minos 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 2

Ich bin mein eigener Gefangener, in einem selbsterrichteten Gefängnis.

Wo früher Träume waren sind nun die Trümmer eines Komplexes das sich Seele nannte.

Ich habe mich ihr hingegeben, habe glaube ich nicht mal versucht dagegen anzukämpfen. Sie hat mich in ihren tiefen und schwarzen Schlund gezogen, und ich habe nicht geschafft wieder herauszukriechen. Bedingungslose Kapitulation - keine Gegenwehr - nichts. Und was jetzt? Nichts, ich kann nichts tun, mein Verdauungsprozess hat schon längst angefangen und ich vegetiere vor mich hin, bin schon aufgelöst, meine Seele ist fort, sie hat sie sich unter den Nagel gerissen und lässt sie nicht mehr gehen. Sie will fliegen, will frei sein, will diesen leblosen Körper wieder mit Leben füllen, ihn wieder zum Leben erwecken aber es ist aussichtslos. Jede kleinste Anstrengung ist wie ein Wassertropfen der auf einen heißen Stein trifft, er verdünstet und wird vom Wind ins Niemandsland getragen. Verzweiflung, Angst, Hoffnung wird von Gefühlskälte abgelöst. Wo früher Träume waren sind nun die Trümmer eines Komplexes das sich Seele nannte. Würde ich mich nicht mehr im Spiegel sehen, dächte ich ich wäre tot. Wo soll das alles nur hinführen, ich stehe nachmittags auf, vegetiere den Rest des Tages der mir noch bleibt vor mich hin um letzten Endes doch wieder schlafen zu gehen. Es ist kein Leben mehr, nichts wofür es sich lohnt in irgendeiner Weise weiterzumachen. Ich will nur noch sterben, aber selbst das kann ich nicht. Ich bin mein eigener Gefangener, in einem selbsterrichteten Gefängnis. 


Tags: Depression, Suizid, Selbstmord
2

Diesen Text mochten auch

1 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare