• »Ich zweifle an der großen Liebe«

    Zach Braff ist so ein Typ, der in Beziehungen immer als Erster mit »Ich liebe dich« herausplatzt. Was er uns sonst noch erzählt hat, lest ihr im Blog.

  • Durchs Wochenende mit Verena

    Und, wie war dein Wochenende so? Jede Woche fotografiert ein NEON-Redakteur sein Wochenende mit dem Handy. Diesmal: Modeleiterin Verena Roidl

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    Diesmal u.a. mit dem bestangezogensten Obdachlosen, kiffenden Omas und jeder Menge fotogener Füchse in der Arktis.

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ABC101 13.02.2013, 01:12 Uhr 27 50

Ich hoffe, eines Tages hat das Gesicht im Spiegel ein Lächeln für dich übrig.

Du hast keine schönen Worte für dich, deshalb hab ich ein paar für dich gesucht.

Du hast keine schönen Worte für dich, deshalb habe ich nach nur ein paar gesucht, um dir zu zeigen, was für uns andere so offensichtlich, so aufdringlich zauberhaft ist, was für dich, so tief verborgen im Schatten deines Lebens liegt.

Ich kenne dich schon ewig, ein Leben lang und noch viel länger, so scheint es mir. Ich sehe dich jeden Tag, betrachte dein Gesicht und versuche mit jedem Augenblick die Lachgrübchen um deinen kleinen Mund zu zaubern, warte darauf, wie sich die winzigen Fältchen um deine Rehaugen legen, die ich mindestens so sehr liebe, wie du sie hasst.

Jeden Sommer, in den ersten Sonnenstrahlen, warte ich, dass sich die Sommersprossen wie die i-Pünktchen auf deine Schönheit setzen, deine Nase, deine Wangen. Wir gern würd ich sie küssen, fortstehlen und in mir aufbewahren, für alle Zeit, nur für den Fall. Wenn du mich nur ließest.

Dir geht es nicht gut, ging es das je? Du bist viel zu stark, es jemandem zu zeigen, doch ich weiß, wie nachts die Tränen deine Augen, die doch nur mit Lachen beschäftigt sein sollten, erröten lassen und sie wie heißes Wachs Spuren über deine Wangen ziehen.

Würde ich dich darauf ansprechen, könntest du für nichts garantieren. Vermutlich würdest du einfach deinen rabenschwarzen Humor einsetzen, wie ein Messer, das du immer hervorholst, wenn jemand sieht wie wunderbar du bist. Wann immer jemand versucht, den Stacheldraht um dein kleines, kaputtes Herz einzureißen. Du würdest damit auf mich losgehen und mich abwehren, mit einer Zunge, so scharf wie eine Klinge und ich weiß, du würdest mich nie wieder so nahe an dich heran lassen, so nahe wie ich dir bin, so nahe, wie es noch kein anderer je geschafft hat.

Ich weiß, du glaubst, dass du auch mich auf sicherer Distanz hältst, wie all die andern, die versuchen, sich einen Weg durchs Hintertürchen in deinen Kopf zu stehlen; wie sie alle scheiterten.

Unter Menschen fällt es dir leicht, dein Lächeln, dein Lachen, deine Heiterkeit wie eine Maske auf dein Gesicht zu setzen, denn niemand soll je erahnen, dass du nicht bloß müde, sondern leer und kaputt bist. Du lachst, du strahlst, viel und gern, über alles und jeden, auch gern über dich. Doch deine Witze überdauern den Tag nicht, das Grinsen, das deinen Lippen so gut steht, verschwindet so schnell, wie die Sonne im Winter. Manchmal kann ich hinter deine Maske blicken, die du so ordentlich und voll Achtsamkeit auf dein hübsches Gesicht klebst. Manchmal, für einen Augenblick, erkenne ich die Fratze deiner Maske und den Schatten auf deiner Seele, sehe, wie die Tränen nur hinter der Fassade deiner Augen warten, ungeduldig sich einen Weg aus ihrem Gefängnis zu suchen.

Ich weiß du bist einsam und du suchst nach mehr, nach jemandem, der dir Halt und Wärme gibt, doch das lässt du nicht zu.

Ich kenn dich so gut, seh dir oft zu, wenn du's nicht erahnst, kann meine Augen nicht abwenden, von einem Menschen, wie in Stein gemeißelt, mit Zügen so weich und einer Erscheinung so schön, dass es einem jeden förmlich ins Gesicht springt, außer dir.

Du stehst nur da, vor'm Spiegel und siehst dich an, doch du siehst dich nicht.

Du sehnst dich nach mehr, aber wirst es nie zulassen, du bist zu nichts imstande, was den Augenblick überdauert und das willst du nicht von mir, denn du magst mich und ich mag dich. Aber dein Spiegel steht im Weg.

Ich seh dich durch's Glas, steh vor dir und lege meine Hände an deine. Doch darf ich dich nie berühren, denn was du dir mit mir wünschst, kann den Stacheldraht nicht durchdringen.

Ich hoffe, eines Tages hat das Gesicht im Spiegel ein Lächeln für dich übrig und zeigt dir meine Wahrheit.

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27 Antworten

Kommentare

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  • 0

    "Unter Menschen fällt es
    dir leicht,
    dein Lächeln, dein Lachen, deine Heiterkeit wie eine
    Maske auf dein Gesicht zu setzen. (...) Manchmal, für einen Augenblick, erkenne ich die Fratze deiner Maske
    und den Schatten auf deiner Seele, sehe, wie die Tränen nur hinter
    der Fassade deiner Augen warten, ungeduldig sich einen Weg aus ihrem
    Gefängnis zu suchen."

    Ich habe gerade jemanden gefunden, der genau beschreibt wie ich mich zurzeit fühle. Ein wenig überrascht mich die Erkenntnis über mich selbst. So ganz klar war mir das bisher alles nicht...

    21.02.2013, 21:31 von Sternenjaegerin
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  • 0

    Treffend, perfekt, wunderschön

    20.02.2013, 17:56 von Mademoiselleju
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      ja, hoffentlich früher.

      18.02.2013, 20:02 von ABC101
  • 1

    Toller Text! Hut ab!

    17.02.2013, 14:49 von Kaaatze
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  • 0

    Ich finde den Text widersprüchlich.
    Die Beschreibung klingt irgendwie verliebt. Das passt für mich nicht wirklich zur eigentlichen Idee des Textes.


    15.02.2013, 12:48 von Pixie_Destructo
    • 0

      Ja, das ist ein bisschen gemischt, war mit Absicht

      15.02.2013, 13:59 von ABC101
    • 0

      Da kann ich mich nicht einfühlen.

      Ergibt für mich so keinen Sinn.

      15.02.2013, 14:35 von Pixie_Destructo
    • 0

      Es ist ja auch widersprüchlich. Die Beschreibungen sind hauptsächlich an sich selbst gerichtet, das zeigt eben auch, dass es gute und schlechte Tage gibt, mal Akzeptanz, mal .. eben nicht. Dass man eben mal schöne Worte sagt, die eigentlich immer fehlen.
      Dann kommen, eben was du meinst, was sich verliebt anhört, die Gedanken eines anderen, weil es eben auch Menschen im Umfeld betrifft und ich verbinden wollte, dass eben sich selbst Liebe zugesprochen wird und ein anderer versucht das gleiche zu tun.

      15.02.2013, 15:03 von ABC101
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  • 0

    Wow...danke und danke fürs Veröffentlichen auf FB.

    Falls das jemand liest, den es interessiert: Wer denkt, das wurde irgendwo geklaut, hat meinen Text nicht verstanden:)

    14.02.2013, 23:28 von ABC101
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  • 1

    Selbstzweifel, oft der Ursprung von Verschlossenheit, das lese ich. Auf den Punkt, dieser Text, danke dafür.

    14.02.2013, 19:51 von GiaVariet
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  • 1

    wunderschön. als würdest du mich betrachten. aber auch zu schön, um wahr zu sein. niemand würde jemals einen menschen wie mich so gut verstehen, wie dein text es beschreibt.

    14.02.2013, 18:51 von nie.sofort.einmalig.anders
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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  • 2

    Schöner Text. Ich verstehe ihn als Gespräch mit sich selbst... Und das kommt mir sehr  bekannt vor.

    14.02.2013, 17:42 von LaRubia84
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  • 2

    oh mein gott. ich werde dich eiskalt benutzen und ihm diesen text jetzt schicken, damit er mich versteht. vielleicht kannst du das ja schaffen, mit deinen worten. wundervoll!

    14.02.2013, 17:39 von BlondBlauBloed
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    Zach Braff ist so ein Typ, der in Beziehungen immer als Erster mit »Ich liebe dich« herausplatzt. Was er uns sonst noch erzählt hat, lest ihr im Blog.

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