Onur_Yildirancan 27.11.2012, 12:25 Uhr 131 8
NEON täglich

Glücksjäger

Wie definiert Ihr Glück?

Das Streben nach Glück – nicht bloß ein kitschiger Filmtitel, sondern auch die Maxime vieler Menschen. Irgendeinen Grund muss es ja schließlich geben, um auf der Welt zu sein. Die älteste Glücksdefinition stammt von Aristoteles (na, klar): Glück sei das, was der Mensch nur um seiner selbst willen anstrebt. Eine ziemlich egoistische Ansicht. Was aber, wenn man sein Etappenziel erreicht hat? Darf man danach Zeit seines Lebens unglücklich sein? 

Glück liegt also im Auge des Betrachters. Das bestätigt auch eine neue Studie aus den USA. Der Aufhänger: Pornodarstellerinnen sind glücklicher als gewöhnliche Frauen. Die befragten Damen hätten ein erfüllteres Sexleben – neigen aber auch zu erhöhtem Drogenkonsum. Sex, Drugs & Rock 'n' Roll also zum ultimativen Glücklich sein? Aristoteles würde sich im Grab umdrehen. 

Für mich ist die Glücksdefinition ein ziemlich heiteres Gespenst: Nicht greifbar, aber omnipräsent schwebt es über mir und beeinflusst mein Handeln. Tatsächlich ist Glück wie eine Droge – ich kriege einfach den Hals nicht voll. Meine Glücksformel: Wenn ich unglücklich bin, muss ich glücklich sein. Wenn ich glücklich bin, muss ich glücklicher sein. Und wenn ich am glücklichsten bin? Tja, dann bleibt nur noch die Pornobranche. 

Wie definiert Ihr Glück für Euch? Habt ihr auch das Gefühl, nie genug zu bekommen? Was tut ihr, um Eurem Glück auf die Sprünge zu helfen?

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131 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Etwas in diese Richtung ;)

    http://www.neon.de/artikel/sehen/gesellschaft/eine-betrachtung-des-individuellen-gluecks/813925

    07.01.2013, 16:20 von seek4happiness
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  • 1

    glück ist für mich persönlich übrigens, wenn ich so sein kann wie ich bin, wenn ich mich selbst so lassen kann wie ich bin und idealvorstellungen von mir vorstellungen sein lassen kann. manchmal gelingt mir das, oft auch nicht. sich selbst annehmen und mögen können, finde ich ist ein großes glück.

    28.11.2012, 11:06 von Sultanine
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  • 1

    glück ist wie der eigene schatten, greift man danach, ist es auf und davon. man muss es ziehen lassen, wie die wolken am himmel und im moment verweilen, ist es da. festhalten lässt es sich nicht. glück ist eine empfindung und die ist ständigen schwankungen unterworfen. das streben nach glück ist für mich keine lebensmaxime, denn das leben besteht aus vielen anderen dingen. glück kann nur existieren, wenn es auch das unglück geben kann. ich halte das streben nach glück für äußerst gefährlich, denn wir blenden so existenzielle themen wie leid, tod und angst aus. wer die krise meidet wird nicht wachsen können, ein leben in der comfortzone bringt sicherheit und nichts anderes. das leben aber zieht ohne uns vorbei. daher denke ich, dass man gerade zeiten des unglücks oder des unbehagens aktiv  positiv gestalten muss, jedenfalls muss man es versuchen. jeden tag neu.

    28.11.2012, 10:58 von Sultanine
    • 1

      glück ist eine empfindung und die ist ständigen schwankungen unterworfen.
      glück kann nur existieren, wenn es auch das unglück geben kann.
      Stimme dir zu.

      28.11.2012, 11:07 von Jackie_Grey
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  • 2

    ich glaube ich bin glücklich, wenn ich einfach nur ich sein kann. wenn nichts und niemand an mir herumzerrt, auch und vor allem nicht ich selbst.
    wenn ich nach hause komme, das radio anmache, meine lieblingssendung höre, in der küche stehe , salast schnipple und meinen gedanken nachhängen kann.
    das ist mein tägliches glück.
    und der espresso am morgen -mit viel milch

    28.11.2012, 01:56 von Gluecksaktivistin
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  • 1

    Meine Glücksformel ist das Ausleben all meiner Gefühle. Wenn ich merke, dass die Stimmung kippt, dann geb ich mich dem Gefühl voll und ganz hin, sei es Trauer, Ärger, Freude oder Angst. Ich werf dann auch hin und wieder ein paar Gegenstände gegen Wände, hasse die Welt, oder sitz hysterisch heulend in meinem Zimmer. Aus Erfahrung ist es nämlich viel schlimmer, wenn man kontinuierlich versucht, negative Gefühle zu unterdrücken, man kommt so nur in eine halbgare Grauzone, deren Ausgänge meistens verdammt schwer zu finden sind. Lieber mal ne Runde durchdrehen, ruhig so, dass sich alle fragen "Was gehtn bei der Alten schon wieder?", und dann die Energie verwenden, um sich selbst nach oben zu katapultieren. Und schwupsdiwuspdi sehen die kleinen Glücksmomente aus wie nie endende Türme, stehn sie neben den dunklen Zeiten des Lebens. 


    Eine weitere Lebensweise, die sich für mich bewährt hat, ist aufzuhören zu suchen. Lieber blindlings durchs Leben und sich dann freuen, was einem so unverhofft Glück beschert. Viel zu oft steckt Glück nämlich nicht hinter den Dingen, die sich die 5 Buchstaben dick und fett auf die Stirn tätowiert haben. Wenn man nur sucht und all sein Tun auf das Finden von Glück ausrichtet, dann wird einem das, was man am Ende gefunden hat, niemals ausreichen. So ist es jedenfalls bei mir. 

    Und wer will schon die ganze Zeit glücklich sein? Jeder hat seine dunklen Seiten und die sollte man ausleben, und das geht nur, wenn das eigene Leben auch den perfekten Rahmen dafür bietet. Wäre ich nur glücklich, dann würde ich mich nicht "komplett" fühlen. 

    Und wenn das alles nicht hilft, dann sollte man vielleicht mal darüber nachdenken in die Pornobranche zu wechseln. Hihi. ;)

    28.11.2012, 01:00 von wittchenschnee
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  • 1

    Ich orientiere mich dann gern an Ratgebern und Sachbüchern mit Titel wie "Die sieben Wege zum Glück" oder wenn es mal wieder schneller gehen muss "Die fünf Wege zum Glück". Die machen mich immer glücklich und die Welt funktioniert.


    Hach ja.

    27.11.2012, 19:35 von marco_frohberger
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  • 8

    Glückliche Menschen sind nicht auf das Glück fokussiert, sondern leben und nehmen die Freuden des Lebens einfach mit.

    27.11.2012, 19:02 von Jackie_Grey
    • 0

      das stimmt, solange bis jemand mit Macht kommt, der meint, dein Glück wäre sein Unglück oder das eines naiven Kindes, welches sich zu wenig auf das Glück anderer fokussiert.

      27.11.2012, 20:19 von schauby
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  • 0

    Um es kurz zu machen: nachhaltiges Glück entsteht aus der Kunstfertigkeit, der erlernbaren Fähigkeit, die beiden Grundbedürfnisse: Selbstbehauptung und Anerkennung so in Ausgewogenheit zu bringen, dass man selbst UND andere davon etwas haben.

    Dass bestenfalls sehr viele, aber niemals ALLE etwas davon haben können, ist ein unauflösliches Dilemma des Wettbewerbs, seit es Menschen gibt.

    27.11.2012, 18:03 von schauby
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 1

      ..Also ich vertrete ja immernoch die Annahme, würde sich jeder selbst ausreichend auf seine eigenen (wirklichen) Bedürfnisse konzentrieren - ohne dabei anderen zu schaden - wäre dieses ganze Dilemma in jedem Fall nicht mehr so groß, weil der Wettbewerbswille sich im Grunde in Luft auflösen müsste...

      28.11.2012, 00:23 von Juliie
    • 0

      du glaubst, nur irgendjemand in der Welt flogt nicht seinem Bedürfnis ?

      welchen sollten das sein, die "wirklichen"?

      28.11.2012, 00:39 von schauby
    • 0

      "flogt"?

      Na damit meine ich, die nicht durch rein extrinsisch motivierenden Faktoren hervorgerufenen Bedürfnisse, sondern gerade jene, die häufig auch zunächst erst einmal einen zu überwindendenen Schmerz beinhalten, letzlich aber doch eher dem eigenen Wohlbefinden zugutekommen...

      28.11.2012, 00:45 von Juliie
    • 0

      Achso, folgt, sorry...^^

      28.11.2012, 00:55 von Juliie
    • 1

      Me not Grammar Nazi, just lahm in Verarbeitung.

      28.11.2012, 00:57 von Juliie
    • 0

      "folgt" natürlich,

      ich erinnere mich an dieses Modell, des auf- und verschobenen "Wollens".
      Man kann sich allerdings nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden.


      28.11.2012, 00:57 von schauby
    • 0

      das Kompensieren und Entfremden von "ursprünglichen" Bedürfnissen, ist ja im Grunde die ganze Kulturgeschichte

      28.11.2012, 00:59 von schauby
    • 1

      ..Aber täglich ein Onur. :)

      Naja, Projektion ist meiner Meinung nach einfach ein großes Thema... Ich meinte ja oh- nur, dass so manch einer besser daran wäre, die nicht gern gesichteten, eigenen, (möglicherweise nie verarbeiteten) Probleme einmal anzugehen, anstatt die Flucht nach Außen anzutreten und "Unschuldige" da mit reinzuziehen, indem in Anderen verzweifelt angeklagt wird, wozu der Mut bei sich selbst fehlt... Für mich ein Teufelskreis von reaktiven Projektionen, denn dies ruft natürlich beim "Anderen" widerum ein Spektrum an erlernten Selbstverteidigungsmechanismen hervor..

      Ja, ich vertrete die halsbrecherische These, würde tatsächlich jeder zunächst nach seinem eigenen Wohl streben (was soziale Befriedigung ja absolut miteinschließt), hätten wir so einige Probleme nicht...

      28.11.2012, 01:08 von Juliie
    • 0

      glaubst du, wenn Menschen konkret Mittel hätten, oder vielmehr greifbar sähen, sich zu "erlösen" vom uralten Tanz der Schattenboxerei, sie würden sie nicht nutzen?

      28.11.2012, 01:29 von schauby
    • 0

      meinst du, sie nehmen wirklich lieber Knechtschaft, Unmündigkeit und SM-Studio täglicher Zwischenmenschlichkeit auf sich, als sich dem Unbehagen der eigenen Verwundbarkeit zu stellen ?

      28.11.2012, 01:34 von schauby
    • 1

      Mh. Naja, das ist tatsächlich eine meiner Grundfragen... Haben viele Menschen diese Mittel tatsächlich nicht oder wollen sie sie nicht wahrhaben...? Das ist ja der Fluch der... zunächst einfacher scheinenden Lösung, wenn man so will.

      Ob dies zur "Erlösung" (in welchem Sinn auch immer) führen möge, sei ja dennoch dahingestellt...

      "Knechtschaft" und "Unmündigkeit" würde eine Akzeptanz der eigenen Schwächen meiner Meinung nach ja aber gerade ausmerzen... erfordert aber eben eine Toleranz der eigenen Schwächen (aka der allzeit negativ besetzten Emotionen wie Neid, Gier, Schwäche, Angst etc...)

      28.11.2012, 01:41 von Juliie
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  • 2

    "Glück sei das, was der Mensch nur um seiner selbst willen anstrebt. Eine ziemlich egoistische Ansicht. "

    Es ist ein nicht zu unterschätzendes Drama, der häufigen Missverständnisse über das Prinzip der (Selbst)Belohnung. Und was das bedeutet. Verwende das Wort "Egoismus" und viele denken automatisch, es ginge um Unsoziales, Arschlochscheiße, Rücksichtloses, Dominierendes usw.. Schon in der sprachlichen Beschreibung liegt in vielen Fällen der Irrtum, es gäbe etwas, dass Menschen motiviert, ohne jeden Effekt auf sie selbst. also ohne Eigennutz.
    Das ist großer Unsinn, meist aus einem Mangel anschaulicher, treffenderer Begrifflichkeit.

    faktisch gibt es überhaupt keine Motivation ohne Aussicht (bewusst oder nicht) etwas davon zu haben. Auch ein gütiger, anonymer Spender für Sterbenskranke, oder irgendeine andere soziale Sache, der sich zurückhält bekannt oder genannt damit zu werden, belohnt sich mit seiner Spende durch das (hoffentliche) Glück der anderen. Er fühlt sich als ein guter Mensch und handelt eigennützig.
    Helfen (zumindestens halbwegs gesunde Leute) macht mindestens genauso glücklich, wie vermeintlich nur sich selbst etwas zu gönnen, was glücklich macht.

    Was heute in einer alles der Gier und Geld untergeordneten Welt falsch läuft ist, dass Leute vergessen, verlernen aus den gehetzten Augen verlieren und von den Medien obendrein bombardiert werden mit Botschaften der totalen Selbstbezogenheiten. ( Postbank, "unterm Strich zähl ich", "Geiz ist Geil" usw.)  wie wichtig das Wohl anderer für das eigene ist. wie fundamental wir als soziale Wesen drauf angewiesen sind, dass Menschen etwas tun und mit  Feuer dafür brennen, was ihnen am Herzen liegt, was Belohnung verspricht. ohne schon vorher immer kalkulieren und berechnen zu können, wer und was genau davon profitiert und wie lange ..

    Es kommt dabei sehr darauf an wie man geprägt wurde, ob soziale Struktur und Bedingungen für Liebe da warn, oder die Zeiten so lieblos und karg warn, dass an Teilen kaum zu denken war um zu überleben und das Bedürfnis nach Pflege gerade mal sich selbst über Wasser hält.

    Es gibt auf kurz oder lang keine Menschen, in sozialen Gruppen, die nur etwas um ihrer selbst Willen tun.
    Jeder hat das Bedürfnis nach Anerkennung, jeder das nach Selbstbehauptung.
    Neigt es dabei zur Einseitigkeit, treffen die daraus entstehenden Probleme immer auch andere, mit denen wir jeden Tag mit sozialen Schach zu kämpfen, sie auszuhandeln haben. 

    27.11.2012, 17:52 von schauby
    • 0

      Weise Worte Meister Schauby!

      27.11.2012, 18:00 von Tora
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