violett84 30.11.-0001, 00:00 Uhr 21 4

Halt

Wir alle brauchen Halt und Orientierung im Leben- auf allen Ebenen sozial, emotional, finanziell, existenziell. Doch was ist mit dem Halt im Inneren?

Halt- gehalten werden-Halt geben, schenken-Halt annehmen können-das sind wohl die basalsten Bedürfnisse von uns allen.

Familie wird da immer als Erstes genannt, von fast allen, aber in welcher Familie wird man wirklich gehalten bzw. was muss man in so vielen Familie geben, um gehalten zu werden? Und was machen diejenigen, die Eltern oder Geschwister haben, die eher Halt benötigen als geben können? Die gehalten werden wollen oder es brauchen, um sich selber aufrecht halten zu können?

Freunde werden immer als Nächstes genannt, Freunde kann man sich aussuchen, die Familie nicht, einer dieser bitteren Sprrüche, der doch soviel sagt. Wann ist man Freund oder Freundin und wo fängt Freundschaft an und wo hört sie auf? Wieviel Verantwortung, wieviel Halten steckt in Freundschaft und wann halten wir Andere und meinen gehalten zu werden? Mir gehts leider zu oft so, in Freundschaften!

Professionelle Hilfen werden als nächstes genannt, Berater, Psychologen oder Pfarrer- die sollen nun Halt geben oder an die wird diese Verantwortung übergeben bzw. die Erwartung gestellt. Durch Gespräche, Methoden, kontinuierliche Termine, einem Dran-bleiben am Thema, einer exklusiven Beziehung, die jedoch immer von einem Gefälle und Professionalität geprägt ist oder in Form von Gebeten beim Pfarrer. Das alles kann Halt geben, schenken, bieten und vermitteln, aber nicht jeder kann diese Beziehung eingehen, sich einlassen und somit fallenlassen. Ich mache damit grad sehr positive Erfahrungen und arbeite an meinem Fallenlassen, was ich meinem Therapeut zu verdanken habe, der mir Zuverischt und Zuwendung spürbar schenkt-was ein Geschenk!

Als Nächstes wird der Glaube genannt, Glaube, der nicht an eine Person geknüpft ist sondern im Kopf, im Herzen oder in der Seele zelebriert wird. Manch einer knüpft in Zwiegesprächen an den Gott oder etwas Höheres an, aber es ist keine reale Person, die da sitzt mit Gestik und Mimik, mit Meinungen, Haltungen und Erfahrungen sondern da gibt es ein Buch, eine Vorgabe sozusagen, die Aussagen, Affirmationen und Leilinien vorgibt, die Orientierung geben und Halt schenken können. Das kann sicher für viele funktionieren und vorallem ist dieser Gott oder dieser Glaube für alle da egal ob Obdachloser, Ausländer, Behinderter, Mann oder Frau oder KInd. Angeblich sind alle willkommen und anerkannt und geliebt und eben gehalten. Ich beneide Menschen, die sich auf diese Art führen, leiten und begleiten lassen können. Ich kann es nicht, noch nicht oder ich bin zu rational oder ich bin nicht bereit. Vielleicht kommt es noch?!

Was wird noch als Halt angesehen? Viel mehr fällt mir nicht ein, die heutige Gesellschaft wird ja eher als Bedrohung erlebt, ist angestbesetzt und schnelllebig-das wird wohl selten sein, obwohl Deutschland ja der Sozialstaat schlechthin ist?!

Und dann gibt es die für mich so faszinierenden Menschen, die den Halt in sich selber finden, die solch ein Urvertrauen in sich spüren, oftmals obwohl sie ganz grausame Erfahrungen machen mussten, die meditieren, die mit sich selbst Zwiegespräche führen können, die so sehr mit sich arbeiten, sich beobachten und sich spüren das sie sich selbst halten können. Sie tragen eine Gewissheit in sich das alles gut wird oder das sie alle Kämpfe bestehen können oder das es einfach nur besser werden kann, weil es schon mal so schrecklich war, die einfach dankbar sind mit dem was sie sind und haben. Die sich selbst lieben und akzeptieren und die den Fokus darauf legen für sich selbst zu sorgen, die Einsamkeit nicht füchten, die Hürden als Herausforderung sehen und sich selbst und ihre Persönlichkeit mit Neugier und Wohlwollen betrachten. Die Menschen, die sich in der Stille begegnen können, die keine Menschen, Dates,  Beziehungen, events oder Aufregung von außen brauchen, um sich zu spüren- nein, die, die sich und ihre Gefühle als aufregend genug ansehen, die jeden Tag als Aufgabe, aber auch als Chance sehen und sich auf das Kommende freuen.

Ich bewundere diese Menschen und ich arbeite auch daran die Welt , das Leben und mich so zu betrachten, denn im Grunde ist das Leben das Spannendeste, was es gibt, so aufregend, so bunt, so unkalkulierbar wie nichts anderes. Und auch zu sehen das Leid, Schmerz und Misserfolg, Verletzung, Wut und Verzweiflung Teil des Ganzen sind und nicht verdrängt, abgewehrt und weggeschoben werden müssen, da sie einfach dazu gehören, da das auch Aufgabn sein können, die das Leben uns stellt damit wir uns entwickeln können, damit wir weiterkommen auf dem Weg zu dem Tag, an dem wir uns selber Halt genug sein können.

Ich suche noch nach diesem Halt, ich arbeite dran mich auf mich selbst verlassen zu können, mir selbst Kraft und Orientierung schenken zu können, mir selber genug und nahe sein zu können und mich lieben zu können. Vorallem um auch die Verantwortung meines Lebens nie wieder auf jemand projezieren zu müssen oder von jemand anderen abhängig machen zu müssen, weil das so unheimlich abhängig, klein und schwach macht!

EIn Bild, was mir hilft, ist Folgendes, angelehnt an eine Szene, einem Moment in diesem Jahr, der mich existenziell berührt hat:

Ich stelle mir im Inneren eine Schaukel vor, Schaukeln berühren mich, sie faszinieren mich, da sie sovieles widerspiegeln, was dieses Leben ausmacht: dieses Auf-und Ab, diese Wiegen wie schon im Mutterbauch, dieses Gefühl im Bauch, wenn die Schaukel hoch geht, dieses Gefühl sich fallen lassen zu können und nicht abzustürzen oder herunterzufallen. Diese Getragen-und Gehalten-werden von einem Gerät. Das ist mein erstes Symbol, das ich in mir trage, wenn ich selber schwanke, wenn ich unsicher bin, wenn ich nicht mehr weiter weiß-dann lege ich mich in diese Schaukel, mit viel Anschub in die Höhe und dann lass ich die Schaukel auspendeln, wie meine Gefühle, die so oft ambivalente Dinge sagen und irgendwann lässt das Schaukeln nach, wird schwächer, leiser und ich kann die Augen schließen und das Gleichgewicht spüren, wenn die Schaukel still steht.
Und das ist so wohltuend!

Die Schaukel ist mein Hilfs-Symbol auf dem Weg zu mir und meinem inneren Halt und es fühlt sich gut an!


Tags: Halt-Leben-Selbstliebe
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21 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Klingt gut!

    07.12.2014, 22:18 von Mann_vom_Meer
    • 0

      Merci:-)

      08.12.2014, 10:18 von violett84
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  • 0

    Was mir hier nicht gefällt: du zählst Gründe auf, die du anfangs so hinstellst, als würde es allen so gehen. Man bekommt beim weiteren lesen aber immer mehr das Gefühl, dass das DEINE Gründe und Ansichten sind. Dann solltest du das auch so schreiben.

    Ich hoffe du kannst deine Ziele erreichen und findest zufriedenheit.

    15.10.2014, 08:55 von -Maybellene-
    • 0

      Es sind Erfahrungswerte und Erkenntnisse aus Gesprächen mit vielen Menschen und deshalb schreibe ich es so?!

      15.10.2014, 13:10 von violett84
    • 0

      Achso?!

      15.10.2014, 17:04 von -Maybellene-
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  • 0

    Ich mag den Text und finde es ist ein interessantes Thema. Du stellst viele Fragen, die mir da auch in den Sinn kommen, Antworten habe ich aber leider auch nicht. Als ich das erste mal so richtig verliebt war, waren diese Gefühle so intensiv und positiv das ich das nie wieder vergessen habe. Und daraus ziehe ich glaube ich auch heute noch meinen inneren Halt und Optimismus, obwohl nicht mal eine Partnerschaft daraus geworden war. Es scheint da aber noch viele andere Wege zu geben, die ich für mich persönlich auch nicht nachvollziehen kann.

    lg        

    13.10.2014, 18:27 von grins
    • 0

      Vielen lieben Dank- vorallem für Augen öffnen, mir ist jetzt erst klar geworden das ich den Halt in/durch einen Partner garnicht mit einbezogen hab-wie seltsam, besonders bei mir-vielleicht ist es auch gut, denn Halt im Partner suchen, kann in Abhägngikeit führen-leider!
      Deine Geschichte klingt nach Liebe, da du Halt bekommst, obwohl du ihm nie nahe warst-ußergewöhnlich, find ich<<<<<<<?!

      14.10.2014, 08:12 von violett84
    • 0

      wenn du da eher Pech hattest kann ich mir gut vorstellen das du solche Möglichkeiten nicht unbedingt betrachten willst;). Ich denke so außergewöhnlich sind meine Vorstellungen da aber auch nicht. Sonst gäbe es hier nicht so viele Texte über Liebe. Und manche von denen kommen mir so authentisch vor, das ich mir ziemlich sicher bin, das die Autoren auch fühlen was sie schreiben.

      liebe Grüße 

      14.10.2014, 20:34 von grins
    • 0

      Schau in meine Texte-sie handeln alle von der Liebe, vorallem dieser einen Liebe, die heute noch im Herzen trage. Diesen Halt werde ich für immer in mir tragen, wenn er mich im Arm gehalten hat.
      Ich weiß sehr gut was du meinst und die anderen Schreiber hier!
      Liebe Grüße

      17.10.2014, 10:55 von violett84
    • 0

      freut mich für dich:) Ich verstehe übrigens nicht so ganz wieso die Kommentatorin weiter oben ein Problem mit dem wir und ich bei dem Text hat. Ich kann das wir nachvollziehen und dann schreibst du über allgemeine Eindrücke und dich selbst. Aber sie wird es sicher wissen....  

      17.10.2014, 20:50 von grins
    • 0

      Ich verstehe solche Kommentare nicht, was das eigentlich soll?!

      17.10.2014, 20:53 von violett84
    • 0

      Hmm, einen Satz wie:" Wir alle haben manchmal Hunger" würde sie eventuell so kommentierten: " Ich nicht, ich esse immer bevor ich Hunger bekomme!" Vielleicht hat sie ja eine Wir-Allergie und der behandelnde Arzt begrüßt sie immer mit den Worten:

      "Na wie geht es uns denn heute" ? ;)   

      18.10.2014, 13:44 von grins
    • 1

      Ja, sehr merkwürdig, aber ich denk nicht weiter drüber nach-was solls?!

      19.10.2014, 08:32 von violett84
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