krishti 15.11.2012, 01:13 Uhr 3 2

Der Soundtrack, den ich selbst wähle

Die Musik fängt uns auf, wenn es uns schlecht geht. Sie umhüllt uns, wenn wir einsam sind und lässt und schweben, wenn wir glücklich sind.

Wenn ich morgens in der Straßenbahn sitze, höre ich immer Musik.Dann starre ich aus dem Fenster und es fühlt sich an, als sei ich in einem Film. Mein Film hat jeden Morgen einen anderen Soundtrack. Und diesen Soundtrack suche ich selber aus, per Klick wird aus einem „Weather Girls“-Sommerhit eine schöne, zum Nachdenken anregende Jason Mraz Ballade. Ich sitze da und bestimme meinen Soundtrack.

Manchmal wünsche ich mir, dass mein Körper eine eingebaute Musikfunktion hätte. Dass wenn ich bei meinem Internetanbieter in der Warteschlange hänge, bestenfalls diese Wartemelodie kommt aus der ehemaligen Jeopardy-Quizshow - damit ich mir für's ewige Warten schon mal eine Tasse Tee zubereiten kann. Dann warnt mich mein Körper vor- Hey, es werden keine fünf Minuten, sondern achtundzwanzig, leg dich hin und mach ein Nickerchen. Wie schön es wäre, wenn man diese Funktion hätte. Im Dunkeln wäre es wiederum nicht so toll- ich grusel mich schon ohne Horrormusik im Hintergrund, da kann mir das echt gestohlen bleiben.Wer wünscht sich diesen Soundtrack auf das eigene Leben nicht zugeschnitten?

Dann wüsste ich, was ich wann fühlen muss. Wäre das nicht toll? So einfach?


Aber wir wählen unsere Musik selber. Jeden Tag, jeden Morgen. Und das vergessen so viele. Manche schalten ihren eigenen, selbstgewählten Soundtrack ganz aus, gehen auf „shuffle“ werden eintönig, lassen über sich bestimmen. Dass wir den Soundtrack zu unserem Leben nun einmal selbst in der Hand haben sehen wenige,dass wir wählen können und nach dem letzten Titel sehen, wieviel wir ausgemacht haben. Ob wir durch unsere Melodie leben oder vergessen werden. Denn das ist das, was das Leben ausmacht.


Melodien nachspielen kann jeder. Etwas vorgegebenes nachmachen ist nichts Besonderes,auch wenn es leichter ist.

Die Kunst liegt im einmalig sein- und neue Melodien zu hinterlassen.


Tags: Selbständigkeit
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3 Antworten

Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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    manchmal sucht das Leben die Musik doch selber aus. ganz von selbst. viele nennen es dann einen mehr oder weniger glücklichen zufall. 

    als ich in einem restaurant irgendwo in der pampa auf den adac wartete, um mich mitsamt roller und gerissenem keilriemen aufzusammeln, kam auf einmal caro emerauld : why am i stuck in the middle of nowhere

    15.11.2012, 17:08 von Veritoll
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    Klasse! Genau das erlebe ich jeden Morgen, einfach herrklich treffend!

    15.11.2012, 10:57 von Lovely_Strings
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