bluescherox 31.08.2012, 23:22 Uhr 2 2

Die Macht der Unentschlossenheit

Kennt das nicht jeder von uns? Wir stehen vor einem neuen Ereignis in unserem Leben und fragen uns, was das richtige ist.

Jeder kennt dieses Gefühl. Man steht vor einer wichtigen Entscheidung und versucht, das RICHTIGE zu tun. Sei es im Job, in der Liebe oder der Wahl des Studienganges. Soll ich jetzt BWL studieren? Oder doch lieber Biologie? Wie sehe ich mich in 10 Jahren? Was passiert, wenn ich scheitere? Was ist das richtige? Worin der Sinn des Lebens?

Genau diese Fragen stelle ich mir. Ich bin 21 und habe über den zweiten Bildungsweg mein Fachabitur nachgeholt. Nun stellen sich einen viele Fragen. Ich wusste schon immer, dass einem die Welt offen steht, wenn man nur die richtigen Noten hat. Doch was sagen Noten über einen Menschen aus? Verfügt ein durchschnittlicher Schüler, der keine 1,0 hat über weniger Ehrgeiz als einer mit der entsprechenden Zahl im Zeugnis? Macht es aus Ihm einen Menschen der zweiten Klasse, nur weil er nicht die perfekten Noten hat? Ich hab keine 1 vor dem Komma und überlege.

Es ist schwer, sich selbst seine Zukunft zu gestalten. Tausende Dinge schwirren durch den Kopf und jede Entscheidung will gut durchdacht sein. Wann sehe ich, dass ich das richtige mache? Aus Angst, etwas falsches zu machen, bleibt man oft Unentschlossen. So wie bei mir.

Ich hatte Bürokaufmann in einem mittelgroßen Unternehmen gelernt und anschließend bin ich sogar übernommen worden. Aus eigenem Anlass hin kündigte ich, um mein Abitur nach zu holen. Prinzipiell keine schlechte Entscheidung, denke ich mir. Doch die Einkäuferstelle, die vorher bestetzt war, wäre nun frei. Rückwirkend stelle ich mir die Frage, was wäre wenn ... ich doch nicht gekündigt hätte? War das die richtige Entscheidung?

Nun sind die Sommerferien. Es ist wenig zu tun und wieder ist viel Zeit, um nach zu denken. Früher wollte ich Wirtschaftspädagogik studieren. Heute bin ich für die 13. Klasse eingeschrieben (für's allgemeine Abitur) und gleichzeitig für BWL an der FH. Ich bin hin und hergerissen und kann mir nicht erklären, was das richtige ist.

Die Unentschlossenheit übt eine solche demonstrative Macht auf mich aus, dass ich träge bin. Nicht fähig, Entscheidungen zu treffen. Nicht fähig, sich für etwas endgültig zu beschließen. Man wartet auf eindeutige Zeichen. Ein Laster dieser Generation.

Deshalb sei gesagt: Es gibt keine Zeichen. Löse dich von der Trägheit und werde aktiv. Höre auf dein Inneres und fälle Entscheidungen.

Ich werde ab Oktober BWL im dualen System studieren. Ob es das richtige ist, weiß ich nicht. Doch ich habe den Schritt gewagt und mich entschieden.

Und wenn es die falsche ist? Na und, irren ist menschlich!


Tags: unentschlossen, Berufswahl, Studium, Irrtum
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2 Antworten

Kommentare

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    Unterm Strich schon ziemlich was geschafft, finde ich.

    01.09.2012, 11:20 von Lunasol
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers

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