angefangen haben, schon viel länger. Aber damals dachten sie es wäre alles okay, nein sie dachten es nicht, sie redeten es sich ein. 'Alles ist okay, er tut sich ja nichts an. Er würde ja was sagen wenn etwas wäre.' Sie reden sich die Welt in Ordnung, einfach weil es leichter ist, als wenn man mit dieser Person reden müsste. Weil es sich so für jeden besser leben lässt, denn wer hat schon Lust eine Antwort und eine Lösung rauszufinden? Keiner. Jeder ist sich selber überlassen.

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Kommentare

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    ... schritte die zum Selbstmord eines Mensch'n führ'n... sind nur beding nach zu vollzieh'n...

    ...warum man diesen Weg einschlägt...
    ,weiß nur der derjenige der diesen Pfad beschreitet...

    ...und andere menschen haben nur sehr wenig einfluss auf diese Entscheidung...

    ... für mich war es ein Leben's+ziel... was ick ereichen wollte... aber das Leben hatte einen anderen Plan...

    23.05.2005...

    27.06.2011, 18:38 von KaiNer
    • 0

      @KaiNer klar, das ist nur ein kleiner nebenfaktor der aber trotzdem vielleicht etwas ändern können, wenn man sich so die familie anguckt die sich dannach nichtmal bewusst waren warum er es getan hat oder nichts geahnt haben.
      damit sage ich natürlich nicht das alle anderen gründe ausgeschlossen sind (:
      ich hoffe und denke ich liege auch richtig damit das das leben sicher einen besseren plan für dich hatte !

      27.06.2011, 18:47 von ophelia-
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    yip, yap

    26.06.2011, 23:25 von EliasRafael
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