schraeubchen 25.01.2004, 18:15 Uhr 12 0

Glück

...kann ein genetischer Defekt unser persönliches Glück tatsächlich beeinflussen?

…vor kurzem stieß ich im Internet auf einen Schreibwettbewerb- Aufruf, sich Gedanken über den möglichen Zusammenhang zwischen Genetik und Glück zu machen.
Erklärenderweise möchte ich hinzufügen, dass ich seit vergangenem Jahr schwer Hörgeschädigt bin und nun einen Weg suche, mich meiner Umwelt mitzuteilen und mich mit ihr auseinander zu setzen, da es mittlerweile auf „normalem“ Weg sehr schwierig für mich geworden ist.
Ich habe mich nun dort nicht eingeschrieben- was soll jemand wie ich, mit dem Gewinn einer Sprachreise??? ;) - aber ich habe begonnen, mir mal selbst diese Frage zu stellen.
Ich war bis zu meinem 16.Lebensjahr gesund…wie jeder andere auch.- dachte ich zumindest.
Mal abgesehen, von meinen Migräneattacken…aber wer denkt da schon an etwas schlimmes, wenn das Leben an sich gerade doch so unwahrscheinlich aufregend ist?
Ich ging dann irgendwann doch mal zum Arzt.
Nach einigen Fachärztlichen Untersuchungen diagnostizierte man bei mir eine seltene Erbkrankheit, die auf einen Gendefekt beruht.
Tumore bilden sich überall im Körper…immer an Nervenenden…immer wieder neu.
In den letzten 4 Jahren folgten dann ein Haufen von Operationen…mit einem Haufen von Komplikationen.
Nach der ersten erlitt ich eine vollständige Querschnittslähmung. ( 6/7 Halswirbel)
Wenn ich in 2.Jahren vielleicht mal wieder die Hände bewegen könnte, wäre das wirklich ein großer Fortschritt, teilten mir die Ärzte nüchtern mit.
Ich kam zur Anschluss- Behandlung in ein Reha- Zentrum, um „mobil im Rollstuhl“ zu werden, powerte, hatte wohl mehr Glück als klaren Verstand zu dem Zeitpunkt…und GING Monate später nach Hause.
’00 Tumor in der LWS Lähmung des linken Beines
’01 Tumor im Bauch -à Lähmung des gerade wieder rehabilitierten Beins incl. Fuß
’03 Dann wohl das mit Abstand schlimmste Jahr, voller Depressionen, Hoffnungsschimmer und noch mehr Depressionen.
Ich hätte mittlerweile nicht mehr für möglich gehalten, dass es etwas geben würde, dass mir nach den vergangenen Jahren noch den Boden unter den Füssen entreißen könnte…aber ich sollte mich täuschen.
Ich wurde langsam extrem schwerhörig…Stück für Stück.
Das ganze gipfelte dann im Herbst, während einer Heimfahrt nach Hannover, als auf dem Bahnhof plötzlich meine Ohren sich ganz ihrem Dienst entsagten.
- Gott sei Dank hielt dieser Zustand nur wenige Wochen an, aber der Schock darüber reichte mindestens für die nächsten Monate.
Ich las’ vor kurzem ein Zitat, das mir aus der Seele spricht:

Mobilitätseingeschränkt zu sein trennt von den Aktivitäten,
Blind zu sein von den Dingen,
und taub zu sein von den Menschen.

Da ich nun in den letzten 4 Jahren zumindest zeitweise 2 der „Kriterien“ erfüllte, kann ich dem nur zustimmen.
Wenn ich heute die Wahl hätte, zwischen der Querschnittslähmung und dem Hörverlust...ich würde ohne mit der Wimper zu zucken den Rollstuhl wählen.
Es ist kaum zu beschreiben, wie sehr es das Leben einschränkt, „komisch“ zu hören...gerade im sozialen, zwischenmenschlichen Bereich.
Heute hab’ ich einen Hörverlust, der zwischen 65db& 75db schwankt.
Wobei nicht einfach nur die Lautstärke verringert wurde- das wäre nicht weiter schlimm gewesen, weil man das heutzutage mit einem Hörgerät sehr gut kompensieren kann- sondern auch dazu führte, dass der Schall von meinen Ohren nicht mehr richtig umgewandelt werden kann…
Ich habe einen Tiefenhörsturz...die meisten Menschen verlieren „nur“ an Lautstärke, einige können Hohe Töne nicht mehr wahrnehmen...bei den wenigsten sind es die tiefen. Dementsprechend wenig Möglichkeiten gibt es, dieses Defizit wieder auszugleichen.
Töne werden seit dem falsch wiedergegeben, manche fehlen ganz, Musik ist nur noch schwer zu verstehender Krach, alles hört sich irgendwie seltsam an…flach, ohne Tiefe…als wenn einem Bild die Dreidimensionalität genommen wird… das wirklich schlimme an der ganzen Geschichte ist, dass dadurch Sprache für mich zum Teil unverständlich wurde.
Wenn man sich vorstellt, in einer Runde mit Spaniern zu sitzen, und selbst nur ein paar Brocken spanisch zu sprechen, so kommt man meinem Hören ziemlich nahe. Man fühlt sich wie ein Marsmensch.
Ihr werdet euch nun sicherlich fragen, warum ich das nun alles vorwegschicke…
Es soll weder euer Mitleid erwecken, noch ist es der verzweifelte Versuch, eines in Selbstmietleid zerfließenden Menschen seine suizidalen Gedanken zu ordnen.
Es dient lediglich dem Zweck, euch ein Stück weit zu vermitteln, woher meine Ansicht vom Glück ihren Ursprung hat, denn mit jeder Lebensphase änderte sich auch mein Empfinden fürs Glück.
Heute bedeutet Glück für mich: Morgens aufstehen, Winamp anschmeißen, und feststellen, dass sich „Bittersweet Symphony“ immer noch genau so anhört, wie am letzten Abend.
Erleichtert ins Bad gehen, duschen, anziehen, Klamotten packen und auf dem Weg zum Fahrstuhl den Nachbarn treffen.
Während der Fahrt vom 3. Stock zur Tiefgarage vom Smalltalk nichts interpretieren zu müssen, sondern wirklich den Gesprächspart vom anderen VERSTANDEN zu haben.
Keine Verschluckten Laute, kein von- den- Lippen- Ablesen und ebenso wenig meine Bitte, das eben gesagte noch mal zu wiederholen, gefolgt von meinem beschämten Lachen.
- Nein. Hürde erfolgreich genommen.
In der Berufsschule werden Arbeiten zurückgegeben. Und trotz dass ich kaum etwas mitbekomme, weil unser Klassenlehrer schwäbisch spricht und mein Ohr das eh’ meistens die Laute falsch leitet mit diesem Dialekt so ziemlich gar nichts anfangen kann, liegen meine Leistungen im 2-3er- Bereich.
„ Wie machst Du das nur?“, meine Banknachbarin schaut mich ungläubig an.- Ich weiß es selbst nicht so genau.
Mittags auf dem Weg zu ’nem Kumpel sprechen mich ein paar Bekannte an. Die meisten Leute strömen hungrig zur Mensa und dementsprechend fällt auch der Geräuschpegel aus. Für mich undefinierbare Laute dringen aus ihrem Mund…wie eine Sprache, die man nicht (mehr) versteht. Mit ein paar belanglosen Universal- Floskeln rette ich mich in Richtung Aufzug.
"Haben sie es bemerkt, dass ich kein Wort verstanden hab’? Denken sie jetzt, ich bin vollkommen bescheuert? ’ne dämliche Kuh, die immer nachfragen muss und anscheinend nicht mal die einfachsten Dinge rafft? Oh f**k!!!"
- Nein, sie sind- Gott sei Dank- viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Trotzdem wieder ein flaues Gefühl im Magen. Das Gefühl von Hilflosigkeit und grenzenloser Dummheit steigt in mir auf. Erinnerungen kommen hoch. Jetzt bloß nicht reinsteigern! Ich versuche, es zu unterdrücken in dem ich in Gedanken die Einkaufsliste durchgehe. Ziemlich einfach aber dafür äußerst wirkungsvoll. Abgelenkt.
Ich sitze bei Markus. Er nuschelt. Bei ihm ist es mir aber egal, wenn ich öfters nachhaken muss. Er kennt mich ja ziemlich gut, eben auch aus der Zeit, in der Kommunikation noch kein Drahtseilakt für mich war.
Nachmittags dann im Supermarkt.
. Lachen, rufen, weinende Kinder, das piepen der Kasse… wieder vermischen sich die Töne um mich rum zu einem einzigen großen, alles überdeckenden Gedröhne.
!Hoffentlich spricht mich jetzt keiner an! Was, wenn sie mich einfach nur für dumm und geistig verwirrt halten?"
Einkäufe in den Wagen, zur Kasse, lauernder Blick zur Kassiererin, bezahlen…nichts wie raus. - Puuh! Der Herzschlag normalisiert sich langsam wieder.
So geht es dann weiter.
Glück bedeutet für mich momentan, all diese kleinen täglichen Schwierigkeiten zu meistern, ohne mich abends zu fühlen, wie der letzte Vollidiot.
Glücklich macht es mich auch, etwas unter schweren Vorraussetzungen trotzdem zu schaffen.
Wenn mir das gelingt, so zeigt es mir, dass ich trotz all dem noch etwas wert bin. Es baut mein Ego langsam wieder auf.
Ich habe mittlerweile auch zu größten Teil damit aufhören zu können, am allem mir die Schuld zu geben.
Früher haben mich Situationen denen ich nun hilflos gegenüber stand, schwer depressiv gemacht. Heute denke ich mir, dass die meisten Leute wissen, was mit mir passiert ist, und wenn sie sich keine Mühe geben, so zu sprechen, dass auch ich etwas von Gespräch habe…tja, dann sind sie es auch nicht wert, dass ich mich weiterhin mit ihnen befasse…so ein Verhalten hat für mich etwas mit Respektlosigkeit zu tun.
Manchmal bekomme ich auch einfach nur ein gutes Gefühl, wenn mir jemand begegnet und mich unvermittelt anlächelt.
Erinnerungen machen auch sehr glücklich.
Glück ist einfach ganz individuell und liegt im Sinne des Betrachters.
Meistens sind es doch wirklich die kleinen Dinge, die unser Herz höher schlagen lassen. Nach einem anstrengenden Tag auf dem Balkon sitzen und den wunderschönen Ausblick genießen& die Seele baumeln lassen, ein interessantes Gespräch mit Freunden, komatös aufzuwachen& sich langsam wieder an den genialen, vergangenen Abend erinnern...ganz normale Dinge eben.
Kann man Glück wirklich von genetischen Fehlern abhängig machen?
Ich wage es zu bezweifeln.
Wäre ich, wenn ich heute noch gesund wäre, ein glücklicherer Mensch?
Wäre ich ein anderer Mensch?
Nein, wahrscheinlich wären es nur andere Dinge, die mich glücklich machen würden& mir wäre gar nicht klar, welches Glück ich hätte, das so erleben zu dürfen...heute jedoch ist es mir bewusst- Hmm, also hat sich das Bewusstsein erweitert, oder?!
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben mich reifen lassen. Mich nachdenklicher gestimmt und empfänglicher für meine Umwelt gemacht...aber sicherlich hat es diesen Prozess einfach nur beschleunigt...das Resultat wäre gleich geblieben. -Das soll jetzt auf keinen Fall den Anschein erwecken, ich würde mich für eine Art „Übermensch“ halten...ganz im Gegenteil. Ich wäre nur früher oder später eh’ zu dem Menschen herangereift, der ich heute bin.
Man sollte sein Wohlbefinden, seine innere Zufriedenheit nicht zu stark von äußeren Einflüssen abhängig machen- Und genauso falsch ist es, sämtliche Niederlagen auf eine Krankheit zu schieben.
Dieses Verhalten ist eine Einbahnstraße. - Destruktiver Pessimismus.
Klar, schlechte Tage hat jeder. Momente, an denen alles ausweglos erscheint, nichts mehr Sinn macht und man innerlich dem Tod näher ist, als dem Leben. Erschrocken darüber, dass man nicht mal mehr fähig ist, auch nur irgendetwas zu fühlen, obwohl man doch sonst so randvoll mit Emotionen ist, dass man sich oft selbst verwirrt.
Leer und ausgebrannt.
Oft ist es sogar recht antriebsam, melancholisch zu werden...nur sollte das Verhältnis zwischen Euphorie und Depression im Gleichgewicht bleiben.
Wo viel Schatten ist, ist auch Licht, selbst wenn’s anfangs nur ein kleiner , müde glimmender Funke ist...ich denke, alles im Leben hat irgendwie einen Sinn.
Ich hätte zum Beispiel letztes Jahr niemals gedacht, dass es mir heute mal wieder so gut gehen würde. Für mich war damals alles vorbei. Ich hatte morgens nicht einmal mehr die Kraft, mich aus dem Bett zu kämpfen.Nicht etwa, wegen dem:“ Holy f**k, heut’ schon wieder 4Stunden BWL“- Standard-null- Bock-Defühl...die Stimme in meinem Kopf flüsterte unaufhörlich: “warum auch?! -Es würde auch nichts ändern. Viel zu kompliziert.“ Ein schwarzer Schatten, der kontinuierlich& präzise das Gift verströmte, das meine Gedanken lähmte.
Nun beginne ich langsam wieder, das Leben schön zu finden. -Trotz allem.
Ich habe mich den Umständen angepasst.- Nicht bewusst, sondern ganz automatisch...wieder Stück für Stück, ohne es wirklich zu bemerken.
Ich habe „vergessen“, wie es ist, normal zu hören. Tatsächlich kann ich mich kaum mehr dran erinnern, wie meine Umwelt „wirklich“ klingt.
Normalität ist eben sooo relativ.
Die Erinnerungen, die vorher so frisch waren, sind verblasst und dadurch sind mir die Vergleichsmöglichkeiten genommen worden.
Meiner Meinung nach, ist das ein Schutzmechanismus der Psyche...um zu verhindern, dass man irgendwann tatsächlich völlig durchdreht.
Was noch vor Monaten kaum auszuhalten war, ist nun für mich zum Standard geworden.
- Sollte ich mal wieder zeitweise das normale Hören zurückerlangen, wäre ich wahrscheinlich geschockt... ;)
Man lernt nach solchen Rückschlägen, seine Ziele immer wieder neu zu stecken und sein persönliches Glück neu zu definieren. Wobei ich hier nichts schön reden möchte, oder gar so tun, als ob das alles für mich ein Kinderspiel war& jeder andere sich nur unnötig schwer tun würde!
Der Weg ist extrem steinig, aber ebenso stolz ist man hinterher, das Leben doch wieder eingeholt zu haben, auch wenn man einige Male nach Atem ringend Pause gemacht hat, um seine vom stolpern aufgeschürften Knie zu versorgen.
Das alles verstärkt meine Ansicht, dass wirklich jeder für sein Glück selbst verantwortlich ist.
-Kein anderer und auch keine Begebenheiten. Das wiederum hätte nämlich was mit Abhängigkeit zu tun. Ein Teufelskreis.
Glück ist, was man daraus macht.
Von nichts kommt bekanntermaßen nichts...und wenn ich es probiert habe, und es dennoch nicht klappt, so hab’ ich hinterher immer noch die Gewissheit, dass ich es zumindest versucht habe.
Mich würde es gerade zu krank machen, in Ungewissheit leben zu müssen, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben.
Es würde diese“ Was wäre, wenn...“- Endlosschleife in meinem Kopf in Gang setzen, die sicherlich jedem bekannt ist.
Denn dann hätte ich wohlmöglich wirklich versagt.

12 Antworten

Kommentare

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    Wahnsinn, das ist echt bewunderswert! Ich kann mich dir aber anschließen bei der Wahl zwischen gelähmt sein oder nichts hören, ich würde niemals auf das Hören verzichten können, allein schon weil ich ohne täglichen Musikkonsum eingehen würde.
    Ich denke es ist auch Glück, dass es Leute wie dich gibt, die einen ermuntern niemals aufzugeben, egal wie schwer es einen auch trifft!!

    26.05.2004, 18:45 von Beatsteak
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    Liebes schraeubchen!

    Ok...ein paar Worte von jemandem, dem der Boden gerade entrissen wurde:
    Ein paar Worte zu dir von jemandem, der dich erst vor ganz kurzer Zeit kennen gelernt hat und sofort wusste, dass er dich mag.
    Ein paar Worte von jemandem, der wusste, dass er einen ganz besonderen Menschen gefunden hat, bevor er dazu kam deine erstaunlichen Texte zu lesen.
    Ein paar Worte von jemandem, der dich für jemanden, mit relativ alltäglichen Problemen, gehalten hat und da schon fand, dass du eine außergewöhnlich anziehende Austrahlung und einen ansteckenden Optimismus und eine unheimliche Offenheit und Wärme hast, die ihresgleichen sucht!

    Und noch ein paar Worte von jemandem, der nun wirklich ganz entsetzlich sprachlos ist- und das mir!

    Meine Güte, was für ein unwahrscheinliches Glück du in einem entsetzlichen Unglück hattest und was für ein Glück die Welt hat, dass du daran nicht zugrunde gegangen, sondern so wahnsinnig gewachsen bist.
    Was für ein Glück, dass du diese erstaunliche Stärke hast und diesen Lebenswillen...
    Was für ein Glück, liebes Schräuble(muss sein), dass du eine so bewundernswerte Kraft hast!

    Ich bin wirklich einfach nur so platt, weil ich dich so schon für bewundernswert und intelligent und interessant und viel mehr hielt...ohne davon zu wissen...was meinst du, wie tief ich meinen Hut jetzt ziehe?

    Und zwar ziehe ich ihn nicht, weil du "trotz allem" noch so bist wie du bist und so lebst wie du lebst...
    Ich ziehe ihn einfach vor dir! Genauso wie ich ihn vorher gezogen hätte, nur nehme ich das jetzt bewusster war....
    -->und mit diesen, deinen,Worten zu deinem Text, vor dem man auch nur den Hut ziehen kann!

    du hast da einen monströsen text abgeliefert und zwar auf so eine fesselnde art, dass man die länge erst bemerkt, wenn man wieder hoch zum anfang scrollen muss...du hast halt talent, meine süße!

    der schreibstil muss schließlich auch gelobt werden, denn- so wie ich dich kenne- hast du das alles nicht geschrieben um mitleid zu bekommen oder applaus für dein lebenswerk...sondern um andere zu berühren, zu bewegen und um sie an deinen gedanken teilhaben zu lassen und schließlich auch um zu erfahren, was sie auf deinen text zu sagen haben...UND um zu schreiben, denn das ist ja eine leidenschaft von dir, und ich darf sagen, es ist eine, die dir nicht nur gut tut, sondern andern auch!:)

    die lobesrede hat bald ein ende;),

    aber ich wollte auch noch loswerden, dass ich den abschnitt, in dem du darüber schreibst, ob du ohne deine krankheit glücklicher wärst, wahnsinnig gut finde!

    du hast recht...du wärst die gleiche...aber vermutlich in all der lebenserfahrung und kraft und weisheit erst in ein paar jahren...

    und da ich nicht weiß, ob ich dich dann so kennengelernt hätte, komme ich zum schlusssatz, nämlich das wohl alles irgenwie sinn macht...

    du bist so wie du jetzt bist....

    und ein kleinerer sinn: ich hab dich kennengelernt!

    Franzi!

    ps. wenn dir soviel gesülze peinlich ist, darfst du den eintrag auch löschen...

    17.04.2004, 20:00 von lunatic
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      @[Benutzer gelöscht] Du hast wahnsinnig viele Themen angesprochen. Ich bin der Meinung, das man zwar sein Umstände ändern kann, in Grenzen, aber das Glücksgefühl scheint mir doch vorgegeben zu sein!? Jedenfalls sprechen auch Deine Erfahrungen das aus. Mich hat an Deinem Tesxt gefesselt, das ich sofort spürte, das da jemand von sich spricht, ehrlich und ohne Schutz. Ich danke Dir dafür, wie jedem Menschen, der zu dieser Selbstlosigkeit fähig ist. Dein Text zum Thema "Menschen die sich hervortun" hat mir nicht so gefallen, weil ich mir denke, das die sich das nicht bewußt wählen und somit eher Hilfe brauchen. Ich freue mich von Dir, ehrlichem Menschen, noch vieles zu lesen, was die Augen öffnet! - Alles, alles Gute!

      09.03.2004, 18:47 von azzurro
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    F**k! Gottseidank kannst du noch schreiben! :)
    Das ist ein wirklich starker Text und ich finde, es ist gut rübergekommen, wie du Glück definierst. Außerdem merkt man mal wieder, dass Menschen, die es schwer haben, oder die schon viel durchgemacht haben, oftmals umso mehr zu erzählen haben! Und was sie zu erzählen haben, das sind wirklich Weisheiten: "Man lernt nach solchen Rückschlägen, seine Ziele immer wieder neu zu stecken und sein persönliches Glück neu zu definieren" und "Man sollte sein Wohlbefinden, seine innere Zufriedenheit nicht zu stark von äußeren Einflüssen abhängig machen" sind z.B. Weisheiten, die ich mir (mal wieder) verinnerlichen werde und umzusetzen versuche. Glück und Leid gehen Hand in Hand und drängen sich dort an die Oberfläche, wo's vom anderen zu viel gibt. Man kann selber schwer etwas daran ändern - zumindest wenn es sich um die schweren Schicksalsschläge handelt (wie z.B. in deinem Fall). In den mehr alltäglichen Angelegenheiten aber ist man am besten dran, wenn man alles mit einer Einstellung der "heiteren Gelassenheit" sieht. Wenn es einem gut geht, dann sollte man es genießen, wenn es einem schlecht geht, dann muss man akzeptieren, dass es das auch geben muss und dass das gut so ist. Das eine gehört einfach zum anderen, so wie das Yin zum Yang - wow, und jetzt wird's esoterisch und damit höchste Zeit, mit Schreiben aufzuhören.
    Eines will ich noch sagen: das klingt einfach, aber das wirklich umzusetzen ist eine Lebensaufgabe - für jeden, denke ich (für jeden, der biologisch dazu fähig ist, da gebe ich Saturnus recht).
    Aber ansonsten gilt das ganz unabhängig von genetischem Defekt...

    17.02.2004, 22:37 von mangotee
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    Die Größe von Menschen erkennt man an den Aufgaben die sie meistern bzw. den Problemen mit denen sie fertig werden. Du kannst wirklich stolz darauf sein nicht den Mut verloren zu haben. Als Mensch der nie wirklich ernste Probleme hatte, hoffe ich jedenfalls das ich ein wenig von deiner Stärke habe wenn ich mal in einer solchen Situation sein sollte.
    Allerdings weiß ich auch dass es Menschen gibt die nicht die Chance haben, trotz ihrer Situation glücklich zu sein. In deinem Fall waren die Depressionen die du hattest "exogen", d.h. verursacht durch äußere Umstände von denen sehr einsichtig ist warum sie sich auf die Stimmung auswirken. Es gibt jedoch auch Fälle in denen genetische Abweichungen dafür sorgen dass das "Glückshormon" Serotonin nicht korrekt wirken kann. Menschen die davon betroffen sind, sind anfällig für "endogene" oder klinische Depressionen. Wer daran leidet, dem ist mit Rat zu Mut und Optimismus nicht geholfen, weil es eben die Fahigkeit mit Problemen umzugehen, ist die abhanden kommt. Wer an diesem genetischen Defekt leidet, kann Glück nur dann erreichen wenn er oder sie Familie/Freunde hat die ihn oder sie unterstützen und eine Therapie erhält, die auch tatsächlich anschlägt.

    11.02.2004, 22:47 von Saturnus
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    ...hey :)
    ich habe sehr grossen Respekt vor dir und deiner Stärke. ... schliesse mich mila's worten an und verneige mich....

    alles Gute, jorg

    03.02.2004, 13:55 von jorg
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    Ich muss zugeben, dass ich sehr viel Glück habe. Mir ist noch nie ernsthaft was passiert, hatte noch nicht mal was gebrochen. Mein Leben verlief immer so, wie ich es wollte und es klappte auch immer, was ich wollte. ALLERDINGS habe ich immer einen Notplan auf Lager. Denn nicht immer kann ALLES gut gehen. In deinem Fall kann es keinen Notplan geben, aber was man tun kann ist sich selbst zu akzeptieren und (wie du schon richtig schreibst) neue Ziele stecken. Denn eines kannst du immer spüren, auch wenn es noch so schwer im Leben wird. Liebe und Mitgefühl. Sei es, wenn dich ein guter Freund in den Arm nimmt, oder dich jemand anlächelt. Und nur, wenn du dich von nichts im Leben unterkriegen lässt, dann wirst du es meistern. Mein Weg wird bestimmt auch mal steinig. Und dann wird gekämpft. Bis zum Untergang!

    Ich wünsche dir alles Liebe für dein weiteres Leben. Menschen wie dich braucht die Welt. Du öffnest uns die Augen und lässt uns bewusst werden, dass unser Leben bestimmte Werte hat.

    Danke!

    29.01.2004, 14:28 von dpeters
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      @dpeters @dpeters: Was willst du denn jetzt mit deinem Beitrag sagen?

      29.01.2004, 18:31 von Rosa
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    großartig. einfach großartig.
    um so trauriger ist die tatsache, dass viele menschen (ohne genetischen defekt) nicht in der lage sind, diese einfach erkenntnis zu verstehen.

    ich wünsche dir auf alle fälle noch viele weitere glücksmomente in deinem leben.

    m.

    29.01.2004, 13:28 von mila
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