WhereWhenWhy 22.02.2013, 03:33 Uhr 17 16

first day of my life.

... und die Antwort war so einfach und simpel, dass ich es kaum fassen konnte. Die Antwort war ich.

Es ist, als wäre ich jahrelang umhergeirrt, durch die immer gleichen Straßen, immer und immer wieder, ohne irgendeine Veränderung zu sehen, ohne irgendeine Verbesserung daran zu empfinden.

Eines Tages fand ich dann heraus, dass ich die ganze Zeit blind gewesen war, geblendet durch meine Vergangenheit, durch meine Geschichte, durch alles, was einmal gewesen ist.

Doch als ich an diesem einen besonderen Tag aufwachte, da war es nicht wie das Aufwachen aus einem tiefen, erholsamen Schlaf. Nein, es war vielmehr als das, es war anders als alles, was ich je kannte.

Nach 27 Jahren war das der erste Tag meines Lebens, der erste Tag, der sich anfühlte, wie das, was Leben wohl ist, der erste Tag von dem Gefühl, nach dem mein Herz fast drei Jahrzehnte verzweifelt gesucht hatte. Ich hatte es gefunden, ich hatte endlich das gefunden, wovon ich immer nur eine vage Vorstellung hatte, was es sein könnte. Und der Beweis dafür war lediglich ein Gefühl, aber eins, das ganz war, endlich ganz und vollständig. Es war ein Gefühl, das so stark war, dass kein Platz mehr für irgendetwas anderes blieb.

Ich dachte immer, ich wüsste, was es heißt zu Atmen, aber zum ersten Mal in meinem Leben spürte ich mit jedem Atemzug, wie die Luft meine Lungen füllte und sich in meinem Körper verteilte und es fühlte sich so unglaublich gut an. Wenn das also Atmen war, wie musste sich dann erst Lachen anfühlen?

Und ich begann erst schüchtern zu Lächeln, spürte wie die Muskeln in meinem Gesicht sich bewegten und langsam meine Augen nach oben drückten, meine Lippen auseinander zogen und meine Zähne hervorkommen ließen. Es war nicht so, dass ich nie gelacht hätte, aber dieses Lachen war anders, dieses Lachen kribbelte und ich nahm einen Spiegel, in dem ich sehen konnte, wie meine Augen glänzten, ja geradezu strahlten. Ich fühlte jetzt das angenehme Atmen in meiner Brust zusammen mit der kribbelnden Veränderung in meinem Gesicht. Und es war unglaublich, es war unglaublich schön.

Ich fragte mich, was nur passiert war und suchte nach etwas Vergleichbarem, nach einer Kategorie für das, was ich fühlte, nach einem Wort, um es zu benennen, nach einem Adjektiv, um es zu beschreiben.
Aber es war besser als das, was ich bisher immer für das Beste gehalten hatte und schöner, als ich mir je irgendetwas vorgestellt hatte.

Und ich blickte auf die Angst, die ich immer hatte, auf die Dinge, die mich zweifeln ließen, auf die Gefühle, die mich durcheinander brachten, einfach um zu überprüfen, ob ich vielleicht träume oder total verrückt geworden wäre. Aber da war nichts mehr von dieser Angst, sie wirkte plötzlich so winzig klein und überwindbar. Und meine Zweifel fühlten sich an, als gehörten sie nun nicht mehr zu mir und ergaben auch gar keinen Sinn, und ich spürte Überzeugung und dass das alles so richtig sein musste. Und all die Verwirrung, all die gemischten Gefühle lagen auf einmal geordnet vor mir und ich konnte sie lesen, als hätte man sie endlich in meine Sprache umgeschrieben.

Es war, als ob auf einmal alles möglich wäre, als ob das Leben es wirklich Wert sein sollte und daran einfach absolut gar kein Zweifel mehr bestehen könnte. Es war so klar, so vollkommen, so ganz und so richtig.

Ich war lebendig, ich war endlich ich, mit all dem, was ich vorher war, aber ich konnte nun endlich erkennen, dass all die Fragen, die ich immer gestellt habe und auf die ich Antworten gefunden hatte, nicht lange meiner Angst und meinen Zweifeln standhalten konnten.

Die Antwort lag die ganze Zeit dort, die einzig wichtige, die einen Sinn ergeben konnte: Sie lag in mir, die Antwort war ich.

Endlich war es gut, einfach alles.


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17 Antworten

Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Meth: not even thrice!

      25.02.2013, 10:27 von Aleksa_P.
  • 3

    Viel Text um nichts.

    24.02.2013, 20:45 von Sousleau
    • 0

      Aber trotzdem ein wunderbarer Text ;-)

      24.02.2013, 21:59 von RandomParticleInMotion
    • 2

      "Nichts" ist das Letzte was mir zu diesem Text einfallen wuerde. Vielmehr ist es "Alles".

      24.02.2013, 22:26 von kithead
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  • 0

    deine Tags scheinen ja echt aufmerksamkeit zu erregen :)

    24.02.2013, 13:47 von timlink
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  • 0

    Ich finde deine Beschreibung sehr schön! Hab mich in vielen Punkten wiedergefunden und warte nun auch noch afu dieses Leben ohne Ängste und Zweifel...

    23.02.2013, 17:05 von meandthesea
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  • 1

    Die Tags sind ja fast länger als der Text!

    23.02.2013, 12:37 von topfbluemchen
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  • 1

    Ich les keine Texte, in denen schon im Header  (oder wie heißt der Satz unter der Überschrift) alles gesagt wird. issolangweilig.

    23.02.2013, 10:57 von Tanea
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  • 0

    genau dieses Gefühl hatte ich gestern..und auch heute war es noch da..morgen hoffentlich und bestimmt auch noch .

    23.02.2013, 00:37 von Sanne19
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  • 0

    Aber unser Leben klingt eben ziemlich oft nach Postkarte, und manchmal ärgert
    uns das

    Warum ärgert Euch das?

    22.02.2013, 21:23 von miss_mel
    • 6

      Mist, voll unter den falschen Text kommentiert. Das is ja mal doof.
      Sorry!!

      22.02.2013, 21:58 von miss_mel
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  • 0

    was sockenpuppe sagt

    22.02.2013, 19:53 von RAZim
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  • 1

    Pass auf, dass dir nich schwindlig wird im selbsreferentiellen Kreisel.


    22.02.2013, 17:29 von quatzat
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Seite: 1 2

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