denkanstosser 24.11.2012, 12:10 Uhr 52 15

„Einmal Leben zum Mitnehmen – Danke!“

„Mit ohne Leiden?“, fragte der anatolisch aussehende Verkäufer, während er die Zutaten in mein Leben schaufelte.

„Ein bisschen.“, antwortete ich ihm mechanisch.  Er grinste kurz und nahm die griffbereite Würzflasche, die voll einer roten, scharfen Flüssigkeit war und schickte sich an, etwas Leiden in mein Leben zu mischen. Als der Deckel abfiel und sich ein grosser, roter Fleck auf mein Leben ausbreitete, alle Zutaten übertünchend.

„Oh, tschuldigung, ich sofort mache neues Leben!“, er schickte sich an, das Leben in den dafür vorgesehenen dreckigen und schon fast überfüllten Eimer zu entsorgen. Ich hielt ihn zurück. „Das macht nichts. Es brennt dann halt einfach zweimal.“, und hielt ihm das Geld hin, dreissig Silberlinge. Er grinste und brabbelte mir etwas auf Türkisch zu, was wohl ein Dank oder ein Fluch gewesen sein könnte, während sich der nächste in der Warteschlange hinter mir ungeduldig vordrängelte und sein Leben bestellte. „Ohne Zwiebeln, Ohne Leiden und schnell, ich muss noch auf den nächsten Zug.“

Hungrig und erwartungsvoll entfernte ich mich vom Stand und suchte mir einen gemütlichen Platz, wo ich mein Leben verzehren könnte. Leider war in der Innenstadt jeder in entferntester Form gemütlich aussehender Platz besetzt. Es gab keine freien Bänke, keine gemütlichen Rasenflächen, einzig eine nach Urin stinkende Treppe schien noch frei zu sein. Was mir aber den Appetit gründlich vergehen und mich weitersuchen liess.

Ich spielte mit den Gedanken, das überwürzte Ding in meiner Hand einfach in den nächsten Abfallkorb zu werfen und mir irgendwo ein neues Leben zu holen, diesmal in einem gemütlichen Restaurant, mit Ambiente, vielleicht etwas plätschernder Musik im Hintergrund und einen mitteleuropäischen Kellner, der aufmerksam grinsend meine Wünsche von den Lippen ablesen würde. Aber an diesen Orten musste man mit Gold zahlen und meine letzten Silberlinge hatte ich ja schon ausgegeben.

Ich setzte mich in einer Bank, auf der sich schon ein älteres Pärchen breitgemacht hatte, zumindest versuchte ich es. Das Pärchen schien ab meiner Anwesenheit nicht sonderlich erfreut und versuchte ihr liebgewordenes Territorium zu verteidigen. „Aber gnädige Dame, sehen Sie nicht, dass es genug Platz auf dem Bänkchen hat, wenn wir nur ein wenig zusammenrücken!“ Als Antwort erhielt ich ein gutturales Knurren, dass aus dem tiefsten Inneren ihres Wesens zu kommen schien. Als dann auch noch ihr Partner in dieses Knurren einstieg, holte ich mein sauber zusammengepacktes Leben hervor, griff mit meiner Hand in die scharfe Sauce und schnippte meine Finger nach Ihnen, rotes Leiden verteilend, das direkt in ihre weit aufgerissenen Augen flog. Daraufhin verwandelte sich ihr Knurren rasch in ein quengelndes Fiepen und schnell war ich alleine auf der Bank.

„Some like it hot“, dachte ich, bevor ich den ersten Biss in mein Leben wagte, der mir prompt die Tränen in die Augen trieb. Gott war das scharf. Und kämpfte weiter, mühselig weiterkauend, darauf bedacht, den Bissen bei mir zu behalten. Als ich es endlich schaffte, zu schlucken, spürte ich, wie der Brocken brennend meine Speiseröhre runterrutschte. „Wir sehen uns morgen auf dem Abtritt“,  drohte das Ding, das nun in meinem Magen angekommen war.

Da riss mein Geduldsfaden. So etwas konnte man ja kaum essen, geschweige denn verdauen. Das sollte doch geregelt sein und es ging nicht an, dass ein lizenzierter und zertifizierter Lebensverkäufer solch scharfe Leidenssaucen machte. Wütend machte ich mich auf den Weg, den Verkäufer zu stellen, ihm mein überwürztes Leben vor das Gesicht zu halten und ihn auffordern, mir meine dreissig Silberlinge zurückzugeben, oder zumindest, mir ein neues Leben zu geben. 

Aber als ich beim Stand ankam, war dieser bereits geschlossen. Wütend stapfte ich auf und ab, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen und mit dem Gefühl ringend, betrogen worden zu sein. Bis ich den Rauch aufsteigen sah. „Hallo, ist da jemand?“ Eine Silhouette bewegte sich im Schummerlicht. Die Gestalt drückte die Zigarette an der Wand der Take-Away Bude aus und ging auf mich zu. Es war der Verkäufer, nur erschien er in dem Licht anders, älter, surrealer.

„Leben willst du zurück?“, fragte er wissend in seinem breiten Dialekt. Ich nickte. Er lachte.

„Leben…“ er suchte nach Worte, „nur einmal!“ Mich mit seinen braunen und harten Augen fixierend. Was ihm an Rhetorik fehlte, machten seine Augen allemal wett.

„Ich sagen dir Geheimnis." und zog seine Augenbrauen so weit hoch, wie nur möglich. "jedes Leben scharf mit Leiden.“ Wieder lachte er.

„Aber manchmal, so wie du, einer es sehen. Aber du nur zwei Wahl. Essen, oder wegwerfen.“

Und so liess er mich da stehen, während mein Magen grummelte, vor Hunger oder vor Unbehagen, ich konnte es nicht sagen.

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52 Antworten

Kommentare

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  • 3

    Verständnisfrage:
    Wozu der Judaslohn von 30 Silberlingen?




    Weißte, was auch scharf ist? Die Verwendung von "ß" an der richtigen Stelle.

    26.11.2012, 22:51 von frl_smilla
    • 0

      Siehe mein Kommentar:

      meinst du wegen fehlendem "ß"? Bin leider kein Deutscher Bürger und deshalb ist mir dieses komische Zeichen fremd und suspekt.
      Wieso keine 30 Silberlinge ist die Frage.

      26.11.2012, 23:48 von denkanstosser
    • 1

      Ja, Tschulle, ich hab mir mal die Freiheit genommen, nicht alle Kommentare zu lesen, bevor ich selbst absenfe.


      Vielen Dank für die Antwort auf meine Frage mit einer Gegenfrage.

      Tschö


      26.11.2012, 23:52 von frl_smilla
    • 0

      Bitteschön!

      Selber Tschö.

      26.11.2012, 23:56 von denkanstosser
    • 0

      Ja, das wär mal ein interessanter Punkt gewesen. Vielleicht, weil er sein Leben quasi verrät?

      27.11.2012, 08:48 von Tanea
    • 4

      wo kimmstn her, denki? venezuela?

      27.11.2012, 15:45 von MaasJan
    • 0

      Schweiz reicht ja schon.

      30.11.2012, 20:21 von Aleksa_P.
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  • 2

    nö, du

    26.11.2012, 20:48 von Surecamp
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  • 2

    Schließe mich den Vorrednern an. Einmal gefällt mir die Metapher nicht und dann die fehlende Logik, wobei mir eher aufgefallen ist, dass das Leben in deinem Text genau so beschrieben ist, klischeehaft, eben weil es genau so ist, wie es ist. Aber das ist für mich nichts mehr Neues. Etwas Neues hätte dem Text gut getan, oder vielleicht etwas überraschendes. Aber so ist es nur ein Text, der ein Leben beschreibt, wie es wirklich ist. Ich muss sowas nicht haben, wenn ich etwas lese und wenn dies kein Erlebnisbericht ist, dann möchte ich schon ein bisschen in diese kleine, blaue, künstliche Welt hinein, in der alles besser zu sein scheint als in deinem würzigen, scharfen Leben.

    Aber das ist nur meine reine, subjektive Meinung.

    26.11.2012, 20:04 von marco_frohberger
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  • 1

    Nur, damit ich mir den Herrn bildlich vorstellen kann: Wie genau definierst du den

    anatolisch aussehende Verkäufer

    26.11.2012, 15:39 von Justaff
    • 1

      Ah, oh, sehe grad, das gab's schon weiter unten im Kommentar von quatzat, also vergiss es...

      26.11.2012, 15:41 von Justaff
    • 0

      Ohne Hakennase. Das wäre politisch zu delikat.

      26.11.2012, 15:42 von denkanstosser
    • 3

      Nun, ich meinte es nicht politisch, sondern ernsthaft, denn Anatolien – wenn du dir mal die Entwicklung, Geschichte und Vielschichtigkeit der Bevölkerung dieses Gebietes genauer anschaust – hat eine Artenvielfalt an Menschen zu bieten, die sich weit über dunkle Haar, dunkle Augen, dunkle Seele und eine Hakennase hinaus bewegt.

      Aber als Klischee-Topf ist natürlich so ein "anatolisch aussehender Verkäufer" die einfachste Möglichkeit der doch etwas sehr vereinfachten Beschreibung und daher, nun ja, für deine Zwecke hier wohl passend.

      26.11.2012, 15:56 von Justaff
    • 0

      Lese grad parallel die Kommentare und erkenne, auch schon alles diskutiert. Scheiße, ich bin mal wieder zu spät.

      Also, vergiss auch dies, musste nicht beantworten, haste alles schon. Ich mach jetzt Hausaufgaben...

      26.11.2012, 16:00 von Justaff
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  • 2

    Nö, damit kann ich nix anfangen. Hab nach der Hälfte dann auch aufgehört zu lesen.

     

    Da geh ich mit Tanea:

    "Die Metapher des Lebens als Kebap ist mir zu plump"

    26.11.2012, 09:44 von Pixie_Destructo
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  • 5

    Da kann man ja immerhin eine erzählerische Lesitung anerkennen, auch wenn das Gleichnis, naja, etwas sehr auf der Hand liegt. Ein gründlicheres Gegenlesen würde dem Text gut tun (abfiel, in einer Bank, ab meiner Anwesenheit, ...).

    Was mich sehr irritiert hat, war das 'anatolisch aussehenden' im Teaser. Was soll das denn sein? Hatte der Verkäufer eine traditionelle anatolische Bauerntracht an? Oder meinst du die klar erkennbare anatolische Hakennase und den schwarzen Schnurrbart? Wie sieht man denn bayrisch aus? Oder deutsch?

    Und diese Schublade anatolischer Verkäufer vs. mitteleuropäischer Kellner ist mir dann noch mehr sauer aufgestoßen. Soll das ein politisches Statement sein? Oder einfach die Annahme der festen Verknüpfung von gesellschaftlichen Klassen und Genen?

    26.11.2012, 09:31 von quatzat
    • 0

      Ja, der "anatolisch aussehende Verkäufer" hat mich auch irritiert. Wie soll der denn aussehen? Und nachher "brabbelt" er "türkisch" und spricht später einen "breiten Dialekt"?

      26.11.2012, 09:52 von Tanea
    • 2

      Achja, Gegenlesen. Bei Neon haue ich die Texte meist einfach raus. Man verzeihe mir diese Ungebührlichkeit. Aber Recht haben Sie schon Herr Q. (Das ist doch ihre Lieblingsnick, nicht?)

      Zu Ihrer Frage. Gehen Sie tief in sich rein, vorbei an ihren Vorstellungen, vorbei an den Ängsten die in Ihnen lauern und wenn sie an Ihrem inneren Kind vorbeisegeln, dann wissen Sie, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Dort unten in der Tiefe Ihres Selbst werden Sie etwas finden, dass sich "Fantasie" nennt und dieses Ding, dass hoffentlich nebst all den Zahnrädern der Logik und der Rationalität noch bei Ihnen vorhanden ist, wird Ihnen genau sagen, wie ein anatolischer Verkäufer aussieht.

      Oder auch nicht. Zumindest war's ein Versuch wert.

      26.11.2012, 10:25 von denkanstosser
    • 2

      Kannst du auch antworten? Antworten beinhaltet ehrliches Verständnis oder wenigstens den ehrlichen Versuch des Verstehens einer Frage, einen Vergleich der Fragestellung mit der subjektiven Auffassung des Themas und eine Antwort.

      Neben einer Diffamierung im ersten Paragraphen lese ich bei dir nur weitere grundlose Unterstellungen meiner Person gegenüber - die du gar nicht kennst - und die Begründung deiner wenigstens als Sozialdarwinismus auslegbaren , im Text geschilderten, merkwürdigen Zusammenhänge mit dem Wörtchen 'Fantasie'.

      Ist das nicht ein wenig fantasielos?

      26.11.2012, 10:33 von quatzat
    • 1

      Hö?

      Also, da finde ich mich grundlos falsch interpretiert. Ich habe nämlich dieses Mal geschrieben:

      Aber Recht haben Sie schon Herr Q.

      Und ich weiss, dass gewisse Kreise Sie Herrn Q. nennen und dachte, das wäre Ihre liebste Anrede. Wir können auch gerne zu Quatze zurückkehren und auf Du machen. Einerlei. Es war in keinster Weise diffamierend gemeint. Diese Unterstellung lasse ich nicht gelten.

      Und zum anderen, hier ist ein erneuter Versuch! http://i.imgur.com/aYhSG.jpg

      26.11.2012, 10:47 von denkanstosser
    • 0

      Du unterstellst mir implizit, Zweitnicks strategisch auf Neon einzusetzen. Das ist nicht wahr und damit eine Diffamierung.

      Und ich kann mir schon vorstellen, was du mit einem 'anatolisch aussehenden' Menschen sagen willst, allerdings nur, wenn ich meine kalt gestellten Vorurteile wieder bemühe. Das will ich nicht.

      Auf die andere Frage gehst du gar nicht ein.

      26.11.2012, 10:50 von quatzat
    • 0

      Du unterstellst mir implizit, Zweitnicks strategisch auf Neon einzusetzen. Das ist nicht wahr und damit eine Diffamierung.
      Ok. Das habe ich weder geschrieben noch gedacht. Ich hab' mich nie auf schwelende Zweitnickdiskussionen hier eingelassen, weil ich das ganze albern finde. Letztes Mal habe ich darauf angehauen, weil es zwei fast identische Profilbildchen waren, was -das kannste ruhig zugeben- komisch rüberkommt.

      Die Frage ist eher, weshalb dich das so auf die Palme bringt. Das ist ja fast, als würde ein Polizist bei dir anklopfen, dich fragen wie's der Frau geht (vorausgesetzt du hast/hättest eine) und du würdest laut schreiend antworten: "Ich hab' Sie nicht umgebracht." Mein innerer Detektiv würde spätestens jetzt denken, dass dein Verhalten ganz verdächtig sei. Aber mein innerer Detektiv ist grundsätzlich an solch nichtigen Diskussionen gänzlich uninteressiert. Von mir aus kannste 20 Zweitnicks haben, wenn du willst.

      Anatolien ist eine Region. Es gibt körperliche Merkmale von Menschen die einer Region entstammen. Zum Beispiel dunkle Haare, buschige Augenbrauen, manchmal die charakteristische Hakennase.

      Und zum anderen:
      politisches Statement sein? Oder einfach die Annahme der festen Verknüpfung von gesellschaftlichen Klassen und Genen?
      Weder noch. Lieber Quatze. Weder noch.












      26.11.2012, 11:07 von denkanstosser
    • 2

      'Mein innerer Detektiv würde spätestens jetzt denken, dass dein Verhalten
      ganz verdächtig sei. Aber mein innerer Detektiv ist grundsätzlich an
      solch nichtigen Diskussionen gänzlich uninteressiert. Von mir aus
      kannste 20 Zweitnicks haben, wenn du willst.'

      Wenn dem so wäre, würdest du es gar nicht erwähnen. Und dass ich darauf so reagiere liegt nicht an irgendwelchen Leichen in meinem Keller (schon wieder so eine Unterstellung von deiner Seite - unterlass das bitte), sondern an der steamschen Paranoia und dadurch ausgelöste Diskussionen.

      'Anatolien ist eine Region. Es gibt körperliche Merkmale von Menschen die
      einer Region entstammen. Zum Beispiel dunkle Haare, buschige
      Augenbrauen, manchmal die charakteristische Hakennase.'

      Ähm, wenn ich das so lese, dann wird mir wirklich schlecht. Ernsthaft schlecht. Erstens unterliegt sogar Anatolien inzwischen einer Fluktuation, die dir diese Schlüsse nicht mehr erlaubt (was nu mit einem Anatolier, der chinesische Eltern hat), und zweitens kann man einer Rasse bestimmte Merkmale nicht zuordnen. Solche Merkmale sind ebenso fluktuativ wie kulturelle Unterschiede. Vielleicht kann ein spezialisierter Biologe in diesem Gebiet eine Aussage treffen, alle anderen Aussagen sind unqualifiziert, damit Kinder eines Vorurteils und meistens braun befleckter Stammtischsprech.

      26.11.2012, 11:16 von quatzat
    • 1

      Ach ja, ich vergass. Deutschland. Das Reich der verlorenen Unschuld, wo ein jeder sich immer noch für die Untaten seines verrückten Grossvaters entschuldigen muss. Es tut mir leid, dass ich nicht deine Hypersensitivität aufweise gegenüber diesen Dingen, aber ich trage diese Schuld leider nicht mit und so fällt es mir schwer, mich da einzufühlen.

      Es tut mir leid. Ich wollte mit "Anatolien" nicht deine in den Genen abgelagerten Vorurteile wiedererwecken. Aber du musst keine Angst haben, Anatolien hat mit Semiten wenig bis gar nichts zu tun. Wenn du willst streiche ich die Hakennase aus dem Programm, dann kannst du dein Blut wieder beruhigen. Achja, die Hakennase kam ja von dir. Sorry. Also, dann will ich kein politisches Statement daraus machen. Achja, die Unterstellung kam von dir. Ok, dann will ich die Verknüpfung von gesellschaftlichen Klassen und Genen wieder auflösen. Achja, das stammt ja auch wieder von dir.

      Quatze, wenn du mir "braun befleckten Stammtischsprech" in den Mund legen willst, weil meine Kebab-Leben-Metapher von einem anatolisch aussehenden Verkäufer verkauft wird, dann kannst du es auch versuchen etwas weniger plump zu machen. Ich will hier nur eine Geschichte erzählen und dabei bediene ich mich der Bilder, die im Umlauf sind. Und die sind nicht immer politisch zu hundert Prozent korrekt.

      26.11.2012, 11:30 von denkanstosser
    • 3

      Woher weißt du etwas davon, ob irgendwelche Vorurteile bei mir genetisch 'abgelagert' wurden (Was auch immer das bedeuten soll)?

      Und nun mal Tacheles: Wenn du in einem Text über Leben, das als Kebab verspeist werden kann, einen Querverweis zu einem 'mitteleuropäischen Kellner', bei dem man 'angenehmer' speisen kann, machst und diese innere Metapher _überhaupt_ nichts mit dem weiteren Inhalt des Textes zu tun hat, dann frage ich mich und bestimmt auch weitere Leser, was dieser Vergleich da soll.

      Und diese Bilder sind nicht _im Umlauf_ und wenn sie es wären, wären sie keine Begründung, um so zu argumentieren.

      Ich unterstelle dir nicht direkt irgendetwas. Wenn du genau läsest, würdest du merken, dass ich es eingegrenzt habe. Deswegen frage ich immer noch und warte immer noch nach einer Begründung für diese Stelle in der Geschichte.

      26.11.2012, 11:41 von quatzat
    • 0

      Bist du schon mal in einem Sterne Restaurant speisen gegangen? Ich nicht allzuoft, da ich das Kleingeld nicht dafür habe, aber ich komme regelmässig an ganz vielen Sterne Restaurants vorbei und da, empirisch gesehen, sind dort vorwiegend mitteleuropäische Kellner angestellt, wohingegen bei Kebabbuden vorwiegend anatolisch aussehende Verkäufer bedienen. Ich befinde mich in Mitteleuropa, wahrscheinlich sind in im Gebiet Anatolien in dortigen Sterne Hotels vorwiegend anatolisch aussehende Kellner angestellt, das weiss ich nicht, aber ich vermute es.  Ausserdem bediene ich mich einer Figur (ich bin das nicht selbst) die einen gewissen vereinfachten Standpunkt hat, wie alle fiktiven Figuren. Es ist eine Allegorie auf viel Geld vs wenig Geld, wenn du willst.

      Ist das Begründung genug? Weisst du, Rassismus ist das, was man daraus macht. Wenn ich den Verkäufer als Typen gemacht hätte, der mir ins Leben gespuckt hätte, oder der mich sonst übers Ohr gehauen hätte, dann könnte man einen solchen Vorwand gelten lassen. Hingegen ist er im Besitz einer Wahrheit, die die Figur in meiner Geschichte nicht hat und er ist so freundlich, ihm diese Weisheit auch mitzuteilen.

      Du würdest gut daran tun, deine eigene Intoleranz in Frage zu stellen, wenn du in einer solchen Geschichte nur noch an braunen Stammtischsprech denkst.

      26.11.2012, 11:57 von denkanstosser
    • 1

      Wie tolerant ist es von dir anzunehmen, dass ich ausschließlich an deine Intoleranz dachte? Ist es intolerant jemandem die Möglichkeit zu geben, einen solchene Gedankengang, den er selbst - absichtlich oder nicht - provozierte, wieder auszuräumen? Und warum braucht es dafür eine unendliche Kette von Kommentaren und Diffamierungen deinerseits, bis du dich mal bequemst, eine Antwort rauszulassen?

      Wenn ich deine Antwort zusammenfasse, dann kann man sie darauf zusammenschrumpfen: hier sind die Verhältnisse halt so. Oder besser: hab ich nicht drüber nachgedacht. Beides befreit dich leider nicht von dem oben geäußerten Verdacht. Letzeres vielleicht von einem bewußten Einsatz.

      Egal. Ich denke mir meinen Teil.

      Allerdings: wenn du schon sone Art Parabel hier reinpflanzt und sie mit solchen missverständlichen Seitenparabeln absichtlich oder unabsichtlich auflädst, dann brauchst du dich nicht wundern, dass Fragen kommen. Und insofern ist das halt mal handwerklich schlecht gemacht. Du hast anscheinend zuwenig darüber nachgedacht.

      26.11.2012, 12:03 von quatzat
    • 0

      Nun ja, wenn man so bemüht ist wie du, mir etwas zu unterstellen, dann ist es wohl gerechtfertigt, an deine Intoleranz zu appellieren.

      Weisst du, ich lasse den Menschen Raum, Sachen für sich zu interpretieren. Die eigene Fantasie zu verwenden und nicht alles vorzukauen. Deshalb will ich nicht nur meinen Standpunkt im Text haben sondern so viele, wie der Text zulässt und deshalb wehre ich mich dagegen, unbedingt jedem dahergekommenen Quatzkopf erklären zu müssen, wie ich etwas gemeint habe. Das nimmt dem Ganzen etwas von seiner Magie.

      Aber ich finde diese Diskussionen obwohl sinnlos durchaus anregend, du bist wie ein Stehaufmännchen, das immer das letzte Wort haben muss.

      26.11.2012, 12:11 von denkanstosser
    • 0

      Und du trollst unter deinen eigenen Texten. Was ist da nu peinlicher?

      26.11.2012, 12:13 von quatzat
    • 1

      Es gibt körperliche Merkmale von Menschen die einer Region entstammen
      Also wie die Situation in Anatolien ist, weiß ich nicht.
      Aber wenn man sich das körperliche Merkmal "Hautfarbe" anschaut, ist die These von Denkanstosser gar nicht so falsch. Völker, die näher am Äquator leben besitzen eine stärkere Hautpigmentierung (mehr Melanin)  als Völker, die weiter davon weg leben. Am Äquator ist die Sonneneinstrahlung am stärksten.
       Beispiel: Nordeuropäer vs. Indigener ( z.B. aus Ecuador). Das ist rein evolutionsbiologisch erklärbar und hat (noch) nichts mit Rassismus zu tun.
      Erst wenn dieser offensichtliche "Unterschied" in eine Wertigkeit (innerhalb physiologischer und kognitiver Dimensionen) überführt wird, würde man von Rassismus sprechen.

      26.11.2012, 23:15 von mirror87
    • 1

      Macht er doch, du Neumalkluger steam. Er setzt die beiden 'Rassen' in einer Parabel (sic!) auf verschiedene Pferde (sprich Gesellschaftsschichten) und versieht sie mit Attributen wie 'brabbeln' (abwertend, Anatolisch Aussehender) und 'agenehm' (aufwertend, mitteleuropäischer Kellner). Wenn er dafür noch ne andere Erklärung parat gehabt hätte, wäre ich glücklich gewesen, wenn er sie mir gesagt hätte.

      27.11.2012, 07:45 von quatzat
    • 0

      Ach brigittchen...lass gut sein. Ich hab mich doch lediglich bezogen auf das Zitat vom Denker.

      Ansonsten solltest du dir dringend Hilfe suchen (wegen steam Paranoia). Wer weiß wann sich das aufs RL auswirkt.
      Und das meine ich jetzt ernsthaft.

      27.11.2012, 10:07 von mirror87
    • 0

      Ja, sicher.

      27.11.2012, 10:10 von quatzat
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  • 1

    Mmh, mir sagt es nicht so zu. Ich versteh auch nicht, wieso er sich doch noch beschweren geht, wenn er sich vorher schon entschieden hat es zu nehmen.
    Die Metapher des Lebens als Kebap ist mir zu plump.

    26.11.2012, 08:47 von Tanea
    • 0

      Schön lässt du mich an deinen Gedanken teilhaben Tanea. Es bringt mir immer wieder einen Mehrwert in welcher Form auch immer. Ausserdem muss ich dir gestehen, dass ich jedes Mal, wenn ich eine Möwe sehe, unbewusst an dich denken muss.

      26.11.2012, 10:51 von denkanstosser
    • 0

      Also, es sind schon teilweise schöne Bilder im Text, und es gab auch Momente, wo ich diese Bilder sehr klar sehen konnte, den türkischen Basar zum Beispiel, aber da werde ich immer wieder rausgerissen, durch Beschreibungen, oder Wörter, die für mich nicht passen.

      Ich bleib meinem Profilbild treu, da gibts den von dir erwähnten Wiedererkennungseffekt.

      26.11.2012, 11:01 von Tanea
    • 1

      Wir lernen alle. Ich kann nicht von mir behaupten, ein Meister der Schreibkunst, oder besser gesagt, in irgend etwas ein Meister zu sein. Aber ein türkischer Basar kommt darin gar nicht vor.

      26.11.2012, 11:11 von denkanstosser
    • 0

      Achso, und deswegen stellst du doch die Texte ein, um Reaktionen zu bekommen, Gedanken anderer zu deinen Texten. Sonst würdest du sie ja nur ins Notizbuchschreiben.

      26.11.2012, 11:13 von Tanea
    • 0

      Genau. Weisst du, wenn ich was nur ins Notizbuch schreibe, dann kommt mein innerer Kritiker und der ist fürchterlich streng und gemein. Und gegen den kann ich mich nicht einmal wehren, weil er alle meine Schwächen kennt.

      26.11.2012, 11:16 von denkanstosser
    • 0

      Nicht? Oh, dann hab ich mich getäuscht. Siehste mal, wie schnell das geht.

      26.11.2012, 11:17 von Tanea
    • 0

      Meinste, der kennt alle? Mein innerer Kritiker kennt die nicht alle, der ist ab und zu froh, wenn ihm jemand mal Bescheid gibt.

      26.11.2012, 11:18 von Tanea
    • 0

      Verrat dem bloss nix!

      26.11.2012, 11:31 von denkanstosser
    • 0

      Vielleicht war ich aber auch nur irritiert von den Silberlingen und dem Gold, mit dem man bezahlen muß. Erinnerte mich an Szenen auf einem Basar in der Vergangenheit - vielleicht Mittelalter? Ach, meine Phantasie, hat mich da wohl verführt.

      26.11.2012, 12:04 von Tanea
    • 0

      Ja, die Silberlinge waren's sicher. Aber das Bild mit dem Bazar gefällt mir mehr als meine Kebabbude.

      26.11.2012, 12:06 von denkanstosser
    • 0

      Mir auch ;-)

      26.11.2012, 12:07 von Tanea
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  • 1

    Jou, hat was! Ist definitiv nicht "wahrscheinlich der schlechteste Text, von dem ich ein paar Zeilen gelesen habe.". ;)

    26.11.2012, 03:45 von Juliie
    • 0

      :)

      26.11.2012, 10:18 von denkanstosser
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  • 1

    Hab jetzt richtig Hunger auf Leben bekommen.

    24.11.2012, 17:03 von Lunasol
    • 0

      Mit allem?

      24.11.2012, 20:46 von denkanstosser
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      meinst du wegen fehlendem "ß"? Bin leider kein Deutscher Bürger und deshalb ist mir dieses komische Zeichen fremd und suspekt.

      24.11.2012, 13:11 von denkanstosser
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • Wie siehst du das, Jonas?

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