Falsch abgebogen
Was macht man, wenn man an einen Punkt ist, an den man in seiner Vergangenheit sucht?
Was macht man, wenn man an einen Punkt ist, an den man in seiner Vergangenheit sucht?
Eine Suche nach dem Punkt im Leben, an man irgendwie und irgendwo falsch abgebogen ist. Wenn die Sehnsüchte nach der vergangenen Zeit schreien. Wie oft würde man gerne diese Zeit und den Ort wieder sehen, die einst zu jener Zeit voller Glück und Wärme waren.
Ich bin auf solch einer Suche, eine Suche nach nach dem Glauben an die Familie. Ich habe meine verloren, aber nicht durch einen Unfall, Katastrophe oder Überfall. Nein, zum Glück nicht - Aber ich habe sie im Konflikt meiner Eltern und im Lügenkonstrukt meiner Mutter verloren. Ich sehe meine Familie, aber sie sind mir kaum noch was wert. Wenn ich meine Mutter sehe, fühle ich weder Hass noch Liebe. Auch keinen Schmerz fühle ich wenn ich an das zurück denke, was sie mir einst angetan. Es beängstigt mich, dass ich auch nichts gefühlt habe, als ich von ihren Krebs erfuhr. Ich fühle derzeit auch kein Mitleid, nicht mal einen Gedanken in schlaflosen Nächte. Die Personen, die ich von meiner Familie besuche, sind mir nicht das wert, was sie einst gewesen. Sie sind nur noch Menschen die ich kenn, die ich mehr oder weniger gern besuche. Aber ohne Nachfrage oder Selbstdisziplin würde ich sie vergessen.
Dieser Zustand ist nun seit mehreren Jahren so. Ich weiss es nicht ob es nur 3 oder doch die 5 Jahre sind, oder ob es doch schon vor 18 Jahren begann. Ich hatte Angst, dass ich nichts mehr fühlen kann. Mit dem Tod meines Freundes in diesem Jahr, habe jedoch Gewissheit, dass ich noch etwas fühle, ganz tief in mir. Den Schmerz und die Freunde verspüre ich nur nachts wenn ich alleine bin, aber diese Nächte sind zu oft schmerzlich. Das ist die einzige Zeit bei der ich vor Wut, Verzweiflung und Enttäuschung schreien könnte. Ich weiss nicht, was ich manchmal mehr hasse, den Tag mit der Leere oder die Nacht mit der Schwere. Vielleicht beides, vielleicht auch nichts von den. Tagtäglich täusche ich mich selbst, jeden Tag spiele ich eine Rolle, eine Rolle die nicht mit mir identisch ist.
Ich war einmal glücklich und zufrieden, doch der Abstieg begann schon 1990. Als Scheidungskind war ich zwischen den Fronten und seelisch missbraucht im Rosenkrieg. Ich wurde belogen und bedrogen von meiner eigenen Mutter. Aufgewachsen in einer mit Lügen aufgebauten Scheinwelt fernab jedlicher Realitivät, immer wieder mal geliebt und mal gehasst. Mit der Wahrheit stieg der potenizelle Hass auf mich.
Im Jahre 2002 kam mein freier Fall, von der eigenen Mutter und Schwester geprellt und abgezogt und anschließend als Schuldiger verurteilt. In der achso perfekten Welt meiner Mutter war ich der Böse, und selbst die Familie glaubte diesen Lügen und wies mich ab. Sie lehnten mich nicht körperlich ab, aber seelisch. Ich lebte Zeiten die voller Angst waren, die Angst vor dem Tag, die Angst vor den Briefen, die Angst vor dem Leben, die Angst vor dem Nullpunkt. Doch dieser war schon gegenwärtig. Nach Jahren der Flucht in die Dunkelheit, bin ich auf dem Weg zurück, zurück ins Leben, zurück in mein Leben. In ein unbestimmtes Leben. Immer wieder habe ich Probleme, wenn ich meine Familie besuche, es ist ein Gefühl tief in mir. Doch wenn ich zurückblicke entferne ich mich immer mehr von meiner Familie. Vielleicht der richtige Weg? Ob, oder ob nicht wird mein Weg zeigen, der Weg in ein neues Leben.
Dennoch wünsche ich mir oft, zurückzukehren um diesmal die richtige Entscheidung zu treffen. Aber wohin? Zu dem Ort oder zu der Zeit? Vielleicht hoffe ich nur auf eine zweite Chance, wenn ich an jenen Ort der Erinnerung zurückkehre. Den Ort der Zufriedenheit und Wärme. Der Ort der "Zuhause" heißt.




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