SlightlyPoetic 20.07.2012, 00:21 Uhr 0 1

Du, die da beim Ausgang stand

Ein Gedicht, zu einem gescheiterten Suizidversuch, von welchem ich am Bahnof in München mitbekam: Gedanken.

Du, die da beim Ausgang steht,
DeIn Herz gebaut aus Stein, auf dem „Vertrauen“ draufsteht,
ein Mann da kommt, der fragt, wie spät – du schaust ihn an,
blickst, wie tausend Sonnen und dann,

beginnst du zu erzählen, wie es dir geht, er kuckt dich nur an,
schweigt und fragt, ob es so schwer ist zu verlangen, wie spät es ist,
weil es ihn nicht interessiert, wie es dir geht – zerfrisst
dich dein ungläubiges Bild dieses Wesens sprich „Mensch“.

Wo sind wir menschlich? – fragst du und malst Bilder,
auf denen du dich weinen siehst – schweigend verschließt
du diese Portraits im Kellerverließ.

Dein Zimmer – dein Paradies. Dein Reich,
dort wo jeder Mensch doch gleich, doch Mensch-lich sind wir nicht mehr so, sagst du – das kommt nicht von irgendwo. Irgendwo…
sind wir doch alle her….

aus dem selben Wesen – aus dem selben Meer,
wie wer?…stellst du Fragen und blickst mich an,
als ob ich dir eine Antwort darauf geben kann.
Fragst: Wann soll ich leben – wann?

Fang einfach an. Oft hilft es beim Anfang anzufangen,
die Gegenwart zu akzeptieren – zu leben, die Vergangenheit ist vergangen und auch die Zukunft, so wie sie sein wird – hat noch kein Belangen….Du, die da beim Ausgang steht: Dein Herz gebaut aus Beton auf dem “Aufbau” draufsteht. Ein Mann da kommt, der fragt wie’s dir geht – du schaust ihn an.Ganz kurz und dann, fängst du zu erzählen an. Wie es dir konkret zuhause geht, wie’s finanziell um deine Trennung steht. Die Trennung steht.

Mach dir das bewusste unbewusst – als hätte er gewusst, wie sehr du Liebe brauchst Hat er den Moment genutzt – deine Hände verschmutzt, doch seine frei Dich in Armen zu halten – deine Seele frei,deine Tränen befreit. Keine Zeit zu verlieren. Verwirrende Seelen, Keine Zeit rumzuirren – dieser Moment wie gefangen…Anfang – Anfang – an…

Du entfernst dich leicht – was in deinem Bereich Freiheit – das ist dein Bereich. Beide Menschen wie von Sinnen – sind Seelen menschengleich? Als dieses Wesen – dieses Etwas plötzlich zu dir spricht, Du, die da beim Ausgang steht du glaubst es nicht:

„Fänd ich dich nicht schön, wäre ich an dir vorbeigangen…“
Kannst es kaum glauben und bittest ihn noch einmal anzufangen,
Er fragt nach deinem Namen – du sprichst ihn aus, machst dein Herz auf und fängst dich selber auf. Lauf nicht davon vom Glück, doch während er noch immer dasteht, tragen dich deine Beine zurück….zurück…zurück zurück…

Du, die da beim Ausgang steht:
Dein Herz bestehend aus Federn, welches sich nach Freiheit sehnt.
Ein Mann da kommt, der fragt wie’s dir geht – du schaust ihn an…
Bevor du dich auf das Gleis wirfst…im Glaube neu anzufangen…


Tags: Suizid
1

Diesen Text mochten auch

0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

Das Magazin

Die nächste Ausgabe:
15. Juli 2013

Neueste Artikel-Kommentare

NEON-Apps für iOS und Android