Das weiße Blatt Papier - Reflektion des eigenen Ichs?
...
Vollkommene Leere. Unerfülltes Nichts.
Man wünscht sich, wie so oft, dass da Etwas wäre, aber nichts findet sich vor.
Erfüllt uns das Nichts? Ist die Leere auffindbar? Sind wir von ihr umgeben? Ihr? Er/sie/es?
Eines steht fest, es fühlt sich wohl, in den Köpfen der Unkreativen. Hat sich eingenistet, eine Höhle gebaut, und somit den Platz eingenommen, an dem sich Wissen oder Ähnliches vorfinden sollte. Da wären wir also, die unerträgliche Leere in unseren Köpfen und das weiße Blatt Papier direkt gegenüber.
Es treibt uns in den Wahnsinn.
Ärger, Wut, Zweifel. Man bemängelt sich selber, nimmt sich in die Schlinge und fragt sich, mit dem Rest Gehirn, der noch vorhanden ist, warum ich?
Umgeben von Talenten. Begabte, überall.
Sie siedeln sich mit Vorliebe neben die Uninteressanten.
Nachbar 1: künstlerischer Maler.
Nachbar 2: ausgelaugter Geschäftsmann.
Nachbar 3: leidenschaftlicher Musiker.
Was ist mit denen? Der anderen Spezies? Zurückgelassen in einer schwarz-weiß Welt des eigenen Ichs. Die absolute Reflektion des weißen Blattes.
Verlassen und verkümmert unter den Einfallsreichen. Und überhaupt handelt es sich hier um Schicksal? Die Generationen der Pechvögel oder die Versammlung der hoffnungslosen Faulen? Klar, Übung macht den Meister. Und, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Doch in diesem erbärmlichen Fall, ist alles nur zum Leid der Blätter, die eins nach dem anderen zerknüllt im Mülleimer landen, vorausgesetzt ich treffe.
Die Angst zu Versagen ist bei weitem zu groß, aber lässt sich Versagen auf Talent oder Nichttalent zurückführen?
Es wäre deutlich von Vorteil, für die einfältigen Unkreativen, wenn es keine begabten Talente gäbe. Aber was würde die „Normalos“ dann beschäftigen?
Keine Oper, kein Theater und von der Literatur mal ganz zu schweigen. Eine Welt, ohne eine zweite Welt? Bücher, der Schlüssel zum Verkriechen. Das Leben wird verlassen und für kurze Zeit befindet man sich in einem Land mit Gnomen, Trollen und Feen. All diese Kreaturen gäbe es nicht, wenn sie nicht unserer Fantasie entsprungen wären. Der Vorstellungskraft einiger einfallsreicher Menschen. Wer schläft schon nicht gerne während einer Zugfahrt ein, träumt von einer magischen Welt, nennen wir sie mal Hogwarts, und kassiert rund 2,5 Milliarden?
Geld spielt keine Rolle, absolut überbewertet. Aber als netter Nebeneffekt nie wirklich unwillkommen.
Aber, was wenn es so nicht wäre.
Nichts zu sehen, nichts zu beurteilen, nichts zum miteifern. Der gesamte Planet wäre einfältig und trist.
Hierbei interessant ist es doch, dass in all den futuristischen Darstellungen, die Welt elegant weiß gestaltet ist. Verwirrende Konstruktionen der öffentlichen Verkehrsmittel, geradeliniege Wolkenkratzer und schnittige Ein-Mann-Flugzeuge. Es schreit förmlich nach der fehlenden, individuellen Entfaltung. Und obwohl die „Kultur das Gedächtnis der Menschheit, Spiegelbild unserer Zivilisation und der Zukunftsmotor unserer Gesellschaft ist“ (Max Frisch) , scheint sie wie weggeblasen in einer Utopie.
Da wären wir also wieder, bei dieser unbeschreibbaren Leere in unseren Köpfen, doch dieses mal auf die Erde bezogen.
Seien wir mal ehrlich, ich als bekennender, unvollkommener Sterblicher bin gezwungen, diesen aufkommenden, gelben Neid herunterzuwürgen.
Denn besser man ist eifersüchtig auf Etwas, das existiert, als wenn es nichts gäbe, dass der Welt ein wenig Leben einhaucht.
Also verwahren wir lieber die erdrückende weiße Leere in uns drin, anstatt sie nach außen in die kunterbunte Welt zu tragen.
Tags: weiße, blatt, des, eigenen, amira, von, Call







Kommentare
Mach mal aus dem "Wir" und dem "man" ein "Ich".
06.11.2012, 14:07 von TaneaIst plötzlich ein ganz anderer Text, oder?